Food Affair

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Wie wir intelligenter essen

Verdammt, ich kann nicht einschlafen!

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###Erst stundelang fliegen, dann stundenlang wachliegen: Jetlag          Foto dpa

 

Jetlag also. Als wäre es nicht schon anstrengend genug, stundenlang zusammengekauert in einem Flugzeug durchzustehen, setzt sich der körperliche Ausnahmezustand auch noch während der ersten Tage am Urlaubsort fort: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Schwindel, Verdauungsprobleme. Dinge, die einem alles vermiesen. Je mehr Zeitzonen wir durchfliegen, desto schlimmer. Liegt der Ort von Deutschland aus in westlicher Richtung und heißt Los Angeles, trifft einen dieses völlig-durch-den-Wind-sein Gefühl zwar weniger hart als in Tokio, aber immer noch hart genug. Bedauerlicherweise sieht dabei niemand auch nur annähernd so schön wie Scarlett Johansson in dem Film „Lost in Translation“ aus, in dem sie insomniageplagt auf dem Fenstersims ihres Tokioer Hotelzimmers sitzt und der Nacht beim Verschwinden zuschaut. Bill Murrays vom Hin- und Herwälzen verknautschtes Gesicht kommt der Wahrheit da schon deutlich näher.

Natürlich existieren Strategien, die den Körper schnell wieder ins Gleichgewicht bringen.

Lange Zeit konzentrierte man sich hauptsächlich auf das Licht als wichtigste Einflussgröße auf unseren Biorhythmus, weshalb manch Reisender aus Angst vor einem Helligkeitsschock vorsichtshalber bereits am Kofferband eine Sonnenbrille aufsetzt, selbst, wenn der Sonnenuntergang unmittelbar bevorsteht.

Die „feeding clock“

Wir verfügen aber noch über eine zweite innere Uhr, die „feeding clock“. Wissenschaftler haben in Experimenten mit Mäusen, die sie in einen Jetlag-Zustand versetzten, herausgefunden, wie enorm wichtig die Tageszeit der Nahrungsaufnahme ist. Als die Forscher die Fütterungszeiten der Mäuse veränderten, brachte das deren Darmflora durcheinander. Die gute Nachricht: Unsere innere Uhr lässt sich durch die richtige Ernährung nachjustieren.

Bereits in den achtziger Jahren entwickelte der Biologe Charles F. Ehret vom Argonne National Laboratory in Illinois eine Anti-Jetlag-Diät, die einige Tage vor der Reise beginnt. Kurz gesagt wechseln bei dieser Diät Schlemmer- und Fastentage (Fleisch/Salat) einander ab. Koffeinkonsum ist nur zwischen 15 und 17 Uhr erlaubt. Die Idee dahinter: Der Körper wird, noch bevor es überhaupt auf Reisen geht, verwirrt. Eine belastungstechnisch intensive Strategie (die offenbar funktioniert). Ehrets 1983 erschienenes Buch „Overcoming Jet Lag“ verkaufte sich jedenfalls fantastisch. Sein Sohn erzählte einmal in einem Interview, dass sich der Vater vor Anfragen – von Präsident Reagan bis zur Rockband Aerosmith -, kaum habe retten können.

Später, 2004, modernisierten Wissenschaftler aus Boston Ehrets Diät, indem sie sie radikal vereinfachten: Zwölf bis sechzehn Stunden, bevor man in der neuen Zeitzone landet, gilt striktes Essensverbot. Trinken soll man während des Flugs freilich viel, allerdings nur Wasser. Der Körper wird in einen Verzichtsmodus versetzt und am Zielort neu eingestellt. Besonders in den ersten Tagen empfiehlt sich abends kohlenhydratreiche Kost, die unser Schlafbedürfnis stimuliert (Kartoffeln, Reis, Nudeln, ballaststoffreiches Brot). Und Kakao statt Bier. In Buenos Aires aß ich während eines Urlaubs einmal drei Mal am Tag Steak, um 12 Uhr, um 16 Uhr und um 21 Uhr. Herrlichstes Fleisch, zart, fantastisches Aroma. So, wie einst glückliche Tiere schmecken müssen. Nachts überfielen mich ärgerlicherweise die schrecklichsten Alpträume, die ich je hatte.

