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Sorgen um den Werbemarkt: Gewinn der RTL-Gruppe sinkt stark

24.08.2012, 13:30 Uhr  ·  Der Luxemburger Fernsehkonzern RTL hat ein durchwachsenes erstes Halbjahr erlebt. Das Geschäft in Deutschland läuft, im Rest Europas nicht. Der Umsatz steigt dagegen.

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Der Luxemburger Fernsehkonzern RTL hat ein durchwachsenes erstes Halbjahr erlebt. Das Geschäft in Deutschland läuft, im Rest Europas nicht. Der Umsatz steigt dagegen.

Die RTL-Gruppe spürt zwei unterschiedliche Wirtschaftsentwicklungen in Europa: Während das Geschäft mit den deutschen Sendern weiter zulegt, schrumpfen die Werbemärkte in Frankreich, den Niederlanden und Belgien – und noch deutlicher in Spanien, Ungarn und Kroatien. Insgesamt sank das operative Ergebnis (Ebita) von Europas größtem Unterhaltungskonzern um 13,9 Prozent auf 506 Millionen Euro im ersten Halbjahr, der Umsatz stieg dagegen um 3,3 Prozent auf 2,815 Milliarden Euro; das teilte die Senderkette am Donnerstag in Luxemburg mit. Das operative Ergebnis aus dem Rekordjahr 2011 werde auf Jahressicht voraussichtlich nicht erreicht, sagte Guillaume de Posch, der zusammen mit Anke Schäferkordt seit April Vorstandsvorsitzender der RTL-Gruppe ist. Es hänge vor allem vom Jahresende ab. “Wir haben keine Sicht darauf, wie der Werbemarkt im vierten Quartal aussieht”, sagte de Posch, der sich um das Geschäft außerhalb Deutschlands kümmert. Die Umsatzrendite des Konzerns, der zu 92 Prozent zum Medienkonzern Bertelsmann gehört, fiel von 21,6 Prozent auf 18 Prozent.

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“Brot und Butter bleibt das Ausstrahlen von Fernsehen und Radio” (Foto dapd)

Die tragende deutsche Konzernsäule legte in einem leicht gesteigerten Werbemarkt hierzulande zu, der dem europäischen Krisentrend trotzt. Die RTL-Mediengruppe in Deutschland verbesserte das operative Ergebnis um 4,5 Prozent auf 280 Millionen Euro. “Das deutsche Fernsehgeschäft hat operativ ein Rekord-Halbjahresergebnis erreicht”, sagte Schäferkordt, die zusätzlich Geschäftsführerin von RTL und Vorstandsvorsitzende der RTL-Mediengruppe ist. Obwohl sich der Marktanteil der Sender RTL, Vox, RTL II, Super RTL, N-TV und RTL Nitro (im April gestartet) in der Zielgruppe zusammen um 1,2 Prozentpunkte auf 33,8 Prozent verringerte, stieg der Anteil am Werbemarkt leicht auf 44,2 Prozent. Weitgehend stabil erreichte die Umsatzrendite 30 Prozent. Dabei helfen neue Vereinbarungen mit Netzbetreibern über hochauflösende HD-Sender und Angebote, Videos direkt abzurufen. Auf lange Sicht will die deutsche Senderfamilie laut Schäferkordt für das Ausstrahlen ihrer Kanäle via Satellit, Kabel und Internet – anders als bisher – kassieren.

Der Rekord in Deutschland reicht jedoch nicht, um andere Rückgänge auszugleichen. In Frankreich (Groupe M6) sank das operative Ergebnis um 15 Prozent auf 126 Millionen Euro, in den Niederlanden um 24 Prozent auf 38 Millionen Euro und das des Produktionsunternehmens Fremantle (“Deutschland sucht den Superstar”, “Das Supertalent”, “Bauer sucht Frau”) um 44 Prozent auf 40 Millionen Euro. Umsatz und Gewinn sanken auch in Belgien, Ungarn und Spanien. Doch nur in Kroatien kam es wie im Vorjahreszeitraum zu einem Verlust.

Vom Brot und Butter

Ein Wachstumsfeld gibt es hingegen fast überall: Im Internet kam die RTL-Gruppe auf 1,2 Milliarden Videoabrufe im ersten Halbjahr – ein Zuwachs von einem Drittel. In Deutschland und Frankreich verdoppelten sich fast die mobilen Videoabrufe. Dass dies das klassische Fernsehen belastet, damit rechnet die Senderkette nicht. Im Gegenteil: “Der Fernsehkonsum wird weiter wachsen”, sagte Schäferkordt. “Brot und Butter bleibt das Ausstrahlen von Fernsehen und Radio”, erwartet de Posch.

Zulegen will der Konzern mit zusätzlichen Sendern: Neben dem neuen deutschen Kanal RTL Nitro kommt in den Niederlanden RTL Telekids und in Frankreich 6ter hinzu. Auch versucht sich der Konzern in Asien und startet in einer indischen Region im November im Gemeinschaftsunternehmen BIG-RTL Thrill, einen actionreichen Sender für junge Zuschauer.

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Veröffentlicht unter: Digital, Fernsehen, RTL, Bertelsmann

 

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