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Fazit – das Wirtschaftsblog

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Das Faszinierendste aus Wirtschaft und Finanzen. Prägnant beschrieben und kenntnisreich analysiert von Autoren der F.A.Z. und der Sonntagszeitung.

AEA Meeting (3): Hat die Unabhängigkeit einer Zentralbank überhaupt noch einen Sinn?

| 34 Lesermeinungen

In der aktuellen Krise sind viele Zentralbanken näher an die Regierungen gerückt. Otmar Issing spricht von einem "verlorenen Paradies". Auf der AEA-Tagung in San Diego diskutieren bekannte Ökonomen über Sinn sowie Vor- und Nachteile unabhängiger Währungshüter. Der Mythos, der sich um die Unabhängigkeit der Zentralbanken gebildet hat, bröckelt.

 

“The political mystique of Central Banking was, and still is to some extent, widely expressed by an essentially metaphysical approach to monetary affairs and monetary policy-making. … The mystique thrives on a pervasive impression that Central Banking is an esoteric art. Access to this art and its proper execution is confined to the initiated elite.”
Karl Brunner (1981)

“Unabhängige Zentralbanken sind eine historische Episode.”
Joachim Fels (2011)

 

Der Vater der deutschen Ordnungsökonomik, Walter Eucken, lehnte unabhängige Zentralbanken ab, weil er kein Vertrauen in Geldpolitiker besaß: “Unkenntnis, Schwäche gegenüber Interessengruppen und der öffentlichen Meinung, falsche Theorien, all das beeinflusst diese Leiter sehr zum Schaden der ihnen anvertrauten Aufgabe.” Der Vater des Monetarismus, der Nobelpreisträger Milton Friedman, besaß ebenfalls kein Vertrauen in unabhängige Geldpolitiker, also Personen “in a body free from any kind of direct, effective political control”. Ihre Macht werde sie zu falschen Handlungen verlocken. Dennoch sind unabhängige Zentralbanken in vielen Ländern etabliert worden. Das Hauptargument lautet: Nur eine dem kurzfristigen Denken gewählter Regierungen entzogene Zentralbank ist in der Lage, Geldpolitik langfristig und ungestört auf die Sicherung des Geldwertes auszurichten.

Die laufende Krise hat Zentralbanken näher an Regierungen rücken lassen. Auf der Jahrestagung der American Economic Association in San Diego diskutieren am 4. Januar 2013 nordamerikanische (Alt-)Meister über Wert und Zweck unabhängiger Zentralbanken im Lichte früherer und aktueller Erfahrungen. Wir dokumentieren alle vier Papiere und stellen einen Vortrag des amerikanischen Ökonomen Marvin Goodfriend hinzu. Außerdem erwähnen wir einen Vortrag Otmar Issings. Nicht in diesem Beitrag behandelt, aber als Leseempfehlung erwähnt, sei eine Arbeit von Brunnermeier/Gersbach zum Thema “Unabhängigkeit der EZB in einer Bankenunion”.

Aktualisierung 6. Januar 2013: Der amerikanische Nobelpreisträger Joseph Stiglitz hat anlässlich eines Vortrags in Indien deutliche Kritik am Konzept unabhängiger Zentralbanken geübt.
Aktualisierung 8. Januar 2013: McCulley/Poszar analysieren das Verhältnis von Regierung und Zentralbank über einen langen Kreditzyklus. Eine Zusammenfassung ist hier.
Aktualisierung 11. Januar 2013: Der Chef-Volkswirt der britischen Großbank HSBC, Stephen King, betrachtet das Zeitalter unabhängiger Zentralbanken als beendet.

