Fazit – das Wirtschaftsblog

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Für alle, die’s genau wissen wollen: In diesem Blog blicken wir tiefer in Börsen und andere Märkte - meist mit wissenschaftlicher Hilfe

Tod einer Reservewährung

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###Die Bank von Amsterdam

Der Gulden war einmal eine der führenden Währungen der Welt und die Bank von Amsterdam eine hoch angesehene Bank. Doch die Bank war schließlich weniger solide, als viele Zeitgenossen dachten. Ihr Niedergang zog den Niedergang des alten Guldens nach sich. Dies ist der zweite Teil unserer Serie über die Bedeutung von Verlusten für Zentralbanken.

 

„The origins of fiat money can be traced to an innocuous-looking Amsterdam municial ordinance of January 31, 1609. Little did the City council then suspect, that by changing the nature of Settlement, it would forever change the nature of money.“
Stephen Quinn & William Roberds

 

Die Gründung der Bank von Amsterdam

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kursierten in den Niederlanden nahezu 1000 verschiedene Sorten Münzen; darunter zahlreiche Sorten, die den meisten Menschen kaum oder nicht bekannt waren. Dieses Durcheinander erleichterte Münzbetrug, das heißt, die stillschweigende Reduzierung des Metallgehalts bei unverändertem Nennwert. Darunter litten unter anderem Kaufleute in der reichen Handelsstadt Amsterdam. Seinerzeit hatte sich der Handelswechsel als kurzfristiges Kreditinstrument im internationalen Geschäftsleben etabliert, aber die Kaufleute liefen Gefahr, bei der Einlösung eines Wechsels minderwertige Münzen zu erhalten. Um den Kaufleuten Sicherheit zu geben, gründete die Stadt im Jahre 1609 die Bank von Amsterdam („Amsterdamsche Wisselbank“). Sie sollte Münzen und Handelswechsel hereinnehmen und dafür den Einreichern Guthaben gewähren, mit deren Hilfe ein unbarer Zahlungsverkehr unter den Konteninhabern stattfinden konnte. Gegen eine Gebühr war es den Konteninhabern gestattet, ihre Guthaben gegen Münzen erstklassiger Qualität, bei denen es sich überwiegend um Silbermünzen handelte, innerhalb von sechs Monaten zu einem festen Kurs zurück zu tauschen. Das Recht für diesen Rücktausch wurde ab 1683 in Gestalt einer Quittung verbrieft, die selbst wieder handelbar war.

Auf diese Weise wurde der Wert des Buchgeldes, das sich auf den Konten  der Bank von Amsterdam befand, gegenüber dem Silber stabilisiert – eine wichtige Aufgabe der Bank bestand somit darin, den Wert ihres Geldes zu sichern. Gegenüber den vielen manipulierten Münzen wertete das Buchgeld der Bank von Amsterdam dagegen auf. Dies erklärt, warum die Bank schnell viele Kunden zählte. 1) Bis zu diesem Punkt stellt die Bank von Amsterdam kein neuartiges Projekt dar, denn Buchgeld hatte schon zuvor bei der 1587 in Venedig gegründeten Banco della Piazza di Rialto kursiert. Doch wurde die Bank von Amsterdam einmalig für ihre Zeit und damit zum Prototyp der modernen Zentralbank – mit einer Ausnahme: Sie gab niemals selbst Banknoten oder Münzen aus. Das Geld der Bank von Amsterdam war immer ausschließlich Buchgeld.

 

Der Weg zum ungedeckten Geld

Solange die Kunden der Bank einen Anspruch besaßen, ihre Guthaben gegen Münzen zu tauschen, war das Buchgeld gedeckt. Im Laufe der Zeit änderte sich dies:2) Der Umtausch wurde mittels Kosten wenig attraktiv gemacht, so dass die Bank wenige Abflüsse von Münzen fürchten musste; außerdem wurden später häufig die zum Umtausch berechtigenden Quittungen mit sechs Monaten Laufzeit (gegen eine neuerliche Gebühr) verlängert. Da ein umfangreicher Abzug von Münzen zumindest in Friedenszeiten nicht zu fürchten war, begann die Bank, von der Öffentlichkeit völlig unbemerkt, Kredit zu vergeben – unter anderem an die Ostindische Seegesellschaft. Diese Kredite waren meist kurzfristiger Natur und lange Zeit durch wenige Ausfälle gekennzeichnet. Die Einnahmen der Bank aus Gebühren blieben lange Zeit wichtiger als die Zinseinnahmen aus Krediten.3)

