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Ich an der Grenze

Ich an der Grenze

Grenzerfahrungen, aber auch grenzwertige Erlebnisse - mit Mountainbike, Rennvelo oder Dreirad

Es geht weiter

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Das Rad, das mir im Moment am meisten Spaß macht, war ein Schnäppchen im Internet. Ja ich habe es getan! Genau das, wovon ich immer mit Engelszungen abrate,...

Das Rad, das mir im Moment am meisten Spaß macht, war ein Schnäppchen im Internet. Ja ich habe es getan! Genau das, wovon ich immer mit Engelszungen abrate, Einkauf bei einem Versender, der vor allem mit dem Preis winkt.

 

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          Trek Marlin SS 29 Zoll Gary Fisher Collection                                              Foto: Hersteller

 

300 Euro und ein paar Gequetschte, ich konnte einfach nicht widerstehen. Und nun stellt sich heraus, dass dieses Billigbike auch noch einen Riesenspaß macht. Ist mir echt peinlich. Naja, so peinlich auch wieder nicht, aber man muss es hinnehmen können, dass dieses Teil sowas von null Prestige bringt: Auf der Ispo Bike in München meinte ein ZEG-Produktmanager, als erstes müsste ich mein Gary-Fisher-Teil loswerden und mir einen Twentyniner von Bulls besorgen, wenn ich wirklich Spaß haben wolle – kann man tiefer sinken?    

Aber schön der Reihe nach. Am ersten August-Wochenende war ich in Weidenthal, im Pfälzerwald: „Schlaflos im Sattel“, das größte Mountainbike-Nachtrennen der Welt. http://www.schlaflosimsattel.com/

 

Ich fuhr bei David Koßmmanns Mannen mit – meine eine Altherrenrunde für das Team „Far Steel“, was – ja, wie wohl – klingt? Genau: http://www.fahrstil-magazin.de/

Bedingung war, wie der Team-Name schon sagte: Kein Alu. Und mit Carbon habe ich es eh nicht so. Es war ein rundherum stilvolles Erlebnis.

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Am Ziel                                                                                                 Foto: Petra Osterritter

Der dunkle Pfälzerwald, dieses Jahr finster und staubig, letztes Jahr ein Schlammbad, ist in Erlebnis für den, der meint, schon alles erlebt zu haben. Im Gegensatz zu den Hymnikern der Band Schlammbein  („Fleischwurst, Bier und danach mit dem Fahrrad durch den Wald: Dunkel, hart & kalt.“ Siehe und höre: http://www.lastfm.de/music/SCHLAMMBEIN/_/Dunkel,+kalt+&+hart) stehe ich allerdings mehr auf den fasttrockenen Portugieser Weißherbst aus dem Halbliterglas, was in der Pfalz Schoppenglas genannt wird.

 

Nicht wegen des Weins (den gabs erst nach der Runde), sondern wegen meines Bike fuhr ich schön gemütlich und durchquerte einige Passagen auch mit geschultertem Rad. Wenn mir an meinen achtzehn Jahre alten Oldtimer „original und unverbastelt“, meinen Specialized Rockhopper Comp STX, was dran gekommen wäre, hätte ich ja so was von gelitten. Für mich ist das Ding eines der schönsten Mountainbikes, die es je gegeben hat. Um die schöne graue Original-Bereifung zu schonen, bekam es ein neues Paar Nobby Nic x2.25 verpasst und einen anderen Sattel, aber sonst bis zu den Speichenreflektoren: Original.

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Mein altes Schmuckstück                                                                     Foto: Petra Osterritter

Und wie ich so mit dem Schoppenglas in der Hand herumguckte, fiel mir ein, dass ich noch nie mit einem Singlespeed-MTB unterwegs gewesen sei. „Mann ohne Gang“? Naja, stimmt nicht ganz, eher: „Ein Mann, ein Gang“. Am nächsten Tag, ich hatte die Runde und den Weißherbst bestens vertragen, sah ich mich im Internet um.

Und da war es: Bei einem Anbieter (nomen est omen?) Bad Bikes, ein von 550 Euro herabgesetztes 2011-Modell, in der mir zuträglichen Mini-Rahmenhöhe von 15,5 Zoll. Ich bestellte, bekam umgehend als Bestätigung die Anfrage, ob ich für 25 Euro eine Endmontage wünsche, da das Rad „von einem authorisierten Fachhändler“ fahrfertig gemacht werden müsse, ich verneinte und schob einen „Fachhändler vor Ort“ vor, als der ich dann eine Woche nach SiS die Endmontage selbst besorgte. Erster Befund: Der Lenker passte nicht in das zu weite Maul des Vorbaus. Ein Griff für lau in die Grabbelkiste beim Rechtenbacher Fahrradhändler, und das Problem war gelöst. Scheibenbremse anbauen, andere Pedale, ein anderer Sattel – fertig. Und dann gings auf meine Hausrunde mit 32:20 Zähnen und sonst gar nichts durch den Hintertaunus: viel Spaß für wenig Geld.

Und die nächste Ein-Gang-Erfahrung steht schon im Terminkalender: am 1. September beim Heiligen Kalmit Klapprad-Cup (http://www.kalmit-klapprad-cup.de) von Maikammer auf die Kalmit hoch, den höchsten Berg im Pfälzerwald, auf 20 Zoll und ohne Gangschaltung.                     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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