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Ein FKK-Strand namens "Post-Privacy"

26.04.2011, 10:25 Uhr  ·  Stellen wir uns einfach mal vor, die Welt sei ein einziger, großer FKK-Strand; ein FKK-Strand mit angeschlossenem Camping-Platz. Dann sehen wir in der Kontroverse um "Post-Privacy" umgehend klarer.

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Ich kann die Kontroverse um „Post-Privacy” nicht nachvollziehen; dieses verbissene Hin und Her von immer ausgefuchsteren, immer ausgefransteren Argumenten, dieses Auffahren der ganz großen rhetorischen Geschütze, „Bill of Rights in Cyberspace” und „Recht auf Vernetzung” und dergleichen. Rechte, Rechte, Rechte – die stehen bei allen immer im Vordergrund, egal, von welcher Seite sie sich dem Problem nähern; aber trotzdem kommen sie irgendwie nicht zusammen. Vielleicht liegt es ja daran, wer weiß, dass alle stets über die Rechte reden und nie über Pflichten, dass die Debatte zu keinem gemeinsamen Nenner findet. Über Rechte zu reden ist ja schick, ist trendy und modern, weil dank Rechten kann man, muss aber nicht, und das wollen alle, das spricht für das souveräne, selbstbestimmte Individuum, und das selbstbestimmte Individuum, das ist cool, das ist Generation Facebook, das ist die Zukunft, dafür macht man sich gerne stark. Pflichten hingegen haben schon fast was diktatorisches, pfui, das klingt nach Zensur in China und Massenprotesten in Ägypten. Nee nee, mein Lieber, über Pflichten zu reden ist total unsexy.

Dabei scheinen mir die Dinge überaus simpel. Stellen wir uns einfach mal vor, die Welt sei ein einziger, großer FKK-Strand; ein FKK-Strand mit angeschlossenem Camping-Platz. Mir persönlich fällt es leicht, mir das vorzustellen, da mag es anderen anders gehen, weil ich während meiner Kinder- und Jugendjahre so gut wie alle Sommerurlaube in einem derartigen Ambiente zugebracht habe. Daher weiß ich um die Konventionen auf so einem FKK-Strand: Nacktheit immer und überall, auch und vor allem in der Öffentlichkeit, sozusagen Post-Privacy-Total. Ganz einfach zu verstehen, überhaupt nicht kompliziert, und um es kurz zu machen: Bezogen auf den FKK-Strand sind die Argumente von Jeff Jarvis und seinen Fans so überzeugend wie zutreffend. Einem nackten Mann kann man bekanntlich nicht in die Tasche greifen, das weiß sogar der Volksmund, und wer nackt ist, hat keine Möglichkeit etwas zu verbergen. Und weil niemand etwas zu verbergen hat, kann er auch hinterrücks keine Schurkenstücke aushecken, kann nichts Böses im Schilde führen, weil dazu fehlt ihm schlicht und ergreifend der Schild. In der Faktizität wie in der Beobachtung, jeder sieht alles, bei sich und beim anderen, sieht was er hat und was er nicht hat, klare Ansage und daher kein Anlass zur Erwartung negativer Überraschungen, nirgendwo. Im Paradies begegnen sich Adam und Eva daher nackt, logisch, und zwar nicht primär deshalb, weil es die Dinge zwischen Mann und Frau so praktisch gestaltet, sondern weil damit der Inbegriff von Unschuld und die Absenz alles Bösen verwirklicht wird. Klar soweit? Post Privacy ist das Paradies, in dem sich unschuldige Menschen unschuldig begegnen, ein Verhalten gegenüber dem anderen an den Tag legen, das nicht nur aufgrund von Maximen vermutet, sondern angesichts ausschließlicher Nacktheit auch als relativ sicher erwartet werden kann.

