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		<title>Wie cool ist die Cebit?</title>
		<link>http://blogs.faz.net/digitec/?p=53</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/digitec/?p=53#comments</comments> <pubDate>Sat, 23 Jun 2018 09:54:30 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Armbruster</dc:creator> <guid
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			<![CDATA[Man muss nicht gleich alle Social-Media-Accounts löschen, wie es Jaron Lanier, einer der Eröffnungsredner auf der Cebit in Hannover gefordert hat. Wenn auf der Cebit in Hannover aber etwas funktioniert hat, dann war es der radikale Wandel: Das ist eine spannende Erfahrung, aus der man auch  im übertragenen Sinne Lehren für den Umgang mit einer technischen Disruption wie der Digitalisierung ziehen kann. Denn überall dort, wo sich die Aussteller wirklich auf das neue Konzept eingelassen haben, Konferenz und Technikfestival für eine jüngere Zielgruppe miteinander zu verbinden, ist es aufgegangen.

Und überall dort, wo auch die Cebit 2018 noch immer den Muff der vergangenen 30 Jahre geatmet hat, lag die Lähmung früherer Veranstaltungen schwer in der Luft. Was folgt daraus? Die Cebit ist im Jahr 2018 als völlig neue Messe an den Start gegangen – einerseits. Andererseits gibt es noch eine Menge zu tun, und zwar für alle, die der Messe weiterhin treu bleiben oder sie gar wiederentdecken wollen. Denn noch machen die Aussteller, die nicht kommen, die größeren Schlagzeilen als diejenigen, die sich wirklich etwas Neues überlegen. Das ist schlecht.

Die Datev zum Beispiel ist für ihren Mut zur radikal neuen Standgestaltung gewiss belohnt worden, und auch SAP hat mit dem Riesenrad inmitten des Messegeländes zumindest viele Blicke auf sich gezogen. Aber der wahre Wandel hat sich in der Start-up-Halle 27 vollzogen, auf der dortigen Bühne haben zudem die interessantesten Redner präsentiert. Dazu gehörten zum Beispiel der Chef des Roboterherstellers Boston Dynamics oder der KI-Chef des Autokonzerns Daimler. Wenn sie präsentieren, weht ein Hauch von Zukunft durch die Hallen in Hannover – an dieser Stelle muss die Cebit weitermachen.

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Wenn Sie übrigens mehr wissen wollen über die technologischen Entwicklungen auf der Welt, möchten wir gerne auf unsere neue App "<a rel="nofollow" href="http://www.fazdigitec.de">F.A.Z. Digitec</a>" verweisen, die Sie hier finden:

iOS: <a rel="nofollow" href="https://app.adjust.com/ku2uhlu">https://app.adjust.com/ku2uhlu</a>

Android:  <a rel="nofollow" href="https://app.adjust.com/vjh2jmn">https://app.adjust.com/vjh2jmn</a><p>von <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/digitec/blog/author/fazadmin/">&lt;a href=&quot;http://blogs.faz.net/digitec/author/fazadmin/&quot;&gt;fazadmin&lt;/a&gt;</a> erschienen in <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/digitec">F.A.Z. Digitec</a> ein Blog von <a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/" />FAZ.NET</a>.</p>
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		<title>Ideal: &#8222;Berlin&#8220;</title>
		<link>http://blogs.faz.net/pop-anthologie/?p=1405</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/pop-anthologie/?p=1405#comments</comments> <pubDate>Sat, 23 Jun 2018 08:39:38 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Dirk von Petersdorff und Christiane Wiesenfeldt</dc:creator> <guid
			isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/pop-anthologie/2018/06/23/ideal-berlin-1405/</guid> <description><![CDATA[<p>Die Deutsche Welle machte mit ihrem Stil-Mix, den deutschen Texten und Themen irgendwie süchtig. In dem Song "Berlin" von Ideal gab es, typisch für die frühen Achtziger, nur eine Richtung: nach vorn. <a class='LinkMehr' title='Ideal: &#8222;Berlin&#8220;' href='http://blogs.faz.net/pop-anthologie/2018/06/23/ideal-berlin-1405/'>Mehr</a><a href="http://blogs.faz.net/pop-anthologie/2018/06/23/ideal-berlin-1405/"></a></p><p>von Dirk von Petersdorff und Christiane Wiesenfeldt erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/pop-anthologie/">Pop-Anthologie</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p><p><a href="http://blogs.faz.net/pop-anthologie/" title="Ideal: &#8222;Berlin&#8220;"><img src="/wp-content/blogs.dir/94/files/2017/08/cropped-blog_vorschaubild_pop_anthologie-1-190x107_c.jpg" alt="Pop-Anthologie" title="Pop-Anthologie" /></a></p>]]></description>
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			<![CDATA[<em>Die Deutsche Welle machte mit ihrem Stil-Mix, den deutschen Texten und Themen irgendwie süchtig. In dem Song "Berlin" von Ideal gab es, typisch für die frühen Achtziger, nur eine Richtung: nach vorn.</em>

<!--more-->
<p >***</p>
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Die „Neue Deutsche Welle“ war in ihren Anfängen eine Art Heiße Hexe der Musikstile. Etwas aufgewärmter Disko-Schlager, dazu Instant-Würze aus Rock und Funk. Alles verpackt in plastikhafte Synthesizer-Sounds. Und der Gesang war oft punkig, schnoddrig wie die Bedienung an einer Berliner Currywurst-Bude oder einschläfernd monoton wie die Lautsprecherdurchsagen am Bahnhof. Dennoch machte das Zeug irgendwie süchtig, und das Ergebnis klang besser, als die Zutaten vermuten ließen.

Es klang nach treibender Dynamik, pulsierender Lebenslust, nach einem stilistischen Freischlagen und Neuanfangen. Depressive Protestmusik war gestern. Hier und jetzt spielte die Musik. Und man sang deutsch. Was heute selbstverständlich klingt, war es keineswegs. Der Emanzipationsprozess der deutschen Popmusik von erdrückender Geschichtsschwere heimatlicher Lieder nach 1945, politischer Protestmusik und Stilkopien angloamerikanischer Musikgenres war erst um 1980 an einem Punkt angekommen, der ein neues popmusikalisches Bewusstsein erkennen ließ. Vielleicht war einfach der Abstand groß genug geworden, um mit den Themen der eigenen Heimat musikalisch spielerisch umzugehen, etwa wenn Extrabreit 1980 ganz unbekümmert und erfrischend den 1930er-Schlager „Flieger grüß mir die Sonne“ von Hans Albers covern kann und die Spider Murphy Gang nur ein Jahr später ihre bunt-feierliche München-Hymne „Skandal im Sperrbezirk“ zum Besten gibt.

<strong>„Gut wieder da zu sein“</strong>

Der deutsche Text übernahm die Vermittlerrolle zum Publikum, während die Musik aus Alt und Neu, analogem und elektronischem Klang, Minimalismus und Kombinatorik sich einer Eindeutigkeit verweigerte und genau daraus immer neue ästhetische Energie schöpfte.

Der Song „Berlin“ von Ideal aus dem Jahr 1980 ist von eben dieser musikalischen Aufbruchsstimmung durchpulst. Musikalisch wie textlich ist er eine einzige Bewegung nach vorn. Sein stilistisches Durcheinander aus Punk-Rhythmen, knappen melodischen Riffs und einem rockigen Solo des Gitarren-Altmeisters Eff Jott Krüger, aus kreisendem Synthesizer-Stakkato und dem monotonen, kumpelhaften Gossen-Tonfall Annette Humpes entsprach dem aufregenden Metropol-Klang: bunt, laut, cool. Aber keineswegs perfekt, so wenig wie 1980 das geteilte West-Berlin perfekt war. Fehler sind erlaubt, ja sie sind Teil des musikästhetischen Programms der NDW, falls es denn eines gab: Der Bassist von Ideal (Ernst Ulrich Deuker) stolpert in Synkopen dem treibenden Schlagzeuger (Hans-Joachim Behrendt) hinterher, der Chorus liegt knapp einen Viertelton daneben, der Synthesizer jault zwischendrin wie eine Alarmanlage, und am Ende wird alles einfach abgewürgt, vielleicht weil eine gute Idee für einen Schluss fehlte. „Berlin“ klingt spontan, mitreißend und authentisch, ein Plädoyer gegen provinzielle Langeweile und provinzielles Musikmachen. „Gut wieder da zu sein“ singt hier eine neue, selbstbewusste Generation deutscher Popmusiker.

<strong>Berlin
</strong>

Bahnhof Zoo, mein Zug fährt ein
Ich steig aus, gut wieder da zu sein
Zur U-Bahn runter am Alkohol vorbei
Richtung Kreuzberg, die Fahrt ist frei
Cottbuser Tor, ich spring vom Zug
Zwei Kontrolleure ahnen Betrug
Im Affenzahn die Rolltreppe rauf
Zwei Türken halten die Beamten auf
Oranienstraße, hier lebt der Koran
Dahinten fängt die Mauer an
Mariannenplatz, rot verschrien
Ich fühl mich gut
Ich steh auf Berlin

Ich fühl mich gut
(Wir steh'n auf Berlin)
Ich fühl mich gut
(Wir steh'n auf Berlin)

Graue Häuser, ein Junkie im Tran
Es riecht nach Oliven und Majoran
Zum Kanal an Ruinen vorbei
Dahinten das Büro der Partei
Auf dem Gehweg Hundekot
Ich trink Kaffee im Morgenrot
Später dann in die alte Fabrik
Die mit dem Ost-West-Überblick
Zweiter Stock, vierter Hinterhof
Neben mir wohnt ein Philosoph
Fenster auf, ich hör Türkenmelodien
Ich fühl mich gut
Ich steh auf Berlin

Ich fühl mich gut
(Wir steh'n auf Berlin)
Ich fühl mich gut

Ich fühl mich gut
(Wir steh'n auf Berlin)
Wir fühl'n uns gut
(Ich steh auf Berlin)

Nachts um elf auf dem Kurfürstendamm
Läuft für Touristen Kulturprogramm
Teurer Ramsch am Straßenstand
Ich ess die Pizza aus der Hand
Ein Taxi fährt zum Romy Haag
Flasche Sekt hundertfünfzig Mark
Fürn Westdeutschen, der sein Geld versäuft
Mal sehn, was im Dschungel läuft
Musik ist heiß, das Neonlicht strahlt
Irgendjemand hat mir 'nen Gin bezahlt
Die Tanzfläche kocht, hier trifft sich die Scene
Ich fühl mich gut
Ich steh auf Berlin

Ich fühl mich gut
(Wir steh'n auf Berlin)
Ich fühl mich gut
(Wir steh'n auf Berlin)

(Berlin, Berlin, Berlin...)
(Berlin, Berlin, Berlin...)

Ich fühl mich gut
(Wir steh'n auf Berlin)
Ich fühl mich gut
(Wir steh'n auf Berlin)

&nbsp;

Die rasende Bewegung des Songs beginnt am Bahnhof Zoo und endet in der Nacht im Tanzclub „Dschungel“. Von Anfang an ist es ein Bekenntnis zu Berlin, genauer gesagt zu West-Berlin um 1980. Als der Zug aus Westdeutschland einfährt, legt das Ich los, rennt die Rolltreppe hoch, benötigt für den knappen Kilometer vom Cottbusser Tor zum Mariannenplatz nur sieben kurze Verse, um dann feststellen zu können: „Ich fühl mich gut / Ich steh auf Berlin“. Das Tempo wird auch sprachlich erzeugt, durch Satzverkürzungen wie „Zur U-Bahn runter am Alkohol vorbei“ und durch die schnellen Übergänge in der Wahrnehmung: „Oranienstraße, hier lebt der Koran / Dahinten fängt die Mauer an.“

Dieses Ich steht genauso unter Strom wie die Sängerin und Songwriterin Annette Humpe auf den Konzerten dieser Zeit. Hier wird eine Stadt mit allen Sinnen genossen: Es wird nicht nur gesehen, sondern auch gehört („Türkenmelodien“), gerochen („Oliven und Majoran“), gegessen („Pizza aus der Hand“) und getrunken („Gin“). Und in allem pocht der aufgeregt-unruhige Herzrhythmus eines Menschen, der läuft und lustvoll alle Reize aufnimmt. Der Film „Lola rennt“ kam erst 1998 heraus, aber 1980 konnte man schon hören, wie Annette rennt.

Was ist an Berlin so toll, und was macht diesen Song bis heute interessant? Es handelt sich um eine frühe Wahrnehmung jener Heterogenität der deutschen Gesellschaft, die ein Gegenwartshistoriker wie Andreas Rödder seit den 1970er-Jahren wachsen sieht. Denn dieses Stadtbild ist bestimmt durch Differenz, durch politische (Ost und West), durch religiöse (der Koran hat seinen festen Platz) und durch soziale („Flasche Sekt hundertfünfzig Mark“). Hier werden die verschiedenen Lebensformen nebeneinander praktiziert: „Neben mir wohnt ein Philosoph“. Genauso gehören die Beamten, die Junkies, die Politiker, die Touristen und die „Scene“ dazu, die sich zum Tanzen trifft. Diese Gesellschaft ist nicht nur deshalb multikulturell, weil in ihr die „Türkenmelodien“ – jedenfalls im Text – zu hören sind, sondern sie ist „strukturell multikulturell“ (Armin Nassehi), weil sie von unterschiedlichen Orientierungen und Lebensstilen bestimmt ist.

<strong>Die Bewegung endet im Dschungel</strong>

Dazu passt auch die Perspektive der Flaneurin. Denn sie sieht sich alles an, kommt überall vorbei, zählt auf und reiht wie in einem Katalog, aber sie wertet nicht. Sicherlich erscheint der Westdeutsche, der sein Geld versäuft, als etwas blöd, sicher sind die Kontrolleure nicht ihre Freunde, und sicherlich fühlt sie sich am ehesten der „Scene“ zugehörig. Aber auf Berlin steht man genau deshalb, weil all die anderen auch da sind. Die Veränderung der Perspektive, auch innerhalb der Geschichte deutschsprachiger Bands, zeigt sich gerade am „Mariannenplatz“ (auch wenn man zu jedem der im Song genannten Orte etwas sagen könnte). Dieser als „rot verschrien“ titulierte Platz war ein Zentrum der Hausbesetzerszene der 1970er, und musikalisch verewigt ist er durch den „Rauch-Haus-Song“ der Band „Ton Steine Scherben“. Während sich Rio Reiser und seine Genossen noch ganz klar politisch – und auch musikalisch-stilistisch – positionierten, nimmt „Ideal“ den Mariannenplatz so wahr, wie alles andere wahrgenommen wird, als Teil der Stadt, aber nicht als Ort der richtigen Überzeugung. Mit dem Albumtitel „Keine Macht für Niemand“ von „Ton Steine Scherben“ könnte man sich wohl anfreunden, aber man singt nicht mehr gegen ein falsches System an.

