Netzwirtschaft

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LinkedIn bekommt 53 Millionen Dollar für den Angriff auf Xing

Mit 53 Millionen Dollar frischem Risikokapital will das Geschäftsnetzwerk LinkedIn in Europa angreifen. Von London aus will Europachef Kevin Eyres dem deutschen Netzwerk Xing Konkurrenz machen. Der Start in Deutschland ist allerdings abermals verschoben worden.

Das amerikanische Internet-Geschäftsnetzwerk LinkedIn hat 53 Millionen Dollar Risikokapital von den Investoren Bain Capital, Bessemer Venture Partners, Sequoia Capital und Greylock Partners erhalten. „Die Investition bewertet LinkedIn mit einer Milliarde Dollar“, sagte Europachef Kevin Eyres. „Das Geld wird LinkedIn vor allem in den Ausbau des Geschäftes in Europa stecken. Europa ist wesentlicher Teil unserer Wachstumsstrategie“, sagte Eyres.

Bild zu: LinkedIn bekommt 53 Millionen Dollar für den Angriff auf Xing Kevin Eyres, Europachef LinkedIn

LinkedIn ist der schärfste Konkurrent des deutschen Netzwerkes Xing, hat aber bisher in Europa noch nicht richtig Fuß gefasst. Das Unternehmen hat nach Angaben von Eyres inzwischen 23 Millionen Mitglieder in aller Welt; jeden Monat steige die Zahl der Mitglieder um eine Million, sagte Eyres. Sechs Millionen Mitglieder habe LinkedIn in Europa. Allerdings wird die Seite von den europäischen Nutzern bisher nur sporadisch besucht: Je Monat wird das Netzwerk in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien nur von 1,5 Millionen Menschen besucht, die im Durchschnitt gerade einmal 9 Minuten im Monat auf der Seite verweilen, hat Nielsen Online gemessen. Zum Vergleich: Xing hat eine ebenso hohe Reichweite in diesen Ländern, aber die Verweildauer ist mit durchschnittlich 30 Minuten wesentlich höher. Nicht in den Nielsen-Zahlen sind Länder wie Dänemark und die Niederlande enthalten. Dort sei die Aktivität auf LinkedIn sehr hoch, sagte Eyres. Der größte europäische Markt für LinkedIn sei Großbritannien.

Den zuletzt für Anfang Juni geplanten Start einer deutschen Version hat LinkedIn abermals verschoben. „Die deutsche Version wird aber noch in diesem Jahr online gehen. Wir brauchen etwas mehr Zeit als erwartet, weil wir nicht einfach übersetzen, sondern das Netzwerk an die lokalen Märkte anpassen wollen“, sagte Eyres jetzt. Lokale Partner sollen zum Beispiel Nachrichten für die Geschäftsleute liefern. „Einen deutschen Partner für Inhalte gibt es aber noch nicht“, sagte Eyres.

Das Unternehmen, das inzwischen 300 Mitarbeiter hat, baut gerade ein Team im Europa auf. „Zur Zeit haben wir 8 Mitarbeiter in London. Bis Jahresende solles es 20 sein“, sagte Eyres. Von den Umsatzströmen – Online-Werbung, Mitgliedsbeiträge, Stellenmarkt – entwickele sich besonders die Online-Werbung gut, sagte Eyres, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Auch zum Umsatz des Unternehmens machte er keine Angaben.

Link: LinkedIn-Gründer Reed Hoffmann: „Wir bauen das Geschäft in Europa aus“ 

 

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