 

1. John Taylor: Zurück zu Milton Friedman – Regeln sind wichtiger als Unabhängigkeit

Eingangs erinnert Taylor an eine Arbeit Friedmans (1962), in der Friedman mit Blick auf die amerikanischen Erfahrungen die Festschreibung geldpolitischer Regeln für wichtiger hielt als die Unabhängigkeit der Zentralbank. Taylor kommt dann auf die Phase der “Great Moderation” (1985 bis 2007) zu sprechen, während der die Inflationsrate niedrig und das Wirtschaftswachstum solide war. Taylor sieht die Geldpolitik als eine Ursache dieser vorteilhaften Entwicklung – weil sie von Mitte der achtziger Jahre bis 2003 implizit einer geldpolitischen Regel gefolgt sei. Allerdings betreibe die Fed seit 2003 eine kurzfristig orientierte, gesamtwirtschaftlich teure Geldpolitik. Obgleich ihre juristische Unabhängigkeit unangetastet blieb, ist die De-facto-Unabhängigkeit der Fed in der Krise – wie schon früher – durch eine Annäherung an die Regierung beschädigt.

Daher sollte die Rolle der juristischen Unabhängigkeit nicht überschätzt werden: “In my view this record raises questions about the role of de jure central bank independence in generating good monetary policy. It appears that existing law about independence has not worked. It has not prevented the central bank from engaging in activities that would question its independence from the rest of government. Looking beyond the United States an even higher degree of de jure independence in recent years has not prevented the Bank of England from largely ignoring its inflation target or the European Central bank from buying sovereign debt with the excuse of financial stability.”

Damit ist man bei Friedmans Betonung von Regeln, die nach Taylor gesetzlich fixiert werden sollten, was eine Einschränkung der Unabhängigkeit der Geldpolitik bringt: “The policy implication is that we need to focus on ways to “legislate” a more rules-based policy. We need to encourage more predictable policy that has worked and discourage the bouts of discretion and loss of de facto independence which have not worked. I have given several practical suggestions for legislation in Taylor (2011), but there are many other possibilities. The task is difficult and the field is wide open.”


2. Thomas F. Cargill/Gerald P. O’Driscoll, Jr.: Die Unabhängigkeit ist ein Mythos

Cargill (University of Nevada, Reno) und O’Driscoll (Cato Institute) attackieren die juristische Unabhängigkeit: “The paper argues that central bank de jure independence is far too uncritically accepted as a foundation for a stable financial and monetary environment. Not only is the modern view’s foundation weak but its widespread acceptance permits central banks to engage in suboptimal policy with political undertones under the cover of independence.” Die Autoren formulieren fünf Einwände.

Erstens stimmt die Empirie nicht: Die Fed ist formal unabhängig, schneidet aber im Vergleich der Inflationsraten schlechter ab als die bis 1998 politisch formal abhängige Bank von Japan.
Zweitens: De-jure-Unabhängigkeit und De-facto-Unabhängigkeit gehen nicht zwingend einher: Die Geschichte der Fed zeigt eine im Zeitablauf schwankende De-facto-Unabhängigkeit. Auch seit ihrer De-jure-Unabhängigkeit 1998 ist die Bank of Japan nicht frei von Regierungseinflüssen.
Drittens orientieren sich unabhängige Zentralbanken mit multiplen Zielen nicht zwingend an der Sicherung des Geldwerts. Friedman hatte in seinem Aufsatz aus dem Jahre 1962 betont, dass unabhängige Zentralbanken zu gesamtwirtschaftlicher Instabilität beitragen dürften.
Viertens beruhen bisherige Studien, die unabhängige Zentralbanken in der Sicherung des Geldwerts erfolgreicher sehen als abhängige, auf fragwürdigen methodologischen und statistischen Fundamenten.
Fünftens
werden Zentralbanken von Regierungen mit Eigeninteressen geschaffen. Man sollte Zentralbanken stärker mit Methoden der Politischen Ökonomik analysieren.

Der entscheidende Punkt ist der vierte: Seit Bade/Parker (1978) wurden mehrere Arbeiten veröffentlicht, die juristisch unabhängige Zentralbanken als besonders erfolgreich in der Sicherung des Geldwertes sehen. Cargill/O’Driscoll stellen die Ergebnisse dieser Arbeiten in Frage.

