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Haucap sagt ab, kommt Claudia Buch? – Die schwierige Kandidatensuche des IWH

Dem kriselnden Institut für Wirtschaftsforschung in Halle ist der wichtigste Kandidat abgesprungen: Justus Haucap. Nun hoffen die Hallenser, dass die Wirtschaftsweise Claudia Buch kommt.

Dem kriselnden IWH ist der wichtigste Kandidat abgesprungen. Nun hoffen sie, dass die Wirtschaftsweise Buch nach Halle wechselt.

Von Philip Plickert

Di Justus Haucap (Foto: privat)e Suche nach einem renommierten neuen Präsidenten für das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) gestaltet sich zäh. Der bekannteste Kandidat, Justus Haucap (Foto: privat), hat seine Bewerbung zurückgezogen, wie diese Zeitung erfuhr. Das ist ein schwerer Rückschlag für das IWH, das einzige größere Wirtschaftsforschungsinstitut in den neuen Ländern. Es kämpft um seine Position, seit es im vergangenen Jahr von der Leibniz-Gemeinschaft eine mangelhafte Evaluierung erhalten hat. Zwei andere Bewerber, der Bonner Arbeitsmarktökonom Hilmar Schneider und die Finanzmarktforscherin Dorothea Schäfer vom Berliner DIW, wurden gar nicht erst zu Vorstellungsvorträgen nach Magdeburg eingeladen, da sie keine Ordinarien sind. Der IWH-Chefposten ist mit einem Lehrstuhl an der Universität Magdeburg verknüpft.

„Es ist nicht so, dass uns die Bewerber die Tür eingerannt haben”, gab Joachim Weimann, der Vorsitzende der Magdeburger Berufungskommission, zu. Ein neuer Kandidat ist Jarko Fidrmuc. Der gebürtige Slowake mit österreichischem Pass lehrt an der privaten Zeppelin-Universität in Friedrichshafen, zuvor war er an der Universität München. Er forscht über die osteuropäischen Transformationsländer und würde somit zum Profil des IWH passen. Fidrmuc ist aber relativ unbekannt. Die Berufungskommission hat seine Bewerbung nicht überzeugt. Weimann kündigte gegenüber dieser Zeitung weitere Bewerber an. Nachdem Haucap die Bewerbungskommission versetzt hat, war diese offenbar aktiv auf die Suche nach möglichen renommierten Ökonomen gegangen. Nach Informationen dieser Zeitung ist die Tübinger Wirtschaftsprofessorin Claudia Buch, Mitglied des Sachverständigenrats (“Wirtschaftsweise”), Ende dieser Woche zu einem Vortrag nach Magdeburg eingeladen worden.

Der wissenschaftlich ausgezeichnete Wettbewerbsökonom Haucap, bis vor kurzem Vorsitzender der Monopolkommission, hat an der Universität Düsseldorf ein Institut, das durch eine Privatspende in zweistelliger Millionenhöhe getragen wird. Haucaps Bewerbung für das IWH hatte in Düsseldorf Unruhe ausgelöst, nachdem sie durch einen Bericht der F.A.Z. bekannt geworden war. „Das IWH ist nicht prinzipiell unattraktiv”, sagte Haucap zur Rücknahme seiner Bewerbung. Er habe aber die Chancen und Risiken abgewogen. Durch seine Bewerbung hätte sich eine Hängepartie in Düsseldorf ergeben, die er vermeiden wollte. Nach Informationen der F.A.Z. war aber wohl noch ein anderer Grund wichtig: Am IWH ist vor Jahren die Abteilung für Industrieökonomik auf Drängen der Leibniz-Gemeinschaft abgeschafft worden. Über dieses Thema forschen jetzt von den Instituten vor allem das ZEW und das RWI. Für Haucap als Wettbewerbsökonom wäre die Oligopolforschung jedoch besonders interessant.

Für das IWH hält sich das Interesse der Kandidaten wohl auch deshalb in Grenzen, da die künftige Finanzierung nicht geklärt ist. „Es kommt darauf an, was das Land bereit ist zu investieren”, sagte Haucap. In zwei Jahren steht die nächste Evaluation des IWH durch die strengen Prüfer der Leibniz-Gemeinschaft an. Derzeit wird das Institut kommissarisch von Oliver Holtemöller, dem bisherigen Konjunkturchef, sowie der Strukturforscherin Jutta Günther geführt.

 

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