Diese Geschäfte wurden so diskret betrieben, dass selbst scharfsinnige zeitgenössische Beobachter wie der berühmte Ökonom Adam Smith dies nicht bemerkten.4) Tatsächlich war das Buchgeld der Bank später nicht mehr vollständig durch Münzen gedeckt. Somit war ein modernes ungedecktes Geld („Fiat Money“) entstanden, dessen Wert nicht länger von einer strikten Bindung an das Silber lebte (der Bestand an Silbermünzen war hierfür zu gering), sondern im Vertrauen auf die Solidität der Bank. Diese Reputation war lange Zeit auch international sehr groß, so dass ausländische Geldgeber der Bank von Amsterdam Mittel anvertrauten. Der Geldzustrom führte zu niedrigen Zinsen und der Handel mit dem Buchgeld der Bank von Amsterdam war sehr liquide. Die damalige Epoche wurde als eine „goldene Zeit“ verstanden. Fast 200 Jahre lang funktionierte die Bank sehr gut. Das war eine große Leistung und es lässt sich durchaus sagen, dass die Währung der Bank von Amsterdam internationalen Reservestatus besaß:

„Amsterdam’s combination of steady exchange rates, absence of capital controls, and low interest rates allowed its markets to flourish, and conferred something of a ‚reserve currency‘ status on the bank florin. Bills of exchange drawn on Amsterdam were a liquid form of short-term credit readily available in most European commercial cities. The bank florin was a ‚reference‘ unit of account for commercial transactions over much of Europe, and top-quality bills payable through the Bank were a reliable and liquid store of value.“
Steven Quinn and William Roberds

 

Ein Krieg beschert Probleme

Die Bank von Amsterdam veröffentlichte keine Bilanzen und das von ihr betriebene Kreditgeschäft wurde diskret ausgeführt. Daher war ihre finanzielle Lage seinerzeit ein Geheimnis. Dennoch galt sie lange als solide. Moderne Ökonomen haben auf der Grundlage vorhandener interner Dokumente versucht, die finanzielle Situation der Bank von Amsterdam zu rekonstruieren. Daraus folgt, dass die Bank während des größten Teils ihrer Geschichte profitabel war. Ernsthafte Probleme begannen, wie so oft, mit einem Krieg. Der vierte Britisch-Holländische Krieg von 1780 bis 1783 führte zu dramatischen Veränderungen. Zwar blieb die Bilanzsumme mit rund 20 Millionen Gulden nahezu unverändert, doch veränderte sich die Struktur des Geschäfts. Viele Kunden, die Ansprüche auf Rückzahlungen mithilfe von Quittungen besaßen, tauschten ihre Einlagen gegen Münzen. Diese Abzüge von Einlagen wurden allerdings durch neue Einlagen kompensiert, die durch eine starke Kreditvergabe und durch den Kauf von Münzen, für die es keine Rückzahlungsverpflichtung gab, entstanden. Vor Kriegsausbruch waren 95 Prozent der Einlagen der Bank durch Münzen gedeckt; im Jahre 1791 betrug die Deckung nur noch 31 Prozent.

 

Der Niedergang

Dass ein Krieg die Solidität der Finanzen gefährden kann, ist wohl bekannt. Dennoch mag auf den ersten Blick erstaunen, dass die Bank, die in den ersten 170 Jahren ihrer Geschichte manche schwierige Phase gut überstanden hatte, nach dem Ende des vierten Britisch-Holländischen Kriege nicht mehr zu alter Blüte zurück fand. Ein wesentlicher Grund ist ein einer schweren Krise des größten Schuldners, der Ostindischen Seegesellschaft, zu suchen. In der Folge erodierte das Vertrauen in das Buchgeld der Bank von Amsterdam, das gegenüber anderem Geld an Wert einbüßte, obgleich die Bank von Amsterdam den Wert ihres Buchgeldes durch umfangreiche Verkäufe von Münzen zu stabilisieren suchte. Dies gelang vorübergehend, nicht verhindern ließ sich jedoch, dass als Folge von Kreditausfällen die Bank im Jahre 1784 insolvent wurde, wie Berechnungen aus unserer Zeit belegen. Da die Bank keine Bilanzen veröffentlichte, war dieser Zustand öffentlich nicht genau bekannt, aber der Wert des Geldes der Bank erodierte gleichwohl, da das Vertrauen in die Bank zurückging.

