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WAZ und Berliner Verlag: Zeitungen im Westen und Osten wollen sparen

Die nationalen Zeitungsanzeigen sinken bei der WAZ-Gruppe um ein Fünftel. Das Unternehmen will nun wie auch der Berliner Verlag sparen.

Die nationalen Zeitungsanzeigen sinken bei der WAZ-Gruppe um ein Fünftel. Das Unternehmen will nun wie auch der Berliner Verlag sparen.

Die WAZ-Mediengruppe will ihre Kosten bis 2014 um ein Fünftel senken. In welchen Bereichen wie viel gespart werden wird, ist aber noch offen, sagte Geschäftsführer Christian Nienhaus dieser Zeitung. „Es ist nicht beschlossen, mit dem Rasenmäher zu verfahren.” Zum Jahreswechsel soll feststehen, welcher Bereich wie viel spart. Das Essener Medienhaus mit Umsatz von 1,1 Milliarden Euro gibt 30 Tageszeitungen („Westdeutsche Allgemeine Zeitung”, „Thüringer Allgemeine”) und 175 Zeitschriften („Gong”, „Neue Welt”) heraus.

Nach Informationen dieser Zeitung hat die WAZ-Gruppe in diesem Jahr bisher einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag zum Vorjahr im Anzeigenbereich verloren. Die nationalen Zeitungsanzeigen sind demnach in diesem Jahr um ein Fünftel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen, während die regionalen Anzeigen stabil bleiben und den nationalen Bereich im Wert überholen. Rückgänge sind besonders im Handel zu verzeichnen. Auch nehmen die Auflagen der Zeitungen leicht ab.

Da im Unternehmen nicht damit gerechnet wird, dass die Verluste wieder vollständig zurückkehren, bereiten sie sich auf eine gesunkene Einnahmen vor und wollen die Kosten senken Der neue WAZ-Geschäftsführer Thomas Ziegler, der sich vor allem um die Finanzen kümmern soll, hat die Führungskräfte aufgefordert, Sparvorschläge in der Größenordnung von 20 Prozent zu unterbreiten. Das dient dem Ziel, dass kein Bereich das Sparen auf andere abschieben soll. Im Oktober treffen sich die Geschäftsführer mit 40 Führungskräften, um Sparmöglichkeiten zu diskutieren. Mit Anpassungen dürfte unter anderem in den Druckereien zu rechnen sein, von denen manche vor zehn Jahren gebaut worden sind, als die Auflage um ein Drittel höher war. Der Deutsche Journalistenverband Nordrhein-Westfalen kritisiert, dass jedenfalls in den Redaktionen kein Sparpotenzial mehr vorhanden sei. „Es ist ein Rätsel, woher die Geschäftsführung die Idee nimmt, es gebe noch genug Speck, um ein weiteres Fünftel einzusparen”, sagte Gewerkschaftsvorsitzender Helmut Dahlmann. Vor vier Jahren hatte die WAZ-Gruppe die damaligen 900 Redakteursstellen ihrer Tageszeitungen in Nordrhein-Westfalen um ein Drittel abgebaut.

Wirtschaftlichen Druck spürt auch der Berliner Verlag („Berliner Zeitung”, „Berliner Kurier”), der zur Kölner Zeitungsgruppe DuMont Schauberg gehört. „Einsparmöglichkeiten sind geplant und verschiedene Maßnahmen werden geprüft”, teilt der Verlag mit. Die Journalistengewerkschaft fürchtet den Abbau von 50 Arbeitsplätzen. “Mit einem fantasielosen Handstreich, der seinesgleichen sucht, soll ein Zehntel der Belegschaft vor die Tür gesetzt werden”, sagte Cornelia Haß, Bundesgeschäftsführerin der Deutsche Journalisten-Union. “DuMont Schauberg muss jetzt endlich eine Zukunftsstrategie aufweisen, die Bestand und Aussicht auf Erfolg hat.”

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