Unnötig hinzuzufügen, dass auch reale Menschen nach Adam und Eva in derartigen Sozialstrukturen lebten, Clan- und Stammesgesellschaften, und damit waren sie nicht post- sondern pre-privacy. Die Privatheit ist damit selbstredend nicht „natürlich”, nicht etwas, was dem Menschen in die Wiege gelegt worden wäre, wie es die Debattenrhetorik bisweilen glauben machen will, sondern das glatte Gegenteil: ein Produkt der Moderne. Und als solches teilt sie die Produktmerkmale all dessen, was die Moderne im Laufe der Zeit sonst noch so hervorgebracht hat: Sie ist paradox und ambivalent und nicht nur und ausschließlich und stets und überall „gut”. Aber das ist kein Thema für hier und heute, nichts, was wie hier vertiefen müssten. Halten wir stattdessen fest, dass Post-Privacy innerhalb der Grenzen unseres FKK-Geländes paradiesische Zustände verspricht, wir daher die Argumente von Jarvis und anderen Nacktbadefans in einem solchen Kontext als richtig und zutreffend erachten.

Bleibt allerdings noch die Frage zu klären: Besteht die Welt nur aus FKK-Freunden? Offenbar nicht, so die Antwort, wie man schon aus dem jüngsten Zalando-Werbespot weiß (und indem die Figur des Aufsehers mich ein wenig an Jarvis erinnert, von körperlichen Merkmalen mal abgesehen, wie er auf absolute Hüllenlosigkeit pocht, mit Trillerpfeife und Blockwart-Rhetorik, auch beim Postboten). Genau darin liegt des Problem. Denn die Phrase vom „Recht auf Vernetzung” insinuiert, dass alle, die sich auf dem FKK-Gelände aufhalten, dort nur in Wahrnehmung ihrer Rechte unterwegs sind; es „wollen”, aus eigener Überzeugung und in ungeschmälerter, individueller Souveränität. Und nicht, weil sie es „müssen”. Wer also ständig vom „Recht” auf Vernetzung redet, der verschweigt, dass es auch eine Pflicht zur Vernetzung gibt; einer Pflicht, der in der ganzen Debatte wesentlich mehr Aufmerksamkeit zukommen müsste, denn schließlich ist, mit Internet oder ohne, das „Vernetzen”, sprich: das Eingehen von sozialen Bindungen, das, was aus dem Menschen erst den Menschen macht. Das Eingehen von Bindungen, losen und festen, erzeugt und formt das Individuum, verschafft soziale Identität. Wie sonst sollte man sich also den Mensch in der Gesellschaft vorstellen, als ohne soziale Bindung, oder, um im Jargon zu bleiben, Vernetzung? Ein Ding der Unmöglichkeit.

Nun wird diese Pflicht nicht unbedingt als „Pflicht” im engeren Wortsinn wahrgenommen; natürlich hat man keine Freunde und keine Twitter-Follower-Gemeinde aus Pflichtbewusstsein, sondern man hat sie. Weil man sie hat; haben will. Weil man so lebt und nicht anders, den Freundeskreis quasi als Teil seines Lebens, ja als Lebensnotwendigkeit ansieht. Wie aber ist es mit anderen Lebensnotwendigkeiten? Im beruflichen aber auch im privaten Leben? Was, wenn interessante Jobangebote eines Tages nur noch über das Internet vermittelt werden? Was, wenn es keine Reisebüros und keine Buchhandlungen aus Stein und Beton mehr gibt, weil sie durch Amazon, Expedia und Co komplett verdrängt wurden? Was, wenn in einer Ära, die der intimen Kommunikation tendenziell immer weniger Platz einräumt (was zumindest von einem Teil der Soziologie diagnostiziert wird) auch immer mehr Persönliches auf Webplattformen praktiziert wird, die Partnerwahl zum Beispiel? Reden wir dann immer noch über ein „Recht auf Vernetzung”? Oder handelt es sich nicht vielmehr um eine faktische Notwendigkeit, vernetzt zu sein, und zwar in den Formen, die keineswegs aus individueller Souveränität heraus gewählt werden, sondern weil die Gesellschaft sie vorgibt? Wenn die guten Jobs nur noch über Börsen im Web vermittelt werden: Was bleibt einem dann anderes übrig, als sich auf besagten Börsen zu registrieren und das Spiel mitzuspielen? Für einen solchen Personenkreis, der sich also nur den faktischen Notwendigkeiten beugt (womöglich sogar die Mehrheit?) wäre dann aber ein Fortbestehen von Privacy vielleicht doch von Interesse?