 

Ein letztes Hurra

Wenige Jahre später schien plötzlich eine Wende zum Besseren nah, als wie in alten Zeiten Kunden viele Münzen in die Bank einbrachten und dafür Guthaben akzeptierten. Durch den Verkauf von Quittungen, die einen Umtausch der Guthaben in Münzen erlaubten, flossen der Bank wieder nennenswerte Gebühreneinnahmen zu. Es gibt Vermutungen, dass die mit dem Ausbruch der Französischen Revolution im Jahre 1789 entstandene Unsicherheit in der europäischen Geschäftswelt der Bank von Amsterdam neue Einlagen bescherte. Im Jahre 1790 gab die Bank viel Geld aus, um Quittungen aus dem Besitz von Kunden zurückzukaufen.D damit verwandelte sie Münzen in ihrem Besitz, die sie auf Vorlage der Quittungen hätte auszahlen müssen, in Münzen, auf die kein Einleger mehr Zugriff hatte. Dieser Schritt schafft allerdings in der Öffentlichkeit kein Vertrauen in die Bank, sondern unterminiert es weiter. In den Jahren 1791 und 1792 beschloss die Stadt Amsterdam dann eine Rekapitalisierung ihrer Bank, die jedoch halbherzig durchgeführt wurde. Aber auch dieser Schritt sorgte nicht mehr für eine dauerhafte Stabilisierung. Das Buchgeld der Bank, das einst so gut wie Silber war, verlor weiter an Wert und die Bank an Bedeutung und Reputation. Im Jahre 1795 endet die Geschichte der Bank von Amsterdam.

 

Was kann man heute daraus lernen?

Die Geschichte der Bank von Amsterdam ist nicht nur etwas für Historiker. Aus ihr lassen sich mit Quinn und Roberds drei Lehren ziehen, die auch aus heutiger Sicht für die Beurteilung der finanziellen Verfassung einer Zentralbank nützlich sind:

1. Der erste Fehler der Bank bestand darin, eine Politik stabilen Geldes betreiben zu wollen und gleichzeitig hohe Forderungen gegenüber Schuldnern fragwürdiger Qualität (im konkreten Fall: unter anderem die Ostindische Gesellschaft) aufzubauen.

2. Der zweite Fehler bestand darin, dass die Stadt Amsterdam die Bank mit ihren Verlusten lange Zeit alleine ließ, allerdings immer dann Gewinnausschüttungen verlangte, wenn dies möglich erschien. Hätte die Stadt einen größeren Teil der Gewinne als Reserven in der Bank gelassen, wäre dieser besser auf schwierige Zeiten vorbereitet gewesen.

3. Der dritte Fehler bestand in einer unzureichenden Rekapitalisierung der Bank durch die Stadt in den Jahren 1791 und 1792. Wenn eine Bank rekapitalisiert werden muss, darf nicht gespart werden, wenn das Vertrauen in die Bank nicht wieder verloren gehen soll.

 

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1) Die Bedeutung der Bank für das Geschäftsleben lässt sich leider nur schwer quantifizieren: „The rise of the Amsterdam bill market coincides with the general economic expansion of the Dutch Republic during the Golden Age, and it is difficult to sort out the marginal contribution provided by the Bank of Amsterdam. As has been emphasized by various authors, however, the strength of Amsterdam’s institutions allowed it to thrive as a financial center, even after economic growth had largely ceased.“ (Quinn/Roberds)

2) Es verdient festgehalten zu werden: Ungedecktes Geld („Fiat Money“) ist in Amsterdam entstanden, weil auf den Wert des Metallgeldes kein Verlass war! Aber noch in unserer Zeit erzählen manche Leute, dass Metall das einzige wahre Geld sei, während der wahre Wert von „Fiat Money“ Null betrage.

