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Der Grieche zieht nicht gerne um: Die Theorie optimaler Währungsräume

22.11.2011, 07:39 Uhr  ·  Die Theorie optimaler Währungsräume passt auf die Vereinigten Staaten, aber nicht auf Europa. Von Patrick Welter.

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Von Patrick Welter

Im Jahr der griechischen und anderer Tragödien in Euroraum entbehrt dieses Jubiläum nicht der Ironie: Vor fünfzig Jahren veröffentlichte der amerikanische Ökonom und spätere Träger des Nobel-Gedenkpreises für Wirtschaftswissenschaften Robert Mundell seinen berühmten Aufsatz über eine Theorie optimaler Währungsräume. Mundell, ein begeisterter Befürworter des Euro, der am liebsten eine Weltwährung hätte, gilt in Amerika vielen als geistiger Vater der Währungsunion. Das ist wie so vieles in den Vereinigten Staaten ein wenig hochgegriffen. Unbestritten aber ist, dass er eine wissenschaftliche Diskussion anstieß, die die Debatte um den Euro befruchtete.

Illustration: Alfons HoltgreveMundell ging es in seinem Aufsatz eigentlich nicht um eine Währungsunion mit einer einzigen Notenbank und einer einheitlichen Geldpolitik. Seine Analyse zielte auf die Frage der Vorteilhaftigkeit flexibler oder fester Wechselkurse zwischen Ländern mit eigenständigen Notenbanken. Das Kernargument aber gilt auch in einer vollständigen Währungsunion, wie die Europäer sie 1998 in Gang setzten. Unter klassisch keynesianischen Annahmen, gemäß denen Preise und vor allem Löhne nicht fallen können, entwarf Mundell diesen Gedanken: Bricht die Wirtschaft eines Landes ein, wirkt der Wechselkurs wie ein Scharnier, um eine ausgeglichene Entwicklung zwischen den Ländern zu erleichtern. Weniger Güter werden importiert und die Währung wertet ab. Das stützt den Export und hilft dem Land, die Rezession zu überwinden. Entfällt die Flexibilität der Wechselkurse zwischen zwei oder mehr Ländern, bedarf es anderer Mechanismen, um überall eine gedeihliche Entwicklung herbeizuführen.

In einer Währungsunion fehlt die Flexibilität des Wechselkurses zwischen den Mitgliedsländern. Mundell zeigte einen Ausweg: Wenn die Menschen hinreichend mobil sind, werden Arbeitslose aus den schwächeren in die wirtschaftlich stärkeren Länder wandern und so die Anpassung erleichtern. In Amerika sind solche Umzüge in einen anderen Bundesstaat guter Brauch. In Europa aber ist diese Voraussetzung offensichtlich nicht gegeben. Die griechische Tragödie der hohen Arbeitslosigkeit – nicht das Drama um die maroden Staatsfinanzen – löste sich sonst ganz einfach dadurch, dass arbeitslose Griechen etwa nach Deutschland auswanderten. Von solch einem Exodus ist nichts zu sehen. Und ob die Deutschen einen Massenzuzug von Griechen akzeptierten, ist noch eine ganz andere Frage. Jedenfalls dürften die Sprachbarrieren noch für Jahrzehnte dafür sorgen, dass die Mobilität zwischen den Euro-Staaten recht gering bleiben wird.

Die nach Mundell scheinbar schmerzlosere Anpassung durch bewegliche Wechselkurse verdankt sich einer Täuschung. Mit der Abwertung einer Währung verringert sich die Kaufkraft der Inländer, weil sie für importierte Güter mehr zahlen müssen. Nominal erhalten sie denselben Lohn wie zuvor, real wird ihre Lohntüte leerer. Mit den real niedrigeren Löhnen steigt die Wettbewerbsfähigkeit der Arbeiter; das erleichtert den Weg aus dem Wirtschaftseinbruch und der Arbeitslosigkeit. Die glattere Anpassung gründet in der Theorie darin, dass die Lohnarbeiter unter Geldillusion leiden und die reale Lohnsenkung nicht bemerken. Spürt die Bevölkerung sie doch und setzt Lohnsteigerungen durch, verpufft die Wirkung der Abwertung. Dieser Gedanke bedeutet für die Griechen zweierlei: Zum einen könnten sie ihre Lage verbessern, wenn sie niedrigere Löhne zulassen – was Mundell in seinem Modell per Annahme ausschloss. In der Sprache der Euro-Retter heißt das heute “interne Abwertung” oder “Flexibilität des Arbeitsmarktes” und bedeutet, für Jahre zumindest auf Lohnsteigerungen zu verzichten. Deutschland hat dies vorexerziert, als in den Jahren vor der Krise die Wirtschaft lahmte. Zum anderen zeigt die Theorie, dass auch ein Austritt aus dem Euroraum und die Abwertung der neuen Drachme für die Griechen kein Zuckerschlecken wäre: Die Löhne würden real dennoch fallen. Die offene Frage ist, ob die Griechen eine versteckte Lohnentwertung durch eine Abwertung der neuen Drachme leichter hinnähmen als einen direkten Lohnverzicht innerhalb des Euroraums.