Aber auch das kann man natürlich verneinen; kann argumentieren, dass für eine bessere Welt tatsächlich alle zu FKK-Freunden werden müssten. Alleine: Das ist weder neu noch originell. Das entspräche einer Post-Privacy, wie sie bereits die Stalinisten praktizierten.

 

 

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (18)
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0 Plindos 26.04.2011, 10:52 Uhr

Gaaanz einfach: Karte...

Gaaanz einfach: Karte reinstecken mit ohne kompliziert. Echt cool ey! You know your right: Any animals are more equal!

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0 spacko 26.04.2011, 11:40 Uhr

jaja, etweder der "nazi" oder...

jaja, etweder der "nazi" oder "stalinisten" vorwurf. mensch kann wählen! ob er seine daten jedem jobmonster in den rachen schmeist oder erst mal die AGBs etc liest. freemail is auch alles andere als free. stichwort medienkompetenz/bildung - anstatt nach regulation zu rufen. is auch nur ne form von zensur. opt in statt opt out - es gibt genug möglichkeiten, lieber staat - alle verpasst ! #fail die beiden terrororgas die ich oben nannte gingen beide aus "staatsfetischismus" heraus auf. aber so was wollt ihr konservativen betonköppe ja eh nedd wissen. darauf einen ebbelwoi !

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0 Jens Best 26.04.2011, 11:53 Uhr

Rechte statt Pflichten zu...

Rechte statt Pflichten zu definieren, ist eine gute Tradition in einer offenen Gesellschaft (oder besser in einer nach größtmöglicher Offenheit strebenden Gesellschaft). Auch das GG ist sehr umsichtig in der Aufstellung von allgemeingültigen Pflichten. Die Diskussion um (Bürger)Rechte im digitalen Zeitalter sollte nicht unüberlegt mit der doch in großen Teilen als Kindergarten-Geschrei geführten "PostPrivacy"-Debatte zusammengelegt werden. Ich frage mich sowieso, an welcher Stelle die durch digitale Möglichkeiten erfahrene Chance auf mehr (auch persönliche) Transparenz als PostPrivacy-Zwang definiert wurde. Sicher ist da vielen Beteiligten das diskursive Fingerspitzengefühl abhanden gekommen, aber diese wichtige kulturelle Entwicklung sollte nicht zwischen BigBrother-An-Jede-Wand-Malern und Saunafreunden ausbaldowert werden. Wenn demnächst alle Beteiligten ihren Schnitt durch Artikel- und Buchtantiemen gemacht haben, würde ich mich freuen, wenn wir uns ergebnisoffen der humanistischen Herausforderung des neuen Miteinanders verantwortlich stellen würden. Martin Lindner hat Recht, wenn er auf Thomas Strobls richtige Bemerkung, der individuelle Mensch konstituiere sich erst im Sozialen, ergänzt, dass genau diese neue Soziale frei von alten Macht- und Moralstrukturen erfahren und gemeinsam gebildet werden sollte. Ich bin mir sicher, dass dabei einige guten alten Werte zu neuen Ehren und Wirkkraft kommen können, genau so, wie ich mir sicher bin, dass manche kapitalistische Unsitte der letzten Dekaden mit verantwortlich eingesetzten digitalen Sozial-Werkzeugen hinweggefegt werden kann.

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0 Christian Edom 26.04.2011, 12:27 Uhr

Genau so ist es: Rückkehr in...

