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Microsoft will Yahoo filetieren

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Microsoft will sich offenbar die Rosinen aus dem Yahoo-Konzern picken, nämlich vor allem das Suchmaschinengeschäft. Das Yahoo-Management ist davon nicht begeistert.

Zwei Wochen, nachdem der  Versuch einer Komplettübernahme des Internetportals Yahoo gescheitert ist, erwägt der amerikanische Softwarekonzern Microsoft nun offenbar eine Zerschlagung des Unternehmens. Nach einem Bericht des Wall Street Journal, der von Reuters bestätigt wurde, möchte Microsoft nur noch das Suchmaschinengeschäft von Yahoo komplett übernehmen, das nach Einschätzung von Analysten 21 Milliarden Dollar wert sein könnte. Yahoo solle danach sein Geschäft in Asien verkaufen, darunter wohl auch den Anteil am chinesischen Internetkonzern Alibaba, den Yahoo 2005 für eine Milliarde Dollar erworben hatte. Anschließend werde Microsoft einen Minderheitsanteil an übrig gebliebenen Rest von Yahoo übernehmen, schreibt die Zeitung. Das Yahoo-Management soll diese Lösung schon abgelehnt haben.

Bild zu: Microsoft will Yahoo filetieren  Steve Ballmer (l.) lässt bei Jerry Yang nicht locker 

Allerdings hat der Microsoft-Vorstandsvorsitzende Steve Ballmer auch eine Komplettübernahme nicht weiter ausgeschlossen. „Derzeit sprechen wir nicht über einen Komplett-Aufkauf von Yahoo, sondern suchen nach anderen Lösungen“, sagte Ballmer der ungarischen Zeitung „Figyelö„. „Doch wir halten uns die Option offen, dass wir ein Angebot für Yahoo als ganzes unterbreiten, oder wir verhandeln mit Aktionärsrebellen wie zum Beispiel Carl Icahn“, fügte er hinzu. Der Milliardär Icahn hatte kürzlich 4.3 Prozent der Yahoo-Aktien erworben und daraufhin das Management des Unternehmens unter Druck gesetzt, die Verhandlungen mit Microsoft wieder aufzunehmen und dem Verkauf doch noch zuzustimmen.

Microsofts wieder aufgeflammtes Interesse an der Suchsparte von Yahoo steht im Zusammenhang mit Google. Zur Abwehr der Microsoft-Übernahme hatte Yahoo Hilfe beim Rivalen Google erbeten – und bekommen. Danach könnte Google künftig die Werbung auf den populären Suchseiten von Yahoo ausliefern und den Rivalen dafür am Werbeerlös beteiligen, der nach Einschätzung von Analysten eine Milliarde Dollar im Jahr betragen könnte. Sollten die Kartellbehörden dieser Zusammenarbeit zustimmen, könnte Google seinen Marktanteil am Suchmaschinengeschäft in den Vereinigten Staaten von 60 Prozent auf 80 Prozent ausbauen. Microsoft besitzt etwa 10 Prozent des Marktes; den Rest teilen sich AOL und Ask. Google hätte dann einen kaum noch einholbaren Vorsprung vor Microsoft.

Microsofts Plan, selbst die  Werbung auf den Yahoo-Seiten auszuliefern, würde dem Softwareunternehmen immerhin 30 Prozent Marktanteil in Amerika und damit  die Hälfte des Google-Anteils bringen. Microsoft hat mit großen Aufwand eine eigene Vermarktungstechnik für Online-Werbung entwickelt und für mehr als 6 Milliarden Dollar das Online-Werbeunternehemn Aquantive übernommen. Nun sucht das Unternehmen zusätzliche Internetseiten wie das soziale Netzwerk Facebook, um diese Technik einzusetzen.

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1 Lesermeinung

  1. Ich bin gespannt, wie die...
    Ich bin gespannt, wie die Schlacht um die Nummer 2 im Suchmaschinengeschäft weiter geht. Auf jeden Fall wird Microsoft bis zur Übernahme noch viele Federn lassen. Ich gehe aber fest davon aus, dass es einfach nur eine Frage der Zeit ist, bis Yahoo! dann zum weltweit größten Softwareunternehmen gehört und damit sicherlich auch weitere Nutzer verliert.

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