Wenn man sich überhaupt irgendwozu bekennen müsste, dann wohl zur Musik: Zu jener des Songs, aber auch zur Sprachmusik, denn hier wird auch mit Zug und Schwung gereimt, wobei die Gleichklänge selbst wiederum das Gegeneinander der Stadt abbilden, in der sich „Hundekot“ auf „Morgenrot“ reimt, „Partei“ auf „vorbei“, „Tran“ auf „Majoran“ und „strahlt“ auf „bezahlt“. Es ist daher kein Zufall, dass die Bewegung im „Dschungel“ endet, jenem legendären Club in der Nürnberger Straße, in dem auch David Bowie, Iggy Popp oder Nina Hagen anzutreffen waren und dem Bowie mit seinem ergreifenden Song „Where are we now“ 2013 ein Denkmal setzte. Tatsächlich strahlte hier das Neonlicht, denn im taghell erleuchteten „Dschungel“ war der Boden mit goldenen Mosaiksteinen gepflastert. Wie so vieles andere aus dem alten Berlin ist er untergegangen, aber nicht ganz, denn in Songs wie „Berlin“ lebt er doch weiter. Ein Song wie ein Geschichtsbuch also? Ja auch, aber das Tempo, der Witz und die Lust an der Wahrnehmung, dieser jugendliche Anfang der „Neuen Deutschen Welle“, wirken sie nicht so, dass man beim Hören noch immer denkt: „Ich fühl mich gut“?<p>von <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/pop-anthologie/blog/author/fazadmin/">&lt;a href=&quot;http://blogs.faz.net/pop-anthologie/author/fazadmin/&quot;&gt;fazadmin&lt;/a&gt;</a> erschienen in <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/pop-anthologie">Pop-Anthologie</a> ein Blog von <a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/" />FAZ.NET</a>.</p>
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		<title>44. Lesung: Ein viel zu junger Landrat</title>
		<link>http://blogs.faz.net/cresspahl/?p=1230</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/cresspahl/?p=1230#comments</comments> <pubDate>Sat, 23 Jun 2018 08:00:27 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Birte Förster</dc:creator> <guid
			isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/cresspahl/2018/06/23/44-lesung-ein-viel-zu-junger-landrat-1230/</guid> <description><![CDATA[<p>Marie verlangt von jemandem zu hören, dem der Sozialismus „Spaß macht“, und so berichtet ihre Mutter vom Gneezer Landrat Gerd Schumann, 1946 mit 23 in Amt und Würden gekommen. Das erzählt sie...	<a class='LinkMehr' title='44. Lesung: Ein viel zu junger Landrat' href='http://blogs.faz.net/cresspahl/2018/06/23/44-lesung-ein-viel-zu-junger-landrat-1230/'>Mehr</a><a href="http://blogs.faz.net/cresspahl/2018/06/23/44-lesung-ein-viel-zu-junger-landrat-1230/"></a></p><p>von Birte Förster erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/cresspahl/">Die Woche mit Frau Cresspahl</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p><p><a href="http://blogs.faz.net/cresspahl/" title="44. Lesung: Ein viel zu junger Landrat"><img src="/wp-content/blogs.dir/97/files/2017/08/cropped-blog_vorschaubild_die-woche-mit-gesine-westpahl-190x107_c.jpg" alt="Die Woche mit Frau Cresspahl" title="Die Woche mit Frau Cresspahl" /></a></p>]]></description>
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			<![CDATA[<em>Marie verlangt von jemandem zu hören, dem der Sozialismus „Spaß macht“, und so berichtet ihre Mutter vom Gneezer Landrat Gerd Schumann, 1946 mit 23 in Amt und Würden gekommen. Das erzählt sie (und Uwe Johnson) aber nicht irgendwie, sondern mit der Methode des einfühlenden Nacherlebens des Historismus. Um das forschende Verstehen geht es in der vierundvierzigsten Wochenlektüre. </em>

<!--more-->
<p >***</p>
<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/cresspahl/2017/08/25/einleitung-zeitvergleich-mit-zeitung-28/"><strong>Darum geht es in diesem Blog</strong></a>
<p >***</p>
<p >„– Gesine, nun zeig mir endlich einen, dem das Spaß macht. Der am Drücker sitzt. Der das freiwillig tut. So einen. Der Bescheid weiß. Der glücklich ist damit. Einen mußt Du doch wissen.
– Einen weiß ich. Stell Dir vor, Du bist dreiundzwanzig Jahre alt –
– Gern, Gesine. Gern.“</p>
Marie Cresspahl will die Motive eines Menschen kennenlernen, den Sinn seines Handelns verstehen, seine Gefühle, ihn selbst. Im Dialog von Mutter und Tochter stellt diese sich nun vor, der dreiundzwanzigjährige Gerd Schumann zu sein. Die Mutter spricht sie in der zweiten Person an, um von Gerhard Schumann zu erzählen. Bei der Annäherung an diesen „am Drücker“ Sitzenden geht es also um das einfühlende Nacherleben, das Sichhineinversetzen in ein historisches Subjekt. Diese Form historischer Erkenntnis privilegiert den Einzelnen, versucht dem Sinn seiner Handlungen nachzuspüren. Grob gesagt: Gesine Cresspahl liefert am 18. und 21. Juni 1968 das historische Material, die Tochter interpretiert in kurzen Einwürfen das Geschehen und versucht dabei den Standpunkt des ihr eben noch völlig Unbekannten einzunehmen. Dabei bleibt es aber nicht, denn die Auswahl des Materials ist genauso schon Interpretation wie die Entscheidung, die Methode des forschenden Verstehens zu wählen und damit eine schrittweise Annäherung an Thema und historisches Subjekt, die immer wieder mit der Fragestellung abgeglichen werden muss. Diese Annäherung wird durch die zweite Person Singular noch verstärkt, denn es entsteht der Eindruck, als würde mit Schumann und nicht über ihn gesprochen.

[caption id="attachment_1237" align="aligncenter" width="398"]<img class=" wp-image-1237" src="http://blogs.faz.net/cresspahl/files/2018/06/3755502-296x300.jpg" alt="" width="398" height="403" /> Unterzeichnung der Bodenreform 1945 in Mecklenburg-Vorpommern[/caption]

Wie und wieso also macht einem die neue politische Situation im Jahr 1946 Spaß? Zum einen, wenn man zur Elite gehört: Schumann ist mit 23 Landrat von Gneez geworden, seine bevorzugte Stellung – sie ist nach außen auch durch das Recht, eine Waffe zu tragen, sichtbar – verdankt er der Tatsache, den Kommunisten „über die Ostfront“ zugelaufen zu sein. Er spricht Russisch, hat Macht, ist „einer von den allerersten“, in Verwaltung geschult, Mitglied der „Initiativgruppe Nord“ von Gustav Sobottka (1866-1953). Doch der junge Landrat hat noch andere Qualitäten, als auf dem richtigen Dampfer zu sitzen, in dieser speziellen Form des Dialogs: „du hast bewiesen, was du taugst“. Denn Schumann hat die Realpolitik erledigt, hat Obdach geschaffen für eine „Bevölkerung auf das Doppelte angewachsen“, Nahrungsmittel und Arbeit organisiert, sämtliche Verkehrsinfrastrukturen repariert und nebenbei noch eine kommunistische Utopie verwirklicht: „Wo früher zweieinhalbtausend Gutsbesitzer den Boden ausbeuteten, hast du fast fünfundsechzigtausend Neubauern einsetzen helfen“.

[caption id="attachment_1235" align="aligncenter" width="519"]<img class=" wp-image-1235" src="http://blogs.faz.net/cresspahl/files/2018/06/3466277-300x226.jpg" alt="" width="519" height="391" /> Es ist als Landrat von Gneez durchaus hilfreich zu wissen, wie viel Milch eine Kuh denn gibt, Auszeichnung für Neubauern 1951[/caption]

So einer kann, meint Marie, keine anderen Sorgen haben, aber die hat der Perfektionist Schumann nach Angaben Gesine Cresspahls sehr wohl: Er kennt sich nicht mit Landwirtschaft aus, versteht als Mannheimer das Mecklenburger Platt nicht, doch er kann sich erfolgreich bewähren, auch wenn er anfangs nicht einmal weiß, „wieviel Milch eine Kuh denn überhaupt gibt“. Das ist aber die kleinere Sorge, die größere hat er mit jenen Parteigenossen, die ihm mit „Krawallsozialismus“ kommen.
<p >„Sie verlangen von der Partei die unumschränkte Machtergreifung durch die Arbeiterklasse, du bringst ihn sachte darauf, daß der Sozialismus nur mit dem vorhandenen Personal gemacht werden kann, mit den Bauern, den kleinen und mittleren Bürgern, gewiß der führenden Arbeiterklasse; dazu eben hat die Rote Armee die Großgrundbesitzer, die Großmilitärs, die Großbanken, die Großindustrie weggenommen. Weggeschickt.“</p>
Diesen „besonderen deutschen Weg“ des Sozialismus muss er an anderer Stelle gegen die Kritiker der Demontagen von Industriezweigen verteidigen, die darin – nicht zu Unrecht – auch die Zerstörung proletarischer Zentren sehen. Auch nach den Emigrant*innen, die bei stalinistischen Säuberungsaktionen ermordet wurden, wird Schumann gefragt, der dann – Jahrgang 1923 – „für Augenblicke zu jung“ ist. Problemkreis drei sind Mecklenburger Potentanten und genauso seine Mitarbeiter*innen, die er nicht einschätzen kann und an die er trotzdem Arbeit delegieren muss, auch die neuen Parteimitglieder, denen er zum Teil Opportunismus unterstellt. Und immer wieder die Sprache: „Kåmen sei, so kåmen sei nich; kåmen sei nich, so kåmen sei; bæter ist’s, sei kåmen nich un kåmen doch, as dat sei kåmen, un nich kåmen.“ Aber statt im Badischen will ihn die Partei in Mecklenburg, und da ist nun sein Platz.

[caption id="attachment_1238" align="alignright" width="212"]<img class="size-medium wp-image-1238" src="http://blogs.faz.net/cresspahl/files/2018/06/30418528-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" /> Junkerland wird Bauerland, undatiertes Plakat zur Bodenreform in der SBZ[/caption]

An dieser Stelle unterbricht Marie das einfühlende Nacherleben und fordert ihre Mutter auf, die hermeneutische Differenz nicht zu groß werden zu lassen: „Mach mir den nicht weinerlich, Gesine.“ Doch die Mutter erzählt weiter von den Konflikten, vor allem von der Bedrohung der Arbeit des Landrats durch die Zentralverwaltung für Landwirtschaft, welche die fruchtbaren Böden Mecklenburgs und vor allem die aufzuteilenden Güter in einem großen Kartoffelacker von 600.000 Hektar zusammenführen will – und zwar zu einem Zeitpunkt, als „die Leute“ ihm endlich abnehmen, dass er „ihnen Gerechtigkeit bringen“ wollte. So wird er zum unfreiwilligen Gegenspieler der Administration, sitzt zwischen den Stühlen. Sich in all das einzufühlen führt an Grenzen, und Marie bricht den Versuch ab, als es um Slata geht, in die sich Schumann verliebt hat, vergebens. Deren Motive sind unklar, und so bleiben Mutter und Tochter zunächst bei dem Schluss, der junge Landrat habe Spaß an der Macht.

Beim zweiten Gespräch über Schumann gehen die Cresspahls ihr historisches Arbeiten denn auch anders an und untersuchen den Kontext seines Handelns am Beispiel der Kommunalwahlen. Als im September 1946 Gemeindewahlen anstehen, kann er im Wahlkampf auf die Unterstützung der Sowjetischen Militäradministration rechnen, für Wahlwerbung wie bei Wahlkampfterminen, und kein geringerer als Kommandant J. J. Jenukidse schult ihn darin. Die Tochter verlangt nach einem Originalton.

[caption id="attachment_1236" align="alignleft" width="212"]<img class="size-medium wp-image-1236" src="http://blogs.faz.net/cresspahl/files/2018/06/30421276-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" /> Wahlplakat der SED 1948[/caption]
<p >„– Rede mal so Gesine.
– Die erste Ernte auf freiem Boden. Der Raubbau der Junkerherrschaft von den zwanziger Jahren bis zur Befreiung. [...] Nicht aber um die Sowjets geht es, nicht um die Diktatur des Proletariats, nur um den neuen Anfang, den Aufbau, im Bündnis mit den antifaschistischen Kräften, auch den bürgerlichen, sofern sie ehrlich sind. [...] Parlamentarische Demokratie, mit allen demokratischen Rechten und Freiheiten für das Volk, unter dem Schutz der Sowjetunion.“</p>
&nbsp;

Trotz verschenkter Zigaretten gewinnt Schumanns Partei ‚nur’ zwei Drittel der Stimmen, die Liberalen und Christdemokraten vereinten fast den gesamten Rest auf sich, mehr „als ein Viertel der Leute in Mecklenburg vertraute ihm nicht“. Die Freunde hat er enttäuscht. Hier gelingt das Einfühlen vielleicht doch:
<p >„Jetzt glaubte er das Gefühl der letzten Wochen zu erkennen: Angst vor dem Versagen, Ahnung der Niederlage. Ältere wären erleichtert gewesen, wenigstens über sich Bescheid zu wissen; ihm mit seinen dreiundzwanzig Jahren war kaum zu helfen.“</p>
Ob so ganz im Sinne Johann Gustav Droysens durch das Erkunden von Subjektivität die Beziehung des Individuums zu gesellschaftlichen Strukturen erkannt werden kann, ist eine Frage für weitere Forschung – sowohl der Figuren als auch des Autors.

<em> </em>

[caption id="attachment_1234" align="aligncenter" width="572"]<img class=" wp-image-1234" src="http://blogs.faz.net/cresspahl/files/2018/06/JT4-300x194.png" alt="" width="572" height="370" /> Mit dem 20. Juni 1968 ist die Lektüre im vierten und letzten Band angelangt, Wandgestaltung im Literaturhaus "Uwe Johnson", Klütz[/caption]
<p >***</p>
<em>Literatur:</em>

Holger Helbig, Klaus Kokol, Irmgard Müller, Dietrich Spaeth, Ulrich Fries (Hrsg.), Johnsons Jahrestage. Der Kommentar, Göttingen 1999. <a rel="nofollow" href="http://www.philfak.uni-rostock.de/institut/igerman/johnson/johnkomm/default.html">Aktualisierte Fassung</a>.

Rolf Michaelis, Kleines Adreßbuch für Jerichow und New York. Ein Register zu Uwe Johnsons Roman „Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl“ (1970-1983), Frankfurt a. M. 1983. Überarbeitet und <a rel="nofollow" href="http://literaturlexikon.uni-saarland.de/index.php?id=191">digital neu herausgegeben</a> von Anke-Marie Lohmeier 2012.

Ulrich Muhlack, Verstehen, in: Hans-Jürgen Goertz (Hrsg.), Geschichte. Ein Grundkurs, 3. rev. u. erw. Aufl. Reinbek b. Hamburg 2007, S. 104-124.<p>von <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/cresspahl/blog/author/fazadmin/">&lt;a href=&quot;http://blogs.faz.net/cresspahl/author/fazadmin/&quot;&gt;fazadmin&lt;/a&gt;</a> erschienen in <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/cresspahl">Die Woche mit Frau Cresspahl</a> ein Blog von <a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/" />FAZ.NET</a>.</p>
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  <item>
		<title>Kinder in Käfigen</title>
		<link>http://blogs.faz.net/erklaeren/?p=91</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/erklaeren/?p=91#comments</comments> <pubDate>Fri, 22 Jun 2018 07:30:03 +0200</pubDate>
		<dc:creator>F.A.Z. - Feuilleton</dc:creator> <guid
			isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/erklaeren/2018/06/22/kinder-in-kaefigen-91/</guid> <description><![CDATA[<p>In Amerika wurden Tausende Kinder aus Mexiko an der Grenze von ihren Eltern getrennt und eingesperrt. Warum Präsident Trump mit Grausamkeit und Gnade Politik macht.

Von Fridtjof Küchemann...	<a class='LinkMehr' title='Kinder in Käfigen' href='http://blogs.faz.net/erklaeren/2018/06/22/kinder-in-kaefigen-91/'>Mehr</a><a href="http://blogs.faz.net/erklaeren/2018/06/22/kinder-in-kaefigen-91/"></a></p><p>von F.A.Z. - Feuilleton erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/erklaeren/">Wie erkläre ich’s meinem Kind?</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p><p><a href="http://blogs.faz.net/erklaeren/" title="Kinder in Käfigen"><img src="/wp-content/blogs.dir/101/files/2018/05/cropped-vorschaubild_wie-erklaere-ichs-meinem-kind-190x107_c.jpg" alt="Wie erkläre ich’s meinem Kind?" title="Wie erkläre ich’s meinem Kind?" /></a></p>]]></description>
		<content:encoded>
			<![CDATA[[caption id="attachment_90" align="alignleft" width="210"]<img class=" wp-image-90" src="http://blogs.faz.net/erklaeren/files/2018/06/a-erklär-familientrennung-1182204571-e1529587717178.jpg" alt="" width="210" height="142" /> Zum Zudecken gibt es Alufolie: In einem Lager in Nogales, Arizona, werden Hunderte Kinder aus den südlichen Nachbarländern der Vereinigten Staaten festgehalten.[/caption]

<span id="work_4031" class="p_textOutput">In Amerika wurden Tausende Kinder aus Mexiko an der Grenze von ihren Eltern getrennt und eingesperrt. Warum Präsident Trump mit Grausamkeit und Gnade Politik macht.</span>

