Netzwirtschaft

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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Ende des DSL-Booms?

Der DSL-Markt ist im zweiten Quartal vergleichsweise gering gewachsen. Es gibt erste Anzeichen, dass der DSL-Boom langsam zu Ende gehen könnte. Trotz steigender Kundenzahlen müssen die Anbieter mit fallenden Umsätzen rechen.

Neigt sich der DSL-Boom in Deutschland seinem Ende zu? Das zweite Quartal hat die Anbieter nachdenklich gemacht: Arcor hat nur 100 000 neue Kunden gewonnen, United Internet war mit rund 80000 neuen Kunden so schwach wie lange nicht und Hansenet mit 62 000 Kunden sogar noch schlechter.

Sicher, in den Sommermonaten ist die Nachfrage immer schwächer als im Winter und der Telekom-Streik war sicher auch nicht förderlich für das Geschäft. Aber die Zahlen sind doch schwächer als erwartet. Der Prognos-Mediareport erwartet zwar noch einige Jahre steigende Nutzerzahlen, aber schon im kommenden Jahr trete im Breitband-Markt eine Entwicklung ein wie im Mobilfunk: 

Wegen des starken Preisdrucks sinke der Umsatz der Branche. In Zeiten stark steigender Kundenzahlen lassen sich fallende Durchschnittsumsätze je Kunde (Arpu) leicht kompensieren. Tritt der Markt aber in eine Sättigungsphase ein, schlagen die sinkenden Arpus voll auf die Bilanz durch. Genau diesen Zustand müssen die Mobilfunker jetzt verkraften.

Für die erfolgsverwöhnten DSL-Anbieter könnte dann auch der Tritt auf die Kostenbremse folgen. Den Rückgang der Arpus könnte auch das Internet-Fernsehen nicht verhindern, meinen die Marktforscher von Prognos. Bild zu: Ende des DSL-Booms?

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