Die politisch brisanteste Fortentwicklung von Mundells Theorie ist die von Peter Kenen 1969 aufgebrachte These, eine starke fiskalische Zentrale könne mit Umverteilung zwischen den Mitgliedstaaten einer Währungsunion den Wegfall der Wechselkurse zum Teil ersetzen. Zentralisierungswütigen Euro-Europäern ist das Musik in den Ohren. Als Vorbild gelten die Vereinigten Staaten. Dort bremst die Bundesregierung mit ihrem progressiven Steuertarif die Wirtschaft in kräftig wachsenden Bundesstaaten und begünstigt sie relativ in schwächeren Bundesstaaten. Hinzu kommen milde Gaben etwa in Form von Finanzhilfen für die Arbeitslosenunterstützung. Beim Euro-Drama empfehlen viele amerikanische Ökonomen deshalb eine umverteilende Fiskalunion. Irgendwas müssen sie da falsch verstanden haben. Die Empfehlung, die Euro-Partner sollten mehr Geld für Griechenland hergeben, steht im krassen Gegensatz zur amerikanischen Politik.

Mundell und Kenen zielten auf den Ausgleich konjunktureller Unterschiede, nicht aber auf den griechischen oder italienischen Fall der Überschuldung eines Staates. Die Theorie vom optimalen Währungsraum ist eine Theorie des Ausgleichs moderater und üblicher Wirtschaftsschwankungen. Sie ist kein Freibrief für das Herauspauken einer Regierung aus einem selbstverschuldeten, drohenden Staatskonkurs.

Robert Mundell: A Theory of Optimal Currency Areas. The American Economic Review, Bd. 51, 1961, Seiten 657 – 665.

Dieser Beitrag ist der “Sonntagsökonom” aus der F.A.S. vom vergangenen Sonntag.

 

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Veröffentlicht unter: Euro, Währungsunion, Robert Mundell

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (11)
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0 HansMeier555 23.11.2011, 17:04 Uhr

@Patrick Bernau Mit anderen...

@Patrick Bernau Mit anderen Worten, für intelligente Beiträge gibt es doch das Feuilleton?

0 JR42 23.11.2011, 14:10 Uhr

Lieber Herr Welter, die...

Lieber Herr Welter, die m.E. verbesserungsdürftige, also mangelnde Aktualität des Fazit-Blogs habe ich schon weiter oben kritisiert. Nun lese ich in der heutigen Print-Ausgabe Ihren Kommentar "Ach Amerika" über ungebetene, US-amerikanischen Ratschläge zur Euro-Krise. Diese Thematik hätte auch gut in dieses Blog gepasst, aufgepeppt mit etwas subjektivem, persönlichem Drive. Oder kommt das nach weiteren 48 Stunden im Sinne einer Zweitverwertung?
.
Der erste Hälfte Ihres Kommentars - zu den wohlfeilen Ratschlägen der US-Amerikaner, obwohl die eigene Hütte brennt - stimme ich zu. Jedoch Ihre positive Sicht der republikanischen Haltung zur Krankenversicherung lehne ich ab. Eine Nation der "ersten Welt", die es hinnehmen würde, einen großen Bevölkerungsteil ohne bezahlbare Krankenversicherung zu lassen, stellt sich ein kulturelles Armutszeugnis aus. Die republikanische Haltung hierzu habe ich als Totalblockade und Kampf bis aus Messer wahrgenommen, also ohne eine Öffnung zu Kompromissen "mit mehr Wettbewerb". Zudem hätte Bush jr. diese während seiner acht Jahre ja längst einführen können. Sinngemäß gilt das auch für die Verfügbarkeit menschenwürdigen und bezahlbaren Wohnraums. Hier ist 2008 das staatliche geförderte System mit Marktelementen - vgl. FreddieMac, FreddieMae - mit den bekannten Folgen vor die Pumpe gelaufen. Der bundesdeutsche, soziale Wohnungsbau der Nachkriegszeit kann hier als positives Gegenbeispiel dienen, trotz des unrühmlichen Endes der Neuen Heimat und obwohl manch gutbetuchte Immobilienerben heute hierüber die Nase rümpfen. Im Sinne einer Rückführung der Staatsverschuldung lassen sich derartige Sozialausgaben leichter finanzieren, wenn man keine unsinnigen Kriege in Übersee führt und nicht allzeit bereit ist, anderen Nationen auf die Füße zu treten.

