Medienwirtschaft

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Zeitschriften, Fernsehen, Internet: Wie sich die Welt der Medien dreht

RTL und Gruner+Jahr verkaufen gemeinsam Werbung

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Schulterschluss unter Schwesterunternehmen: Die beiden Bertelsmann-Gesellschaften RTL und Gruner+Jahr arbeiten in Deutschland bald enger zusammen und starten eine neue Allianz.

Anke Schäferkordt, Fernsehfrau© RTLAnke Schäferkordt

Die Privatfernsehkette RTL und der Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr starten einen gemeinsamen Werbeverkauf. An beiden Unternehmen ist der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann mehrheitlich beteiligt, doch bisher agieren die Gesellschaften weitgehend unabhängig voneinander. Anke Schäferkordt, Ko-Vorstandsvorsitzende der RTL Group und Geschäftsführerin der Mediengruppe RTL Deutschland, und Julia Jäkel, Vorsitzende der Geschäftsführung von Gruner+Jahr, erhoffen sich nun, zusammen mehr Werbung zu verkaufen.

Die Werbegesellschaften der Unternehmen, IP Deutschland und G+J EMS, starten von 2017 an die Allianz „Ad Alliance“: Verkäufer beider Unternehmen sollen im Tandem beim Kunden auftreten, um Werbung für alle Kanäle unter einem Dach und somit gemeinsam für Fernsehen, Zeitschriften und Internetmedien anbieten zu können. Das wollen beide Unternehmen am Donnerstag bekanntgeben, wie diese Zeitung vorab erfahren hat. Die Zusammenarbeit umfasst das Geschäft mit den Fernsehsendern RTL, Vox und N-TV, den Zeitschriften „Stern“, „Brigitte“ und „Gala“ sowie deren digitalen Portalen.

Allerdings bleiben die Werbegesellschaften unabhängig voneinander und vermarkten ihre Medien auch weiter selbst. Einen Geschäftsführer für die Allianz soll es nicht geben. Bislang haben sie nur für einzelne Kampagnen zusammengearbeitet. Schon jetzt zeigen sich die Führungsspitzen vereint: Schäferkordt spricht von einem Schulterschluss und Jäkel von Schwesterunternehmen.

Am Hamburger Verlag Gruner+Jahr ist Bertelsmann vollständig beteiligt und hält 75,1 Prozent an der Luxemburger RTL Group, Europas größter Privatfernsehkette mit der Kölner Mediengruppe RTL Deutschland. Zum Konzern, der mit einem Umsatz von 17 Milliarden Euro zu den größten Medienkonzernen der Welt gehört, zählen ebenfalls der Buchverlag Penguin Random House, das Musikunternehmen BMG und der Dienstleister Arvato.

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