Was man morgens essen sollte? Da darf es eine proteinreiche Schweinelende sein. Ansonsten: Milch, Eier, Quark, Nüsse.

Seltsam ist, dass die Wissenschaftler die Zeit des Hungerns im Flugzeug offenbar als ungefährlich einschätzen. Doch mit dem Blutzuckerspiegel sinkt auch unsere Laune, die sowieso mittelprächtig ist, es sei denn man sitzt in der Business Class. So oder so gilt: Hunger ist grausam. Ein permanent knurrender Magen macht aggressiv. Wenn überdies der Schweißgeruch verströmende Sitznachbar beide Armlehnen beansprucht, steigert das die Aggressivität ins Unermessliche. Ich möchte jedenfalls nicht mit mehreren hundert hungrigen Menschen in einem Flugzeug sitzen, während sich unter uns der Atlantik ausbreitet. Dann lieber Jetlag.

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2 Lesermeinungen

  1. Melatonin
    Man kaufe sich in den USA Melatonin-Tabletten, z. B. 3 mg von Spring Valley, bei Walmart für ca. 4 Dollar. Die nimmt man zur Schlafenszeit. Bei uns dauerte der Jetlag statt sonst 1 – 2 Wochen nur noch ca. 1 Tag. Nach dem Ausschlafen war alles gut. Wenn man die für ein paar Tage jeden Abend nimmt, ist man gleich wieder im richtigen Rhythmus. Sehr zu empfehlen, auch sonst bei Einschlafstörungen!

  2. Jetlag...
    die eine Folge eines zu schnellen äußeren…
    Erde-Sonnen-Lichtmagnetraum-Netz-Musterwechsel?
    Licht-Magnetismus-Quadrantenmusterwechsels?
    Eine dadurch bedingte Not wendende Nachführungszeit unserer
    inneren Geist-Körper-Funktion Quadrantenmusteranpassung?
    Energiemusteranpassung…(Geist-Körper-)Verhaltenmusteranpassung?
    Atmosphären (Geist-Körper-)Atmung-Sphärenanpassung?
    Fasten davor, eine helfende Mustervoreinstellung?
    Kein Fliegen, kein Jetlag?:=)
    Langsam reisen, als Wahrnehmungsreise…
    die Reisezeit als Wahrnehmungserlebnis an sich fehlt beim Flug.
    Energiemusteränderungswahrnehmung von Geist-Körper?
    Innere Musteränderungsträgheit?…bei dem Einen mehr, beim
    Anderen weniger…mal Dysfunktion hier, mal da?
    Personenbezogen differenziert wirkendes „Wahrnehmungsmuster-(Geschwindigkeit-)rauschen“ mit Jetlag-Folgeerlebnis?
    Dissonanz…Resonanz…der äußeren und inneren
    Lichtnetz-Magnetnetz-Energiemusterformen?
    Ich denke ja. Natürlich könnte nur ein realer Mustertransfer
    vor dem Flug die Bestätigung meiner Behauptung sein.
    Ob und wie das geht…keine Ahnung. Aber fasten ist gut…
    für eine bessere Änderungsbereitschaft der „inneren Lichtnetze“.
    Die neuen Quantencomputer arbeiten meines Wissens genau
    an diesem Problem…Musterkennende…das heißt ja auch
    „Musterparallelverarbeitung“…Eingang-Ausgang-Infologik…
    technisch gesprochen, betrachtet.
    Vielleicht empfiehlt sich ja eine wissenschaftliche Zusammenarbeit.
    „Geistmusterwissenaustausch“:=)

    MfG
    W.H.

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