0 faz-bern 23.11.2011, 12:59 Uhr

Lieber Hans...

Lieber Hans Meier,
wir schauen mal. Abhängig von der Entwicklung könnte das evtl. auch Thema in der Zeitung sein. Ansonsten findet sich vielleicht ein Kollege [Edit: Aus dem Fazit-Blog], der das Thema bloggen möchte.

0 JR42 23.11.2011, 10:12 Uhr

Lieber Hans Meier, weil der...

Lieber Hans Meier, weil der Bund bedauerlicherweise inzwischen als Aktionär der Commerzbank mit drin hängt! Wenn ich mich recht entsinne, ist dieses Engagement damals nicht als verlorene Einlage deklariert worden, sondern wurde dem Wahlvolk mit Ausblick auf satte Dividen schmackhaft gemacht. . Lieber khaproperty, rückwärts in die Vergangenheit gerichtete Prophezeiungen fallen immer leicht. Wie halten Sie es mit der folgenden, leicht modifizierten Aussage? "Daß 26 unterschiedlichen Ökonomien nebst Mentalitäten und tiefsitzender besonderer Charakteristika nicht einfach einen gemeinsamen Wirtschaftsraum übergestülpt werden kann, erschließt sich jedem halbwegs gesunden Menschenverstand von ganz allein. " Da gerät der rückwärtsgewandte Prophet doch wohl leicht ins Grübeln. Mit dem gemeinsamen Währungsraum gab es zugegebenermaßen schon bei der Wiedervereinigung einen begrenzten Feldversuch, der zur Zeit der Euro-Vorbereitungen schon keine Erfolgsgeschichte war und den die Euro-Gründerväter hätten berücksichtigen können.

0 HansMeier555 23.11.2011, 05:49 Uhr

Vielleicht könnten Sie oder...

Vielleicht könnten Sie oder einer Ihrer Kollegen uns im nächsten Beitrag noch einmal schlüssig erklären, warum man die Commerzbank und andere Banken jetzt nicht einfach pleite gehen lassen kann. Vielen Dank im Voraus!

0 khaproperty 22.11.2011, 19:33 Uhr

Mit Keynes hat noch nie...

Mit Keynes hat noch nie irgendetwas funktioniert. Also vermag auch Mr. Mundell nichts richtig zu machen. Daß 17 unterschiedlichen Ökonomien nebst Mentalitäten und tiefsitzender besonderer Charakteristika nicht einfach eine gemeinsame Währung übergestülpt werden kann, erschließt sich jedem halbwegs gesunden Menschenverstand von ganz allein. Das kann nie funktionieren, wie zu beobachten ist. Es wird sich auch nicht bessern lassen indem Geld gedruckt wird, denn dieses bleibt nicht dort, wo es benötigt wird, sondern geht dahin, wo es höchsten Ertrag abwirft: also der (neue) Euro-Carry-Trade. Einst in USA verursacht durch die Fed-Gelddruckerei bis hin zu QE 1 und 2 mit einem Gesamtvolumen von über 2 Billionen $, was nichts half, soll nun Gleiches durch die EZB wiederholt werden - wie auch immer sie es nennen wollen. Die einzig mögliche hilfreiche Lösung ist der Rücktausch des verunglückten Euro in nationale Währungen mitsamt allen Forderungen und Verpflichtungen - ebenso einfach wie einst die Einführung. Dagegen steht allein die Furcht der Politiker, zugeben zu müssen, sich geirrt zu haben.