Genau so ist es: Rückkehr in die paradiesische Unschuld der Kindheit. Als Rainer Langhans auf dem Medienkongress von TAZ und "Freitag" abhing, da war es wieder: Die Klotür soll ausgehängt werden in der globalen WG. Willkommen in der neuen Kommune. Gerade für junge Menschen ohne viel Geld, Macht und Einfluss ist das natürlich - wie schon immer in der Geschichte - eine vergleichsweise attraktive Idee. Doch nicht jede Vernetzung ist eine gehaltvolle Verbindung, die etwas erfüllt. Die Vernetzung ist nicht das Eigentliche, sondern nur eine nützliche Erleichterung für das Gespräch oder gemeinsames Handeln im Einvernehmen. Und auch nicht in jeder Begegnung oder Dialog lassen sich automatisch Dinge lernen, enthüllen sich Geheimnisse oder hinterlassen einen fortbestehenden Unterschied. Das kann nicht maschinell automatisiert werden. Auch das gelobte Land Facbook wird uns weiter rätseln lassen am Anlitz. Ist Vernetzung hinreichend als tragende Übereinkunft? Die Verschmelzung zu einer (von Privatheit und Geheimnis gereinigten) Community ist ein fragwürdiges Versprechen. Der Kommunismus wollte Liebe herbeischaffen, indem er das Privateigentum abschaffte. Heraus kam mitunter das FKK der DDR. Jetzt wird nicht das Eigentum, sondern sogar das Eigene selbst angegriffen. Wir sollen uns entkleiden. Sind das nicht (implizit) vorgeschriebene Kleidungsvorschriften wie im Mittelalter? Und die sympathischen kalifornischen Unternehmen versprechen einfühlsam eine Welt des Komforts und der Bequemlichkeit, gleichsam eines dominierenden Wohlbehagens wie in "Abrahams Schoß", wenn wir nur die Daten zusagen. Ist das nicht eine Art Versuchung? Das ist eine Art neuer Bund. Seine Daten soll man selbstlos verschenken, so wie Jesus sich opferte. Und was dann? Einst war es das Privileg schlechthin, Steuern zu erheben. Jetzt ist es das Erheben von Daten. Eine ständige Volkszählung und Zensus geschieht so. Präferenzen und Zahlungsbereitschaft werden fleißig erhoben. Das ist doch eine zutiefst berechnenden "Liebe". Rechte sind kein Zeichen der gewonnenen oder erzielten Stärke, sondern Folge der Abhängigkeit des modernen Menschen. Politik kann vor allem Rechte (feierlich) bekräftigen und beteuern wie beschwören, die der Mensch ohnehin hat und die ihm so oder so zustehen. Privatheit hatte der Mensch schon immer: Niemand kontrollierte den Bauer auf dem Feld bei der Arbeit. Da war man unter sich - und zugleich alleine. Nicht nur auf Vernetzung, auch auf Einsamkeit und Verborgenheit besteht ein Anrecht. Beides darf kein Luxusgut für eine Minderheit werden. Es darf ein Massengut bleiben, sozusagen ein "Volks-Produkt". Das ist nur recht und billig.

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0 Marco_Settembrini_di_Novetre 26.04.2011, 14:49 Uhr

@Jens Best: Welche...

@Jens Best: Welche kapitalistische Unsitte siehst Du denn zum Beispiel akut bedroht?

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0 dunnhaupt 26.04.2011, 15:56 Uhr

Kreditkarte genügt, Monsieur....

Kreditkarte genügt, Monsieur. In Chicago eröffnete vorige Woche ein Gourmetrestaurant seine Pforten, das kein Bargeld akzeptiert. Man reserviert elektronisch, man zahlt elektronisch. Auch nach der Speisekarte sucht man umsonst. Nicht allein die diversen Gänge des Menüs bleiben Überraschung, sondern auch der sündhafte Prix fixe, der sich saisonbedingt wandelt. Wer nach dem Preis fragt, kann sich's sowieso nicht leisten.