Von Fridtjof Küchemann

<script class="podigee-podcast-player" src="https://cdn.podigee.com/podcast-player/javascripts/podigee-podcast-player.js" data-configuration="https://wie-erklaere-ich-es-meinem-kind.podigee.io/10-neue-episode/embed?context=external&token=IsFkFG7qvAjC6nAXp4l8tA"></script><p>von <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/erklaeren/blog/author/fazadmin/">&lt;a href=&quot;http://blogs.faz.net/erklaeren/author/fazadmin/&quot;&gt;fazadmin&lt;/a&gt;</a> erschienen in <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/erklaeren">Wie erkläre ich’s meinem Kind?</a> ein Blog von <a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/" />FAZ.NET</a>.</p>
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  <item>
		<title>Familien in Sozialen Medien: Stolz und Vorurteil</title>
		<link>http://blogs.faz.net/schlaflos/?p=128</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/schlaflos/?p=128#comments</comments> <pubDate>Thu, 21 Jun 2018 10:00:32 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Anna Wronska</dc:creator> <guid
			isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/schlaflos/2018/06/21/familiengeschichten-sozialen-medien-stolz-und-vorurteil-128/</guid> <description><![CDATA[<p>Babyfüße hier, schlaue Kindersprüche da: Die sozialen Medien quellen über vor Familien-Beiträgen. Interessieren die überhaupt jemanden – außer der Familie selbst? <a class='LinkMehr' title='Familien in Sozialen Medien: Stolz und Vorurteil' href='http://blogs.faz.net/schlaflos/2018/06/21/familiengeschichten-sozialen-medien-stolz-und-vorurteil-128/'>Mehr</a><a href="http://blogs.faz.net/schlaflos/2018/06/21/familiengeschichten-sozialen-medien-stolz-und-vorurteil-128/"></a></p><p>von Anna Wronska erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/schlaflos/">Schlaflos</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p><p><a href="http://blogs.faz.net/schlaflos/" title="Familien in Sozialen Medien: Stolz und Vorurteil"><img src="/wp-content/blogs.dir/100/files/2018/05/cropped-Vorschaubild-Schlaflos-NEU2-190x107_c.jpg" alt="Schlaflos" title="Schlaflos" /></a></p>]]></description>
		<content:encoded>
			<![CDATA[[caption id="attachment_138" align="aligncenter" width="1500"]<img class="size-full wp-image-138" src="http://blogs.faz.net/schlaflos/files/2018/06/93338222.jpg" alt="" width="1500" height="990" /> Super Bild, direkt auf Facebook damit! Oder doch nicht?[/caption]

<span >Neulich hat unser Dreijähriger Fahrradfahren gelernt. Meinen Mann inspirierte das zu folgendem Eintrag bei Facebook: „Immer diese stolzen Eltern, die Bilder von ihren Kindern und ihren tollen Taten posten. Aber habe ich erwähnt, dass mein Sohn jetzt Radfahren kann?“ Dazu das obligatorische Bild von Kind auf Fahrrad (mit Helm, von Weitem aufgenommen, Gesicht nicht erkennbar).</span>

<span >Für uns mag das ein Tag größter Freude gewesen sein, weil Meisterleistung des Kindes etc. (hatte Ben nicht gestern noch unkontrolliert in meinem Bauch vor sich hingetreten?, nun strampelte er mir einfach davon). Für die meisten Leser auf Facebook war es aber nur wieder ein netter Schnipsel aus irgendeinem Familienalltag. </span><span >Und das ist auch völlig legitim. Mich interessiert auch nicht alles, was meine Kontakte erleben. Es hat mir nur wieder vor Augen geführt: Facebook und ich haben uns auseinandergelebt, seit ich Mutter bin. Früher habe ich dort ständig etwas gepostet, am liebsten Anekdoten oder Kalauer aus dem Alltag: Der Handwerker, der drei Mal zur Reparatur der Wasseruhr kommt und drei Mal das falsche Werkzeug dabei hat. Der Putz, der von der Decke bröckelt, seit sie oben das Dachgeschoss ausbauen. Der niedliche Hund am Straßenrand auf dem Weg zur Arbeit.</span>

<span >Das war natürlich für keinen meiner Facebook-Kontakte von Bedeutung, aber das war nicht schlimm, für mich war es das ja auch nicht. Bei Facebook und Co. geht es, seien wir ehrlich, fast nie um Relevanz. Bei den wichtigeren Dingen des Lebens ist man indes vorsichtiger, was man postet: Berufliches, insbesondere Eigenwerbung, ist nicht allzu gern gesehen (in der Regel zu Recht, wie ich finde). Negatives, insbesondere aus dem Privatleben, behalten viele lieber ebenfalls für sich – schließlich lesen das auch Kollegen, Nachbarn, Schulfreunde von früher, und letztere wollte man eigentlich ohnehin längst entfreunden.</span>

<span >In anderen Worten: Viele Facetten des echten Lebens lassen sich – wegen des Inhaltes selbst oder wegen der Leserschaft – nicht in ein Social-Media-Posting pressen. Bei der eigenen Familie potenziert sich das. Denn da wird auf einmal alles bedeutsam: Die Schwangerschaft. Die Geburt. Die Angst. Die Freude. Der erste Schritt, die erste Kotze. Und immer und immer wieder: die Sorge um diesen kleinen Menschen. Für uns selbst bedeutet das alles die Welt, aber für andere eben nicht.
</span>

<span >Es mag Leute geben, die für all das irgendwie Worte finden und sie gerne unter Klarnamen in den sozialen Medien teilen, ich verurteile das nicht und ich lese es mitunter sogar sehr gerne. Aber diese ganze Eltern-Sache hat mich verändert. Ich habe natürlich auch noch ein Leben jenseits meiner Familie – aber ich bin eben auch ein solches Muttertier (und mein Mann ist genau das Gleiche, in der männlichen Variante), dass es mich selbst manchmal erschreckt. Meine Liebe zu diesem kleinen Kerl macht mich schwach. Sie lässt mich heulend auf dem Sofa sitzen, während er fröhlich seine erste Übernachtungsparty in der Kita feiert. Sie lässt mich auch nach drei Jahren noch nachts horchen, ob er atmet, und ständig überlegen, ob ich alles richtig mache.</span>

<span >Das sind Dinge, die gerade bedeutsam für mich sind, die mich jeden Tag beschäftigen. Es hilft, sie im echten Leben zu teilen. Mit Menschen, die es interessiert. Es ist mir nicht peinlich – aber andererseits möchte ich auch nicht, dass meine gesamte virtuelle Freundesliste mich so kennt. Denn wenn ich mir meine Kontakte und meinen Newsfeed so anschaue, wird mir klar: Facebook und Co. sind zu einem nicht geringen Anteil ein Abbild meines früheren Lebens. Der Kommentar eines reizenden Ex-Kollegen auf meine Nachricht (zugegebenermaßen per Whatsapp, aber das ist in diesem Fall vergleichbar), dass ich wieder schwanger sei, lautete: „Wiewaswo? Wie weit biste? Und wieso könnt ihr immer noch nicht verhüten?“ Ich habe einfach keine Lust mehr, auf so einen sicher nicht böse gemeinten, aber geschmacklosen Quatsch eine launige Antwort zu suchen.</span>

<span >Für mich sind die sozialen Medien deshalb nicht die richtige Plattform, um mit Menschen, die mir wirklich wichtig sind, Dinge zu teilen, die mir wirklich wichtig sind. Deshalb gibt es weiterhin Kalauer und Anekdoten auf meinem Facebook-Account (es gibt ja auch wirklich viele niedliche Tiere). Und auch einen Eintrag, wenn das zweite Kind da ist. Aber ohne Details. Ohne den Versuch, das in Worte zu fassen, was man da erlebt hat. Und ohne Babyfüße. Die waren schon bei unserem ersten Kind nicht besonders fotogen.</span><p>von <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/schlaflos/blog/author/fazadmin/">&lt;a href=&quot;http://blogs.faz.net/schlaflos/author/fazadmin/&quot;&gt;fazadmin&lt;/a&gt;</a> erschienen in <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/schlaflos">Schlaflos</a> ein Blog von <a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/" />FAZ.NET</a>.</p>
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		<title>Dummköpfe erwarten eher eine hohe Inflation als Schlaue</title>
		<link>http://blogs.faz.net/fazit/?p=10056</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/fazit/?p=10056#comments</comments> <pubDate>Wed, 20 Jun 2018 19:07:31 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Gerald Braunberger</dc:creator> <guid
			isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/fazit/2018/06/20/dummkoepfe-erwarten-eher-eine-hohe-inflation-als-schlaue-10056/</guid> <description><![CDATA[<p>Moderne Geldpolitik beruht darauf, dass die Menschen vernünftig mit dem Thema Inflation umgehen. Eine neue Studie belegt: Das kann man gerade von vielen Männern nicht erwarten.



Finnland ist...	<a class='LinkMehr' title='Dummköpfe erwarten eher eine hohe Inflation als Schlaue' href='http://blogs.faz.net/fazit/2018/06/20/dummkoepfe-erwarten-eher-eine-hohe-inflation-als-schlaue-10056/'>Mehr</a><a href="http://blogs.faz.net/fazit/2018/06/20/dummkoepfe-erwarten-eher-eine-hohe-inflation-als-schlaue-10056/"></a></p><p>von Gerald Braunberger erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/fazit/">Fazit - das Wirtschaftsblog</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p><p><a href="http://blogs.faz.net/fazit/" title="Dummköpfe erwarten eher eine hohe Inflation als Schlaue"><img src="/wp-content/blogs.dir/8/files/2017/08/cropped-blog_vorschaubild_fazit-190x107_c.jpg" alt="Fazit - das Wirtschaftsblog" title="Fazit - das Wirtschaftsblog" /></a></p>]]></description>
		<content:encoded>
			<![CDATA[Moderne Geldpolitik beruht darauf, dass die Menschen vernünftig mit dem Thema Inflation umgehen. Eine neue Studie belegt: Das kann man gerade von vielen Männern nicht erwarten.

<!--more-->

Finnland ist ein wirtschaftlich und politisch hoch entwickeltes Land und es besteht kein Anlass zu der Annahme, die Finnen wären im Durchschnitt weniger intelligent als die Bewohner vergleichbarer Länder. Wenn das zutrifft, sollten moderne Zentralbanken über ihren geldpolitischen Instrumentenkasten nachdenken.

Eine Ökonomengruppe um den an der Universität oft Chicago lehrenden Finanzprofessor Michael Weber hatte Einblick in Daten über finnische Männer, darunter ihre Intelligenzquotienten. (Frauen kommen in der Studie nicht vor.) Mithilfe ihrer Daten wollten die Forscher Erkenntnisse über den Umgang der Männer mit dem Thema Inflation gewinnen. Weber berichtete von dieser Arbeit auf dem EZB-Forum in Sintra.

Im wesentlichen gelangten sie zu zwei Ergebnissen:

1. Männer mit niedrigem IQ schätzen die künftige Inflation viel schlechter ein als Männer mit hohem IQ. Undiplomatisch ausgedrückt: Dummköpfe erwarten in unserer Zeit niedriger Inflationsraten erwarten eher eine hohe Inflation als Schlaue.

2. Männer mit niedrigem IQ haben häufig keine Ahnung, wie man sich in einer Situation, in der höhere Inflationsraten ins Haus stehen könnten, wirtschaftlich sinnvoll verhält. Während Männer mit hohem IQ sehr wohl erkennen, dass es in der Erwartung steigender Preise sinnvoll ist, Konsumausgaben vorzuziehen (das ist das Postulat der Theorie und das Kalkül von Zentralbanken), kommen viele Männer mit niedrigem IQ nicht auf eine solche Idee.

&nbsp;

Die Autoren der Arbeit diskutieren nicht nur Schlussfolgerungen für den geldpolitischen Instrumentenkasten, sondern weisen auch auf Verteilungseffekte hin: Im Falle steigender Inflation kommt es zu einer Umverteilung von Menschen mit niedrigem IQ zu Menschen mit hohem IQ, weil die Menschen mit hohem IQ sachgemäßer auf die steigende Inflation reagieren.<p>von <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/fazit/blog/author/fazadmin/">&lt;a href=&quot;http://blogs.faz.net/fazit/author/fazadmin/&quot;&gt;fazadmin&lt;/a&gt;</a> erschienen in <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/fazit">Fazit - das Wirtschaftsblog</a> ein Blog von <a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/" />FAZ.NET</a>.</p>
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		<title>Scheitert das Strafverfahren gegen Ali B.?</title>
		<link>http://blogs.faz.net/einspruch/?p=290</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/einspruch/?p=290#comments</comments> <pubDate>Wed, 20 Jun 2018 18:25:49 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Constantin van Lijnden und Corinna Budras</dc:creator> <guid
			isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/einspruch/2018/06/20/folge-30-scheitert-das-strafverfahren-gegen-ali-b-290/</guid> <description><![CDATA[<p>Sie haben diesen Beitrag auf einem Mobilgerät aufgerufen und sehen den eingebetteten Podcast-Player nicht? Dann klicken Sie bitte hier.

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Herzlich willkommen zur dreißigsten Folge des...	<a class='LinkMehr' title='Scheitert das Strafverfahren gegen Ali B.?' href='http://blogs.faz.net/einspruch/2018/06/20/folge-30-scheitert-das-strafverfahren-gegen-ali-b-290/'>Mehr</a><a href="http://blogs.faz.net/einspruch/2018/06/20/folge-30-scheitert-das-strafverfahren-gegen-ali-b-290/"></a></p><p>von Constantin van Lijnden und Corinna Budras erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/einspruch/">F.A.Z. Einspruch Podcast</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p><p><a href="http://blogs.faz.net/einspruch/" title="Scheitert das Strafverfahren gegen Ali B.?"><img src="/wp-content/blogs.dir/99/files/2018/05/cropped-vorschaubild_einspruch-190x107_c.jpg" alt="F.A.Z. Einspruch Podcast" title="F.A.Z. Einspruch Podcast" /></a></p>]]></description>
		<content:encoded>
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Herzlich willkommen zur dreißigsten Folge des Einspruch Podcasts!

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Es scheint, als käme die strafrechtliche Aufarbeitung des Dieselskandals in Gang. Mit Rupert Stadler sitzt erstmals ein Automobilvorstand in deutscher (Untersuchungs-)Haft. Zugleich wurde VW mit einem Bußgeld von einer Million Euro belegt – der Großteil davon ist allerdings keine Strafe, sondern eine Abschöpfung unerlaubt erwirtschafteter Gewinne.

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Die Rückholung des mutmaßlichen Mörders von Susanna F. erinnert an einen Stunt. Für ihr resolutes Vorgehen erntete die Bundespolizei viel Lob – doch aller Voraussicht nach hat sie damit gegen das Recht verstoßen. Wir besprechen, ob sich daraus auch ein Hindernis für ein Strafverfahren gegen den Beschuldigten ergibt.

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat Angela Merkel eine Frist bis zum Monatsende gesetzt, um eine europäische Lösung auf das Zuwanderungsproblem zu finden. Wir diskutieren, wie diese aussehen könnte – und welche Konsequenzen drohen, falls Seehofer sie nicht für ausreichend hält.

Auch die Vereinigten Staaten werden vom Thema Zuwanderung in Atem gehalten. Dort werden mexikanische Immigrantenfamilien inzwischen nach Grenzübertritt von ihren Kindern getrennt. Was nach purem Sadismus klingt, hat gewisse rechtliche Gründe – doch zwingend ist dieses martialische Vorgehen nicht.

Nachdem das besondere elektronische Anwaltspostfach Ende vergangenen Jahres in einem spektakulären Fiasko wegen Sicherheitsmängeln vom Netz genommen werden musste, liegt uns nun ein von der Bundesrechtsanwaltskammer in Auftrag gegebenes Gutachten der IT-Sicherheitsfirma Secunet exklusiv vor. Wir diskutieren die Pläne zur Wiederinbetriebnahme des Anwaltspostfachs und die Klage, die die Gesellschaft für Freiheitsrechte wegen mangelnder Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gegen die Bundesrechtsanwaltskammer eingereicht hat.

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Den Podcast können Sie gleich hier auf Faz.net hören oder <a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/einspruch/2017/03/05/wie-sie-unsere-podcasts-abonnieren-koennen-109/">auf folgenden Wegen abonnieren</a>.