0 alfred.b 22.11.2011, 17:44 Uhr

Der Punkt ist doch, dass es...

Der Punkt ist doch, dass es den Akteuren auf europäischer Ebene gar nicht darum geht, dass die Wirtschaft eines Landes durch den Euro gedeihen soll. Die wissen auch, dass der Euro ökonomisch zunächst einmal nicht funktioniert. Durch die gemeinsame Währung stehen die beteiligten Länder jedoch irgendwann mit dem Rücken zur Wand. Die haben nur noch die Wahl entweder aus der Währungsunion auszuscheiden und einen massiven Wohlstandsverlust hinzunehmen oder aber Kompetenzen des jeweiligen Nationalstaates an die europäische Zentrale abzutreten. In der Hoffnung darauf, dass sich der Absturz auf diese Weise vermeiden lässt. Der Euro dient hier als Waffe, um die Nationalstaaten zu schwächen. Und das funktioniert doch prima.

0 larroc 22.11.2011, 11:19 Uhr

Der Beitrag lässt 2...

Der Beitrag lässt 2 wesentliche Punke unerwähnt: 1. Die "versteckte Abwertung" des Lohns der neuen Dachme wirkt sich nur bedingt auf nationale Produkte aus. Dienstleistungen werden billiger, Produkterzeugnisse ggf auch. Erst andere Maßnahmen (höhere Steuern, weniger Subvention...), die auch erforderlich sein mögen, da bei einem weiterso unmittelbar in die nächste Währungskrise gesteuert wird, führen dazu, dass der Bürger für sein Geld wesentlich weniger kaufen kann, als vorher. 2. Der positive Effekt einer echten Abwertung auf den Export wurde erwähnt. Zusätzlich wirkt diese Abwertung wie ein extrem hoher Importzoll auf alle Güter. 2 Effekte: a. Stärkung der Binnenwirtschaft. b. Viele Hersteller ausländischer Luxusgüter reduzieren für Griechenlandvertrieb ihre Gewinnmarge oder subventionieren sogar quer. Grund: Marktanteile gewinnen/behalten. Das ist für die Griechen ein volkswirtschaftlicher Vorteil.

0 JR42 22.11.2011, 10:14 Uhr

... und zur"starken...

... und zur"starken fiskalische Zentrale" in den USA - das war vor 40 - 50 Jahren auch wohl noch anders, vgl. mein Hinweis auf die aktuellen, regelmäßig wiederkehrenden, dortigen Budget-Blockaden!

0 JR42 22.11.2011, 10:04 Uhr

Zunächst zur Vorgehensweise:...

Zunächst zur Vorgehensweise: Dies junge Blog der FAZ wird sich nicht dadurch etablieren, dass Artikel aus der Sonntagszeitung mit 48-stündiger Verspätung hier noch einmal als aktuelle Blog-Beiträge präsentiert werden. Lieber Herr Welter, ich unterstelle einmal, dass Sie diesbezüglich fremdgesteuert waren, aber dennoch ... Warum nicht mehr Aktualität? In Amiland steppt der Bär schon wieder: die drohende Budget-Blockade, und die Märkte gehen bemerkenswert gleichmütig darüber hinweg. Warum und wieso? . Wenn Sie schon eine Rückschau "vor fünfzig Jahren" anstellen, wäre zu Ihrem Thema der damalige Start der Gastarbeiter-Anwerbung in der Türkei schon mehr zum Thema gewesen, mit all seinen heutigen, gesellschaftlichen Konsequenzen. Und wenn Sie einen "Umzug von Bundesstaat zu Bundesstaat" in der neuen Welt zum Vergleich anführen, zeigt schon ein Blick auf die Landkarte, dass es mit den Griechen ganz so einfach nicht ist. Hier gibt es bessere und naheliegendere Beispiele aus dem Dreiländerecken um Basel oder Aachen einerseits und den Wanderungsbewegungen aus Osteuropa andrerseits, die jeweils unterschiedlich bewertet werden können. Was sollen mir da Theorien von vor 50 Jahren - aber ich will hier nicht erneut über Modelle räsonieren ...

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Jahrgang 1965, Wirtschaftskorrespondent in Washington