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DDVG-Streit um "Frankfurter Rundschau": Partei in der Minderheit

21.06.2012, 11:03 Uhr  ·  Die SPD-Medienbeteiligung macht Jahresbilanz und greift DuMont Schauberg wegen Auseinandersetzungen zur "Frankfurter Rundschau" an. Ein Kommentar.

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Die SPD-Medienbeteiligung macht Jahresbilanz und greift DuMont Schauberg wegen Auseinandersetzungen zur “Frankfurter Rundschau” an. Ein Kommentar.

Die SPD ist ein Unikum – was den Medienmarkt betrifft. Mit ihrer Beteiligungsgesellschaft DDVG hat die Partei derart viele Anteile an Zeitungen, dass diese locker zu den zehn größten Zeitungsverlagen Deutschlands gehört.

Dass eine Partei überhaupt Medien in geballter Form besitzt, ist ein Sonderfall ohne Beispiel. Keine Regierung und keine Partei sollte über die vierte Gewalt bestimmen. Ein Politiker sollte nicht regeln, mit welchem Zungenschlag über ihn geschrieben wird.

Die SPD und ihre Schatzmeisterin Barbara Hendricks wissen, dass sie jeden öffentlichen Anschein redaktionellen Einflusses zu vermeiden haben. Mittels der DDVG besitzen die Sozialdemokraten häufig weniger als die Mehrheit an den Zeitungen; indes kommen sie oft genug nah an diese heran.

Trotz des leicht positiven Jahresabschlusses sieht die DDVG die Lage der Zeitungen und Druckereien nicht als allzu rosig an. In der Minderheit bleibt der DDVG kaum mehr übrig, als die Schritte der anderen Gesellschafter mitzutragen. Die Durchsetzungskraft ist begrenzt. Auch zu den Verkaufsäußerungen zur „Frankfurter Rundschau” durch DuMont Schauberg kann die SPD nicht viel mehr machen, als sich zu ärgern und diesen mit barschen Worten Luft zu machen.

Mehr im Blog:

Wirbel um “Frankfurter Rundschau”: SPD-Holding DDVG streitet sich mit DuMont Schauberg

Mehr zum Thema:

SPD-Schatzmeisterin Hendricks: „Sollen wir unsere Beteiligungen an Rupert Murdoch verkaufen?”

Verluste im Mediengeschäft: SPD-Holding will Kreuzfahrten organisieren

Zahlreiche Entlassungen: Schwarzer Freitag für die „Frankfurter Rundschau”

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Veröffentlicht unter: Zeitungen, DuMont Schauberg, DDVG

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (2)
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0 FAZ-jch 27.06.2012, 15:15 Uhr

Die SPD ist meist in der...

Die SPD ist meist in der Minderheit und kann daher kaum etwas ausrichten. Wirtschaftliche Gestaltung geht anders. Warum braucht eine Partei Medienbeteiligungen? Das Beispiel des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks macht die SPD-Anteile nicht besser. Mit freundlichen Grüßen, Jan Hauser

0 Sikasuu 21.06.2012, 14:28 Uhr

Schade, das Jan Hauser nicht...

Schade, das Jan Hauser nicht auch ein paar Worte über die historischen Hintergründe der SPD Zeitungsbeteiligungen verliert. . Da war Hugenberg und die "Systempresse", da war nach 45 auch wieder ein massives (höfflich gesagt) konservatives Verlagswesen incl. Meinungsmanipulation vom feinsten...... . Auf diesem Hintergrund wird diese Beteiligung doch sehr verständlich. Selbst der Autor schreibt: Die SPD (...)wissen, dass sie jeden öffentlichen Anschein redaktionellen Einflusses zu vermeiden haben (...)In der Minderheit bleibt der DDVG kaum mehr übrig, als die Schritte der anderen Gesellschafter mitzutragen ... Also, wo steckt jetzt der Scandal? . Ein schlechtes Geschäft, das gerade eine "Schwarze Null" bringt, man kann die "Tendenz" bestenfalls in ganz weiten Sinn beeinflußen..... . Und dass bei einer Medienlandschaft in der die Meinungsführer massiv zur konservativen Seite tendieren. . Schön diese Information, aber nicht mehr. . Beruhigte Gruesse Sikasuu . (Der sich sehr gut daran erinnern kann, wie massiv konservative Parteien versuchten und auch nich versuchen z.B. auf den öffendlich rechtlichen Rundfung ein zu wirken. Bis in die einzelnen Redaktionen hinen. Vergl. auch "Rotfunk=WDR", Bayrischer Rundfunk oder neueres "Chefredakteur=ZDF"....)

Jahrgang 1983, Redakteur in der Wirtschaft der F.A.Z.