<em><strong>Sehen Sie <a rel="nofollow" href="http://fazeinspruch.de/">hier das gesamte Angebot von F.A.Z. Einspruch – Alles was Recht ist.</a></strong></em>

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Shownotes:

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Stadler in Untersuchungshaft:

<a rel="nofollow" href="http://einspruch.faz.net/recht-des-tages/2018-06-19/stadlers-sturz/103407.html">http://einspruch.faz.net/recht-des-tages/2018-06-19/stadlers-sturz/103407.html</a>

<a rel="nofollow" href="http://einspruch.faz.net/recht-des-tages/2018-06-19/automanager-hinter-gittern-nun-sind-es-fuenf/103403.html">http://einspruch.faz.net/recht-des-tages/2018-06-19/automanager-hinter-gittern-nun-sind-es-fuenf/103403.html</a>

<a rel="nofollow" href="https://www.justiz.bayern.de/gerichte-und-behoerden/staatsanwaltschaft/muenchen-2/presse/2018/12.php">https://www.justiz.bayern.de/gerichte-und-behoerden/staatsanwaltschaft/muenchen-2/presse/2018/12.php</a>

&nbsp;

Rückholung von Ali B.:

<a rel="nofollow" href="http://einspruch.faz.net/einspruch-magazin/2018-06-20/auslieferung-des-rechts/104029.html">http://einspruch.faz.net/einspruch-magazin/2018-06-20/auslieferung-des-rechts/104029.html</a>

<a rel="nofollow" href="http://einspruch.faz.net/recht-des-tages/2018-06-14/wie-aus-einer-wiedereinreise-ein-stunt-wurde/101017.html">http://einspruch.faz.net/recht-des-tages/2018-06-14/wie-aus-einer-wiedereinreise-ein-stunt-wurde/101017.html</a>

<a rel="nofollow" href="http://einspruch.faz.net/recht-des-tages/2018-06-15/wie-der-fall-bashar-die-planung-der-behoerden-ueberholte/101849.html">http://einspruch.faz.net/recht-des-tages/2018-06-15/wie-der-fall-bashar-die-planung-der-behoerden-ueberholte/101849.html</a>

<a rel="nofollow" href="https://verfassungsblog.de/wurde-ali-b-rechtswidrig-aus-dem-irak-nach-deutschland-geholt/">https://verfassungsblog.de/wurde-ali-b-rechtswidrig-aus-dem-irak-nach-deutschland-geholt/</a>

&nbsp;

Möglichkeit der Zurückweisung an der Grenze:

<a rel="nofollow" href="http://einspruch.faz.net/recht-des-tages/2018-06-15/zulaessige-zurueckweisung/101781.html">http://einspruch.faz.net/recht-des-tages/2018-06-15/zulaessige-zurueckweisung/101781.html</a>

&nbsp;

EU-Reformbestrebungen beim Asylrecht:

<a rel="nofollow" href="http://einspruch.faz.net/recht-des-tages/2018-06-20/eu-prueft-asylzentren-in-afrika/103965.html">http://einspruch.faz.net/recht-des-tages/2018-06-20/eu-prueft-asylzentren-in-afrika/103965.html</a>

&nbsp;

Trumps „zero tolerance“-Politik an der Grenze:

<a rel="nofollow" href="http://einspruch.faz.net/recht-des-tages/2018-06-19/eine-moralische-nation-die-gesetze-und-das-herz/103385.html">http://einspruch.faz.net/recht-des-tages/2018-06-19/eine-moralische-nation-die-gesetze-und-das-herz/103385.html</a>

&nbsp;

Gutachten in Sachen Anwaltspostfach:

Ein ausführlicher Beitrag geht gegen 19:30 unter <a rel="nofollow" href="http://einspruch.faz.net">http://einspruch.faz.net</a> online.

&nbsp;

Gerechtes Urteil:

<a rel="nofollow" href="http://einspruch.faz.net/recht-des-tages/2018-06-20/eine-reichsbuergerin-allgaeuer-buergermeisterin-suspendiert/104083.html">http://einspruch.faz.net/recht-des-tages/2018-06-20/eine-reichsbuergerin-allgaeuer-buergermeisterin-suspendiert/104083.html</a><p>von <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/einspruch/blog/author/fazadmin/">&lt;a href=&quot;http://blogs.faz.net/einspruch/author/fazadmin/&quot;&gt;fazadmin&lt;/a&gt;</a> erschienen in <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/einspruch">F.A.Z. Einspruch Podcast</a> ein Blog von <a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/" />FAZ.NET</a>.</p>
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  <item>
		<title>Vom Kreml an die Schachspitze?</title>
		<link>http://blogs.faz.net/schachblog/?p=1415</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/schachblog/?p=1415#comments</comments> <pubDate>Tue, 19 Jun 2018 17:28:20 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Löffler</dc:creator> <guid
			isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/schachblog/2018/06/19/vom-kreml-die-schachspitze-1415/</guid> <description><![CDATA[<p>Russland will in der FIDE das Sagen behalten. Darum schickt der Kreml ein politisches Schwergewicht vor. Arkadi Dworkowitsch hat seine Kandidatur für die Wahl während der Schacholympiade im...	<a class='LinkMehr' title='Vom Kreml an die Schachspitze?' href='http://blogs.faz.net/schachblog/2018/06/19/vom-kreml-die-schachspitze-1415/'>Mehr</a><a href="http://blogs.faz.net/schachblog/2018/06/19/vom-kreml-die-schachspitze-1415/"></a></p><p>von Stefan Löffler erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/schachblog/">Berührt, geführt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p><p><a href="http://blogs.faz.net/schachblog/" title="Vom Kreml an die Schachspitze?"><img src="/wp-content/blogs.dir/91/files/2017/08/cropped-blog_vorschaubild_schach-190x107_c.jpg" alt="Berührt, geführt" title="Berührt, geführt" /></a></p>]]></description>
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			<![CDATA[Russland will in der FIDE das Sagen behalten. Darum schickt der Kreml ein politisches Schwergewicht vor. Arkadi Dworkowitsch hat seine Kandidatur für die Wahl während der Schacholympiade im georgischen Batumi am 3. Oktober <a rel="nofollow" href="http://ruchess.ru/en/news/all/arkady_dvorkovich_to_run_for_fide_president/">bekanntgegeben</a>. Zehn Jahre war er die rechte Hand des früheren Präsidenten und heutigen Ministerpräsidenten Russlands Dimitri Medwedew. Bis Mai war Dworkowitsch selbst einer von dessen Stellvertretern. Derzeit steht der 45 Jahre alte Wirtschaftsexperte dem Organisationskomitee der Fußball-WM und Russlands IT-Schmiede Skolkowo-Stiftung vor. Aber es geht Russland sicher um mehr, als einem verdienten Staatsmann ein weiteres Amt zu verschaffen. Dworkowitsch soll wohl auch beitragen, das durch Staatsdoping ramponierte Image der Sportnation Russland aufzubessern.

[caption id="attachment_1416" align="aligncenter" width="357"]<img class=" wp-image-1416" src="http://blogs.faz.net/schachblog/files/2018/06/dvorkovich-300x169.jpeg" alt="" width="357" height="201" /> Arkadi Dworkowitsch - jetzt OK-Vorsitzender der Fußball-WM, ab Oktober FIDE-Präsident? (Foto: Kreml)[/caption]

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Auch der bisherige Schachpräsident kommt aus Russland. Kirsan Iljumschinow wurde 1995 als nahezu Unbekannter an die Spitze der FIDE gehievt, weil sich sein Vorgänger Florencio Campomanes und dessen linke Hand Georgios Makropoulos in wirtschaftlich schwierigen Zeiten an der Kasse vergriffen hatten. Obwohl Iljumschinow nichts Besseres zu tun wusste, als die beiden binnen kurzer Zeit zu rehabilitieren, Saddam Hussein die FIDE-WM anzutragen und in Interviews von Treffen mit Außerirdischen, die seiner Meinung nach Schach erfunden haben, zu schwadronieren, wurde er nicht rasch wieder davon gejagt.

Im Gegenteil labte sich eine Generation an Funktionären an kalmückischem Kaviar und an Geld, das Iljumschinows Landsleuten in einem der ärmsten Landstriche Russlands bitter vermissten. Larissa Judina, eine Aufdeckungsjournalistin, wurde von Iljumschinows Schergen ermordet, seine Verwicklung allerdings nicht bewiesen. Er scheffelte Millionen mit Steuersparmodellen für russische Firmen, die sich in Kalmückien registrierten, bis Moskau das Geschäft abdrehte. Die Korruption blühte im Weltschach nie wieder so schön wie Ende der Neunzigerjahre. Die Verbundenheit vieler FIDE-Delegierter blieb ihm.

Kritik lächelte Iljumschinow weg. So lange er die Schachfamilie teilhaben ließ und niemand persönlich angriff, glaubte er, sich alles erlauben zu können. Erst dass er zwischen dem syrischen Diktator Bashar al-Assad und der Terrororganisation Islamischer Staat Ölgeschäfte abgewickelt haben soll und in der Folge auf eine Sanktionsliste des Amerikanischen Schatzamts geriet, <a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/schachblog/2018/02/16/iljumschinows-endspiel-1144/">läutete sein Ende ein. Als Folge kündigte die UBS im Februar an</a>, die Bankkonten der FIDE zu schließen, und im April machte die Schweizer Bank ernst. Derzeit wickelt die Schachföderation ihre Finanzen über Treuhänder ab.

Offiziell kandidiert Iljumschinow weiter für eine siebte Amtszeit. Laut einem Sprecher wird er sich erklären, nachdem am Wochenende die FIDE-Ethikkommission und kommenden Dienstag der Russische Schachverband getagt haben. Nach seinem absehbaren Rückzug verlieren die zwei weiteren Kandidaten ihr zentrales Motiv, den unhaltbaren Iljumschinow abzulösen.

Der stellvertretende Präsident Georgios Makropoulos, der seit 1986 zum engsten Führungskreis zählt und seit Iljumschinow auf der Sanktionsliste steht ohnehin die Geschäfte führt, hat mehreren reichen Männern angeboten hat, sich in die FIDE-Präsidentschaft einzukaufen, bevor er selbst in den Ring stieg. Nun wird der Grieche wohl das Gespräch mit Dworkowitsch suchen.

Auch <a rel="nofollow" href="https://www.chess.com/news/view/nigel-short-to-run-for-fide-president">Nigel Short kandidiert</a>. Der englische Schachprofi und Vizeweltmeister 1993 hat allerdings zu wenige Verbände hinter sich, um im Machtpoker ernsthaft eine Rolle zu spielen. Das kann eher sein Landsmann Malcolm Pein, der mit einem Übergangspräsidenten Makropoulos <a rel="nofollow" href="https://www.chess.com/news/view/malcolm-pein-fide-deputy-president-2018-president-2022">als dessen Stellvertreter und designierter Nachfolger kandidieren wollte</a> (<em>Offenlegung: Pein leitet die englische Charity Chess in Schools and Communities, für die ich seit Jahren das Programm der London Chess Conference gestalte</em>).

Dworkowitsch, der in dem kanadischen Schachblogger <a rel="nofollow" href="http://www.spraggettonchess.com/tidbits-on-dvorkovich/">Kevin Spraggett offenbar einen großen Fan</a> hat, vermittelte dem russischen Schachverband, der FIDE und ihrer Veranstaltungsfirma Agon zahlreiche Geldgeber. 2009 bis 2013, also vor Andrei Filatow, war er der mächtigste Mann im Russischen Schachverband. Als Anatoli Karpow 2010 die Unterstützung seines Verbands für seine damalige Kandidatur als FIDE-Präsident reklamierte, griff Dworkowitsch ein. Hinter seinem Rücken hatte der damalige Geschäftsführer Alexander Bach, ein langjähriger Vertrauter Karpows eine Parallelsitzung des Aufsichtsrats organisiert. <a rel="nofollow" href="http://interviews.chessdom.com/dvorkovich-interview-chesspro">Dworkowitsch sorgte für Bachs Rücktritt und ließ die Sitzung ungültig erklären</a>. Der Russische Verband stellte sich dann hinter Iljumschinow.

Karpows damals gescheiterte Finte dürfte der Grund sein, warum der<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/schachblog/2017/05/26/karpow-hier-karpow-da-951/"> lange für eine Kandidatur gehandelte</a> und offenbar <a rel="nofollow" href="http://ruchess.ru/en/news/all/anatoly_karpov_world_chess_federation_is_going_through_a_terrible_crisis/">Ende Mai dazu bereite Exweltmeister</a> dem Kreml nicht als zuverlässig genug gilt, um an die Schachspitze gehievt zu werden, so dass Dworkowitsch nun selbst kandidiert. Im Unterschied zu Karpow ist er unter den Delegierten kaum bekannt und wird wohl einseitig als Interessenvertreter Russlands wahrgenommen.

Dworkowitsch ist nicht die einzige Verbindung zwischen dem Kreml und dem Schach. Alexander Schukow, der Vorsitzende der Russischen Duma, war bis 2009 Präsident des Russischen Schachverbands und bis Mai Präsident des Russischen Olympischen Komitees. Putins Pressesekretär Dimitri Peskow steht dem Aufsichtsrat des Russischen Schachverbands vor.

Dworkowitsch verdankt seinen Einstieg in die Putin-Nomenklatur kurioserweise ein Stück weit einem der größten Putin-Kritiker. Sein Vater Wladimir leitete Anfang der Neunzigerjahre Garri Kasparows Team und war ein enger Vertrauter. Später verfasste Kasparow Empfehlungsschreiben, die Dworkowitsch zu einem Master-Studium an der renommierten Duke University verhalfen. Zu Weggefährten hat es die beiden allerdings nicht gemacht.

Sich geschmeidig von Freunden zu lösen, gelang Dworkowitsch anscheinend auch in jüngerer Zeit. Sein enger Freund seit dem gemeinsamen Wirtschaftsstudium Sijawudin Mahomedow wurde <a rel="nofollow" href="https://www.reuters.com/article/us-russia-summa-corruption/russian-tycoon-magomedov-arrested-on-embezzlement-charges-idUSKBN1H70A2">Ende März verhaftet</a> wegen Verdacht auf Bereicherung an einem staatlichen Bauauftrag am WM-Stadion in Kaliningrad. Wenige Tage später übernahm Dworkowitsch den Vorsitz im WM-Organisationskomitee.<p>von <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/schachblog/blog/author/fazadmin/">&lt;a href=&quot;http://blogs.faz.net/schachblog/author/fazadmin/&quot;&gt;fazadmin&lt;/a&gt;</a> erschienen in <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/schachblog">Berührt, geführt</a> ein Blog von <a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/" />FAZ.NET</a>.</p>
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		<title>Schwarzweißmalerei auf frechste Weise</title>
		<link>http://blogs.faz.net/comic/?p=1213</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/comic/?p=1213#comments</comments> <pubDate>Mon, 18 Jun 2018 10:05:26 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Platthaus</dc:creator> <guid
			isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/comic/2018/06/18/schwarzweissmalerei-auf-frechste-weise-1213/</guid> <description><![CDATA[<p>Der berühmte Karikaturist Gerhard Haderer hat mit Peter Turrinis Skandal-Theaterstück „Rozznjogd“ genau den richtigen Stoff für einen Comic gefunden. <a class='LinkMehr' title='Schwarzweißmalerei auf frechste Weise' href='http://blogs.faz.net/comic/2018/06/18/schwarzweissmalerei-auf-frechste-weise-1213/'>Mehr</a><a href="http://blogs.faz.net/comic/2018/06/18/schwarzweissmalerei-auf-frechste-weise-1213/"></a></p><p>von Andreas Platthaus erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/comic/">Comic</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p><p><a href="http://blogs.faz.net/comic/" title="Schwarzweißmalerei auf frechste Weise"><img src="/wp-content/blogs.dir/16/files/2017/08/cropped-blog_vorschaubild_comic-190x107_c.jpg" alt="Comic" title="Comic" /></a></p>]]></description>
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			<![CDATA[Es gibt mittlerweile genug allgemein bekannte Comiczeichner, als dass die Nachricht, dass ein prominenter Künstler aus anderem Bereich sich an einer Bildergeschichte versucht hat, noch große Aufmerksamkeit finden würde. Und doch hätte Gerhard Haderer, der beliebte österreichische Karikaturist (besonders bekannt durch seine ganzseitigen Bilder aus dem „Stern“, die 25 Jahre lang, von 1991 bis 2016, jede Woche erschienen) es verdient für seinen „Rozznjogd“. Schon allein deshalb, weil er mit traumwandlerischer Sicherheit einen Stoff ausgesucht hat, zu dem sein gnadenloser Zeichenstil bestens passt. Die Vorlage stammt von seinem Landsmann Peter Turrini. Da haben sich zwei Spötter getroffen …

„Rozznjogd“ war Turinis erstes Theaterstück, geschrieben 1967, als der Dramatiker gerade mal 23 Jahre alt war, aber uraufgeführt erst 1971, und das hatte gute Gründe. Erstmals traute man sich an das Werk eines Anfängers nicht so leicht heran, zum anderen war es ein kompromisslos gesellschaftskritisches Stück, das dann auch genug Skandal erregte, als es am Wiener Volkstheater herauskam. Damals war man sich noch nicht durch die Österreich-Beschimpfungen von Bernhard, Jelinek und eben Turrini abgebrüht, die in den siebziger und achtziger Jahren in dichter Abfolge herauskommen sollten, und „Rozznjogd“ bekam so den gesammelten Zorn der gutbürgerlichen Presse ab. Obwohl seine beiden Figuren her jener sozialen Schicht angehören, die man heute als Prekariat bezeichnet. Oder mit der gewohnt amerikanischen Drastik als „white trash“.

Ein Mann und eine Frau sitzen nachts in einem Auto, das vor einer Müllkippe geparkt ist. Der Dialog der beiden stellt binnen kurzem ihre Lebensentwürfe und -lügen bloß, und nicht nur verbal ziehen sie sich bis auf die Haut aus. Als der Morgen dämmert, sind beide tot. Und erst dann greifen noch ein paar Stimmen ins Geschehen ein, die den Rozzn gehören, also den Ratten.

