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Astrid Lindgrens Tagebücher 1939-1945

Zwölf Jahre nach ihren Tod stürmt ein neues Buch von Astrid Lindgren die Bestsellerlisten – kein Kinderbuch aus dem Nachlass, kein verworfenes Kapitel zu „Pippi Langstrumpf“ oder eine „Ronja Räubertochter“ mit alternativem Ende. Es ist ein Buch für erwachsene Leser, und es zeigt die Welt der Erwachsenen von ihrer schlimmsten Seite.

In diesem Sommer sind Astrid Lindgrens „Kriegstagebücher“ erschienen, die sie zwischen 1939 und 1945 führte – Notizen, die den Alltag der jungen Familie Lindgren ebenso wie die politischen und militärischen Ereignisse schildern. Ein drittes kommt hinzu: Astrid, seit 1931 mit dem Automobilclub-Funktionär Sture Lindgren verheiratet, sorgte nicht nur für ihre beiden Kinder Lasse und Karin, sondern arbeitete für eine schwedische Behörde, die den Postverkehr mit dem Ausland überwachte.

Was sie dabei über die Verhältnisse in Europa lernte, die vielen deprimierenden und schockierenden Nachrichten etwa aus den von Hitler besetzten Gebieten, ergänzte die Zeitungsberichte, die in Schweden kursierten. Einige dieser Artikel und Fotos schnitt Lindgren aus und klebte sie ins Tagebuch. Sie schrieb Gedichte ab, referierte Nachrichten aus Stalingrad oder von der afrikanischen Front und notierte persönliche Katastrophen wie das Geständnis ihres Mannes, dass er eine Geliebte hätte und sich scheiden lassen wolle.

###Astrid Lindgren                                        Foto: dpa

Dazu kam es nicht, die familiären Verhältnisse wurden 1945 entschieden besser, und überhaupt fällt das Kriegsende zusammen mit dem rasanten Beginn einer beispiellosen Schriftstellerinnenkarriere: Lindgren gewann einen Literaturpreis für ein Jugendbuchmanuskript und reichte nun ein weiteres beim Verlag ein. Es enthielt die Abenteuer einer gewissen Pippi Langstrumpf, Geschichten, die Lindgren 1941 am Bett ihrer kranken Tochter Karin spontan erzählt und in den Folgejahren weiter ausgesponnen hatte.

Unsere Leseprobe startet mit dem Kriegsbeginn.

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Die Leseprobe umfasst 39 Seiten.

Weitere Fragen zu den Funktionen des Lesesaals beantworten unser Erklärvideo und diese Sobooks-Seite.

Bei Problemen und Anregungen wenden Sie sich bitte an post@sobooks.de

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