Am Ende sehen auch sie die einzige Möglichkeit darin, einer Zentralbank durch eine gesetzlich fixierte Regel Handlungsspielraum zu nehmen: “The requirement to follow a rule is what gives a central bank independence from political pressures. Paradoxically, being bound by a rule is what makes a bank independent. If it wants the “freedom,” of discretion, it will lose its independence. The rule can be a price rule (e.g., zero inflation), a rate rule (inflation targeting) or a commodity standard.”

 

3. Michael Parkin: Ein  Vertrag zwischen Zentralbank und Regierung

Von Parkin und seiner Frau Robin Bade stammten die ersten Studien zum Zusammenhang von Unabhängigkeit und Leistung einer Zentralbank. Parkin stellt die Arbeiten vor, erwähnt die Kritik von Cargill, und unternimmt dann einen anderen Test: Er schaut auf Änderungen in der Unabhängigkeit von Zentralbanken und Änderungen von Inflationsraten. Im Ergebnis existiert ein Zusammenhang zwischen größerer Unabhängigkeit und niedrigeren Inflationsraten sowie einer niedrigeren Varianz der Inflationsraten, aber einer größeren Varianz des realen Wirtschaftswachstums. Allerdings untersucht Parkin auch den Effekt der Übernahme einer geldpolitischen Strategie durch eine Zentralbank, konkret die in den vergangenen 20 Jahren populäre direkte Steuerung der Inflationsrate (Inflation Targeting): Diese Strategie führte zu niedrigeren Inflationsraten, einer geringeren Varianz der Inflationsraten und zu einer geringeren Varianz des Wirtschaftswachstums.

Wiederum sieht die Unabhängigkeit im Vergleich zu einer festen Regel nicht besser aus; im Gegenteil: “But the conclusions from the inflation targeting experiment cast doubt on the necessity of central bank independence. An inflation control contract with government transparently pursued can apparently do a very god job.”

 

4. Allan H. Meltzer: Das duale Mandat der Fed ist erfüllbar

Meltzer (Carnegie Mellon University Pittsburgh) bildete mit Milton Friedman und Karl Brunner das Dreigestirn des Monetarismus; während der Amtszeit Alan Greenspans erhielt er das Angebot, eine mehrbändige Geschichte der Fed (hier und hier und hier) zu schreiben. Auch Meltzer sieht die Fed de facto mal näher und mal weiter an der Regierung – er beurteilt Greenspan aber weniger kritisch als dies Cargill/O’Driscoll tun. Meltzer erblickt in einer Regelbindung einen Weg zu einer größeren De-Facto-Unabhängigkeit. Beigetragen zu der aus seiner Sicht unseligen diskretionären Geldpolitik der Gegenwart haben bestimmte Aspekte moderner monetärer Ökonomik, wie sie sich mit den Arbeiten Michael Woodfords verbinden. Meltzer beklagt, dass die aktuelle Geldpolitik monetäre Größen nicht (mehr) zur Kenntnis nimmt.

Mit Blick auf sein Plädoyer für monetäre Größen ist Meltzers Handlungsempfehlung mehr als erstaunlich: Er empfiehlt eine Taylor-Regel (für die monetäre Größen keine Rolle spielen), mit der sich, richtig angewendet, das duale Mandat der Fed, stabiles Geld und hohe Beschäftigung zu sichern, gleichzeitig erreichen lasse. (Vor wenigen Jahren noch hatte Meltzer das duale Mandat der Fed heftig kritisiert.) Hierzu solle die Fed mehrjährige Ankündigungen für die Arbeitslosenquote oder das Wirtschaftswachstum und das Preisniveau machen.

