Filmfestival

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Was sonst noch geschah: Notizen aus Cannes

Donald Trump wird nicht Präsident!

Gewimmel, Geschubse, Ermahnungen, Blitzlichter, strahlende Gesichter, Schmeicheleien. Es ist immer dasselbe bei den Pressekonferenzn. Es wird viel geredet, dafür sind sie da. Meistens ist es leeres Gebrabbel, über die Vorbereitungen auf eine Rolle („viel gelernt“), die Besetzungsentscheidungen („die wichtigsten für einen Film“), die Dreharbeiten („wir hatten so viel Spaß miteinander“) und ähnliches mehr, das es nicht lohnt, dafür Schlange zu stehen. Am Ende wurde nichts gesagt, was Bestand hat.

Bei der Pressekonferenz für Jodi Fosters Kabel-TV-Thriller „Money Monster“ aber war das anders. Da sagte George Clooney, der in dem Film einen schmierigen Börsen-Talkshowmaster spielt, auf die entsprechende Frage: „Donald Trump wird nicht Präsident.“ Machte sich Erleichterung breit? Twitterten alle drauflos, Trump könne nach Hause gehen, er habe keine Chance? Nichts dergleichen. Alles ging weiter als hätte er uns nicht allen eine große Sorge genommen. Clooeny fügte noch hinzu, Amerika werde sich nicht von der Angst regieren lassen, nicht von „der Angst vor Muslimen, vor Einwanderern, vor Frauen“. Vor Frauen! Das war charmant. Und ein Glück, das zu wissen, bevor es richtig losgeht mit dem Wahlkampf, ist es auch, und das ausrechnet an dem Tag, an dem abends die Nachricht kam, die Republikaner und Trump, die bisher nicht so gut miteinander auskamen, würden sich zusammenraufen. Um eine Frau an der Spitze des Landes zu verhindern. Aber offenbar nahm es niemand wirklich ernst.

Wenn sich das Kino und die Leute, die es machen oder sonstwie davon leben, zu wichtig nehmen, wird es peinlich. Selbst wenn sie so aussehen wie George Clooney. Was auch eine Crux ist. Denn wenn er sagt, Teil des Problems Trump sei, was in „Money Monster“ Thema sei (das stimmt nicht so ganz, aber Pressekonferenzen sind ja auch dazu da, den Film, um den es geht, mögichst ins beste Licht zu rücken), nämlich die Tatsache, dass die amerikanischen Nachrichten-Shows keine Informationen mehr unter die Zuschauer brächten, ist das so banal wie richtig. Aber wenn Clooney es sagt, klingt es entweder wie Werbung, salbungsvoll oder anmaßend. Mund halten ist bei Pressekonferenzen keine Option. Es steht ja auch alles auf dem Spiel, wenn die Leute so tun, als könne man ihnen alles sein, der Star und der Clown und der Wahrsager dazu.

 

 

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