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Zeitschriften, Fernsehen, Internet: Wie sich die Welt der Medien dreht

Ein Online-Kiosk weniger: „Pubbles“ schließt

Der Online-Kiosk "Pubbles" wird bald von Bertelsmann, Weltbild und Hugendubel dicht gemacht. Leser brauchen dann eine eigene App fürs digitale Magazin.

Die Pläne für die digitale Welt waren umfassend: Bertelsmann wollte den Online-Kiosk „Pubbles“ zur „zentralen Plattform für digitale Leseinhalte“ machen. Über die vor fast drei Jahren gestartete Plattform lassen sich digitale Bücher, Zeitungen und Zeitschriften kaufen, darunter „Süddeutsche Zeitung“, „Tagesspiegel“, „Handelsblatt“ sowie „Gala“, „Wirtschaftswoche“ und „Brigitte“.

Das war eine Art deutsche Antwort auf entsprechende Pläne des amerikanischen Konzerns Apple. Davon bleibt nicht mehr viel: „Pubbles“ schließt am 30. September seine Pforten für den Endkunden. „Die Gerätevielfalt hat stark zugenommen, neue Anbieter sind hinzugekommen, und natürlich stellt sich stets die Frage nach der Wirtschaftlichkeit“, teilt der Kiosk seinen Kunden mit und fordert diese auf, ihre gekauften Inhalte nun zu sichern.

“Stern” verkündete Wandel aus technischen Gründen

Die Mediengruppe Weltbild/Hugendubel übernahm 2012 die Hälfte an „Pubbles“, während Bertelsmann und Deutscher Pressevertrieb (Gruner + Jahr) jeweils ein Viertel behielten. Andere Online-Kioske wie Axel Springers „iKiosk“ und Telekoms „Page Place“ laufen weiter. Eine deutsche Antwort auf Apple wäre wohl lautstärker ausgefallen, wenn sich die Verlage zusammengetan hätten. Apples eigener Zeitschriftenkiosk ist inzwischen auf den Tabletcomputer und Smartphones des Unternehmens vorinstalliert.

Das Magazin „Stern“ hatte sich schon in der vergangenen Woche vom Online-Kiosk „Pubbles“ zurückgezogen und dies Mitte Juni seinen digitalen Abonnenten mitgeteilt – damals war die Rede von „technischen Gründen“. Der Onlinekauf erfolgt nun noch direkt per eigener App. Allerdings scheint  auch dies noch ausbaufähig zu sein. Den digitalen Abonnenten schreibt das Magazin am Dienstag ein „paar hilfreiche Hinweise“ für Probleme mit der App. Unter anderem rät der „Stern“ dazu, die Anwendung komplett vom Gerät zu löschen und anschließend abermals zu laden. Ein echter Neustart eben.

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