Filmfestival

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Was sonst noch geschah: Notizen aus Cannes

Wer spielt Humphrey Bogart?

In Cannes blühen die Gerüchte, die meisten sind nach wenigen Minuten als falsch entlarvt. Justin Timberlake gibt wirklich sein Debüt als Filmproduzent, und Scarlett Johansson sucht Geld.

„Schon gehört, Justin Timberlake spielt Humphrey Bogart!“ Ich hatte nichts dergleichen gehört, versuchte, mir vorzustellen, ob das gut gehen könnte und dachte, eigentlich spricht nichts dagegen. Was für eine Art von Film das sein sollte, war nicht zu erfahren, nur soviel, dass Timberlake in der Stadt sei und am Mittwoch Abend, als wir alle beim Eröffnungsdinner saßen, auf der Bühne des Carlton Beach zur Musik von Gladys Night gegrooved haben soll. Gladys Night und Humphrey Bogart? Am Strand, bei diesem Regen?

Wie die meisten Gerüchte in Cannes war auch dieses nur halb wahr. Bogart ist schon richtig, aber nicht Humphrey, sondern Neil Bogart, den Musikmogul der Siebziger, wird Timberlake spielen. „Spinning Gold“ soll das Werk  heißen und der vielversprechende Titel auch der erste Film sein, den Timberlake produziert. Der Sänger, der schon in „Social Network“ Schauspieltalent zeigte, schlägt also eine neue Karriere ein. Eigentlich hätte ich ihn gern als Humphrey Bogart gesehen, aber es gibt offenbar niemanden, der ein solches Projekt plant. Noch nicht.

Mehr als ein Gerücht: Scarlett Johanssson gibt ihr Regiedebüt. Mit einer Verfilmung eines erst posthum veröffentlichten Buchs von Truman Capote, „Summer Crossing“. Angeblich hat der Hausmeister von Capotes Appartmenthaus das Manuskript nach dessen Tod entdeckt. Die Geschichte spielt 1945 in Paris. Nah an „Casablanca“, wobei wir wieder bei Bogart wären, Humphrey, von dem außer in einem unwahren Gerücht niemand spricht dieser Tage.

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