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Netzwirtschaft

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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

United Internet stellt Werbetochter Adlink zum Verkauf

United Internet hat Morgan Stanley beauftragt, einen Käufer für seine Werbetochter Adlink zu suchen. Bisher hat sich aber noch niemand gefunden, der einen dreistelligen Millionenbetrag für Adlink zahlen will.

United Internet stellt seine Tochtergesellschaft Adlink zum Verkauf. Wie im Markt zu hören ist, hat United Internet die amerikanische Investmentbank Morgan Stanley beauftragt, einen Käufer für das Online-Werbeunternehmen zu finden. United-Internet-Chef Ralph Dommermuth erhofft sich einen dreistelligen Millionenbetrag aus dem Verkauf, da das Unternehmen an der Börse mit rund 400 Millionen Euro bewertet wird und United Internet 84,3 Prozent der Anteile besitzt. Das Unternehmen, das sowohl in der graphischen Werbung wie im Affiliate-Marketing in 10 europäischen Ländern tätig ist, hat in den ersten neun Monaten des Jahres 160 Millionen Euro Umsatz erzielt, dabei aber nur knapp 14 Millionen Euro Ergebnis vor Steuern (ohne Sondereffekte) erzielt.

United Internet hat bewusst eine amerikanische Investmentbank mit dem Verkauf beauftragt, um möglichst einen amerikanischen Käufer zu finden. Allerdings ist das Interesse an Adlink zur Zeit noch bescheiden: Deutsche Medienunternehmen wollen oder können nicht so viel Geld ausgeben und die Amerikaner wie Yahoo, Microsoft oder AOL sind zur Zeit eher mit sich selbst beschäftigt.

Bild zu: United Internet stellt Werbetochter Adlink zum Verkauf 
Die Fehde geht weiter: Ralph Dommermuth (links) und Eckhard Spoerr

Dommermuth braucht das Geld aus dem Verkauf für Freenet. Dort hat er gemeinsam mit Drillisch mehr als 25 Prozent der Anteile erworben und hofft immer noch, das Unternehmen komplett oder in Teilen übernehmen zu können. Doch Freenet-Chef Eckhard Spoerr wehrt sich weiterhin gegen Dommermuth. Gerade hat er  angekündigt, das DSL-Geschäft verkaufen zu wollen. Das kann nur das Ziel haben, Freenet unattraktiv zu machen, damit Dommermuth die Lust auf Freenet vergeht. In der Branche wird nämlich erwartet, dass Dommermuth auf der Freenet-Hauptversammlung versuchen wird, Spoerr abzulösen. Das DSL-Geschäft muss Spoerr bis dahin verkauft sein, wobei als einziger möglicher Käufer in der Branche immer nur Telefonica genannt wird. Nach seiner Einschätzung braucht er für den Verkauf keine Zustimmung der Hauptversammlung.

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