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„Ein Platz an der Sonne" heißt jetzt „Deutsche Fernsehlotterie": ARD-Lotterie ist zufrieden mit Monica Lierhaus

09.05.2012, 04:06 Uhr  ·  Die Fernsehlotterie in der ARD benennt sich in „Deutsche Fernsehlotterie" um. Durch den neuen Glücksspielsstaatsvertrag will die Lotterie wieder im Internet werben und den Umsatz steigern. Mit Moderatorin Monica Lierhaus ist der Geschäftsführer zufrieden.

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Die Fernsehlotterie in der ARD benennt sich in „Deutsche Fernsehlotterie” um. Durch den neuen Glücksspielsstaatsvertrag will die Lotterie wieder im Internet werben und den Umsatz steigern. Mit Moderatorin Monica Lierhaus ist der Geschäftsführer zufrieden.

Die Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne” hofft auf eine neue Glücksspiel-Ära. Die älteste deutsche Soziallotterie baut darauf, dass sie mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag wieder mehr werben darf und damit ihren Umsatz steigert. Im Blick auf bessere Zeiten benennt sie sich jetzt um und ändert ihre Gestaltung rundherum: Aus dem Lotterienamen „Ein Platz an der Sonne” wird an diesem Mittwoch die „Deutsche Fernsehlotterie”, ein neues Logo kommt dazu. „Wir wollen uns moderner geben und uns verjüngen”, sagte Geschäftsführer Christian Kipper dieser Zeitung. Die Gewinner werden in der ARD bekannt gegeben, das Hamburger Unternehmen ist von dem Sender und seinen Gremien unabhängig.

Bild zu: „Ein Platz an der Sonne" heißt jetzt „Deutsche Fernsehlotterie": ARD-Lotterie ist zufrieden mit Monica Lierhaus
Zufrieden: Monica Lierhaus bleibt Botschafterin der Fernsehlotterie in der ARD. (Foto dpa)

In den vergangenen Jahren hat die Lotterie immer weniger Lose verkauft. Die Einnahmen lagen im vergangenen Jahr bei 156 Millionen Euro. Davon gingen 53 Millionen Euro an 258 soziale Projekte, die das Unternehmen im Gegensatz zu privaten Wettanbietern mit dem Spielgeld fördert. Im Jahr zuvor betrug die soziale Ausschüttung noch 66 Millionen Euro; 2009 waren es 72 Millionen Euro, 2008 gut 74 Millionen Euro und 2007 knapp 72 Millionen Euro.

Der Schwung zu mehr Einnahmen soll vor allem durch mehr Werbung im Internet kommen. Diese wird der neue Glücksspielstaatsvertrag, den noch die Bundesländer bis Ende Juni ratifizieren müssen, ihr aller Voraussicht nach erlauben. „Wir hoffen, dass wir durch mehr Werbung den Umsatz steigern können, wenn wir wieder alle Kommunikationswege nutzen können”, sagte Kipper. Bis 2008 durfte die Lotterie noch im Internet werben und gab dort bis zu 800 000 Euro im Jahr aus. Derzeit liegen ihre Lose manchen Zeitschriften bei, und sie schalten Werbefilme im Fernsehen.

Für Wirbel hat die Fernsehlotterie im vergangenen Jahr mit ihrer neuen Moderatorin Monica Lierhaus gesorgt, die seitdem die Gewinner am Sonntag in der ARD verkündet. Die ehemalige „Sportschau”-Moderatorin kehrte nach schwerer Krankheit auf den Fernsehschirm zurück. Ihr Gehalt von angeblich 450 000 Euro im Jahr kommentiert Kipper nicht, diese hohe Summe hatte jedoch zu zahlreichen Abo-Kündigungen geführt. Inzwischen habe die Lotterie wieder den Spielerstand von vor Lierhaus erreicht. „Wenn wir nicht zufrieden wären, würden wir die Zusammenarbeit nicht fortsetzen”, sagte Kipper über die Moderatorin.

“Überall finden Sie leere Kassen”

Am Glücksspielstaatsvertrag kritisiert Kipper, dass dieser nicht zwischen Anbietern differenziere. „Wir sind ein Veranstalter mit geringem Suchtpotential, aber wir werden mit Anbietern gleichgesetzt, deren Angebote ein höheres Suchtrisiko aufweisen”, sagte er. Der mögliche Einzelgewinn liegt bei 1 Million Euro. „Wir sprechen Menschen an, denen wir vermitteln wollen, dass man nicht nur gewinnen, sondern auch helfen kann.”

Von 1956 an förderte die Lotterie soziale Projekte mit 1,4 Milliarden Euro. Die Vergabe der Fördergelder übernimmt die Stiftung Deutsches Hilfswerk, deren Geschäfte Kipper ebenfalls führt. Durch den neuen Namen soll die Zusammenarbeit deutlicher erkennbar werden – beide Titel beziehen sich daher auf Deutschland. Schließlich soll durch „Deutsche Fernsehlotterie” mitschwingen, dass mit den Losen in Deutschland geholfen wird. „Überall finden Sie leere Kassen, der Staat streicht vieles zusammen”, sagte Kipper. Durch die Lotterie fließe erheblich Geld in das Gemeinwesen.

Die Lotterie, die als gemeinnützige Gesellschaft mbH organisiert ist, muss rechtlich mindestens 30 Prozent in soziale Projekte stecken, derselbe Anteil muss mindestens an die Spieler ausgeschüttet werden, und 16,75 Prozent sind als Lotteriesteuer zu zahlen. Der Verwaltungsaufwand liegt bei 10 Prozent. Darin sind mit Briefsendungen die Werbemaßnahmen enthalten, die Kipper ab dem Sommer auch ins Internet lenken will – wenn der Lotterie dies wieder erlaubt wird.


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Lesermeinungen zu diesem Artikel (2)
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0 KassandraWahrheit 11.05.2012, 07:45 Uhr

Verarschen können wir uns...

Verarschen können wir uns alleine, wir werden nicht mehr spielen, z7ahlt uns endlich höhere Renten. Zocken war gestern. Wir büßen für euch, weil wir euch unreflektiert eueren Kinderwunsch Deutschland erfüllen sollten und von euch nichts zurückkommt. Wenn Ihr kranke Kinder habt, bitte in Heime und das Personal anständig bezahlt. wir haben gearbeitet und wollen Geld, sind auch nicht diejenigen die in Heime gehört hätten! Wir haben gearbeitet und auf unserem Rücken läuft seit Jahren euer privates Famileinglück, ob wohl dann fast die Hälfte aller Ehen geschieden ist. Mit uns nicht mehr! Ihr könnt euch verjüngen, mehr einnahmen werdet Ihr eh nicht habe, vor allem sind wir GEZ- Zahler auch nicht mehr bereit Euch so hohe Löhne zu zahlen.

1 Klarname 10.05.2012, 13:20 Uhr

Der Fall "Lierhaus" ist auch...

Der Fall "Lierhaus" ist auch bezeichnend für die Geldverschwendung im GEZ - Verbund. Lieber gebe ich nem Obdachlosen 2€ oder drücke 10€ in die Sammeltasse von "Die Tafeln" als dass ich so einen Mist unterstützen würde. >>> 450.000€ >>> Gier frisst Hirn.

Jahrgang 1983, Redakteur in der Wirtschaft der F.A.Z.