Der nächtlichen Szenerie wegen, hält Haderer seine knapp über hundertseitige Adaption konsequent in Grauschwarz; nur die Scheinwerfer des geparkten Autos werfen eine hellen Lichtkegel, der hier graphisch immer wieder geschickt eingesetzt wird (die Leseprobe lässt es gut erkennen: <a rel="nofollow" href="https://www.book2look.com/book/978-3-7099-3415-9&amp;biblettype=html5">https://www.book2look.com/book/978-3-7099-3415-9&amp;biblettype=html5</a>). Alles ist tatsächlich wie auf einer Bühne, außer dass sich Haderer größere Totalen zu Beginn und Schluss erlauben kann, als es ein Theater jemals könnte. Doch gerade die Strenge der ins Bild gesetzten Theatralik ist die größte Stärke dieses Comics, obwohl das paradox erscheinen mag, denn gemeinhin gewinnt eine Adaption, wenn sie sich von der literarischen Vorlage löst. Das tut „Rozznjagd“ aber auch – dadurch nämlich, dass hier zwar Turrinis Figuren spielen, sie aber als typische Haderer-Akteure auftreten: bewusst hässlich proträtiert, Zerr- und Witzfiguren vom ersten Auftritt an. Der Comic gibt damit eine Eindeutigkeit vor, die lebenden Akteuren auf der Bühne schwerfallen würde, wenn sie nicht Gefahr laufen, grotesk erschienen zu wollen. In einem Comic stört das nicht.

Was auf den ersten Blick auf Haderer „Rozznjogd“ störend wirken könnte, ist die Entscheidung, jeweils auf den linken Seiten die hochdeutsche Übersetzung des im österreichischen Dialekt gehaltenen Turrini-Textes abzudrucken. Solche schriftlichen „Simultanübersetzung“ kenne wir aus Film (Untertitel) und Oper (Übertitel), aber Seitentitel wie hier habe ich noch nie gesehen (wenn man mal von zweisprachigen Gedichtausgaben absieht). Zudem hat Haderer die Panelrahmen und Sprechblasen des fertig gezeichneten Comics auf die jeweils linken Seiten übertragen, so dass die hochdeutsche Fassung eine Art Geisterausgabe des eigentlichen Geschehens bietet – wie Stimmen aus dem Nebel. Aber wenn man sich ans Hinüberspringen von der eigentlichen Comic- auf die Übersetzungsseite gewöhnt hat, erweist sich diese Reduktion als klarer Vorteil.

Zumal dadurch die eigentliche Bildergeschichte nicht zerschlagen wird. Wer das Österreichische gut genug versteht – und es ist selbst für einen Rheinländer wie mich nicht nötig, oft Hilfe von links zu suchen –, der kann einfach für sich die linken Seiten ausblenden. Und der grundlegende Schwarzweißkontrast von Haderers Zeichnungen, bekommt durch die Zweiteilung des Comics in die dunklen Comic- und die nahezu weißen Übersetzungsseiten noch eine Verstärkung. „Rozznjogd“ ist nun mal ein Schwarzweißstück. Ein dickes Lob dem Haymon Verlag, dass sie diese ungewöhnliche Form der Übersetzung gewagt haben.

Überhaupt Haymon. Es ist ja nichts Besonderes mehr, dass literarische Verlage auch Comics ins Programm nehmen, besonders gerne Adaptionen von Romanen oder Dramen (siehe die Bernhard-Comics von Nicolas Mahler bei Suhrkamp, um nur das erfolgreichste Beispiel zu nennen). Aber so wie Suhrkamp klugerweise auch fast nur Suhrkamp-Autoren adaptieren ließ und damit ein eigenes Profil fürs Comicprogramm des Hauses schuf, hat der österreichische Verlag Haymon nun ein österreichisches Traumpaar ausgewählt (obwohl Turrini Suhrkamp-Autor ist und also Haderers Version der „Rozznjogd“) auch dort gut hätte erschienen können.. Und bald wird beim österreichischen Residenz-Verlag, der renommiertesten literarischen Adresse des Landes, Bernhards mehrbändige Autobiographie als Comic erschienen. Unser Nachbarland ist uns in Sachen qualitätvoller Comic-Adaptionen erstaunlich weit voraus.<p>von <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/comic/blog/author/fazadmin/">&lt;a href=&quot;http://blogs.faz.net/comic/author/platthaus/&quot;&gt;Andreas Platthaus&lt;/a&gt;</a> erschienen in <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/comic">Comic</a> ein Blog von <a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/" />FAZ.NET</a>.</p>
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		<title>Von Deutschland-Fähnchen und Windmühlen</title>
		<link>http://blogs.faz.net/blogseminar/?p=5911</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/blogseminar/?p=5911#comments</comments> <pubDate>Sun, 17 Jun 2018 12:42:51 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Max Stange</dc:creator> <guid
			isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/blogseminar/von-deutschland-faehnchen-und-windmuehlen/</guid> <description><![CDATA[<p>In einer Leipziger Mensa wurde vor dem WM-Auftakt der Nationalmannschaft eine Dekoration mit Deutschland-Wimpeln zerstört. Was steckt wohl hinter diesem Akt? Überlegungen in zerstörter Kulisse. <a class='LinkMehr' title='Von Deutschland-Fähnchen und Windmühlen' href='http://blogs.faz.net/blogseminar/von-deutschland-faehnchen-und-windmuehlen/'>Mehr</a><a href="http://blogs.faz.net/blogseminar/von-deutschland-faehnchen-und-windmuehlen/"></a></p><p>von Max Stange erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/blogseminar/">Blogseminar</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p><p><a href="http://blogs.faz.net/blogseminar/" title="Von Deutschland-Fähnchen und Windmühlen"><img src="/wp-content/blogs.dir/92/files/2017/08/cropped-blog_vorschaubild_blogseminar-190x107_c.jpg" alt="Blogseminar" title="Blogseminar" /></a></p>]]></description>
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			<![CDATA[<em>In einer Leipziger Mensa wurde vor dem WM-Auftakt der Nationalmannschaft eine Dekoration mit Deutschland-Wimpeln demoliert. Was steckt wohl hinter diesem Akt? Überlegungen in zerstörter Kulisse.</em>

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<p >***</p>
<img class="alignnone wp-image-5912 size-large" src="http://blogs.faz.net/blogseminar/files/2018/06/32464588-1024x558.jpg" alt="" width="620" height="338" />

Und wieder einmal ist es soweit: Anpfiff, der Ball rollt und ein – ästhetisch sicherlich fragwürdiger – Schein in schwarz-rot-gold legt sich über die Probleme und Bedenklichkeiten aller Art. Wichtig ist jetzt nur noch eines: der Titel. Zum fünften Mal Weltmeister. Vielleicht auch noch Bier, Public-Viewing, die ausgelassene Stimmung. Die jetzt nur nicht verderben mit Dieselaffäre oder Ankerzentren, oder Fragen über die Zukunft der EU. Stattdessen: Fahnen und Wimpel überall, neckische Devotionalien an allen Ecken und Enden. Man wird ja wohl noch gute Laune haben dürfen. So ist auch die Leipziger Mensa am Petersteinweg zum ersten Spieltag flott herausgeputzt und dekoriert – sogar ein WM-Schnitzel gibt es. Mit Rotebeete-Soße. Wegen Russland. Lecker. Schmeckenlassen kann man es sich auch, wenn der ganze andere Trubel einen nicht tangiert. Vielleicht sogar nervt.

Auf dem Weg raus aus der Mensa dann aber eine veränderte Kulisse. Wie der ärgerliche alte Mann von Nebenan, der den Gästen eines Kindergeburtstags die Luftballons zerplatzt, weil es in dieser Welt nichts zu feiern gibt – so haben hier ärgerliche junge StudentInnen die Wimpel heruntergerissen. Um den falschen Schein zu zerstören?

Oder ist die moralisch so selbstsichere und von außen betrachtet einfach nur blöde Don-Quijoterie selbst einer Täuschung aufgesessen? Statt in Windmühlen Riesen zu erkennen, sahen die Genannten wohl in der – eigentlich völlig harmlosen – Fähnchendekoration womöglich den Nationalsozialismus wieder auferstehen. Sie witterten vielleicht eine heimliche Gesinnungsfront von Reichsbürgern, Mensa-Personal und ‚patriotischen’ Macho-Fans. Traurigerweise beweisen sie damit aber selbst nichts als Unverstand und mangelnde Urteilskraft. Ein inferenzieller Kurzschluss von Wimpel auf Wehrmacht und ‚verkehrtes weltanschauliches Bewusstsein’ zeugt eher von politischer und menschlicher Unreife als von ernsthaftem Interesse an politischem Handeln.

<strong>Allmacht - oder Ohnmacht?</strong>

Marodierende Pseudo-Moral und abstrakter Eigendünkel bereiten nur denen Kummer, die in bester Absicht und mühevoller Arbeit die Mensa dekoriert haben. Deren Verständnislosigkeit offenbart, dass hier kein gemeinsames Bewusstsein vorliegt. Nicht einmal eine kommunikative Wirklichkeit hat solches Tun also. Man bezeugt damit ebenso großen Respekt vor arbeitenden Menschen (ja! diese Kategorie gibt es), wie wenn man Parolen an Toilettenwände kritzelt (und nein! so etwas weg zu putzen, ist nicht „deren Job“). Das nicht anzuerkennen ist genauso abstrakt, wie es andererseits abstrakt wäre, in den aufgehängten Fähnchen nur ein Zeichen guter Laune zu sehen. Es bleibt fraglich, was überhaupt ein richtiger Begriff politischen Handelns (mithin: politischen Lebens) wäre.

Georg Lukács schreibt, die Seele Don Quijotes sei enger als die wirkliche Welt. <em>Für sie</em> wird die Welt „ebenfalls eine engere, als sie in Wirklichkeit ist“. Sein Handeln wird auf diese Weise lächerlich und den Anderen ein Ärgernis. Vor allem zeigt sich aber darin das subjektive Unvermögen, die Welt zu begreifen, wie sie ist. Die psychologische Konstitution der Akteure mag dem entsprechen. Dabei ist aber fraglich, ob hinter ihrem Handeln auch nur unverstandener Idealismus steht, oder nicht vielmehr von bedenkenlosem ‚Politaktivismus’ gesprochen werden müsste. Der ist in Wirklichkeit so apolitisch wie Koksen oder Ausschlafen, Soli-Party oder Stickerkleben. Die bekenntnishafte ‚Politisierung’ der eigenen Pubertät ist allerdings das billigste Surrogat für etwas, das wirklich politisch wäre.

Man hebt den einen Schein nicht auf, indem man mit nur scheinbar ‚politischem’ Handeln ein anderes Gespenst heraufbeschwört und damit von dem ablenkt, was eigentlich im Zentrum unserer Aufmerksamkeit stehen sollte. Es gibt genug Probleme; genug Gespräche, die endlich geführt werden müssten; genügend wirkliche Wirklichkeit, die – auch denkend – zu bewältigen <em>ist</em>, nicht nur <em>wäre</em>. Wenn Marx meinte, es komme darauf an, die Welt zu verändern, meinte er damit nicht, dass man aufhören sollte zu denken. Was ist denn „Nation“, was ist „Staat“ und in welchem Verhältnis kann einer dazu stehen? Wo beginnt der Bereich der „Politik“ – und wo hört er auf? Man kann solche Überlegungen nicht von sich weisen, ohne sie und damit das gemeinsame Leben in der Zukunft anderen zu überlassen. So sinnloses Handeln wie das Abreißen von Deutschlandfähnchen in der Mensa gibt manchem vielleicht ein Gefühl von Allmacht. Tatsächlich beweisen die Protagonisten damit aber nur die allergrößte Ohnmacht.<p>von <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/blogseminar/blog/author/fazadmin/">&lt;a href=&quot;http://blogs.faz.net/blogseminar/author/annkatringehrmann/&quot;&gt;Ann-Katrin Gehrmann&lt;/a&gt;</a> erschienen in <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/blogseminar">Blogseminar</a> ein Blog von <a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/" />FAZ.NET</a>.</p>
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		<title>Ideale Paarung: Biere unserer Vorgruppengegner</title>
		<link>http://blogs.faz.net/bierblog/?p=3483</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/bierblog/?p=3483#comments</comments> <pubDate>Fri, 15 Jun 2018 15:39:59 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Ebbinghaus</dc:creator> <guid
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			<![CDATA[<em><span id="work_165574" class="p_textOutput">Südkorea? Mexiko? Schweden? Tolle Länder, gute Fußball-Mannschaften, ordentliche Küchen. Zusammen mit dem Max-Planck-Forscher Thomas A. Vilgis haben wir zu den Bieren der WM-Vorrundengegner das passende Essen entwickelt.</span></em>
<p >***</p>
<a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/aktuell/stil/essen-trinken/rezept-tipps-zur-wm-so-schmecken-mexiko-schweden-und-suedkorea-15637670.html">Den Artikel mit Rezepten lesen Sie <strong>hier</strong></a>

<!--more-->

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/bierblog/2017/10/27/die-entdeckung-der-bierluecke-2746/"><strong>Mehr</strong> zu Thomas A. Vilgis</a>

&nbsp;

<img class="alignnone wp-image-3484" src="http://blogs.faz.net/bierblog/files/2018/06/vilgis-300x200.png" alt="" width="620" height="413" /><p>von <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/bierblog/blog/author/fazadmin/">&lt;a href=&quot;http://blogs.faz.net/bierblog/author/fazadmin/&quot;&gt;fazadmin&lt;/a&gt;</a> erschienen in <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/bierblog">Reinheitsgebot</a> ein Blog von <a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/" />FAZ.NET</a>.</p>
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		<title>Stefan Raabs Brainpool-Verkauf kommt vor Gericht</title>
		<link>http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/?p=1493</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/?p=1493#comments</comments> <pubDate>Wed, 30 May 2018 10:10:19 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Jan Hauser</dc:creator> <guid
			isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2018/05/30/stefan-raabs-brainpool-verkauf-kommt-vor-gericht-1493/</guid> <description><![CDATA[<p>Der Fernsehproduzent Brainpool zankt sich vor dem Landgericht Köln: Darf Stefan Raab seine Anteile an Banijay verkaufen? Durch den Erwerb würde die französische Gruppe die Mehrheit an dem...	<a class='LinkMehr' title='Stefan Raabs Brainpool-Verkauf kommt vor Gericht' href='http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2018/05/30/stefan-raabs-brainpool-verkauf-kommt-vor-gericht-1493/'>Mehr</a><a href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2018/05/30/stefan-raabs-brainpool-verkauf-kommt-vor-gericht-1493/"></a></p><p>von Jan Hauser erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/">Medienwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p><p><a href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/" title="Stefan Raabs Brainpool-Verkauf kommt vor Gericht"><img src="/wp-content/blogs.dir/18/files/2017/08/cropped-blog_vorschaubild_medienwirtschaft-190x107_c.jpg" alt="Medienwirtschaft" title="Medienwirtschaft" /></a></p>]]></description>
		<content:encoded>
			<![CDATA[<strong>Der Fernsehproduzent Brainpool zankt sich vor dem Landgericht Köln: Darf Stefan Raab seine Anteile an Banijay verkaufen? Durch den Erwerb würde die französische Gruppe die Mehrheit an dem Unternehmen erhalten, das hinter Sendungen von Luke Mockridge, Carolin Kebekus und Bastian Pastewka steckt.</strong>

[caption id="attachment_1467" align="alignnone" width="940"]<img class="size-full wp-image-1467" src="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/files/2018/04/luke-mockridge-dpa.jpg" alt="" width="940" height="672" /> Luke Mockridge[/caption]

<!--more-->

Die Führung über den Kölner Fernsehproduzenten Brainpool ist heiß umkämpft. Am 5. Juli wird der Streit um das Unternehmen vor dem Landgericht Köln ausgetragen, wie das Gericht der F.A.Z. mitteilte. In der mündlichen Verhandlung geht es um die Anteile des früherer Moderators Stefan Raab an dem Fernsehproduktionsunternehmen, das vor allem mit seinen Sendungen wie „TV Total“ oder „Schlag den Raab“ auf dem Privatsender Pro Sieben groß geworden ist. Unter welchen Umständen darf er seine Anteile an die französische Banijay-Gruppe verkaufen, die damit zum Mehrheitsgesellschafter wird und die Macht im Unternehmen übernimmt?

Gegen den neue Mehrheit im Unternehmen wehrt sich Brainpool-Gründer und Mitgesellschafter Jörg Grabosch, der einst Produzent zahlreicher Raab-Sendungen war. Er hat eine einstweilige Verfügung gegen die Brainpool Beteiligungsgesellschaft durchgesetzt: Diese hat es demnach zu unterlassen, eine „Zustimmung zur Abtretung des Geschäftsanteils von Herrn Raab an die Banijay Germany GmbH zu vollziehen“, bevor die Rechtmäßigkeit des Beschlusses abschließend gerichtlich geklärt wurde, wie das Landgericht Köln mitteilt. Das Gericht hat die Verfügung am 16. April erlassen und bezieht sich auf mögliche Beschlüsse einer Gesellschafterversammlung am 20. April (Aktenzeichen 88 O 30/18). Nun wurde gegen diese Verfügung Widerspruch eingelegt, womit es im Juli zur Verhandlung vor dem Landgericht Köln kommt.

