Medienwirtschaft

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M. DuMont Schauberg wieder mit Gewinn

Kölner Stadt-Anzeiger, Berliner Zeitung, Hamburger Morgenpost: Die Zeitungsgruppe M. DuMont Schauberg hat verlustreiche Jahre hinter sich. Jetzt spricht das Unternehmen wieder von einem Gewinn.

Das Kölner Zeitungshaus M. DuMont Schauberg hat nach hohen Verlusten wieder den Gewinnbereich erreicht. Im vergangenen Jahr kam die Kölner Mediengruppe auf ein Konzernergebnis von 1,6 Millionen Euro. Nach einem Verlust von 112 Millionen Euro im Jahr 2012 hat sich das Unternehmen damit um mehr als 113 Millionen Euro verbessert. In der Gruppe erscheinen die Tageszeitungen „Kölner Stadt-Anzeiger“, „Kölnische Rundschau“, „Berliner Zeitung“ und „Mitteldeutsche Zeitung“ in Halle sowie die Boulevardblätter „Express“, „Berliner Kurier“ und „Hamburger Morgenpost“.

Das operative Ergebnis (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) stieg 2013 um 30,5 Millionen Euro auf 60,6 Millionen Euro. Das teilte DuMont Schauberg am Donnerstag mit und nannte die Insolvenz der „Frankfurter Rundschau“, die seit März 2013 der Frankfurter Societät GmbH und dem Verlag dieser Zeitung gehört, als Hauptgrund für den Verlust im Vorjahr. Der Umsatz lag ohne die Frankfurter Erlöse mit 584 Millionen Euro um etwa 87 Millionen Euro niedriger als im Vorjahr. Im Jahr 2011 kam die Unternehmensgruppe noch auf einen Umsatz von 710 Millionen Euro.

© dpaKölner Heimat: M. DuMont Schauberg verlegt „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Express“.

Schon zu der Zeit hatte das Unternehmen einen Millionenverlust verzeichnet. Im Jahr 2012 stieg dieser dann auf den Wert von 112 Millionen Euro an, wie durch die Veröffentlichung der Bilanz im Bundesanzeiger herauskam (F.A.Z. vom 6. Februar). Dafür sorgte jedoch nicht nur die „Frankfurter Rundschau“. Auch das verlustreiche Berliner Geschäft führte zu Abschreibungen von 16,9 Millionen Euro. Hinzukam das TV Heimatfernsehen Köln mit einem Verlust von 2,2 Millionen Euro und Wertminderung von 10,5 Millionen Euro. Die Beteiligung von 20 Prozent an der israelischen Zeitung „Haaretz“ sorgte für eine Wertminderung von 8,9 Millionen Euro.

DuMont Schauberg machte sie zu Entwicklungen dieser Geschäftsbereiche am Donnerstag keine Angaben. Generell hieß es, dass sinkende Auflagenzahlen der Tageszeitungen und Verschiebungen der Werbeumsätze den Umsatz gesunken haben. Dies werde sich auch in diesem Jahr fortsetzen. Zum Jahreswechsel hatte das Familienunternehmen mit dem Vorstandsvorsitzenden Christoph Bauer einen externen Manager an die Führungsspitze geholt.

Jüngst hatte das Unternehmen auch in seiner Heimat gespart und legte mit dem Heinen-Verlag Lokalredaktionen der Regionalzeitungen „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Kölnische Rundschau“ zusammen, um 30 Arbeitsplätze zu streichen und 4 Millionen Euro im Jahr einzusparen. Auch bei der „Hamburger Morgenpost“ sollen zehn Stellen wegfallen. Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Mitarbeiter laut Konzernangaben um 118 Stellen auf 3670 zurück.

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