 

5. Marvin Goodfriend: Unabhängige staatliche Zentralbanken erzeugen Instabilität

Goodfriend (Carnegie Mellon University Pittsburgh) vergleicht zwei während des Goldstandards gegründete Zentralbanken. Die Bank of England war damals eine private Bank mit Aktionären; verstaatlicht wurde sie erst kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Regionalbanken der Fed sind zwar in privatem Besitz; die wichtigen geldpolitischen Entscheidungen werden spätestens seit 1935 im vom Staat geschaffenen Federal Reserve Board getroffen, in dessen wichtigstem Gremium, dem Offenmarkt-Ausschuss, die stimmberechtigten Vertreter der Regionalbanken gegenüber dem vom Staat ernannten Vertretern in der Minderheit sind. Insofern zieht Goodfriend zurecht die Fed als Beispiel für eine Zentralbank mit öffentlichem Auftrag heran.

Goodfriend vergleicht die Bank of England und die Fed ab dem Goldstandard in zweierlei Hinsicht: in der Geldpolitik (dabei geht es um die Ziele der Zentralbank und die Leitzinssetzung) und in der Kreditpolitik (dabei geht es um die Höhe der vergebenen Kredite, die Adressaten und die Konditionen einschließlich Besicherung). Goodfriend kommt zu dem Schluss, dass die Bank of England in der Regel den Regeln des Goldstandards folgte und selbst dann, wenn sie in Krisen von den Regeln ein wenig abwich, durch ihre Verfassung als Aktiengeschäft und die Interessen ihrer Anteilseigner an Exzessen gehindert war. Wenn sie in Krisen anderen Banken zusätzliche Kredite zur Verfügung stellte, dann zu hohen Zinsen und nur gegen sehr gute Sicherheiten.

Die Fed hingegen schaffte sich durch die Akkumulation von sehr viel Gold zinspolitischen Handlungsspielraum. Die Anlage in überschüssigem Gold anstelle von zinstragenden Aktiva reduzierte die Zinserträge, was durch den öffentlichen Charakter begünstigt worden – die private Bank of England hielt nie sehr hohe unverzinsliche Goldreserven. Die Fed verfolgte in ihrer Geschichte mal eher Inflations-, mal eher konjunkturpolitische Ziele, was zur gesamtwirtschaftlichen Instabilität beitrug. Zudem ist im Laufe der Zeit, und zuletzt gerade in dieser Krise, ihre Kreditvergabe in mehrfacher Hinsicht zügellos geworden – durch sehr niedrige Zinsen, sehr hohe Volumina, den Ankauf aller möglicher Wertpapiere und die Akzeptanz nicht nur erstklassiger Sicherheiten. Auch damit trägt die Fed nach Ansicht Goodfriends zur Instabilität bei.

Goodfriend beschreibt zwei Remeduren: Zum einen muss die Geldpolitik ein klares Ziel setzen und sich daran halten. In diesem Sinn bezeichnet er die Ankündigung der Fed von Anfang 2012, eine Inflationsrate von 2 Prozent anzustreben, als einen Meilenstein. Die exzessive Kreditvergabe will er durch eine stärkere Kontrolle und Eingriffsrechten (durch das Parlament, nicht durch die Regierung) in den Griff bekommen – im Klartext: durch eine Beschränkung der Unabhängigkeit.

 

Eigene Anmerkungen:

1. Die Ansprüche an Geldpolitik sind zu hoch. Dies gilt für Ökonomen, die der Ansicht sind, die Geldpolitik könne die Konjunktur steuern. Dies gilt auch für Ökonomen, die meinen, Geldpolitik sei eine angewandte Wissenschaft, die sich langfristig als Geldwertsicherer in Reinform umsetzen lasse. Gelegentlich wurde die Zentralbank als eine über den Partikularinteressen der Politiker stehende elitäre Institution mit unbestechlichem Wissen verklärt.