3) Außerdem kaufte die Bank auch Münzen gegen die Gewährung von Guthaben an, für die es keine Umtauschberechtigung durch Quittungen gab. Auch diese Guthaben waren“Fiat Money“, da sie der Eigentümer nicht gegen Silber tauschen konnte.

4) Adam Smith behandelt die Bank von Amsterdam in Buch IV seines „Wealth of Nations“.

Dieser Beitrag stützt sich wesentlich auf Arbeiten der Ökonomen Stephen Quinn und William Roberds, die in den vergangenen zehn Jahren mehrere Fachartikel über die Bank von Amsterdam veröffentlicht haben (hier und hier und hier und hier und hier). Auch der Titel meines Beitrags entstammt einem ihrer Artikel. Vor rund vier Jahren hatte ich die Bank von Amsterdam in einem Beitrag über die Entstehung von Zentralbanken kurz behandelt.

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Bisher ist in unserer Serie über Verluste von Zentralbanken erschienen:

Teil 1: Zwölf Jahre insolvent und trotzdem quietschfidel

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8 Lesermeinungen

  1. Prototyp der modernen Zentralbank?
    Folgender Satz bedarf einer Erklärung: „Doch wurde die Bank von Amsterdam einmalig für ihre Zeit und damit zum Prototyp der modernen Zentralbank– mit einer Ausnahme: Sie gab niemals selbst Banknoten oder Münzen aus. “ — Was meint der Verfasser damit? Wesentlich einer modernen Zentralbank ist meiner Meinung nach, dass ihr Geld in ihrem Gebiet „das Geld“ und sogar „die Währung“ ist,
    sie ist der Maßstab und darf mit einem anderem Maßstab nicht gemessen werden. Die Reichsbank hatte eine kurze Geschichte und endete irgendwie als Zentralbank, sie war aber nicht vom Anfang an eine Zentralbank. Klar, sie war die größte und einflussreichste Notenbank und daher einmalig, aber das war nicht alles. Anfang 1910 wurden ihre Noten zu „gesetzlichem Zahlungsmittel“. Es wurden kleine Noten ausgestellt, was früher sogar undenkbar erschien, die umlaufende Münzen ersetzen sollten. Das Gold als Münzen verschwand allmählich und spielte am Ende nur eine Rolle als Barren in der Notenbank. Die anderen Notenbanken verschwanden allmählich, auch weil sie gesetzliche Hürden hatten und die Reichsbank privilegiert war. Endlich wurde im Gesetz das Wort „Bargeld“ für ihre Noten benutzt, die eigentlich Effekten und daher nur Effektivgeld waren. All das geschah sehr spät, teilweise etwa 10 Jahren vor ihrem Verwinden. In den 1920er, als nach dem Krieg die Inflation bemerkbar wurde, nannte sie die Reichsbank nicht „Inflation“, sondern Disagio ihrer Noten. Lehre: wir können die Geschichte nicht immer mit den heutigen Begriffen betrachten, oder wenn wir es tun, sollten wir dessen bewusst sein, um nicht zu falschen Schlüssen zu kommen. Der Verfasser betrachtet die Bank von Amsterdam aus der Sicht der heute vorherrschenden Currency Schule, legt zu viel Wert auf die Golddeckung und vernachlässigt die Tatsache, dass das Geld kurzfristig durch die Einlösung der eingenommenen Wechsel eingelöst werden soll (Aufrechnung), was hier wesentlich ist. Eine alte Notenbank dürfte insolvent und zahlungsunfähig wie jede andere Bank werden, das hatte selbstverständlich traurige Folgen und war ein guter Grund für das Geldmonopol einer Zentralbank. Darf aber eine Zentralbank zahlungsunfähig und insolvent werden?

    • Noch eine Eigenschaft moderner Zentralbanken ist ...
      … ihr Einfluss auf den Kredit der Banken, ja Steuerung. Das Buchgeld der Banken ist von der Zentralbank, nicht vom Gold in ihren Tresoren, bestimmt. Von Notenbank zu Zentralbank ist begrifflich ein langer Weg.

