Medienwirtschaft

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Zeitschriften, Fernsehen, Internet: Wie sich die Welt der Medien dreht

Wolfgang Fürstner: Seine letzte Gala

Als VDZ-Geschäftsführer begrüßt Wolfgang Fürstner noch einmal die Gäste der Zeitschriftentage, dann verabschiedet er sich.

Als VDZ-Geschäftsführer begrüßt Wolfgang Fürstner noch einmal die Gäste der Zeitschriftentage, dann verabschiedet er sich.

Noch einmal steigt Wolfgang Fürstner in den Ring. An diesem Donnerstag begrüßt der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger VDZ die Branche zu den Zeitschriftentagen in Berlin. Tausend Besucher, tagsüber Reden und Diskussionen, am Donnerstagabend die Publishers Night: Es wird wieder eine große Gala. Allerdings zum letzten Mal für den 67 Jahre alten Fürstner – jedenfalls als Organisator des großen Branchentreffens. Zum Jahresende hört er als Hauptgeschäftsführer des Verbands auf.

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Wolfgang Fürstner (Foto dpa)

So lange trommelt er weiter für die Interessen der Verleger, für Leistungsschutzrechte, gegen die digitale Expansion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und gegen die neuen Konkurrenten der Verlage, die Internetriesen. „Verlagshäuser müssen bisweilen unter strengen und kostspieligen Vorgaben im Bereich der Anzeigen oder des Datenschutzes agieren, während es vor allem für die globalen Internetgiganten weitgehend freies Feld gibt“, kritisiert er.

Die Marktmacht von Apple, Amazon, Facebook und Google sei mittlerweile so groß, dass in einigen Segmenten ein Marktversagen drohe. „Die Wettbewerbshüter und nötigenfalls auch die Politik sind gefordert, faire Rahmenbedingungen zu erhalten.“ Dafür wirbt Fürstner als Lobbyist der Verlage gegenüber den Politikern – sicher auch während der Zeitschriftentage, zu denen diese sich zahlreich angekündigt haben.

„Mit diplomatischem Geschick immer wieder für Ausgleich gesorgt“

Der Jurist Fürstner, geboren 1944 in Breslau, arbeitete zunächst als Anwalt, bevor er 1978 zum VDZ kam; ein Jahr später übernahm er die Geschäftsführung der wichtigen Fachgruppe der Publikumszeitschriften. Seit 1997 ist der Vater von fünf Kindern der Hauptgeschäftsführer des Verbands.

An der Spitze musste er sich oft genug um die immer wieder auseinanderstrebenden Interessen der Verlage kümmern. „Er hat mit der ganzen Kraft seiner Persönlichkeit die Interessenvertretung der Zeitschriften vorangetrieben und mit diplomatischem Geschick auch immer wieder für den Ausgleich innerhalb des VDZ gesorgt“, sagte Verbandspräsident Hubert Burda bei der Verkündung des Abschieds.

Der Wandel der Medienbranche zeigt sich auch am Nachfolger Wolfgang Fürstners. Ab Januar wird Stephan Scherzer Hauptgeschäftsführer des Verbands der Zeitschriftenverleger. Er hatte zuvor das Digitalgeschäft der Prosumer-Gruppe der International Data Group IDG („PC World“, „Computerwoche“) in Amerika verantwortet. Für die Zeitschriftenverleger geht die Reise ins digitale Geschäft.

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