Medienwirtschaft

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Zeitschriften, Fernsehen, Internet: Wie sich die Welt der Medien dreht

Zeitungshaus DuMont Schauberg steigert den Gewinn

Der Gewinn steigt, der Umsatz sinkt, Gefahren bleiben.

Das letzte Jahr, in dem Alfred Neven DuMont an der Spitze des Aufsichtsrats des Familienunternehmens wirkte, verlief den Zahlen nach für die Beteiligten versöhnlich. Das Kölner Zeitungshaus M. DuMont Schauberg GmbH & Co. KG verdoppelte im vergangenen Jahr fast den Gewinn. Das Gesamtergebnis stieg von 2,6 Millionen Euro im Jahr 2013 auf 4,9 Millionen Euro im Jahr 2014. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit, das die Tageszeitungen „Kölner Stadt-Anzeiger“, „Berliner Zeitung“ und „Mitteldeutsche Zeitung“ sowie die Boulevardblätter „Express“ und Hamburger Morgenpost“ herausgibt und auch Anteile an Radio- und Fernsehsendern hält („Köln TV“, „Joiz Germany“). Alfred Neven DuMont war nach kurzer, schwerer Krankheit im Mai im Alter von 88 Jahren verstorben. Zum Jahreswechsel hatte der Firmenpatriarch den Aufsichtsratsvorsitz abgegeben und war zum Ehrenvorsitzenden ernannt worden.

Das Familienunternehmen hat turbulente Zeiten hinter sich: Sohn Konstantin Neven DuMont wurde nach einem öffentlichen Streit mit seinem Vater zunächst beurlaubt und gab seine Unternehmensanteile später wieder ab. Seine Schwester Isabella kam dafür in den Vorstand, und noch im Jahr 2012 wies die Gruppe einen erheblichen Verlust von 112 Millionen Euro aus.

Jetzt scheint sich der Familienbetrieb etwas beruhigt zu haben. Das wird auch mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Christoph Bauer in Verbindung zu bringen sein, der zuvor für Schweizer Medien tätig war und als Familienfremder seit dem Jahr 2014 an der Spitze steht. Zudem wechselte im Januar Isabella Neven DuMont aus dem Vorstand in den Aufsichtsrat als stellvertretende Vorsitzende. Den Aufsichtsrat führt seither Christian DuMont Schütte, der ebenfalls zur Familie gehört und das Unternehmen in der zwölften Generation lenkt. Somit arbeitet seit diesem Jahr kein Familienangehöriger mehr im Vorstand und ist im operativen Geschäft tätig.

Die Bilanz des ersten Jahres von Christoph Bauer an der Unternehmensspitze geht mit einem höheren Gewinn einher. Gleichzeitig sieht der Verlag seine wirtschaftliche Lage aber auch kritisch. Sinkende Zeitungsauflagen und Werbeeinnahmen nennt das Unternehmen als Grund für den leichten Rückgang des Umsatzes: Dieser betrug 539 Millionen Euro im vergangenen Jahr nach 541 Millionen Euro im Jahr zuvor. Als Belastung für dieses Jahr sieht DuMont Schauberg den Mindestlohn, der vor allem in strukturschwachen Regionen wirke. Auch andere Zeitungsverlage sehen darin Schwierigkeiten: Sie fürchten, dass der Zeitungsvertrieb sich durch die höheren Zustellkosten in ländlichen Regionen nicht mehr rechnet. Die Zahl der Mitarbeiter von DuMont Schauberg ging im vergangenen Jahr um 144 auf 3267 zurück.

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