<strong>Die sechs Geschäftsführer müssen sich verstehen</strong>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2018/04/25/tauziehen-um-brainpool-stefan-raab-spielt-seine-rolle-im-kampf-um-das-fernsehunternehmen-1466/">Durch Raabs Abtritt von der Fernsehbühne verlor Bainpool den Großteil der ausgestrahlten Sendungen und auch Umsatz, hat sich inzwischen aber wieder gefangen</a>. Zum Portfolio aus dem Brainpool-Haus gehören Luke Mockridge und dessen Unterhaltungsshows wie Ausgaben zur Fußball-Weltmeisterschaft auf Sat 1, Carolin Kebekus und ihr „Pussyterror TV“ in der ARD oder Bastian Pastewka, der für Amazon Prime Video gerade die neunte Staffel von „Pastewka“ dreht.

Darin ist auch die Pariser Banijay-Gruppe interessiert, die in 16 Länder aktiv ist und in Deutschland wachsen möchte. Banijay besitzt die Hälfte der Anteile an Brainpool und hat mit Raab den Kauf von dessen Anteil von 12,5 Prozent vereinbart. Den Verkauf von Raabs Anteile wird das Landgericht  in der Verhandlung am 5. Juli erörtern. Als Mehrheitsgesellschafter drängt Banijay die beiden Mitgesellschafter Jörg Grabosch und Andreas Scheuermann aus der Geschäftsführung heraus, die sich dagegen gerichtlich wehren. An der Spitze hat sich das Unternehmen daher vorerst erweitert und zählt nun sechs Personen in der Geschäftsführung der Brainpool TV GmbH. Neu hinzugekommen ist dort Banijay-Manager Peter Langenberg, der die Interessen der französischen Fernsehgruppe im Unternehmen vertreten darf. Außer Grabosch und Scheuermann zählen Tobias Baumann, Andreas Viek und Godehard Wolpers zur Geschäftsführung.

[caption id="attachment_1469" align="alignnone" width="300"]<img class="size-medium wp-image-1469" src="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/files/2018/04/joerg-grabosch-brainpool-e1524582316316-300x254.jpg" alt="" width="300" height="254" /> Jörg Grabosch[/caption]

Mit der Führungsspitze beschäftigt sich eine weitere einstweilige Verfügung, die Grabosch und Scheuermann beantragt haben und die das Landgericht Köln am 20. April erlassen hat (Aktenzeichen 88 O 33/18). Demnach bleiben Grabosch und Scheuermann in der Geschäftsführung trotz ihrer Abberufung durch die Gesellschafterversammlung vom 20. April, damit sie ihre Tätigkeit als Gesellschafter weiterführen können. Das gilt bis über die Rechtmäßigkeit der Beschlüsse rechtskräftig entschieden ist und beinhaltet eine Gesamtvertretung mit dem neuen Geschäftsführer. Somit kann die Geschäftsführung Entscheidungen nur gemeinsam treffen. Hierzu wurde noch kein Widerspruch eingelegt, wie das Landgericht mitteilt. Die Geschäftsführung bleibt vorerst auf Einvernehmen unter den sechs Führungskräften angewiesen.

<strong>Mehr im Blog:</strong>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2018/04/25/tauziehen-um-brainpool-stefan-raab-spielt-seine-rolle-im-kampf-um-das-fernsehunternehmen-1466/">Tauziehen um Brainpool: Stefan Raab spielt seine Rolle im Kampf um das Fernsehunternehmen</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2017/10/26/stylehaul-rtl-fuettert-den-nachwuchs-mit-online-videos-1425/">Stylehaul: RTL füttert den Nachwuchs mit Online-Videos</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2017/08/09/rtl-baut-mit-watchbox-das-videoangebot-im-internet-um-1393/">RTL baut mit Watchbox das Videoangebot um</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2017/05/12/deutschland-sucht-den-superstar-zieht-nach-amerika-1342/">„Deutschland sucht den Superstar“ zieht nach Amerika</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2016/11/08/fuehrungswechsel-rtl-sucht-den-digitalen-superstar-1276/">Führungswechsel: RTL sucht den digitalen Superstar</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2016/08/25/american-gods-rtl-bandelt-mit-amazon-an-1165/">American Gods: RTL bandelt mit Amazon an</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2016/08/04/fussball-em-aergert-pro-sieben-sat-1-1152/">Fußball-EM ärgert Pro Sieben Sat 1</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2016/07/13/virtual-reality-der-naechste-film-dreht-virtuelle-runden-1136/">Virtual Reality: Der nächste Film dreht virtuelle Runden</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2016/04/04/fernsehserien-aus-europa-ziehen-um-die-welt-1099/">Fernsehserien aus Europa ziehen um die Welt</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2016/03/17/rtlplus-neuer-rtl-sender-laesst-alte-shows-aufleben-1082/">RTLplus: Neuer RTL-Sender lässt alte Shows aufleben</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2016/03/11/rtl-will-mehr-selbst-produzieren-1057/">RTL will mehr selbst produzieren</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2016/03/02/kommentar-zahlen-fuer-rtl-mit-tv-now-plus-1047/">Kommentar: Zahlen für RTL mit TV Now Plus</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2016/03/01/tv-now-rtl-umwirbt-die-zuschauer-im-internet-1036/">TV Now: RTL umwirbt die Zuschauer im Internet</a>

<a rel="nofollow" href="http://Nach%20dem Dschungelcamp ist vor dem Bachelor: Was RTL-Programmchef Frank Hoffmann plant http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2016/02/08/nach-dem-dschungelcamp-ist-vor-dem-bachelor-was-rtl-programmchef-frank-hoffmann-plant-1020/">Nach dem Dschungelcamp ist vor dem Bachelor: Was RTL-Programmchef Frank Hoffmann plant</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2015/12/19/kalter-krieg-nein-danke-970/">Kalter Krieg? Nein, danke</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2015/11/27/kommentar-wie-wir-fernsehen-957/">Kommentar: Wie wir fernsehen</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2015/11/26/rtl-zieht-mit-dem-kalten-krieg-in-die-zukunft-954/">RTL zieht mit dem Kalten Krieg in die Zukunft</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2015/09/24/amazon-vor-netflix-doch-die-mehrheit-schaut-klassisches-fernsehen-900/">Amazon vor Netflix: Doch die Mehrheit schaut klassisches Fernsehen</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2015/08/25/ab-in-die-hoehle-der-loewen-gruender-lernen-jetzt-im-fernsehen-laufen-885/">Ab in die Höhle der Löwen: Gründer lernen jetzt im Fernsehen Laufen</a>

<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2015/06/19/kommentar-schlag-den-raab-778/">Kommentar: Schlag den Raab</a>

<strong>Mehr zum Thema:</strong>

<a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/stefan-raab-mischt-bei-fernsehproduzent-brainpool-mit-15515607.html">Stefan Raab mischt hinter den Kulissen mit</a>

<a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/raabs-abgang-reisst-luecke-bei-prosiebensat-1-13654591.html">Raabs Abgang reißt Lücke bei Pro Sieben Sat.1</a>

<a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/stefan-raab-hoert-auf-und-beendet-seine-tv-karriere-13653873.html">Stefan Raabs Erfolgsspur: Wadde hadde gudde gemacht?</a>

<a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/stefan-raab-beendet-seine-tv-karriere-13653419.html">Stefan Raab tritt ab: Ausstieg total</a>

<a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/eurovision-2011/joerg-grabosch-der-mann-hinter-stefan-raab-1635404.html">Jörg Grabosch: Der Mann hinter Stefan Raab</a>

_____________________________________________________________

<strong>F.A.Z.-Blog Medienwirtschaft</strong>
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]]>
		</content:encoded> <wfw:commentRss>http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2018/05/30/stefan-raabs-brainpool-verkauf-kommt-vor-gericht-1493/feed/</wfw:commentRss>
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  <item>
		<title>Goldene Palme für &#8222;Burning&#8220; &#8211; das wäre gerecht. Eine Wunschliste</title>
		<link>http://blogs.faz.net/filmfestival/?p=1279</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/filmfestival/?p=1279#comments</comments> <pubDate>Sat, 19 May 2018 10:23:09 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Verena Lueken</dc:creator> <guid
			isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/filmfestival/2018/05/19/goldene-palme-fuer-burning-das-waere-gerecht-eine-wunschliste-1279/</guid> <description><![CDATA[<p>Wenn es gerecht zuginge, wäre der große Gewinner dieses seltsam ungleichmäßigen, teilweise sehr schlechten Festivals mit einigen tollen Filmen Lee Chang-Dong und sein alle überragender Film...	<a class='LinkMehr' title='Goldene Palme für &#8222;Burning&#8220; &#8211; das wäre gerecht. Eine Wunschliste' href='http://blogs.faz.net/filmfestival/2018/05/19/goldene-palme-fuer-burning-das-waere-gerecht-eine-wunschliste-1279/'>Mehr</a><a href="http://blogs.faz.net/filmfestival/2018/05/19/goldene-palme-fuer-burning-das-waere-gerecht-eine-wunschliste-1279/"></a></p><p>von Verena Lueken erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/filmfestival/">Filmfestival</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p><p><a href="http://blogs.faz.net/filmfestival/" title="Goldene Palme für &#8222;Burning&#8220; &#8211; das wäre gerecht. Eine Wunschliste"><img src="/wp-content/blogs.dir/71/files/2018/05/cropped-BlogCannes_kl-190x107_c.jpg" alt="Filmfestival" title="Filmfestival" /></a></p>]]></description>
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			<![CDATA[Wenn es gerecht zuginge, wäre der große Gewinner dieses seltsam ungleichmäßigen, teilweise sehr schlechten Festivals mit einigen tollen Filmen Lee Chang-Dong und sein alle überragender Film „Burning“ nach einer Kurzgeschichte von Murakami. Er steht weit oben auf meiner Favoritenliste wie auch auf der sehr vieler Kollegen. Die Punktetabelle eines Branchenblatts hat er fast gesprengt, so viele Sternchen wurden da vergeben.

[caption id="attachment_1283" align="aligncenter" width="767"]<img class="size-full wp-image-1283" src="http://blogs.faz.net/filmfestival/files/2018/05/Unbenannt.jpg" alt="" width="767" height="551" /> Szene aus "Burning"[/caption]

Das heißt für die Entscheidung der Jury gar nichts. Viele Schauspieler in einer Jury wie hier machen die Sache vollends unberechenbar. Trotzdem habe ich letzte Nacht meine Palmen-Wunschliste zusammengeträumt, nicht zu verwechseln mit einer Prognose, die in diesem Jahr unmöglich zu treffen ist:

Goldene Palme – „Burning“, was sonst

Großer Preis der Jury – „Shoplifters“ von <span data-original-name="Hirokazu Koreeda">Hirokazu Koreeda</span>

Beste Darstellerin – Zhao Tao. in „Ash Is Purest White“ von <span data-original-name="Jia Zhangke">Jia Zhangke</span>

Bester Darsteller – Jafar Panahi in seinem „3 Faces“ (das wäre was!)

Beste Regie – Jean-Luc Godard für „Le Livre d`Image“

Bestes Drehbuch – „Leto“ von Kirill Serebrennikow

Spezialpreis der Jury – „BlackkKlansman“ von Spike Lee

[caption id="attachment_1288" align="aligncenter" width="768"]<img class="size-full wp-image-1288" src="http://blogs.faz.net/filmfestival/files/2018/05/shoplifters.jpg" alt="" width="768" height="576" /> "Shoplifters"von Hirokazu Koreeda[/caption]

[caption id="attachment_1287" align="aligncenter" width="767"]<img class="size-full wp-image-1287" src="http://blogs.faz.net/filmfestival/files/2018/05/Ash.jpg" alt="" width="767" height="511" /> „Ash Is Purest White“ von Jia Zhangke[/caption]

[caption id="attachment_1286" align="aligncenter" width="766"]<img class="size-full wp-image-1286" src="http://blogs.faz.net/filmfestival/files/2018/05/faces.jpg" alt="" width="766" height="404" /> "3 Faces" von Jafar Pahani[/caption]

[caption id="attachment_1285" align="aligncenter" width="770"]<img class="size-full wp-image-1285" src="http://blogs.faz.net/filmfestival/files/2018/05/livre.jpg" alt="" width="770" height="432" /> „Le Livre d`Image“ von Jean-Luc Godard[/caption]

[caption id="attachment_1284" align="aligncenter" width="766"]<img class="size-full wp-image-1284" src="http://blogs.faz.net/filmfestival/files/2018/05/leto.jpg" alt="" width="766" height="513" /> "Leto" von Kirill Serebrennikow[/caption]

Wahrscheinlich kommt es anders. Heute Abend wird es verkündet, mit großem Tamtam auf und hinter dem roten Teppich. Noch einmal große Garderobe, noch einmal kein Selfie. Die Journalisten sitzen gemütlich nebenan und rufen ihre Favoriten in den Raum, stöhnen oder springen begeistert auf und klatschen.  Es ist der einzige Abend, an dem es ein bisschen zugeht wie im Fußballstadion. Immer ist irgendwer sehr enttäuscht. Kommentar folgt.

&nbsp;<p>von <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/filmfestival/blog/author/fazadmin/">&lt;a href=&quot;http://blogs.faz.net/filmfestival/author/fazadmin/&quot;&gt;fazadmin&lt;/a&gt;</a> erschienen in <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/filmfestival">Filmfestival</a> ein Blog von <a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/" />FAZ.NET</a>.</p>
]]>
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  <item>
		<title>Was ist wahre Tierliebe?</title>
		<link>http://blogs.faz.net/platzfuertiere/?p=566</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/platzfuertiere/?p=566#comments</comments> <pubDate>Wed, 16 May 2018 20:44:44 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Henrike Schirmacher</dc:creator> <guid
			isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/platzfuertiere/2018/05/16/ist-wahre-tierliebe-566/</guid> <description><![CDATA[<p>Coole Umweltschützer sind uns sympathisch. Der Rechtsstreit um das Affenselfie von Makake Naruto zeigt allerdings, wie man sich als vermeintlicher Tierschützer so richtig unbeliebt macht.  <a class='LinkMehr' title='Was ist wahre Tierliebe?' href='http://blogs.faz.net/platzfuertiere/2018/05/16/ist-wahre-tierliebe-566/'>Mehr</a><a href="http://blogs.faz.net/platzfuertiere/2018/05/16/ist-wahre-tierliebe-566/"></a></p><p>von Henrike Schirmacher erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/platzfuertiere/">Der Platz für Tiere</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p><p><a href="http://blogs.faz.net/platzfuertiere/" title="Was ist wahre Tierliebe?"><img src="/wp-content/blogs.dir/93/files/2017/08/cropped-blog_vorschaubild_der_platz_für_tiere-190x107_c.jpg" alt="Der Platz für Tiere" title="Der Platz für Tiere" /></a></p>]]></description>
		<content:encoded>
			<![CDATA[[caption id="attachment_580" align="alignnone" width="592"]<img class="wp-image-580" src="http://blogs.faz.net/platzfuertiere/files/2018/05/twitter-300x164.jpg" alt="" width="592" height="324" /> Selfie von Schopfaffe Naruto: Ob Mensch oder Tier, selten kommt man gut weg.[/caption]

Sicherlich wäre der kleine Schopfaffe Naruto ganz reumütig, würde er verstehen, welches Schicksal den englischen Tierfotografen David Slater nach ihrer beider Begegnung ereilte. Als Naruto mitten im sulawesischen Regenwald einfach mal so ein Selfie mit Slaters Kamera schoss, entbrannte sogleich ein erbitterter Rechtsstreit zwischen amerikanischen Tierschützern von Peta und dem Fotografen. Peta zog nämlich im Namen des Affen vor Gericht, um Naruto die Bildrechte zusprechen zu lassen. Doch die Tierschützer scheiterten. Ein Gericht in den Vereinigten Staaten entschied: Tiere können keine Klage einreichen. Schon gar nicht wegen Urheberrechtsverletzung.

Obwohl das Affenbild auf der ganzen Welt eifrig geklickt wurde, hat die Geschichte leider keinen Deut dazu beigetragen, den Fokus auf die vom Aussterben bedrohte Makakenart zu lenken. Peta und deren Gefolgschaft setzen ganz bewusst auf Polarisierung und Angriff. Sie wollen zunächst gängige gesellschaftliche Wertvorstellungen vernichten, um anschließend eine „tiergerechtere“ Welt aufzubauen. Doch wer den Bogen so überspannt, erntet Abneigung. Im Grunde ist das Geschehen um Naruto mit der Wirkung einer reißerischen Boulevardschlagzeile zu vergleichen. Man guckt ganz gerne mal hin, um im Nachhinein eine enorme Distanz zum doch recht skrupellosen Vorgehen des Urhebers zu entwickeln.

