Netzwirtschaft

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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Facebook vs StudiVZ

Facebook könnte schon bald mit einer lokalen Version auf den deutschen Markt drängen. Dann müsste sich StudiVZ warm anziehen, denn Facebook ist größer, schneller und besser.

In den Blogs hat jetzt auch die Diskussion begonnen, ob StudiVZ eine Chance hat, wenn Facebook mit einer lokalen Version auf den deutschen Markt drängt. CEO Mark Zuckerberg deutet in einem Interview mit TIME an, dass die lokalen Versionen nicht mehr lange auf sich warten lassen. Und Zweinull.cc-Blogger Martin Weigert hat von Facebook die Bestätigung bekommen, dass der Markteintritt in Deutschland noch in diesem Jahr erfolgen soll. Facebook ist auf dem deutschen Markt bisher kaum präsent, obwohl der Hype um die Community riesengroß ist.

Für Facebook spricht:  

  • Die Öffnung für externe Entwickler hat Facebook enormen Schub und Unterstützung im Web gebracht. Eine deutsche Site würde diese Unterstützung in der Entwicklergemeinde nie bekommen.
  • Facebook ist StudiVZ technisch weit überlegen.
  • In einigen nordeuropäischen Ländern ist Facebook schon sehr bekannt; der Aufbau einer europäischen Community wäre nicht mehr so schwierig.
  • Facebook muss sich vorerst nicht um die Vermarktung kümmern und kann voll auf Wachstum setzen. Unter der Fittiche von Holtzbrinck muss StudiVZ dagegen schnell beweisen, dass sich die Investitionen gelohnt hat.
  • Facebook hat sich längst auch für Nicht-Studenten geöffnet und gräbt jetzt MySpace das Wasser ab. Die Konzentration auf Studenten begrenzt das Wachstum von StudiVZ.

Für StudiVZ spricht:

  • Vorsprung von mehr als 2 Millionen Nutzern auf dem deutschen Markt. Erst wenn eine kritische Masse zu Facebook gewechselt ist, besteht Gefahr für StudiVZ.
  • Mit Marcus Riecke vom 13. August an endlich einen Profi an der Spitze.

Die Vorteile liegen also recht klar auf der Seite von Facebook. Sollte das Unternehmen, das zurzeit selbst milliardenschwere Übernahmeangebote ausschlägt, tatsächlich an die Börse gehen, käme aber eine weitere Variante ins Spiel: Facebook könnte mit dem Erlös aus dem Börsengang StudiVZ locker übernehmen – und Holtzbrinck wäre – für deutsche Verhältnisse – ein ähnlicher Deal wie Rupert Murdoch mit der MySpace-Übernahme geglückt.

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