Home
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Weitersagen Kommentieren
 

Anzeigenrückgänge: Die WAZ spart und streicht 200 Stellen

24.03.2013, 18:40 Uhr  ·  Das Essener Medienhaus streicht 200 Stellen in der Redaktion und Verwaltung. Auflage und Werbeaufkommen bricht stark ein.

Von

Die WAZ-Gruppe, einer der größten Zeitungsverlage in Europa, spart weiter hart in ihrem Kernbereich in Nordrhein-Westfalen. Dort streicht das Unternehmen mit Milliardenumsatz jetzt etwa 200 Stellen in der Redaktion und Verwaltung. Das betrifft die überregionale Zentralredaktion („Content Desk“) sowie die Anzeigenblätter und den Anzeigenbereich.

„Der starke Wettbewerb, der signifikant einbrechende Anzeigenmarkt und die erodierenden Auflagenzahlen deutscher Tageszeitungen führen auch bei unserer Mediengruppe zu Umsatzrückgängen in Millionenhöhe“, schreiben die drei WAZ-Geschäftsführer Manfred Braun, Christian Nienhaus und Thomas Ziegler in einer Mitteilung an die Mitarbeiter. „Die Entscheidung, uns von Personal zu trennen, ist uns mehr als schwer gefallen und wir möchten Ihnen versichern, dass wir so sozialverträglich wie nur möglich handeln.“

„Die Menschen nutzen Medien heute anders als zu früheren Zeiten”

Das Essener Medienhaus will in allen Bereichen ein Fünftel der Kosten bis 2014 sparen. Dazu werden diese Stellenstreichungen wie auch die Reaktionsschließung der „Westfälischen Rundschau“ wesentlich beitragen. Laut der Mitteilung an die Mitarbeiter fürchtet die Geschäftsführung  Risiken in Millionenhöhe – so liegen die Anzeigenerlöse im Januar und Februar unter denen des Vorjahres, das bisher das schlechteste Anzeigenjahr war.

„Die Menschen nutzen Medien, auch aufgrund der schnellen technischen Entwicklungen, heute anders als noch zu früheren Zeiten. Sie werden kritischer in ihrer Mediennutzung, kritischer gegenüber der Gattung Tageszeitung“, schreiben die Geschäftsführer weiter. „Wir beobachten bei uns das, was die gesamte Branche beobachtet: Stetig steigende Abonnentenzahlen und rückläufige Vertriebserlöse. Einen Teil der Verluste können wird durch Preiserhöhungen kompensieren, aber die Preise können nicht unendlich steigen. Der Verlust an Auflage und Leserschaft birgt ebenso ein Risiko in der nationalen und regionalen Werbung. Unsere Anzeigenerlöse haben sich in den vergangenen fünf Jahren dramatisch verringert.“

Mehr im Blog:

WAZ-Mediengruppe: SPD-Medienholding schießt gegen Aus für eigenständige „Westfälische Rundschau”

WAZ und Berliner Verlag: Zeitungen im Westen und Osten wollen sparen

Konzentration aufs Lokale: WAZ-Gruppe strafft Abläufe und baut um

Nienhaus und Braun wollen sich Spitze der WAZ-Gruppe teilen

Grotkamp kauft Hälfte der WAZ: Mediengruppe steht vor einem Umbau

Kommentar: Viel Arbeit im Westen

Mehr zum Thema:

Zeitungsbranche: Der WAZ-Anteilsverkauf naht

Hombach vor dem Abschied von der WAZ: Bodo macht was Neues

500 Millionen Euro: WAZ-Gruppe steht kurz vor Eigentümerwechsel

WAZ baut ab: „Weg aus den roten Zahlen” – 300 Stellen weniger

Essener Mediengruppe: Das neue WAZ-Modell

_____________________________________________________________

F.A.Z.-Blog Medienwirtschaft
www.faz.net/medienwirtschaft

Twitter: www.twitter.com/jan_hauser

 

Veröffentlicht unter: Zeitungen, WAZ

  Weitersagen Kommentieren Empfehlen (1) Drucken
 

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Lesermeinungen zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 6000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung der Lesermeinung weisen wir am Beitrag den Klarnamen des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Lesermeinungen von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Lesermeinungen zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Weitere Artikel

Datenschutzerklärung

Allgemeine Nutzungsbedingungen von FAZ.NET und seinen Teilbereichen

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Lesermeinungen automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden

Jahrgang 1983, Redakteur in der Wirtschaft der F.A.Z.