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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Samwer-Brüder steigen bei Facebook ein

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Die Samwer-Brüder beteiligen sich an Facebook. Der Preis liegt wohl weit unter dem Preis, den Microsoft gezahlt hat. Dafür sollen die Samwers Facebook beim Einstieg in Europa helfen. Noch im ersten Halbjahr soll die deutsche Seite online gehen.

Die Internet-Investoren Alexander, Marc und Oliver Samwer steigen beim sozialen Netzwerk Facebook ein. Die drei Brüder haben einen kleinen Anteil an Facebook erworben. „Wir haben dafür einen sehr signifikanten Betrag gezahlt“, sagte Alexander Samwer.

Die Samwers sollen den Amerikanern beim geplanten Einstieg in den europäischen Markt helfen und zahlen daher wohl deutlich weniger für ihren Anteil als der Softwarekonzern Microsoft, der Ende Oktober für einen 1,6-Prozent-Anteil 240 Millionen Dollar gezahlt hat, was Facebook mit 15 Milliarden Dollar bewertet hat.

„Facebook wird in kurzer Zeit viele internationale Seiten freischalten“, sagte Samwer. In Deutschland soll Facebook noch im ersten Halbjahr mit einer eigenen Version starten und damit vor allem dem Studentennetzwerk StudiVZ Konkurrenz machen, das pikanterweise ebenfalls von den Samwer-Brüdern finanziert und vor einem Jahr für rund 85 Millionen Euro an den Holtzbrinck-Verlag verkauft wurde. Facebook ist StudiVZ technisch weit überlegen, wird allerdings wohl einige Schwierigkeiten mit den europäischen Datenschutzgesetzen bekommen.

Facebook ist zur Zeit das am schnellsten wachsende soziale Netzwerk der Welt, hinkt allerdings bei der Internationalisierung dem großen Rivalen MySpace weit hinterher. Um den Rückstand zu verkleinern, soll auch der Hongkonger Milliardär Li Ka-shing helfen, der Anfang Dezember für 0,4 Prozent an Facebook 60 Millionen Dollar gezahlt hat.

Die Samwer-Brüder hatten im Jahr 2006 schon einmal mit Facebook verhandelt. Damals ging es darum, dass Facebook StudiVZ für 5 Prozent seiner Anteile übernimmt. Die wären heute 750 Millionen Dollar wert (Link: Wie StudiVZ 750 Millionen Dollar vergeigte), wenn der Deal zustande gekommen wäre. 

 

Die Samwer-Brüder, die schon das Online-Auktionshaus Alando und den Klingeltonanbieter Jamba gegründet und erfolgreich verkauft haben, weiten mit dem Facebook-Engagement ihre Konkurrenz zu Holtzbrinck aus. Denn bereits Ende September haben die Brüder 20 Prozent der Anteile der polnischen Studentengemeinschaft Nasza Klasa erworben. Polen ist der einzige Auslandsmarkt, auf dem StudiVZ bisher Mitglieder in großen Stil gewonnen hat.  

 

UPDATE: Wie zu hören ist, bewertet der Samwer-Einstieg Facebook mit weniger als 5 Milliarden Dollar; mithin haben die drei Brüder wohl irgendetwas zwischen 20 und 50 Millionen Dollar investiert. Spannend wird nun sein, welche Übernahmen die Samwers für Facebook einfädeln werden. Nasza Klasa ist sicher ein Kandidat; StudiVZ möglicherweise auch. Dann dürfte noch einmal Geld aus Amerika in die Taschen der Samwers fließen. Jetzt scheint alles möglich.

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1 Lesermeinung

  1. <p>Vorsicht,...
    Vorsicht, Satire!
    März 2008: Facebook geht mit deutscher Version an den Markt
    Mark Zuckerberg nach der Kick-Off PK im Sony Center im Dr. Pong im PBerg gesichtet. Seine drei Begleiter wurden an der Tür abgewiesen, weil sie sich weigerten die Sakkos über ihren verwaschenen Jamba T-Shirts auszuziehen.
    StudiVZ GF Markus Rieke kauft sich einen neuen Schreibtisch (Vitra, endlich!) und geht dann ordentlich Mittagessen.
    Mark Zuckerberg wird mit einer (sehr jungen!) Frau im Weekend gesichtet. Seine drei Begleiter kommen diesmal rein, weil sie ihre Jamba T-Shirts über die Sakkos drüber angezogen haben.
    Juni 2008: Deutschland zeigt Gesicht: Mehr als 1 Millionen Nutzer innerhalb von drei Monaten – StudiVZ Nutzerzahlen stagnieren.
    Mark Zuckerberg wird mit einer (sehr jungen!) Frau im Weekend Berlin gesichtet. Seine drei Begleiter kommen diesmal rein, weil sie ihre Jamba T-Shirts über die Sakkos drüber angezogen haben.
    Markus Rieke kauft sich einen neuen Schreitischstuhl (auch Vitra!) und geht anschließend mit Stefan von Holtzbrinck in die neue Barenboim-Aufführung in die Staatsoper. Bei einem Glas Champagner im Foyer erklärt Markus Rieke Stefan von Holtzbrinck den Unterschied zwischen pageview und visit.
    September 2008: FB räumt ab – mehr als 4 Millionen Nutzer innerhalb von sechs Monaten!
    Mark Zuckerberg kauft sich eine Wohnung in Berlin Mitte und wird zusammen mit einer (ebenfalls sehr jungen!) Frau im Bandol in der Torstrasse gesehen. Eigentlich wartet er dort darauf Brad Pitt zu treffen (dem er gerne ein paar Prozent an seiner Firma verkaufen würde, wenn dieser die Hauptrolle im Drehbuch seiner Freundin übernimmt). Später schauen Zuckerberg’s drei Berliner Freunde zusammen mit Lars Windhorst vorbei. Windhorst trägt unter seinem Nadelstreifenanzug ein (neues!) Jamba T-Shirt.
    Markus Rieke hat sich die Sommergrippe eingefangen und schafft es nicht ins Büro. Abends ruft Stefan von Holtzbrinck an und bittet ihn darum nochmal die Sache mit den pageviews und die visits zu erklären – sein 15jähriger Sohn hätte ihn als „Lamer“ bezeichnet.
    Dezember 2008: Facebook kauft StudiVZ für 250 Millionen Euro – Nutzerzahlen von FB Deutschland bei 8 Millionen
    Mark Zuckerberg kauft die Berliner Wohnung von Brad Pitt, der sich stattdessen eine sanierte Altbauwohnung in Minsk gekauft hat. Zusammen mit seinen drei Berliner Freunden feiert er ein rauschendes Einweihungsfest. Lukasz Gadowski versucht vergeblich and den Türstehern vorbeizukommen, obwohl er sich extra für den Anlasse von einem Fernsehteam begleiten lässt. Zusammen mit Mathias Jung lässt er den Abend in Gegenwart von zwei (sehr jungen!) Frauen an der Bar des Hotel de Rome ausklingen.
    Markus Rieke eröffnet zusammen mit Stefan von Holtzbrinck einen Laden für Vitra Büromöbel am Kollwitzplatz.

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