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Zeitschriften, Fernsehen, Internet: Die Welt der Medien dreht sich. Wie Verlage und Sender sich ökonomisch schlagen und auf den digitalen Wandel

Digitaler Wandel: Die Nöte der Druckereien

Druckunternehmen legen erstmals seit zwei Jahren wieder zu und kommen auf 20,7 Milliarden Euro Umsatz. Doch die Schuldenkrise verunsichert Auftraggeber.

Druckunternehmen legen erstmals seit zwei Jahren wieder zu und kommen auf 20,7 Milliarden Euro Umsatz. Doch die Schuldenkrise verunsichert Auftraggeber.

Die deutsche Druckindustrie blickt optimistisch auf ihre Geschäftsaussichten in diesem Jahr. Erstmals seit zwei Jahren hat die Branche wieder den Umsatz steigern können. „Wirtschaftlich deutet sich, wenn auch auf niedrigem Niveau, eine Erholung an”, sagte Rolf Schwarz, der Präsident des Bundesverbandes Druck und Medien, am Dienstag in Frankfurt. Die 9746 Druckunternehmen setzten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro um – ein Zuwachs von 0,2 Prozent. Für dieses Jahr erwartet der Verband, dass sich der Umsatz um 1,5 Prozent erhöht. Von Januar bis April jedoch sind die Erlöse um 0,1 Prozent gesunken.

Bild zu: Digitaler Wandel: Die Nöte der Druckereien
Mehr Insolvenzen: Druckmaschinen von Manroland (Foto Manroland)

Hoffnung für das laufende Jahr schöpft Schwarz aus der guten Stimmung auf der Fachmesse Drupa, die der Industrie einen „gewaltigen Schub versetzt” habe. Sportliche Großereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele belebten zudem das Werbegeschäft und brächten Druckaufträge. Die Erzeugerpreise für Druckleistungen sind seit dem Jahr 2003 erstmals wieder gestiegen, und zwar um 1,3 Prozent. Die höheren Energie- und Rohstoffkosten wird dies laut Schwarz jedoch nicht decken.

„Eine Druckerei kann nur noch überleben, wenn sie auf dem modernsten Stand ist”

Trotz der leichten Erholung hat die Branche die Verluste der Vorjahre noch nicht wieder aufgeholt. Auch bleiben die Druckereien hinter der deutschen Industrie zurück, deren Umsatz im vergangenen Jahr um 10,9 Prozent zulegte. Für die verbesserte Geschäftslage sorgen vor allem die großen Unternehmen: Druckereien mit mindestens 50 Beschäftigten haben ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent gesteigert und steuerten 2011 mit 13,1 Milliarden Euro 58 Prozent zum Gesamtumsatz der Branche bei. Die Zahl der Betriebe sank um 3 Prozent auf 9746 Unternehmen, die der Mitarbeiter um 2,7 Prozent auf 154524. 202 Druckunternehmen wie auch Manroland meldeten im vergangenen Jahr Insolvenz an – 12 mehr als im Vorjahr.

„Eine Druckerei kann nur noch überleben, wenn sie auf dem modernsten Stand ist”, sagte Schwarz. „Wir sind davon überzeugt, dass sich die Druckindustrie weiter industrialisieren wird.” Schlechte Aussichten haben demnach kleinere Unternehmen, die den Großteil der Betriebe ausmachen.

Sorgen bereitet der Branche, die stark von der Konjunktur abhängig und vom digitalen Wandel betroffen ist, nun vor allem die wirtschaftliche Lage Deutschlands: Angesichts der europäischen Schuldenkrise gebe es eine große Unsicherheit, sagte Schwarz. Aufträge würden derzeit aus Angst davor, dass die Werbebudgets reduziert werden könnten, zurückgehalten. Nach dem Eindruck des Verbands haben dagegen die Banken die Finanzierungsmöglichkeiten für die Druckunternehmen verbessert.

 

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