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0 stroblt 26.04.2011, 16:38 Uhr

@spacko. . Wenn die Wahl aber...

@spacko. . Wenn die Wahl aber nur darin besteht, zu den gegebenen Terms & Conditions mitzumachen oder es ganz bleiben zu lassen: Was hast du dann in Wahrheit für eine Wahl? Gar keine, IMHO. Und das erscheint mir in den essentiellen Fragen des Lebens nicht akzeptabel.

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0 stroblt 26.04.2011, 16:59 Uhr

@Christian Edom . In der Tat...

@Christian Edom . In der Tat scheinen mir die beiden Versprechungen ähnlich zu sein, die des Kommunismus und die der Post-Privacy. Letzteres war auch immer ein Teil des kommunistischen Projekts, ein Teil, das selbst von Anhängern des Kommunismus skeptisch erlebt wurde, man denke etwa an Walter Benjamins Schilderungen in seinen Moskauer Tagebüchern. Als Utopie finde ich sowohl den Kommunismus als auch Post-Privacy attraktiv; die entscheidende Frage aber lautet: Wie kommt man da hin? Und beim einen wie beim anderen scheinen mir Maximalforderungen jeglicher Art auf Totalitarismen hinauszulaufen, sprich: das genaue Gegenteil von dem, was eigentlich beabsichtigt wurde. Vermutlich ist das das tragische Schicksal aller Utopien, samt und sonders.

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0 Weiss nixs im Formfrei 26.04.2011, 17:38 Uhr

Na prima, während die...

Na prima, während die männliche Thronfolge den Wetterbericht wünschte, sind heute die Damen der Politik nur weiblich. . Als der Bildungsstand im Volke, also der Kaste der abgeschlossenen Berufsausge- bildeten noch fruchtbare Kinder selbst zeugte, sind heute die Studiosis in New York, London, Chang hai oder ... im aufstrebenen Arabischen nur um die Eigenes Psyche bemüt. . Ohne ehrbare Magd kein Alltag. . . Nun Frage ich scho: Wo der die Diode des Kommunistenschreck aufblinkt? Bei mir geht es in erster Linie um die eigene Gesundheit, Liebe, Glück und wohltuende fortlaufende Gerechtigkeit. . Die Versündigung des Westens muß ein Ende haben!

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0 Plindos 27.04.2011, 08:52 Uhr

Am besten sind immer einfache,...

Am besten sind immer einfache, griffige Lösungen: Der bürokratische Neokommunismus der Brüsseler-Spitze-Spielart garantiert nebst Facebook, Twitter und ähnlichen Mustern, daß noch jede Privacy-Konterbande per proktologischer Methode zukünftig aufgespürt wird. Sehr hilfreich sind dabei auch die Bologna-titulaturen per Mastercard. Thomas Strobl@: Ihre rhetorische Frage erübrigte sich eigentlich. Wir sind angelangt, das ist doch schon gelebte, realisierte paneuropäisches Utopia(οὐτοπία utopía „die Nicht-Örtlichkeit“). Der Titel de 1516 von Thomas Morus geschriebenen Buches war möglicherweise eine Vorahnung des Kommenden. Zitat: „Indessen … scheint mir – um es offen zu sagen, was ich denke – in der Tat so, dass es überall da, wo es Privateigentum gibt, wo alle alles nach dem Wert des Geldes messen, kaum jemals möglich sein wird, gerechte oder erfolgreiche Politik zu treiben, es sei denn, man wäre der Ansicht, dass es dort gerecht zugehe, wo immer das Beste den Schlechtesten zufällt, oder glücklich, wo alles an ganz wenige verteilt wird und auch diese nicht in jeder Beziehung gut gestellt sind, die übrigen jedoch ganz übel … Wenn ich das, wie gesagt, bedenke, werde ich dem Platon besser gerecht und wundere mich weniger, dass er es verschmäht hat, solchen Leuten überhaupt noch Gesetze zu geben, die die gleichmäßige Verteilung aller Güter ablehnten.“

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