Medienwirtschaft

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Zeitschriften, Fernsehen, Internet: Wie sich die Welt der Medien dreht

„Charlie Hebdo“: Auflage für Deutschland auf 50.000 Exemplare erhöht

Am Wochenende waren die Hefte rasch vergriffen: Jetzt kommt der zweite Schub von „Charlie Hebdo“ an die deutschen Kioske

An diesem Freitag wollen Pressehändler ihre Kunden nicht wieder enttäuschen. Am Wochenende hatten die Verkäufer in den deutschen Zeitschriftenläden nicht genügend Ausgaben des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ erhalten. Hunderte Kunden hatten sich schon morgens vor den Geschäften versammelt, um das Magazin zu kaufen. Doch im Presseregal lagen nur wenige Exemplare. Das soll sich ändern. Schon diesen Freitag kommt der zweite Schub der Ausgabe in den deutschen Einzelhandel. „Aufgrund der großen Nachfrage hat der Presseimporteur Saarbach ein größeres Kontingent bekommen und wird den Pressehandel mit rund 50.000 Exemplaren der französischen Ausgabe beliefern“, teilt der Hamburger Verlag Gruner + Jahr mit. Das Unternehmen besitzt den Hürther Nationalvertrieb Saarbach, der „Charlie Hebdo“ vertreibt und einer der größten Importeure ausländischer Presse in Deutschland ist.

Es ist die erste Ausgabe des Magazin nach den Terroranschlägen auf die Redaktion am 7. Januar, bei der in Paris zwölf Menschen getötet wurden. Die neue Ausgabe von „Charlie Hebdo“ erreicht eine Millionenauflage und lag doch unter der die Nachfrage sowohl im Inland als auch im europäischen Ausland. Die Auflage steigerte sich von 3 Millionen Exemplare auf nunmehr 7 Millionen Exemplare. Ebenso bietet der Verlag mittlerweile eine Digitalausgabe für verschiedene Endgeräte an (iOS, Android und Windows Phone).

Erstmals kam die erste Ausgabe von „Charlie Hebdo“ nach den Terroranschlägen am vergangenen Samstag in den deutschen Handel. Die ausgelieferte Menge soll dabei jedoch deutlich unter 5.000 Exemplaren gelegen haben. Im Vorfeld war noch von 5.000 bis 10.000 Exemplaren die Rede. Schon um 5 Uhr morgens bildeten sich Menschenschlange vor manchen Bahnhofsgeschäften. Nur die wenigsten erhielten eine Ausgabe des französischen Titels, der rasch vergriffen war. „Man hätte locker 100.000 Exemplare verkaufen können oder noch mehr“, sagt Frank Nolte, Vorsitzender des Bundesverband der Pressegroßhändler und selbst Großhändler in Reutlingen. Die 60 Pressegroßhändler beliefern etwa 110.000 Einzelhandelsstellen in Deutschland mit Zeitungen und Zeitschriften, wobei sie als neutraler Dienstleister für die Verlage tätig sind. Der Bahnhofsbuchhandel wird gesondert beliefert.

Schon im Vorfeld des deutschen Vertriebs von „Charlie Hebdo“ haben viele Einzelhändler nach der neuen Ausgabe gefragt und diese vorbestellt. Teilweise hätten sie gern 500 Exemplare im Laden gehabt und dies auch früh weitergegeben. Doch daraus wurde nichts, weil die Gesamtmenge für den deutschen Markt zu gering war, um der Nachfrage annähernd nachzukommen. Die Einzel- und Großhändler hoffen nun auf den zweiten Schub. Hunderttausend Exemplare werden es zwar auch dieses Mal für den deutschen Markt nicht sein, aber die Hälfte soll geliefert werden.

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