Netzwirtschaft

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Social Commerce statt störender Werbung – wie StudiVZ Geld verdienen will

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1,1 Millionen Nutzer nach fünf Monaten – auch MeinVZ, das dritte Netzwerk der VZ-Familie, ist gut aus den Startlöchern gekommen. Um Geld zu verdienen, setzt Vorstandschef Marcus Riecke weniger auf Online-Werbung denn auf „Social Commerce“.

Nutzerzahl von 4 auf 11 Millionen erhöht, Seitenaufrufe von 3 auf 13 Milliarden ausgebaut, MeinVZ gut aus den Startblöcken gebracht: Nach einem Jahr als Chef der VZ-Familie macht Marcus Riecke im FAZ-Interview einen beinahe euphorischen Eindruck. „Unser Wachstum ist keine Eintagsfliege, sondern geplant“, sagt Riecke. Das Unternehmen muss sich sogar einen neuen Standort suchen, weil die Räume in der alten Backfabrik in der Saarbrücker Straße in Berlin zu klein geworden sind. Da stört ein möglicher Prozess gegen Facebook auch nicht weiter.  

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Marcus Riecke, CEO StudiVZ
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Herr Riecke, zuletzt ließ ein Blick in die Statistik darauf schließen, dass der Höhenflug ihres sozialen Netzwerkes StudiVZ vorbei ist. Stimmt das?

Nein. In den vergangenen zwölf Monaten haben wir die Zahl der Nutzer in der VZ-Familie von 4 auf fast 11 Millionen erhöht. Besonders freut mich, dass wir nach StudiVZ und SchülerVZ auch das dritte Netzwerk MeinVZ auf Wachstumskurs gebracht haben. MeinVZ hat nur fünf Monate nach dem Start schon 1,1 Millionen registrierte Nutzer. Und SchülerVZ hat seit heute 4 Millionen Nutzer.

 

Die Zahl der registrierten Mitglieder sagt wenig über die tatsächliche Nutzung. 

Auf den ganzen Monat gerechnet sind unverändert etwa 95 Prozent der Nutzer auch wirklich aktiv, wie die Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung zeigen. Die Hälfte aller angemeldeten Nutzer kommt sogar jeden Tag vorbei. Dieser Wert liegt bei MeinVZ sogar über 50 Prozent. Diese Zahl widerlegt die These, nur Studenten und Schüler hätten genügend Zeit, jeden Tag ins Internet zu gehen.

Wie schnell wächst MeinVZ, das sie als Konkurrent des amerikanischen Netzwerks Facebook gestartet haben.

MeinVZ hatte im Mai, also nur vier Monate nach dem Start, schon 840 Millionen Seitenaufrufe und ist damit schon die siebtgrößte Seite im deutschen Internet. Im Juli werden es nach unseren Berechnungen sogar schon 1,3 Milliarden Seitenaufrufe sein. MeinVZ wächst also schneller als StudiVZ oder Schüler VZ.

Woher kommen die MeinVZ-Nutzer?

Die Hälfte der Nutzer kommt von StudiVZ, die andere Hälfte sind neue Nutzer. Trotz der gewollten Kannibalisierung wächst StudiVZ weiter und das im Hochsommer. In 18 Monaten kann MeinVZ größer als StudiVZ sein.

Zu Jahresbeginn haben Sie das Ziel ausgegeben, die Zahl der Nutzer auf 14 Millionen zu erhöhen. Schaffen Sie das?

Unser Ziel, bis Jahresende 14 Millionen Nutzer in den drei Netzwerken zu haben, werden wir erreichen. Unser Wachstum ist keine Eintagsfliege, sondern geplant. 2008 wird sicher noch nicht das Ende der Wachstumsgeschichte sein.

Der Wettbewerb der sozialen Netzwerke wird härter. Das RTL-Angebot Wer-kennt-wen wächst sehr rasch. Wer ist Ihr Hauptkonkurrent?

Als Wettbewerber für MeinVZ sehen wir Wer-kennt-wen, Lokalisten und Xing, die allerdings in einem anderen Segment unterwegs sind. Wir sind jetzt schon vor den Lokalisten und auf dem besten Weg, Wer-kennt-wen einzuholen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir auch im Segment der Nicht-mehr-Studierenden die Nase vorn haben werden.

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Und Facebook? Das Unternehmen hat StudiVZ gerade auf Diebstahl geistigen Eigentums verklagt.

Wir halten die Vorwürfe für haltlos. Wir sind kein Plagiat von Facebook. Wir halten die Klage für einen Versuch, uns juristisch zu behindern, nachdem es im Markt nicht geklappt hat.

Wird es zu einem Prozess kommen?

Das kann ich noch nicht sagen. Die Klage ist offiziell noch gar nicht zugestellt. Wenn es so weiterläuft, wird sich ein Prozess vielleicht nicht vermeiden lassen. Aber wenn es dazu kommt, dann unseres Erachtens nur in Deutschland, deswegen haben wir Feststellungsklage erhoben. Denn wir sind ein deutsches Unternehmen.

Aber StudiVZ galt in der Community immer als Facebook-Kopie. So ganz aus der Luft gegriffen sind die Vorwürfe doch nicht?

 Wir unterscheiden uns in vielen Aspekten. Aus der Tatsache, dass gewisse Designelemente ähnlich sind, lässt sich nicht der Vorwurf ableiten, wir seien ein Klon.