2. Die juristische Unabhängigkeit ist prinzipiell eine gute Idee. Aber Geldpolitik wird von Menschen gemacht. Diese Menschen sitzen nicht in einem vom Rest der Welt abgeschiedenen (Elfenbein-)Turm, sie sind nicht allwissend und sie sind keine Maschinen. Die vor der Krise verbreitete Vorstellung, eine Zentralbank sei in der Lage, eine langfristige Politik ohne Fehler und ohne äußere Einflüsse zu betreiben, ist eine Idealisierung durch akademische Ökonomen gewesen. Auch Geldpolitiker bewegen sich in einer unsicheren Welt, und es gibt derzeit nicht “die” allgemein akzeptierte Theorie, an der sich eine Zentralbank zuverlässig ausrichten könnte.

3. Auch die Debatte um Regelbindung oder diskretionäres Handeln ist nicht beendet. Issing schreibt: “Wheras following a strict rule would eliminate any influence of individual preferences of central bankers, pure discretion would give the widest latitude for decision makers. The practice of monetary policy remaining somewhere in between implies that the traditional debate ‘rules versus authority’ continues.” Überdies: An welche geldpolitische Regel hat sich die Fed unter Greenspan eigentlich gehalten? Taylor hat gezeigt, dass man die Geldpolitik bis 2003 mit einer Taylor-Regel simulieren kann, aber in der Praxis hatte sich Greenspan als “Magier” inszeniert, der in der Badewanne Statistiken las und am liebsten in seiner Entscheidungsfindung unverstanden blieb. Ist es völlig abwegig, die Politik Greenspans als eine Abfolge diskretionärer Entscheidungen wahrzunehmen?

4. Es gibt gute Gründe, das duale Mandat der Fed abzulehnen und die Geldpolitik nur auf Preisniveaustabilität zu verpflichten. Aber deswegen ist eine Zentralbank nicht blind für die Konjunkturentwicklung. Wiederum Issing: “No central bank will ignore the situation of the real economy and the impact of monetary policy in the short to medium term. A medium-term oriented monetary policy will take this into account on the basis of a single mandate.” Ein von Parkin angesprochenes Thema sind die internationalen Wirkungen von Geldpolitik in einer globalisierten Welt. Muss eine Zentralbank darauf Rücksicht nehmen? Bedarf es einer internationalen Kooperation, die manche Ökonomen befürworten, die Issing aber ablehnt?

5. Auch wenn überzeugende Gründe für eine Regelbindung existieren, gilt: Es existiert keine in der Fachwelt unumstrittene Regel, ob es sich um das Inflation Targeting, eine Taylor-Regel, eine Geldmengenregel (die ihr Schöpfer Friedman schon in den achtziger Jahren aufgab), eine Warenbindung (Euckens Präferenz) oder die Steuerung des nominalen BIP (ein Thema, das an Schwung gewinnt) handelt. Meines Erachtens ist die eklektische Zwei-Säulen-Strategie der EZB in der Praxis das derzeit beste Pferd im Stall, aber sie beruht nicht auf einer einheitlichen Theorie und verlangt daher Entscheidungsspielraum für die Zentralbanker. Aber ist nicht das ganze Leben eine Abfolge von Entscheidungen?

 

Nicht verlinkte Literatur:

Bade, Robin and Michael Parkin (1984): “Central Bank Laws and Monetary Policy,” Department of Economics, University of Western Ontario, Canada.

Brunner, Karl (1981): “The Art of Central Banking”, in: H. Göppl and R. Henn, eds., Geld, Banken und Versicherungen, Königstein.

Eucken, Walter (1990): “Grundsätze der Wirtschaftspolitik.” 6. Auflage. Tübingen.

Friedman, Milton (1962): “Should There Be an Independent Monetary Authority?” in Leland B. Yeager (Ed.), In Search of a Monetary Constitution, Harvard University Press, Cambridge, Massachusetts.