Nun liegt die Vermutung also nahe, dass es hier nicht vorrangig um den Einsatz für Tierrechte ging, sondern um Aufmerksamkeit. Je  mehr davon, desto bereitwilliger zahlen Sympathisanten in die Spendenkasse. Aber führt Aufmerksamkeit um jeden Preis zu Sympathie? Nein (!), würde jeder Vernünftige doch lautstark ausrufen. Ich frage mich: Welcher Typus Mensch ist eigentlich motiviert, in die Spendenkasse zu zahlen? Als Kind wollte ich selbst Umweltschützerin werden, fasziniert von Greenpeace-Aktionen zum Schutz der Ozeane. Besonders ihr Kampf für die Wale ist mir positiv in Erinnerung geblieben. Der Wal als Stellvertreter für eine friedliche, dennoch bedrohte Natur. Der Autor Frank Zelko beschreibt es in seinem Buch „Greenpeace. Von der Hippiebewegung zum Ökokonzern“ wunderbar. Durch Greenpeace wurde Umweltschutz aufregend. Noch heute hat die Bewegung den Ruf, die coole unter den Umweltschutzorganisationen zu sein. „Die Aktivisten sprangen in Schlauchboote mit Außenbordern, preschten über das offene Meer und drängten sich zwischen die Harpunen der Walfänger und fliehende Pottwal-Schulen“, beschreibt Zelko eine Situation, die viele seiner Leser sicherlich mit großer Genugtuung wahrgenommen haben.

Über das Theater um Naruto kann jeder Tierfreund allerdings nur den Kopf schütteln. Das Traurige daran ist, die Meerkatzenverwandten <em>Macaca nigra</em> können derweil wirklich Unterstützung gebrauchen. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat die Schopfaffen auf die Rote Liste gefährdeter Arten gesetzt. Ihr delikates Fleisch und die Tatsache, dass sie Felder der Menschen plündern, werden ihnen neben dem Verlust ihres Lebensraums durch Regenwaldrodung in ihrer Heimat in Indonesien zum Verhängnis.

Mitleid empfinde ich nach dieser gerichtlichen Auseinandersetzung weder für Naruto, noch für die Tierschützer. Am Ende berührt mich nur das Schicksal des Wildtierfotografen, der seit dem Trubel um das Selbstportrait ziemlich erschöpft sein muss. Dem Vernehmen nach arbeitet er mittlerweile ausgebrannt als Tennislehrer. Die Gründerin von Peta, Ingrid Newkirk, sagte zwar einmal: „Wir verlangen von niemandem, dass er unsere Vorgehensweise gutheißt. Es stört uns nicht, wenn wir verdammt werden – solange jemand freundlich ist zu Tieren. Es geht nie um Peta, es geht nur um die Tiere. […]“ Aber das Gericht urteilte im Fall von Naruto offenbar anders: Peta habe nicht nachweisen können, dass die Organisation eine „signifikante Beziehung“ zu Naruto pflege. Es liege zudem nahe, dass Peta die eigenen Interessen vor die Narutos gestellt und den Affen als „ahnungslose Marionette“ benutzt habe. Darüber hinaus entschied das Gericht, dass Peta die Anwaltskosten des Tierfotografen zahlen muss.

Wertschätzung für Tiere wächst und gedeiht mit der Hilfe feinfühliger Vorbilder, bockige Rechthaberei richtet naturgemäß weniger aus. <a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/platzfuertiere/2016/10/31/tiere-erleben-dann-funktioniert-auch-der-tierschutz-11/">Bernhard Grzimek, der als Direktor des Frankfurter Zoos, Tierfilmer und Naturschützer weltbekannt wurde, vermochte sogar die ganze Bevölkerung eines Landes, nämlich Tansania, dahingehend umzustimmen, dass für die Menschen dort bedrohliche und vor allem mit ihnen im Wettbewerb um Nahrung stehende Tiere in der Serengeti dennoch schützenswert sind.</a> Um das zu erreichen, hat  er stets mit den Menschen gearbeitet,  nicht gegen sie. Selbst dem Wohl einer haarigen Spinne in den eigenen vier Wänden kann man zugetan sein, es bedarf lediglich eines Vorbilds, einer Bezugsperson, die einem in jungen Jahren zeigt, wie man das zarte Wesen behutsam mit Glas und Zeitungspapier einfängt, um es dann vor das Fenster zu setzen. Unterm Strich erscheint es somit deutlich effektiver, Mensch und Tier zusammen zu bringen, anstatt sie voneinander zu entfremden. In Grzimeks Worten: Menschen „die ohne Fühlung mit Tieren und Pflanzen in den Betonschluchten der Städte leben“ muss man für Artenschutz begeistern. Ein guter Lehrer und Erzieher weiß, Begeisterung kommt immer dann zustande, wenn nicht verprellt, sondern das Innerste berührt wird.

Drum bin ich am Ende versucht, eine verborgene Begründung für dieses affige Verhalten zu finden. Peta-Aktivistin Newkirk selbst erklärte es einmal, allerdings im Kontext artgerechter Haltung: Wenn ein Mensch etwas propagiert, sich aber nicht daran hält, liegen diesem fehlgeleiteten Verhalten Aggressionen und Geldgier zugrunde. Immerhin, der Fotograf Slater zog eine zynische Lehre aus dem Trubel: „Ich wünschte, ich hätte die verdammten Fotos nie gemacht.“<p>von <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/platzfuertiere/blog/author/fazadmin/">&lt;a href=&quot;http://blogs.faz.net/platzfuertiere/author/fazadmin/&quot;&gt;fazadmin&lt;/a&gt;</a> erschienen in <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/platzfuertiere">Der Platz für Tiere</a> ein Blog von <a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/" />FAZ.NET</a>.</p>
]]>
		</content:encoded> <wfw:commentRss>http://blogs.faz.net/platzfuertiere/2018/05/16/ist-wahre-tierliebe-566/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments> </item>
  <item>
		<title>Die Digital-Charta ist zurück und sie will noch immer Verfassung sein</title>
		<link>http://blogs.faz.net/wort/?p=547</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/wort/?p=547#comments</comments> <pubDate>Tue, 24 Apr 2018 13:00:47 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Hendrik Wieduwilt</dc:creator> <guid
			isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/wort/2018/04/24/die-digital-charta-ist-zurueck-und-sie-will-noch-immer-verfassung-sein-547/</guid> <description><![CDATA[<p>Die Zeit-Stiftung will am Mittwoch die nächste Version ihrer “Charta der digitalen Grundrechte der Europäischen Union” veröffentlichen. Darüber spricht dann unter anderem auch die...	<a class='LinkMehr' title='Die Digital-Charta ist zurück und sie will noch immer Verfassung sein' href='http://blogs.faz.net/wort/2018/04/24/die-digital-charta-ist-zurueck-und-sie-will-noch-immer-verfassung-sein-547/'>Mehr</a><a href="http://blogs.faz.net/wort/2018/04/24/die-digital-charta-ist-zurueck-und-sie-will-noch-immer-verfassung-sein-547/"></a></p><p>von Hendrik Wieduwilt erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/wort/">Das letzte Wort</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p><p><a href="http://blogs.faz.net/wort/" title="Die Digital-Charta ist zurück und sie will noch immer Verfassung sein"><img src="/wp-content/blogs.dir/21/files/2017/08/cropped-blog_vorschaubild_das-letzte-wort-190x107_c.jpg" alt="Das letzte Wort" title="Das letzte Wort" /></a></p>]]></description>
		<content:encoded>
			<![CDATA[<span >Die Zeit-Stiftung will am Mittwoch die nächste Version ihrer “Charta der digitalen Grundrechte der Europäischen Union” veröffentlichen. Darüber spricht dann unter anderem auch die Bundesjustizministerin Katarina Barley. Mir liegt ein aktualisierter Text vom 21. Dezember (<a rel="nofollow" href="https://drive.google.com/file/d/1ilyMsoSiJ__t63-8ntFyZhMQy_Yc3K5x/view?usp=sharing">PDF</a>) vor und um den soll es offenbar gehen, das teilen jedenfalls mehrere mit dem Thema vertraute Personen mit. Aus dem öffentlichen Diskussionsprozess ist wohl irgendwann ein nichtöffentlicher geworden, denn auf dem offiziösen Internetauftritt steht noch </span><a rel="nofollow" href="https://digitalcharta.eu/"><span >die alte Variante</span></a><span >. </span>

<span >Die Autoren haben manche der umstrittensten Passagen entschärft - so etwa den von allen Seiten nahezu einhellig verdammten Artikel 5, der aus Sozialen Netzwerken Totalüberwacher gemacht hätte. Harmlos ist das Projekt allerdings noch immer nicht, sieht man sich die Präambel und die einzelnen Artikel näher an - und das lohnt sich, immerhin wurde die Idee einer Digitalcharta inzwischen durch eine Erwähnung im Koalitionsvertrag geadelt.</span>

<strong>Was ist die “Digital-Charta”?</strong>

<span >Die Digital-Charta ist ein mit umfangreichen Presseanzeigen beworbenes Projekt der “Zeit-Stiftung”, maßgeblich unterstützt durch den früheren EP-Präsidenten und SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz und propagiert von Promis, darunter Heinz Bude, Juli Zeh, Johnny Haeusler, Ulrich Wilhelm, Christoph Keese, Jeanette Hofmann, Sascha Lobo und Rebecca Casati. Es war von Anfang an auf eine Änderung der EU-Verfassung ausgelegt. Manche der Artikel propagierten eine Art Netzwerkdurchsetzungsgesetz auf Steroiden: Internetanbieter sollten praktisch jedes Ungemach im Keim ersticken: “Digitale Hetze, Mobbing sowie Aktivitäten, die geeignet sind, den Ruf oder die Unversehrtheit einer Person ernsthaft zu gefährden, sind zu verhindern”, hieß es in der wohl meistkritisierten und nun gestrichenen Passage. Unklar blieb, warum die Promis, Politologen und mit ins Boot geholten Staatsrechtler den Text in Form einer Verfassung gegossen haben, denn diesem Anspruch wurde die Charta an keiner Stelle gerecht. (Details dazu <a rel="nofollow" href="https://blogs.faz.net/wort/2016/11/28/exklusiv-eine-charta-der-digitalen-grundrechte-der-eu-475/">auch auf diesem Blog</a>.)</span>

<span >So richtig wissen die Organisatoren wohl noch immer nicht, was sie sein wollen: Das Papier beschreibt sich mal als "Entwurf einer Digital-Charta" (siehe Präambel), mal als "politisches Manifest in Gestalt eines gesetzesähnlichen Textes". Auch der Inhalt ist weiterhin diffus: "Vorschläge für neue Grundrechte" sollen es sein, die in ein "bindendes Grundrechte-Dokument" münden - dann wieder ist die Rede von "Stärkung und Konkretisierung bestehender Grundrechte", was ja gerade nicht nach neuen Rechten klingt. Wo es grad passt, ist wiederum von "geistigen und materiellen Interessen" die Rede, das meint dann wohl die hinter manchem Paragrafen stehende Kreativindustrie. An anderer Stelle geht es dann um "Rechte und Prinzipien", worunter man nun wieder alles und nichts verstehen kann. </span>

<span >Zwischenergebnis: Auch bei dieser Version der Charta hat kein Jurist oder gar Staatsrechtler die Schlussredaktion übernommen.</span>

<strong>Peinliche Paragrafen-Scharade</strong>

<span >Tatsächlich setzt die "Charta" damit ihre peinliche Paragrafen-Scharade fort: Sie möchte Gesetz sein, weil es sexy klingt und mehr Bumms hat als ein bloßes Thesenpapier - obwohl sie mehr nicht ist. Aufgeplustert beginnt das Werk mit einer bizarren Präambel, in der in Kapitalen geschrieben steht, was "WIR, DIE AUTORINNEN UND AUTOREN" über dies und jenes denken. Die prätentiöse Einleitung wirkt ein wenig wie ein 6jähriger, der sich als "König" zum Karneval einen falschen Hermelinpelz überwirft und huldvoll seine neuesten "Dekrete" von einer Haushaltsrolle abliest. So viel Zeremoniell erlaubt sich nicht einmal die heutige EU-Grundrechtecharta - die beginnt recht trocken und </span><a rel="nofollow" href="http://www.europarl.europa.eu/germany/resource/static/files/europa_grundrechtecharta/_30.03.2010.pdf"><span >ohne Glamour für die Verfasser</span></a><span >. Das Grundgesetz hat auch eine Präambel, </span><a rel="nofollow" href="https://www.gesetze-im-internet.de/gg/BJNR000010949.html"><span >dort</span></a><span > geht es aber erst einmal um Gott, dann um das deutsche Volk, aber nicht die Verfasser - und sie hält sich kürzer als das lange Intro der Charta-Autoren. Die Charta ist damit quasi das Instagram-Selfie unter den Verfassungen.</span>

[caption id="attachment_550" align="aligncenter" width="711"]<img class="size-full wp-image-550" src="http://blogs.faz.net/wort/files/2018/04/charta.jpg" alt="" width="711" height="709" /> Präambel der Charta. Spüren Sie die Grandeur?[/caption]

<span >Immerhin: Es ist nicht länger verharmlosend die Rede von "einer Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern" - zu den Initiatoren des Textes gehörte immerhin ein gewisser Martin Schulz (SPD) und Springerlobbyist Christoph Keese, also keineswegs Menschen aus der uneigennützig tätigen Zivilgesellschaft.</span>

<span >Inhaltlich geht es letztlich um einige fromme Wünsche, überwiegend längst bekannte und debattierte Plattitüden, aber bisweilen auch eher haarsträubende Kulturdiktate. </span>

<strong>Pluralität per Dekret: Artikel 12</strong>

<span >Gefährlich bleibt es in Artikel 12, dort ist weiterhin die Forderung nach zwingendem Pluralismus in sozialen Netzwerken enthalten: "In der digitalen Welt sind Pluralität und kulturelle Vielfalt zu fördern". Das klingt nach dem Wunsch der Bundesjustizministerin Katarina Barley, die Facebook und Co. zwingen will, </span><a rel="nofollow" href="https://www.tagesspiegel.de/politik/tagesspiegel-diskussionsveranstaltung-barley-fordert-mehr-meinungen-bei-facebook/21190242.html"><span >den Nutzern mehr Gender-Themen zu zeige</span></a><span >n. Der Staat würde so zum Weltverleger, zur ganz großen Brille, durch die jeder Nutzer der digitalen Welt künftig blicken muss. Auch Artikel 4 (ehemals Artikel 5) zur Meinungsfreiheit ist in diesem Geist geschrieben: Dieses "Grundrecht" ist eigentlich eine Grundpflicht, denn Betreiber von Plattformen im Internet ("Betreiber öffentlicher Diskursräume") sollen die Beachtung der Grundrechtecharta gewährleisten. Es handelt sich also um eine Art Regulierung im schmeichelhaften Gewand eines Grundrechts.</span>

<span >Harmloser, aber wohl etwas redundant sind Sätze wie “Netzneutralität ist diskriminierungsfrei zu gewährleisten” (Art. 11). Ist denn eine diskriminierende Netzneutralität überhaupt neutral? Personenbezogene Daten sollen “nur nach Treu und Glauben” erhoben und verarbeitet werden (Art. 7), was die Autoren aus der bald in Kraft tretenden Datenschutzgrundverordnung abgeschrieben haben. Inwieweit der Art. 7 gegenüber dieser gewaltigen Reform nun ein Fortschritt ist, bleibt rätselhaft - allerdings schwächelten die Initiatoren beim Thema Datenschutz auf ihrer eigenen Seite kürzlich noch derart, dass der Datenschutzbeauftragte aus Hamburg </span><a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/wort/2016/12/02/datenschutzbehoerde-ermahnt-digitale-charta-500/"><span >sie zu Nachbesserungen ermahnen musste</span></a><span >. Es geht wohl einmal mehr um Wohlklang statt Substanz.</span>

<strong>Weniger Schutz als im Grundgesetz</strong>

<span >Undeutlich bleibt Artikel 16: "Im digitalen Zeitalter ist effektiver Arbeitsschutz und Koalitionsfreiheit zu gewährleisten." Hier möchte man fragen: Jetzt erst? Vorher nicht? Artikel 9 unseres bestehenden Grundgesetzes zu lesen kam den Autoren womöglich nicht in den Sinn. Vielleicht finden sie ihre kürzere Formulierung schlicht besser als die in unserer Verfassung. Die Charta bleibt allerdings hinter dem Grundgesetz zurück. Möchten die Charta-Autoren etwa den Schutz der Arbeitnehmer einschränken? Ähnlich verhält es sich mit der Unverletzlichkeit der Wohnung. </span>

<span >Man kann sich ein Grundgesetz übrigens kostenlos bei der Bundeszentrale für politische Bildung </span><a rel="nofollow" href="http://www.bpb.de/shop/buecher/grundgesetz/34367/grundgesetz-fuer-die-bundesrepublik-deutschland"><span >bestellen</span></a><span >.</span>

