Fazit – das Wirtschaftsblog

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Für alle, die’s genau wissen wollen: In diesem Blog blicken wir tiefer in Börsen und andere Märkte - meist mit wissenschaftlicher Hilfe

So ändert sich das Ökonomenranking

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Bald kommt unser neues Ökonomenranking. Dafür haben wir viel Feedback von Wirtschaftsforschern aufgenommen. Hier beschreiben wir, was wir ändern.

© BernauAuf dem Weg zur Feedback-Sitzung der Arge-Institute

Am Samstag stellen wir wieder das Einflussranking der Ökonomen für 2014 vor. Jetzt aber ist schon mal ein herzliches „Dankeschön“ fällig: Für das viele positive und konstruktive Feedback, das wir im vergangenen Jahr zu unserem Ökonomenranking bekommen haben.

Wir sind Anfang des Jahres durch mehrere Forschungsinstitute getourt, um die Methode des Rankings zu diskutieren und Feedback aufzunehmen. Viele Ökonomen haben uns noch auf der Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik im vergangenen Jahr mit Ideen und Anregungen zur Methode versorgt – und in vielen Gesprächen danach. Am Ifo-Institut hat Klaus Wohlrabe sich in einem ganzen Paper mit unserem Ranking auseinandergesetzt. Und wir haben manches an unserer Methode verfeinert.

Jetzt mit NZZ und Die Presse

Die wichtigste Änderung ist eine Vervielfachung: Es gibt das Ranking nicht länger nur für Deutschland. Wir arbeiten nicht mehr nur mit der Universität Düsseldorf, der Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften in Hamburg, dem Medienforschungsinstitut Mediatenor, dem Verein für wissenschaftliche Politikberatung Econwatch und dem Fachverlag Elsevier zusammen. Sondern wir kooperieren jetzt auch mit der „Neuen Zürcher Zeitung“ in der Schweiz und mit der „Presse“ in Österreich. Die beiden Zeitungen veröffentlichen Ranglisten für ihre Länder, die nach der selben – verfeinerten – Methode funktionieren wie das deutsche Ranking.

Und das sind unsere Verfeinerungen in der Methode:

Medien

Die Mediensäule ist am einfachsten – hier ändert sich nichts. Mediatenor zählt weiterhin die Zitate aus, die länger als fünf Zeilen oder fünf Sekunden sind.

Politik

Wieder haben wir in der Politiksäule Abgeordnete und hohe Ministerialbeamte danach gefragt, auf welche Ökonomen sie hören. Doch wir haben mehr Leute befragt: Wir haben unsere Umfrage dieses Jahr auf die Parlamente und Regierungen der Bundesländer und Kantone ausgeweitet.

Forschung

Vergangenes Jahr hatten wir die Forschungsleistung nach dem h-Index gemessen: Für einen h-Index von 22 muss ein Forscher 22 Arbeiten haben, die je mindestens 22 Mal zitiert worden sind. Das haben wir seit 1996 gezählt und wollten damit die Lebensleistung erfassen. Häufig haben wir gehört, das für die Lebensleistung der untersuchte Zeitraum zu klein sei. Tatsächlich wollen wir ja auch eher den Einfluss von heute erfassen. Deshalb zählen wir jetzt, wie oft jeder Forscher in den vergangenen fünf Jahren zitiert worden ist. Das allerdings tun wir unabhängig davon, wann die Arbeit veröffentlicht wurde.

Verrechnung

Weil wir den h-Index nicht mehr haben, konnten wir auch die drei Säulen besser verrechnen. Im vergangenen Jahr haben wir Rangpunkte in den einzelnen Säulen gebildet. Dieses Jahr bilden wir die Leistungsunterschiede in den einzelnen Säulen besser ab. Der beste Ökonom jeder Säule bekommt 250 Punkte, alle anderen eine proportionale Punktzahl abhängig davon, wie viele Zitate oder Umfrage-Nennungen sie eingesammelt haben. So kann ein Ökonom insgesamt höchstens 1000 Punkte (250 für Medien, 250 für Politik und 2*250 für Forschung) bekommen.

Außerdem haben wir die Qualifikations-Anforderungen für das Ranking nach oben gesetzt: Aufgenommen wurde nur noch, wer fünf Forschungszitate hatte und zudem entweder in den Medien oder in der Umfrage fünf Punkte holte.

Nicht wegen dieser Änderungen, sondern wegen Verschiebungen im Einfluss hat das Ranking für Deutschland übrigens einen neuen Sieger. Aber den stellen wir am Samstag vor.

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1 Lesermeinung

  1. Deppenparade
    Das sind schlechte Kriterien für ein Ranking, da dabei wieder hauptsächlich die Ökonomen oben landen, die einflussreich sind, aber leider nicht diejenigen, die besonders viel von Wirtschaft verstehen. Besser wäre es, die Ökonomen gemäß ihrer Fähigkeit zu ranken, treffsichere Prognosen zu liefern, und zwar auch gerade dann, wenn die plumpe Fortschreibung der Vergangenheit nicht mehr zum Erfolg führt, wie z.B. zu Beginn der letzten Wirtschaftskrise, als sich diese Zunft bis auf die blanken Knochen blamiert hat.

    Anders als z.B. bei den Naturwissenschaften findet sich gerade bei den Wirtschaftswissenschaften Kompetenz und Sachverstand überwiegend bei den Außenseitern – gerade die werden sie aber mit ihrem Ranking nicht erfassen können.

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