 

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Zur Ergänzung: FAZIT-Beiträge zur Geldpolitik aus der jüngeren Vergangenheit:

- Mit Sterilisierungsanleihen gegen die Geldschwemme

- Droht uns Inflation? Ein Blick auf einschlägige Theorien

- Die Inflation springt aus der Kiste: Die Fiskaltheorie des Preisniveaus

- Der Keim des künftigen Unglücks

- Die unberechenbare Notenbank

- Goethe, das Geld und die aktuelle Krise (4): Immer neue Gräber auf dem Friedhof der Papiergeldwährungen

- Leben deutsche Ökonomen auf einem fernen Planeten? Über den Zusammenhang von Geldbasis und Inflation

 

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34 Lesermeinungen

  1. Es sollte - um das so normativ...
    Es sollte – um das so normativ idealistisch auszudrücken – weder Zentralbanken noch Geldpolitik geben. Wird Geld wieder zu einem Produkt des Marktes, also Summe wertschöpfender Entscheidungen, dann sind die ärgsten Probleme der heutigen Finanzkrise sehr schnell die von gestern und kommen nimmer wieder.

  2. bbayes:
    > Was wir brauchen,...

    bbayes:
    > Was wir brauchen, ist das strafrechtliche Verbot der Geldentwertung
    Was meinen Sie mit Geldentwertung?
    .
    ErnstLudwig:
    >Somit sollten Zentralbanken nur einer Aufgabe verpflichtet sein: Die Neutralität
    > des von ihnen letzlich verwaltenden Materials zu gewährleisten, damit die Ideen
    > der Menschen und ihre Verwirklichungen nicht durch das Geld gestört werden.
    Klingt nett. Leider ist Geldpolitik auch Politik. Wann ist der Bau einer Umgehungsstraße neutral?

  3. Die Fed – Kartell der...
    Die Fed – Kartell der Großbanken
    .
    Also die Fed als „unabhängige Zentralbank“ zu behandeln, ist gleich in doppelter Hinsicht sehr kreativ. Sie ist weder unabhängig, noch eine Zentralbank. Allerdings verfügt sie über die Rechte einer Zentralbank. Sie kontrolliert, bzw. ihre Regionalbanken kontrollieren, den Geldfluss, sie gibt den Dollar heraus, oder besser: sie schöpft das Geld. Es mag wohl stimmen, dass im Offen-Markt-Ausschuss eine Regierungsmehrheit gegenüber den Fed-Regionalbanken sitzt, doch wo diese Regierung wiederum selbst in einem Beraterstab von Fed-Mitaktionär Goldman-Sachs z.B. eingebettet ist, da bedeutet dies wohl nur die Unabhängigkeit vom Volk, welches diese Regierung gewählt hat. Die Fed ist ein geschlossener Club, in dem sich ein Kartell der Großbanken gegenseitig die Hände reicht. 2 Billionen Dollar hat die Fed zur Stützung der Banken seit 2008 fließen lassen. Nur wohin, darüber lässt sie ihre Regionalbanken schweigen, obwohl diese als Regierungsinstitutionen, gem. dem „Freedom of Information Act” (FOIA), zur Offenlegung verpflichtet wären, aber eben nicht als Privatunternehmen.

  4. Das ist eine Göttliche...
    Das ist eine Göttliche Komödie gegen die Dante wie ein
    Stümper ausschaut.
    Die Wirtschaftswissenschaften werden von Autisten geführt.
    Sir John Maynard Keynes war den Wirtschaftsstümpern der Jetzzeit um Äonen
    überlegen. Leider war er zu tief im System verhaftet.
    Alle Probleme der Verschuldung sind dem Fiatgeld zuzuordnen. Die Konzentration
    des Eigentums ist eine Foge von Zins und Zinseszins.
    Die private Schöpfung des Giralgeldes ist die Fortsetzung der Feudalzeit durch die
    Hintertür. Ich bin gespannt wie Eigner und Banken die Bürger im Zeitalter des
    Internets hinter die Fichte führen wollen. Den Führer und seine Protagonisten
    können sie diesmal nicht aus dem Hut zaubern.
    Der Goldstandart, Geld gebohren in Brettonwoods war ein weiteres Schauspiel
    für die Misachtung Keynes. Banken und Eigner sorgten dafür, dass seine
    Rede geschärft von Keynes Lebensweisheit nicht übersetzt wurde.
    Private und unregulierte Banken sind so überflüssig wie Malaria Aids oder
    Pocken und Cholera und bitte an alle die Volkswirtschaft und Betriebswirtschaft
    nicht unterscheiden könne! Hättet ihr geschwiegen wärt ihr für Klug gehalten worden!
    Die reale Wirtschaft hat sich vollkommen von der Geldwirtschaft entkoppelt
    und unabhängige Zentralbanken gibt es nicht.

