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Zeitschriften, Fernsehen, Internet: Die Welt der Medien dreht sich. Wie Verlage und Sender sich ökonomisch schlagen und auf den digitalen Wandel

Auf nach Fernost: Deutsche Verlage interessieren sich für China

China reizt deutsche Verlage mit seinem Riesenmarkt. Für den Erfolg in Fernost haben Zeitschriftenverleger eine Studie erstellt. Demnach sind die Medienunternehmen in China sehr auf den Staat angewiesen.

China reizt deutsche Verlage mit seinem Riesenmarkt. Für den Erfolg in Fernost haben Zeitschriftenverleger eine Studie erstellt. Demnach sind die Medienunternehmen in China sehr auf den Staat angewiesen.

Die deutschen Verlage drängen nach China und in den dortigen Medienmarkt. Den richtigen Weg ins Reich will der Zeitschriftenverlegerverband VDZ seinen Mitgliedern ebnen und hat das Jahr 2012 zu seinem China-Jahr ernannt. Im Juni fährt der Verband mit deutschen Verlagsmanagern nach Peking, um die mediale Landschaft zu erkunden. Für alle, die den weiten Weg scheuen, hat der VDZ schon jetzt eine Studie erstellt: Sie zeigt, wie der Medienmarkt in Fernost aussieht und wie Magazine Fuß fassen können. Das passt dazu, dass hiesige Medienhäuser nicht nur immer digitaler werden, sondern auch internationaler.

Bild zu: Auf nach Fernost: Deutsche Verlage interessieren sich für China
Lockmittel für deutsche Verlage: Zeitungskauf in China (Foto AP)

An China reizt vor allem seine schiere Masse: 1,3 Milliarden Menschen, 400 Millionen potentielle Leser in den Städten, 500 Millionen Internetnutzer: „Wer hier einen erfolgreichen Markteintritt realisieren kann, dem öffnet sich einer der größten Verbrauchermärkte der Welt”, sagt Kai Helfritz, Geschäftsführer der VDZ Akademie.

Er hat die Studie verfasst, gemeinsam mit dem chinesischen Verleger Xiaowei Hu. Der 32 Jahre alte Verlagsmanager gibt das Magazin „Surface China” heraus, ist Vize-Chef des chinesischen Zeitschriftenverlegerverbandes und arbeitet derzeit im Chinabereich des deutschen Zeitschriftenverlegerverbandes in Berlin mit.

In der Hand des Staates

Die Dokumentation stellt das Land vor, die Wirtschaft, den Verbraucher, den Anzeigen- und Werbemarkt, den Pressevertrieb und die einflussreichen staatlichen Institutionen. Fast 10 000 Titel sind demnach in China gemeldet, 3,54 Milliarden Exemplare werden jedes Jahr gedruckt. Am größten ist der Marktanteil des Fernsehens mit 52 Prozent, am stärksten wächst das Online-Geschäft mit 49 Prozent.

Für die entscheidende Frage, wie ein Verlag in China reüssieren kann, verweist die Studie auf den starken Staat. Fast alles läuft über Beziehungen, schreiben die beiden Autoren. Ein wichtiger Erfolgsfaktor sei der richtige chinesische Partner, um im Rahmen einer Lizenz oder mit einem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt zu sein – wobei der chinesische Partner derjenige ist, der das staatliche Publikationsrecht erhält. In China zeigt sich eine enorme Abhängigkeit vom Staatsapparat, die ohnehin für den Journalismus, aber auch fürs Geschäft gefährlich ist. „Man sollte in der Regierungspartei breit vernetzt sein und auch die Propagandaleute der Partei kennen, das ist überlebenswichtig für alle Verleger in China”, sagt Helfritz. In China begeben sich die Verlage demnach in die Hand des Staates.

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