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Der Währungsfonds als römischer Besatzer

02.08.2012, 16:07 Uhr  ·  Die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, zeigt einen scharfen Humor. Jetzt verglich sie den IWF mit römischen Besatzern. Von Patrick Welter

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Die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, zeigt einen scharfen Humor. Jetzt verglich sie den IWF mit römischen Besatzern.  

Von Patrick Welter

Dr Christine Lagarde - Foto: AFPeizehn Monate ist die Französin Christine Lagarde (Foto: AFP) im Amt als geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds und versucht, die Weltwirtschaft durch ausgesprochen turbulente unruhige Zeiten zu steuern. Mit seinem finanziellen Großeinsatz in den europäischen Krisenstaaten hat der IWF dabei wohl mehr neue Feinde als neue Freunde gewonnen. Das belegen nicht nur die Straßenproteste etwa in Athen gegen die Reformauflagen, sondern auch der Unmut in den europäischen Zahlstaaten, die über den IWF finanzielle Risiken für die Krisenstaaten eingehen. Selbst im Kreis der Mitgliedstaaten des Fonds bauen sich Spannungen auf, mit der genau gegenteiligen Sorge: Der Verdacht, der Fonds trete den Europäern gegenüber zu nachsichtig auf, steht seit der Ernennung der Französin Lagarde im Raum und ist nicht kleiner geworden.

Lagarde weist diese Vorwürfe weit von sich. Ihren Humor hat sie dennoch nicht verloren. In einer Gesprächsrunde mit Journalisten verglich sie den Währungsfonds jetzt mit römischen Besatzern – in der Fassung der britischen Comedy-Truppe Monty Python. „Was hat der Fonds gemacht,” fragte Lagarde und sagte lachend, die Frage erinnere sie immer an die klassische Monty-Python-Frage: „Was haben die Römer je für uns getan?”

In der Filmsatire „Das Leben des Brian” stellt diese Frage ein judäischer Widerstandskämpfer gegen die Römer seinen Anhängern. Diese antworten – und hier zeigte Lagarde ein gutes Erinnerungsvermögen – eingeschüchtert: „Den Aquädukt, die sanitären Einrichtungen, die schönen Straßen …” Ob Lagarde die Griechen oder die Deutschen mit dem Vergleich überzeugen kann? Sehen Sie selbst.

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (2)
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0 EgonOne 02.08.2012, 21:55 Uhr

The importance of humour . Ich...

The importance of humour . Ich bin begeistert dass Madame Lagarde ihren Sinn fuer Humor nicht verloren hat, trotz der finanziellen Turbulenz in Euroland. Dass sie auch noch Monty Python's tolle Satire zitieren kann ist besonders beachtlich, denn mir bleibt der Eindruck dass nur sehr wenige Politiker oder Finanzexperten dafuer bekannt sind. Bitte fest weiter so M.Lagarde. It cheered me no end, and made my day a little better. Thanks. A few satirical comments or allorgies, are badly needed in the current sad world of financial doings. At the same time, a little irony, a little satire wont detract from the serious work that is being done by the IMF. Pax vobiscum

0 fionn 02.08.2012, 18:16 Uhr

More language problems in the...

More language problems in the EU http://www.youtube.com/watch?v=f9BetL3rlZY

Jahrgang 1965, Wirtschaftskorrespondent in Washington