<strong>Staatsgeheimnisse werden abgeschafft</strong>

<span >Artikel 5 besteht aus allerlei Vorschriften zu "Automatisierten Systemen". Am Ende soll jedenfalls ein Mensch entscheiden - das steht in dem Paragrafen gleich mehrfach, in Bezug auf Entscheidungen "von erheblicher Bedeutung", solche, die "in Grundrechte eingreifen", aber auch bei solchen über Leben und Freiheitsentzug - sind letztere denn nicht von erheblicher Bedeutung und greifen sie etwa nicht in Grundrechte ein? Egal. Artikel 6 schafft quasi im Vorbeigehen sämtliche Staatsgeheimnisse ab. Er gewährleistet uneingeschränkte Transparenz gegenüber jedermann. Ein Vorbehalt soll nur zum Schutz personenbezogener Daten gelten, also nicht etwa aus Gründen der Sicherheit, der Außenpolitik oder was das </span><a rel="nofollow" href="https://www.gesetze-im-internet.de/ifg/__3.html"><span >Informationsfreiheitsgesetz sonst noch an Ausnahmen kennt</span></a><span >. Mit einem Schlag sind sämtliche Archive der Ministerien, aber auch von privaten Unternehmen, sofern sie öffentliche Aufgaben wahrnehmen, offen. </span>

<strong>Gerichte werden überflüssig</strong>

<span >Der juristisch wohl größte Knaller verbirgt sich in Artikel 17 und ist ein alter Bekannter: Die Charta soll nämlich nicht nur für staatliche Stellen gelten, sondern "die Rechte und Prinzipien" (was immer das ist) auch gegenüber "nichtstaatlichen Akteuren" greifen. "Dabei ist eine Abwägung mit den Grundrechten dieser Akteure vorzunehmen". Wägt man also Prinzipien mit Grundrechten ab? Egal. Der Artikel widerspricht jedenfalls wie schon die Vorgängerversion unserem Grundgesetz. Denn das sieht eine Grundrechtsbindung gemäß dem - unveränderlichen - Artikel 1 Absatz 3 GG grundsätzlich nur für den Staat vor (Ausnahme: Art. 9 GG). Die Rechtsprechung hat dazu eine lediglich mittelbare Grundrechtsbindung entwickelt. Im Aktienrecht debattiert die Fachwelt seit vielen Jahren, ob ein Unternehmen nun den Aktionärsinteressen dient (shareholder value, so steht es derzeit im Gesetz) oder der Allgemeinheit. Man darf davon ausgehen, dass sich die Charta-Autoren auch mit diesen Diskussionen nicht unnötig aufgehalten haben.</span>

<strong>Noch immer "Freiheitsfressendes Monster"?</strong>

<span >Den Verfassern dürfte noch immer nicht klar sein - obwohl ihnen dies von vielen Kritikern mehrfach erklärt wurde -, dass eine totale Grundrechtsbindung für alle nicht bedeutet, dass alle automatisch glücklich sind und Regenbögen ausatmen. Es bedeutet vielmehr, dass über jeden einzelnen Streit künftig das Bundesverfassungsgericht urteilen müsste  und man sich die Ausarbeitung einfacher Gesetze sparen könnte. Beispiel: Wenn ich schlecht gelaunt bin und unter diesem Beitrag einen kritischen (aber legalen!) Kommentar löschen möchte, darf ich das. Künftig würde ich damit gegen das Grundrecht des Kommentators verstoßen, an das ich gebunden bin. Um das zu klären, müssten wir nach Karlsruhe gehen - denn einfache Gerichte haben nicht zu (nachkonstitutionellen) Verfassungsfragen zu entscheiden. Also, wie es zur alten Charta der bloggende Anwalt Thomas Stadler<a rel="nofollow" href="http://www.internet-law.de/2016/12/fordern-kann-man-viel-zur-sog-charta-fuer-digitale-grundrechte.html"> formulierte</a>: "(W)er wacht darüber? Diese Rolle wird selbstverständlich der Staat einnehmen. Was das bedeutet ist klar. Die Charta macht ihn zum Leviathan: zum freiheitsfressenden Monster."</span>

<span >Die Freiheit nimmt also deutlich ab und nicht zu. Doch was auch immer die Charta-Autoren im Sinn haben, etwa Kollektivierung, Verstaatlichung, neue Staatsmedien oder einfach nur Selbstmarketing - Freiheit für den Einzelnen ist es ganz sicher nicht. Das muss sich jeder vergegenwärtigen, der diese PR-Sause mit seinem Namen unterzeichnet.</span><p>von <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/wort/blog/author/fazadmin/">&lt;a href=&quot;http://blogs.faz.net/wort/author/fazadmin/&quot;&gt;fazadmin&lt;/a&gt;</a> erschienen in <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/wort">Das letzte Wort</a> ein Blog von <a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/" />FAZ.NET</a>.</p>
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		<title>Osterrätsel 2018 &#8211; die Diskussion</title>
		<link>http://blogs.faz.net/planckton/?p=1768</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/planckton/?p=1768#comments</comments> <pubDate>Tue, 10 Apr 2018 20:17:19 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Jochen Reinecke</dc:creator> <guid
			isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/planckton/2018/04/10/osterraetsel-2018-die-diskussion-1768/</guid> <description><![CDATA[<p>Liebe Leserinnen und Leser,

mit krankheitsbedingter Verspätung ist nun die Diskussion eröffnet. Wir freuen uns auf Ihre Fragen und Hinweise. Achtung, jeder Kommentar wird von Hand freigeschaltet,...	<a class='LinkMehr' title='Osterrätsel 2018 &#8211; die Diskussion' href='http://blogs.faz.net/planckton/2018/04/10/osterraetsel-2018-die-diskussion-1768/'>Mehr</a><a href="http://blogs.faz.net/planckton/2018/04/10/osterraetsel-2018-die-diskussion-1768/"></a></p><p>von Jochen Reinecke erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/planckton/">Planckton</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p><p><a href="http://blogs.faz.net/planckton/" title="Osterrätsel 2018 &#8211; die Diskussion"><img src="/wp-content/blogs.dir/17/files/2017/08/cropped-blog_vorschaubild_planckton-190x107_c.jpg" alt="Planckton" title="Planckton" /></a></p>]]></description>
		<content:encoded>
			<![CDATA[Liebe Leserinnen und Leser,

mit krankheitsbedingter Verspätung ist nun die Diskussion eröffnet. Wir freuen uns auf Ihre Fragen und Hinweise. Achtung, jeder Kommentar wird von Hand freigeschaltet, damit niemand das Lösungswort ausposaunt - die Freischaltung kann bis zu mehreren Stunden dauern.<p>von <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/planckton/blog/author/fazadmin/">&lt;a href=&quot;http://blogs.faz.net/planckton/author/fazadmin/&quot;&gt;fazadmin&lt;/a&gt;</a> erschienen in <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/planckton">Planckton</a> ein Blog von <a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/" />FAZ.NET</a>.</p>
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		<title>Abschied von der weißen Wildnis</title>
		<link>http://blogs.faz.net/antarktis/?p=94</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/antarktis/?p=94#comments</comments> <pubDate>Tue, 10 Apr 2018 18:13:09 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Ricarda Winkelmann und Ronja Reese</dc:creator> <guid
			isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/antarktis/2018/04/10/abschied-von-der-weissen-wildnis-94/</guid> <description><![CDATA[<p>Nachdenkliches Ende unserer Forschungsexpedition: Hundert Jahre nach Shackleton, nach hundert Probenahmen im Eis, das so ewig nun nicht mehr ist, blicken wir auf die verletzlichen Gletscher der Antarktischen Halbinsel, die immer schneller dahinschmelzen. <a class='LinkMehr' title='Abschied von der weißen Wildnis' href='http://blogs.faz.net/antarktis/2018/04/10/abschied-von-der-weissen-wildnis-94/'>Mehr</a><a href="http://blogs.faz.net/antarktis/2018/04/10/abschied-von-der-weissen-wildnis-94/"></a></p><p>von Ricarda Winkelmann und Ronja Reese erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/antarktis/">Aufbruch in die Antarktis</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p><p><a href="http://blogs.faz.net/antarktis/" title="Abschied von der weißen Wildnis"><img src="/wp-content/blogs.dir/98/files/2018/01/cropped-Vorschaubild_Blog_Antarktis-190x107_c.jpg" alt="Aufbruch in die Antarktis" title="Aufbruch in die Antarktis" /></a></p>]]></description>
		<content:encoded>
			<![CDATA[Letzte Station unserer Forschungsexpedition in der Antarktis: Elephant Island. Vor 102 Jahren hat hier die Mannschaft der <em>Endurance</em> auf Rettung geharrt. Ihr Schiff war auf einer der ersten großen Expeditionen ins Weddellmeer im Packeis stecken geblieben und vom Eis zerdrückt worden. Nachdem die Entdecker es mit Rettungsbooten hierher geschafft hatten, brach der Expeditionsleiter Shackleton von der Insel aus mit einer kleinen Gruppe auf, um Hilfe zu holen - erfolgreich.<!--more-->

Ein Jahrhundert später sind wir auf den Spuren dieser Pioniere unterwegs – acht Wochen durch das  Weddellmeer. Sicher hat der <a rel="nofollow" href="https://www.awi.de/expedition/schiffe/polarstern.html">Eisbrecher Polarstern</a> des Alfred-Wegener-Instituts uns und unsere Kollegen durch das Meereis zu den zusammen mehr als hundert Stellen gebracht, an denen Proben genommen und Messungen durchgeführt wurden.

[caption id="attachment_96" align="aligncenter" width="1562"]<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/antarktis/files/2018/04/DSC07254_reese_winkelmann.jpg"><img class="size-full wp-image-96" src="http://blogs.faz.net/antarktis/files/2018/04/DSC07254_reese_winkelmann.jpg" alt="" width="1562" height="1044" /></a> Abschied von der Antarktis bei den südlichen Shetlandinseln.[/caption]

Über Wochen waren wir umgeben von Meereis, das sich zum Ende des Sommers hin immer schneller ausgedehnt hat, von Tafeleisbergen und der steilen, Polarstern teils überragenden Schelfeiskante.  Nun ist statt Eis plötzlich felsiges Land in Sicht, und wir staunen über die schneebedeckten Berge und Inseln an der Spitze der Antarktischen Halbinsel.

Dieser historische Ort hat auch ganz aktuell viel Aufmerksamkeit bekommen: Im Juli letzten Jahres ist ein Eisberg, so groß wie das Saarland, vom Larsen C Schelfeis abgebrochen – einer der größten Eisberge, die bisher beobachtet wurden. Das Kalben von Eisbergen an den Rändern der schwimmenden Schelfeise ist eigentlich Teil eines natürlichen Zyklus: Über Jahrzehnte schiebt sich das Eis immer weiter auf den Ozean vor, dabei bilden sich Risse und Spalten, und die Ränder des Schelfeises brechen schließlich als Eisberge ab.

Besonders an diesem jüngsten Kalbungsereignis sind seine Umstände. 1995: das nördlich gelegene Larsen A Schelfeis bricht vollständig auseinander. 2002: innerhalb weniger als einem Monat kollabiert das größere, südlich gelegene Larsen B Schelfeis. Beide waren über Jahrtausende hinweg stabil. Ihr Zerfall ging mit einer Erwärmung der Atmosphäre und verstärktem Schmelzen an der Oberfläche der Schelfeise einher. .2017 folgte nun das Abkalben des ungewöhnlich großen Eisbergs vom benachbarten Larsen C Schelfeis. Zerfällt nach Larsen A und B nun auch das Larsen C Schelfeis? Das ist noch nicht klar.

[caption id="attachment_95" align="aligncenter" width="1346"]<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/antarktis/files/2018/04/DSC07749_reese_winkelmann.jpg"><img class="size-full wp-image-95" src="http://blogs.faz.net/antarktis/files/2018/04/DSC07749_reese_winkelmann.jpg" alt="" width="1346" height="574" /></a> Sonnenuntergangsstimmung vor der Elefanteninsel.[/caption]

Klar ist: Durch den Kollaps von Larsen A und B hat sich das zähe Fließen der angrenzenden Gletscher im Inland deutlich beschleunigt, sie transportieren mehr Eis in Richtung Ozean, wodurch der Meeresspiegel steigt. Die Schelfeise wirken also wie Schutzschilde, die den Fluss der angrenzenden Gletscher abbremsen. Verlieren die Schelfeise Masse durch das Abkalben von Eisbergen oder durch das Schmelzen an der Unterseite im Kontakt mit wärmerem Ozeanwasser, zieht sich die sogenannte Aufschwimmlinie – also die Grenze zwischen schwimmendem Schelfeis und aufliegendem Inlandeis – zurück.

Je nach Bodenbeschaffenheit kann hierdurch ein unaufhaltsamer Verlust an Eis in Gang gesetzt werden. Bereits in den 70er Jahren haben Glaziologen erkannt, dass Eismassen, die unter dem Meeresspiegel aufliegen, unter bestimmten Bedingungen instabil werden können. In der Amundsen Region der Westantarktis beispielsweise treffen diese Bedingungen zu – und neueste Messdaten zeigen, dass die Gletscher hier vermutlich bereits einen Kipppunkt überschritten haben. Das wäre eine Veränderung historischen Ausmaßes. Ein Verlust dieses Bereichs der Westantarktis würde den Meeresspiegel weltweit um mehr als einen Meter anheben. Wie schnell oder langsam das geht, ist unklar – entscheidend ist aber: Was in der Antarktis passiert, hat Auswirkungen weltweit.

[caption id="attachment_97" align="aligncenter" width="5919"]<a rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/antarktis/files/2018/04/DSC_0025_winkelmann_reese.jpg"><img class="size-full wp-image-97" src="http://blogs.faz.net/antarktis/files/2018/04/DSC_0025_winkelmann_reese.jpg" alt="" width="5919" height="3946" /></a> Ein Blick auf die King-George-Insel.[/caption]

Am Morgen werden wir in Punta Arenas anlegen. Statt des sanften Auf und Ab, des Ruckelns und seitlichen Rutschens beim Brechen der Eisschollen, das uns in den letzten Wochen begleitet hat, nun wieder das Rollen der Wellen. Auf einmal geht alles ganz schnell: Auf unserem Weg durch die Drakestraße sehen wir die ersten Frachtschiffe, in der Magellanstraße erfüllen nachts die Lichter von Dörfern, Ölplattformen und Fischerschiffen den Horizont. Hier sind die menschlichen Aktivitäten wieder direkt sichtbar. Tief im Eis hatten wir den Eindruck, alleine zu sein in der unberührten, spektakulären Natur; doch auf unserer Expedition haben wir erneut festgestellt, dass der weltweite und vom Menschen verursachte Klimawandel auch die Antarktis fundamental verändern kann. Es ist ein Gedanke, der uns zum Abschluss festhält: So klein und schutzlos wir Menschen auch sind im Angesicht des ewigen Eises - seine zukünftige Entwicklung liegt in unserer Hand.

&nbsp;

<em>Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns bei unserer Arbeit an Bord von Polarstern und darüber hinaus tatkräftig unterstützt haben – und ohne die dieser Blog nicht möglich gewesen wäre. Unser ganz besonderer Dank gilt </em><em>F.A.Z.-Wissenschaftsressortleiter Joachim Müller-Jung,</em> <em>unserem Fahrtleiter Michael Schröder vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Kapitän Stefan Schwarze, unseren Projektpartnern Dirk Notz und Leif Riemenschneider vom Max-Planck-Institut für Meteorologie, dem Helikopter-Team Lars Vaupel, Michael Gischler, Roland Richter und Mark Rothenburg, der Meereisgruppe Stefanie Arndt, Marcus Huntemann, Nicolas Stoll vom Alfred-Wegener-Institut sowie Yannick Kern und allen weiteren Helfern auf der Scholle. Wir danken auch dem AWI-Kommunikationsteam, allen voran der Polarstern-Betreuerin Folke Mehrtens, dem PIK-Kommunikationsteam, geleitet von Jonas Viering, und unseren Kollegen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Danke an die Crew und alle Wissenschaftler an Bord von Polarstern für eine unvergessliche Forschungsreise in die Antarktis!</em>
<div class="quote">
<div class="quoteDetails">
<div class="quoteText">“Difficulties are just things to overcome, after all.”
― Ernest Shackleton</div>
</div>
</div><p>von <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/antarktis/blog/author/fazadmin/">&lt;a href=&quot;http://blogs.faz.net/antarktis/author/fazadmin/&quot;&gt;fazadmin&lt;/a&gt;</a> erschienen in <a rel="nofollow" rel="nofollow" href="http://blogs.faz.net/antarktis">Aufbruch in die Antarktis</a> ein Blog von <a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/" />FAZ.NET</a>.</p>
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