Medienwirtschaft

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Zeitschriften, Fernsehen, Internet: Wie sich die Welt der Medien dreht

DuMont steckt Mindestlohn weg

Die DuMont Mediengruppe verdoppelt den Gewinn und hat doch mit Belastungen umzugehen.

Das Kölner Zeitungshaus M. DuMont Schauberg GmbH & Co. KG hat im vergangenen Jahr den Gewinn verdoppelt und auch den Umsatz gesteigert. Das Gesamtergebnis stieg von 4,9 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 10,3 Millionen Euro im Jahr 2015. Allerdings gibt es erhebliche Belastungen für den Verlag, der die Tageszeitungen „Kölner Stadt-Anzeiger“, „Berliner Zeitung“ und „Mitteldeutsche Zeitung“ sowie die Boulevardblätter „Express“ und „Hamburger Morgenpost“ herausgibt und auch Anteile an Radio- und Fernsehsendern wie „Joiz Germany“ hält.

Der Mindestlohn, wodurch Zeitungszusteller nun nach Zeit und nicht wie zuvor mittels Stücklohn bezahlt worden, belastete das Unternehmen im vergangenen Jahr mit 20 Millionen Euro vor allem in Sachsen-Anhalt und Berlin, wie die DuMont Mediengruppe am Donnerstag mitteilte. Auch andere Zeitungsverlage berichten davon, dass der Mindestlohn den Zeitungsvertrieb besonders in ländlichen Regionen erschwert.

Im Jahr 2012 wies DuMont noch einen erheblichen Verlust von 112 Millionen Euro aus. Im Jahr 2013 kam es zu einem Gewinn von 2,6 Millionen Euro, der nun ausgebaut wurde. Mit dem Vorstandsvorsitzenden Christoph Bauer führt das Zeitungshaus seit dem Jahr 2014 ein Manager, der anders als zuvor nicht der Eigentümerfamilie angehört. Der Umsatz stieg im Jahr 2015 um 7 Millionen Euro auf 546 Millionen Euro.

Zum Bilanzstichtag hatte DuMont Kreditlinien über etwa 3 Millionen Euro in Anspruch genommen. Dieser Wert lag ein Jahr zuvor mit 18 Millionen Euro noch höher. Die Konzerneigenkapitalquote erhöhte sich nun um drei Prozentpunkte auf etwa 14 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter in der Mediengruppe erhöhte sich im vergangenen Jahr um 109 auf 3376, nachdem sie ein Jahr zuvor um 144 gesunken war.

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