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Zeitschriften, Fernsehen, Internet: Wie sich die Welt der Medien dreht

IVW: Mobile Internetnutzung lässt die Verlage hoffen

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Die mobile Nutzung nimmt zu: Fast jeder dritte Leser greift auf die großen Internetangebote von unterwegs aus zu. Die Werbung für mobiles Internet soll enorm zulegen.

Mobiltelefone und Tabletcomputer mischen den Markt für Internetseiten auf. Immer mehr Menschen informieren sich von unterwegs aus: Fast jeder dritte Nutzer der meist genutzten deutscher Onlineauftritte liest über die mobilen Internetseiten oder Anwendungen für Smartphones und Tabletcomputer. Noch höher ist dieser Anteil unter Sport-, Fernsehprogramm- und Finanzangeboten, hier hat sich das mobile Internet schon teilweise gegenüber dem stationären Internet durchgesetzt.

„Die Nutzung von Seiten, die mobil aufbereitet sind, nimmt stetig zu“, sagte Kai Kuhlmann von der IVW, der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern. Diese hat erstmal an diesem Donnerstag Zahlen zur mobilen Nutzung des Internets veröffentlicht. Die meisten mobilen Besuche (Visits) im Juli erreichten demnach „Bild.de“ mit 79,3 Millionen, „Spiegel Online“ mit 50,6 Millionen, „Kicker Online“ mit 38 Millionen, T-Online Contentangebote mit 31,8 Millionen sowie „TV Spielfilm“ mit 29,1 Millionen.

Bald läuft mehr als die Hälfte des Internetverkehrs mobil

So scheinen kurze Informationen zum Fernsehprogramm, von der Börse oder dem Fußball besonders gefragt: Zwei von drei Onlinelesern der Programmzeitschrift „TV Spielfilm“ greifen mobil auf den Internetauftritt zu. Das gilt ebenfalls für das Portal „Finanzen100“. Eine knappe Mehrheit der Internetleser des Sportmagazins „Kicker“ nutzt die mobile Internetseite und Anwendungen.

Fast jeder dritte Besuch von „Bild.de“ und jeder vierte Besuch von „Spiegel Online“ kommt über den mobilen Zugriff. Die meisten Onlineangebote erreichen einen mobilen Anteil von mindestens ein Zehntel. Nach Ansicht des IVW bereiten immer mehr Anbieter ihre Internetseiten für den mobilen Abruf auf. Schließlich gibt es auch immer mehr mobile Endgeräte in Deutschland.

In vier bis fünf Jahren wird weit über die Hälfte des Internetverkehrs auf mobilen Endgeräten laufen, erwartet der Zeitschriftenverlegerverband VDZ. „Die Zahlen zeigen, dass die Inhalte von Zeitschriften enorm gut abgerufen werden, die Mobilreichweiten explodieren“, ruft dieser seinen Mitglieder zu. „Auf diese Entwicklung müssen wir uns schnell einstellen.“ Verlage müssten jetzt Geschäftsmodelle entwickeln, die nicht nur Werbung, sondern auch den Produktkauf und redaktionelle Bezahlinhalte umfassen.

Mobile Werbung soll um mehr als die Hälfte wachsen

Mit der neuen IVW-Ausweisung sind mobile Internetangebote besser vergleichbar. Das soll helfen, dort mehr Anzeigen zu verbuchen. Noch ist die Werbung auf mobilen Seiten gering, wird aber nach Ansicht von Marktforschern stark zunehmen.

Nach Angaben des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) umfasste mobile Werbung in Deutschland im vergangenen Jahr 62 Millionen Euro. In diesem Jahr erwartet der Verband einen Anstieg um 70 Prozent auf 105 Millionen Euro. „Die Nutzung von Smartphones und Tablets zählt für die Deutschen zu ihrem modernen Lebensgefühl“, sagte Oliver von Wersch, der die Mobilwerbung im BVDW leitet und für Gruner + Jahr verantwortet.

International umfasst mobile Onlinewerbung mit 8,6 Milliarden Dollar ein Zehntel der Internetanzeigen. In den kommenden drei Jahren soll die Werbeart um mindestens 50 Prozent zulegen, während nach Erwartungen der Mediaagentur Zenith Anzeigen im stationären Internet mit 10 Prozent geringer wachsen.

Die IVW misst mit den mobilen Besuchen die Abrufe auf mobilen Internetseiten und auf entsprechende Apps. Das ist nicht deckungsgleich mit dem Abrufen via Smartphones und Tabletcomputer, da diese auch die normale Internetseite abrufen können. Zudem wird auch das Lesen einer mobilen Internetseite mit dem Smartphone per heimischer Internetverbindung gemessen.

Zur mobilen Messung führt die IVW neue Kategorien ein, mit der sich die Nutzung von Apps, Filmen, Angeboten in deutscher Sprache sowie von Bezahlinhalten sehen lässt. Auch entsteht die Möglichkeit, Bezahlinhalte zu kennzeichnen und damit zu messen, sofern der Anbieter dies möchte.

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