  5. Nicht nur Zentralbanken...
    Nicht nur Zentralbanken sollten unabhängig von der Politik sein, sondern auch Sozialversicherungen und… Ach, eigentlich alles. Ich sehne mich nur noch nach fähigen und v.a. unideologischen Technokraten.

  6. Was wir brauchen, ist das...
    Was wir brauchen, ist das strafrechtliche Verbot der Geldentwertung. Jeder, der eine solche (oder das Gegenteil) fahrlässig oder vorsätzlich herbeiführt, muss sofort aller Ämter enthoben werden sowie vollständig, persönlich, unbeschränkt und gemeinschaftlich für alle Schäden haften.
    Dies muss von jedem Bürger vor vollständig von der Politik unabhängigen Gerichten wirksam, kostenlos eingeklagt werden können.
    Das Geldsystem darf ausschließlich genau dieses eine Ziel haben, in keinem Falle weitere.
    Siehe dazu auch “Die Bürgergerechte Gesellschaft”, Punkt 20.

  7. Es ist ja verständlich, dass...
    Es ist ja verständlich, dass die Notenbanker die “Great Moderation” als ihr Werk sehen wollen. Aber was wäre, wenn die “Great Moderation” nur die Ruhe vor dem Sturm im Kreditzyklus war? Die Phase scheinbarer Ruhe vor dem Minsky-Moment? Steve Keens Modelle zeigen auch so etwas wie die “Great Moderation” nur ganz ohne Staat und Notenbank. Ich jedenfalls habe beträchtliche Zweifel, dass man eine Notenbankpolitik von 2010 überhaupt empirisch mit einer Politik von -sagen wir- 1960 vergleichen kann. Die Situationen im großen Kreditzyklus sind einfach total andere.

  8. Geld ist eine Idee; eine Idee...
    Geld ist eine Idee; eine Idee der Menschen, ob und wann ich welche Güter oder Dienste von irgend jemandem erwerben, halten oder abgeben will.
    Was wir als Geld bezeichnen, ist die materielle Ausprägung, das Instrument, dessen, damit wir unsere Ideen in der Realität umsetzen. König Midas hat schon sehr schmerzlich erfahren müssen, daß das materielle Konstrukt als solches überhaupt nichts wert ist, wenn es seinen Zweck – nämlich die Realisierung der Ideen – nicht erfüllen kann.
    Abgesehen von solch obskuren Gestalten wie Dagobert Duck findet niemand an dem Material als solchem einen Gefallen. Ok, es gibt vermutlich auch Menschen, die bei der Betrachtung ihres Bankguthabens einen Orgasmus bekommen oder sich in göttliche Sphären mit Harfenmusik versetzt fühlen … poor fish.
    Somit sollten Zentralbanken nur einer Aufgabe verpflichtet sein: Die Neutralität des von ihnen letzlich verwaltenden Materials zu gewährleisten, damit die Ideen der Menschen und ihre Verwirklichungen nicht durch das Geld gestört werden.

  9. Ein wirklich sehr guter und...
    Ein wirklich sehr guter und informativer Artikel!
    Ich bin heute erst auf die FAZ Blog Community gestoßen und bin schon sehr begeistert!
    Es müsste viel mehr gut qualifizierte Blogs und vor allem Blogbetreiber geben.
    Grüße.

  10. In CH the aim is annual...
    In CH the aim is annual economic growth of 1-2% and if the latter figure is exceeded then the brakes go on.
    At least, that’s how it used to be…..

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