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Wirbel um "Frankfurter Rundschau": SPD-Holding DDVG streitet sich mit DuMont Schauberg

21.06.2012, 04:39 Uhr  ·  Der Überschuss des SPD-Medienunternehmns DDVG steigt auf 0,9 Millionen Euro nach einem hohem Verlust im Vorjahr. Gesellschafter zanken sich um die „Frankfurter Rundschau" und einem möglichen Verkauf des defizitären Mediums.

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Der Überschuss des SPD-Medienunternehmns DDVG steigt auf 0,9 Millionen Euro nach einem hohem Verlust im Vorjahr. Gesellschafter zanken sich um die „Frankfurter Rundschau” und einem möglichen Verkauf des defizitären Mediums.

Auch wenn die Aussichten für das Geschäft der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft DDVG düster bleiben, hat es im vergangenen Jahr mit 0,9 Millionen Euro wieder einen Überschuss erreicht. Das Unternehmen, das der SPD gehört und an zahlreichen Regionalzeitungen beteiligt ist, kam im Vorjahr auf einen Fehlbetrag von 14,3 Millionen Euro. „Auch im laufenden Geschäftsjahr 2012 ist mit Blick auf das klassische Zeitungsgeschäft kein Silberstreifen am Horizont zu erkennen”, sagte SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks am Mittwoch in Hamburg, die als Generaltreuhänderin der Partei Gesellschafterin des Unternehmens ist. Das Betriebsergebnis (Ebitda) sank von 20 Millionen Euro im Vorjahr auf 15,9 Millionen Euro 2011.

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Barbara Hendricks attackiert DuMont Schauberg (Foto Andreas Pein)

DDVG-Geschäftsführer Jens Berendsen sorgt vor allem das wichtige Tageszeitungsgeschäft, das er mit sinkenden Auflagen, rückläufigem Anzeigengeschäft und abnehmendem Druckumsatz charakterisiert. Der SPD-Holding gehören unter anderem Anteile an den Zeitungen „Neue Westfälische” (57,5 Prozent), „Frankfurter Rundschau”, „Sächsische Zeitung” (jeweils 40 Prozent) und „Frankenpost” (35 Prozent) sowie 23,1 Prozent am Madsack-Verlag („Hannoversche Allgemeine”, „Leipziger Volkszeitung”). Zusammen kommen die beteiligten Zeitungen auf eine Auflage von etwa 1,7 Millionen Exemplaren, der Anteil der DDVG allein auf eine halbe Million Exemplare. Damit gehört die SPD-Holding zu den zehn größten Verlagen Deutschlands und ist an Druckereien, Radiosendern und einem Tourismusunternehmen beteiligt.

Das Unternehmen schüttet in diesem Jahr 7,1 Millionen Euro an die SPD aus (Vorjahr: 7,7 Millionen Euro); nach Steuern erhält die Partei 6 Millionen Euro. Nach DDVG-Angaben haben Sondereffekte den Jahresüberschuss mit etwa 13 Millionen Euro belastet. Das liegt vor allem daran, dass eine Druckerei in Bayreuth geschlossen und abgeschrieben wurde. Zudem gab es Wertberichtigungen auf Darlehen bei der weiter defizitären „Frankfurter Rundschau”.

„Wenn er nicht mit Zahlen umgehen kann, sollte er mit Worten umgehen können”

Die DDVG-Führung regte sich über Äußerungen aus dem Kölner Verlag DuMont Schauberg zur Frankfurter Zeitung auf. Dessen Vorstand Franz Sommerfeld schloss nicht aus, den Anteil von 50 Prozent und einer Stimme an der „Frankfurter Rundschau” zu verkaufen. „Wenn wir einen hochinteressierten Käufer finden, der uns viel Geld dafür zahlen würde, würden wir das natürlich prüfen”, sagte Sommerfeld der „Financial Times Deutschland”, bevor die DDVG ihre Jahresbilanz vorstellte.

Das kritisierte Berendsen als „verantwortungslos”. Damit entstünden Vermögensschäden. Die DDVG wolle mit der „Frankfurter Rundschau” trotz der Verluste weiter Geduld haben. Schatzmeisterin Hendricks schloss eine Schadensersatzklage nicht aus. Für Entspannung sorgte auch nicht, dass Berendsen eine Meldung einer Nachrichtenagentur vorlas, nach der DuMont Schauberg einen Verkauf der „Frankfurter Rundschau” ausschließt. Die Äußerungen Sommerfelds seien nicht derart zu verstehen, dass ein Verkauf geplant sei. „Dass gerade der Manager eines Medienhauses und ein früherer Chefredakteur so herumschwadroniert, erstaunt mich schon”, sagte Hendricks. „Wenn er nicht mit Zahlen umgehen kann, sollte er mit Worten umgehen können.”

Geschäft mit Lernsoftware soll in China wachsen

Hendricks zieht ihren Optimismus, mit Medienbeteiligungen weiter Geld zu verdienen, vor allem auf den digitalen Wandel. So hätten sich Angebote für Tabletcomputer für Erlösmodelle als geeignet erwiesen. „Wir werden auf mittlere Sicht sehen, dass die gedruckte Zeitung zwei- oder dreimal in der Woche herauskommt und öfter die Tabletversionen erscheinen”, sagte sie dieser Zeitung. Bei der „Frankfurter Rundschau” reicht der Zuwachs im digitalen Geschäft jedoch nicht aus, um die Verluste im klassischen Bereich auszugleichen.

Die DDVG will aber auch außerhalb des Zeitungsgeschäfts wachsen. Mit der Beteiligungsgesellschaft Tivola Publishing tritt das Unternehmen den Weg nach China an, um dort Lernsoftware für Mathematik und Englisch an Schulkinder zu vertreiben. n einem ersten Schritt soll die Kinderserie „Oscar der Ballonfahrer”, die hierzulande im ZDF und auf dem Kinderkanal läuft, nach China reisen.

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Veröffentlicht unter: Zeitungen, DuMont Schauberg, DDVG

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