  2. Pingback: Kleine Presseschau vom 13. April 2015 | Die Börsenblogger

  3. "allerdings immer dann Gewinnausschüttungen verlangte, wenn dies möglich erschien"
    Wenn die Bank richtig arbeitet, muss sie den Gewinn in Umlauf bringen. Etwas anderes ist der Fall der EZB, die längerfristigen Kredit gibt und Wertpapiere kauft. Da wäre eventuell notwendig, dass sie den „Gewinn“ behält und dass sie sogar „ihren Kapital erhöht“, um Geld abzuschöpfen.

  4. Titel eingeben
    >>
    1. Der erste Fehler der Bank bestand darin, eine Politik stabilen Geldes betreiben zu wollen und gleichzeitig hohe Forderungen gegenüber Schuldnern fragwürdiger Qualität […] aufzubauen.

    2. Der zweite Fehler bestand darin, dass die Stadt Amsterdam die Bank mit ihren Verlusten lange Zeit alleine ließ, […]

    3. Der dritte Fehler bestand in einer unzureichenden Rekapitalisierung der Bank durch die Stadt in den Jahren 1791 und 1792. Wenn eine Bank rekapitalisiert werden muss, darf nicht gespart werden, wenn das Vertrauen in die Bank nicht wieder verloren gehen soll.
    <<

    Frage: Warum muss man einem Pleitier nicht alleine mit seinen Verlusten lassen und ihn rekapitalisieren? Damit andere dem Pleitier vertrauen?

  5. "Sie sollte Münzen und Handelswechsel hereinnehmen und dafür den Einreichern Guthaben gewähren"
    Die Guthaben konnten also im selben Maße mit Münzen oder durch Tilgung der Wechselschuld eingelöst werden. Wenn die Bank kurzfristige Wechsel hereinnimmt und damit Guthaben schafft, schafft sie eine Nachfrage für ihr Buchgeld: damit gewinnt ihr Buchgeld wert. Es ist also nicht lediglich eine Sache der Deckung mit Metall oder einer Mutmaßung über die Solidität, obwohl sie sicher (irgend) eine Rolle spielen. Und wenn Zweifel an die Solidität gibt, dann kann die Bank ihr Geld billig zurückholen und damit ihre Solidität zeigen.

  6. Interessant
    Gegen das moderne Bankensystem und die EZB war die Bank von Amsterdam doch grundsolide: Heutzutage gilt, keinerlei Goldbindung, eine Mindestreserve von 3% bei den Geschäftsbanken und eine krasse Unterkapitalisierung derselben, dazu noch die Schattenrisiken des Derivatehandels, das hätte man sich damals wohl in den schlimnsten Albträumen nicht vorstellen können. Was man wohl damals schon wusste: Ein dereguliertes Bankensystem mit einer Zentralbank als Nothelfer ist gefährlich für die Realwirtschaft. Es wird vom Diener derselben zum Hexenmeister. Aber die Staaten wollen es so, nur damit ist ihr ständiger Bedarf an Geld zu befriedigen – damals wie heute.

  7. Asymmetrie Wertpapiere und Bargeld
    Ihr ökonomisch-historischer Artikel bereitete mir ,ein niederländische – französischer gebildeter Wirtschaftswissenschaftler ,im vorigen Jahrhundert,ungeahnt
    viel Vergnügen beim lesen ,nicht im letzten weil Wortlaut Ihrer wieder betont wie vielfältig Theorie und Realität sein könnte ,damit ein ständiges Lernen sich erleben lässt.

    Eine Kolonialgeschichte [V.O.C] lässt sich nicht erzählen ohne die Gründung der “ Nederlandsche Handelmaatschappij“ [1824;Willem I] ,sollte eine wichtige Rolle spielen beim sogenannte „Cultuurstelsel“ ,und letztendlich ein tiefgreifende monetäre Mismanagement in heutige Worte.
    Literatur :
    G.Gonggrijp ,Schets eener economische geschiedenis van Nederlandsch- Indie ,1938.
    Essay Handelmaatschappij,Prof. Brugmans.

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