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Matt Damon und Michael Douglas

21.05.2013, 13:29 Uhr  ·  Bewegte Männer: Wo so viel Gefühl im Spiel ist wie beim Filmemachen, darf geheult werden. Bei der Pressekonferenz zu Steven Soderberghs "Behind the Candelabra" waren einige nah dran.

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Matt Damon war mit Michael Douglas im Bett. Das verbindet ihn jetzt mit Sharon Stone und Glenn Close, mit Demi Moore und einigen anderen, die auch schon neben dem Star liegen durften, der, anders als Damon, ein ganz zarter Mann ist und zur Pressekonferenz für Steven Soderberghs „Behind the Candelabra“ in einem glänzend geschnittenen grauen Anzug kam. Der Film erzählt ein Stück aus dem Leben des amerikanischen Showstars Liberace, der in den sechziger bis achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts offenbar so berühmt war wie Elvis Presley, später Elton John und heute Lady Gaga. Es ist auch ein Film über eine Liebe, die nicht hält, eben die zu Scott, den Matt Damon spielt. Liberace, diesem von Michael Douglas Palmen-würdig verkörperten Mann, gelang es, für Jahrzehnte die Story frisch zu halten, die große Liebe seines Lebens hätte ihn verlassen und deshalb sei er immer noch allein. Eine Frau. Dabei war er schwul. „Unmöglich, heute sein eigenes Image in dieser Weise zu managen“, sagte Matt Damon in der Pressekonferenz. Aber zumindest was das Schwulsein angeht, ist das ja auch nicht mehr nötig.

© APMänner in Bewegung: Matt Damon, Steven Soderbergh und Michael Douglas in Cannes

Männer, die mit den Tränen kämpfen, können eine besonderes Grazie haben. Michael Douglas verlor vorübergehend die Fassung, als er erzählte, wie diese Rolle nach seiner Krebserkrankung die erste war, die er wieder spielte. Und spielen, mit den großen Kostümen der Shows in Las Vegas, einem Haus mit tausend Leuchtern, das Ludwig II gefallen hätte, mit verschiedenen Perücken und gesichtsverformenden Masken und Prothesen – das tut er in diesem Film mit einer umwerfenden Verve. Dasselbe gilt für Matt Damon, der am Anfang aussieht wie 18, am Ende ein zerstörtes Drogenwrack ist und dazwischen sich einen gehörigen Wanst angefressen hat (Prothese, vermute ich). Der brazilian tan, den er sich für eine Szene mit nacktem Hintern zugelegt hat, fand besondere Beachtung bei der Presse.

© AFPMichael Douglas bei der Pressekonferenz

Auch Soderbergh schien sehr bewegt. Vor 24 Jahren war er mit seinem ersten Film hier („Sex, Lies, and Video“), dies soll zumindest für eine Weile sein letzter sein. „Damals hatte ich noch Haare“, sagte er. Aber das war nicht der Augenblick, als seine Stimme zitterte. Sondern als er sagte, er hätte eigentlich seit damals immer wieder von demselben erzählt. Von zwei Leuten in einem Raum, in einem Leben.

Es gibt kein Geschäft, in dem soviel Geld zirkuliert wie im Filmgeschäft, und das gleichzeitig so innig mit Gefühlen verbunden ist. In Cannes spürt man das, wenn die Filmemacher von ihrer Arbeit erzählen. Man spürt es, wenn ein Film gelungen ist und im Herzen der Zuschauer ankommt. Weil das hier häufiger passiert, wird auch öfter geheult.

 
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Redakteurin und Kinokritikerin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Chronik 2013