Und ein Verkauf von StudiVZ an Facebook ist auch keine Option?

Nein, das hat unser Gesellschafter, die Holtzbrinck-Gruppe, klar so gesagt. Es gibt auch gar keinen Grund, StudiVZ zu verkaufen. Wir sind schließlich das erfolgreichste soziale Netzwerk in Deutschland und eines der erfolgreichsten in Europa.

Erfolg misst sich auch im Internet in Umsatz und Gewinn. Trotz der enormen Klickzahlen macht StudiVZ bisher wenig Umsatz und keinen Gewinn. Warum nicht?

2008 ist das Jahr, in dem die Monetarisierung nicht die oberste Priorität hat. Wachstum steht im Vordergrund; Monetarisierung hat nur Priorität 1b. Wir haben aber den Plan, unseren Umsatz zu verdreifachen. Das werden wir auch schaffen. Aber das sindbisher nur erste Schritte. Ernst machen wir es nächstes Jahr.

Verdreifachen – was heißt das genau?

Auf eine achtstellige Summe. In diesem Jahr wird die Gruppe noch nicht profitabel arbeiten, aber im kommenden Jahr ist Gewinn ein klares Ziel.

Es gibt eine Diskussion, ob sich die Popularität der sozialen Netzwerke überhaupt zu Geld machen lässt. Funktioniert Online-Werbung dort überhaupt?

Die Monetarisierung unserer Angebote hat wenig mit den herkömmlichen Werbemodellen im Internet zu tun. Das Modell der Verlage, die „Störer“-Werbung in einem redaktionellen Umfeld zeigen, funktioniert bei uns nicht. In einem Umfeld privater Kommunikation stört Werbung, die den Nutzer von der Kommunikation abhält. Wir werden Modelle finden, in denen wir es schaffen, Werbung zu platzieren, die von den Nutzern gewollt ist.

Das versuchen alle Anbieter. Aber was funktioniert wirklich?

Das beste Beispiel für ein funktionierendes Modell ist unsere Kooperation mit Brands4Friends. Diese Community-Vermarktung werden wir ganz stark ausbauen. Das hat mit klassischer Werbung wenig zu tun. Auf StudiVZ gibt es zum Beispiel eine Gruppe mit 90000 Nutzern, die gerne billig Markenprodukte kaufen wollen. Dort lässt sich Online-Marketing leicht ansetzen, denn das Nutzerinteresse deckt sich exakt mit dem Angebot. Diese Mitglieder empfehlen sich gegenseitig,  wo es die besten Schnäppchen gibt. Das geht in die Richtung Social Shopping.

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Also eher ein E-Commerce-Modell als ein Werbemodell. Ist das eine Absage an normale Display-Werbung?

Die Diskussion halte ich für philosophisch. Der entscheidende Punkt ist: Der Erfolg der Shopping-Gruppe wird von den Nutzern getrieben. Der Versuch, die Nutzer mit Werbung zu nerven, kann dagegen nur schief gehen. Die Display-Werbung wird daher nur einen Sockel unserer Einnahmen ausmachen. Perspektivisch geht es um den Ausbau dieser Social-Commerce-Angebote.

Während Konkurrent Facebook mit einer Flut technischer Neuheiten punkten will, kommt StudiVZ eher bieder daher. Wie wichtig ist der technische Fortschritt überhaupt für Sie?

Wir haben im Januar die ganze Software ausgetauscht und angefangen, unsere Kernfunktionen zu verbessern. Das kommt an. Die Nutzer wollen gar nicht 100000 neue Funktionen, wie die Blogger immer vermuten. Aber wir bringen auch neue Funktionen: Im zweiten Halbjahr werden wir einen Messenger und eine Terminplanungsfunktion einführen und die mobile Nutzung ermöglichen.

Wie steht es mit Open Social?

Wir sind Teilnehmer, nicht Treiber der Innovation. Wir haben bisher noch keine Anwendung gesehen, die wir unbedingt brauchen. Ich glaube, dass Open Social vor allem für die werbetreibende Wirtschaft interessiert ist, wenn sie Werbekooperationen wollen, die über Standard-Display-Werbung hinausgehen will. Mit Open-Social-Anwendungen lassen sich Werbeanwendungen entwickeln, die in vielen Netzwerken funktionieren und damit die nötige Reichweite erzielen können.

Bekommt StudiVZ einen NewsFeed?

Ja, aber nicht in der Form, wie er heute genutzt wird. Wir haben ein besseres Konzept. Wir empfinden das automatisierte Versenden der News als anstrengend. Das wollen die Nutzer nicht. Wir werden das eleganter machen.

Was heißt das konkret?

Die Feeds werden nicht automatisch gepusht, sondern vom Nutzer generiert werden. Mehr möchte ich jetzt noch nicht verraten. Aber damit ist unsere Produktpipeline für dieses Jahr klar: Zuerst kommen Messenger und Terminplaner. In welcher Reihenfolge Mobile, Open Social und Feeds kommen, wissen wir noch nicht. 

Zum Jahreswechsel hat StudiVZ mit der Umstellung seiner Allgemeinen Geschäftsbedingungen für negative Schlagzeilen gesorgt. Sind bei der AGB-Umstellung Nutzer abgesprungen?

Nur ein kleiner Prozentsatz. 

Ist die Markenfamilie mit SchülerVZ, StudiVZ und MeinVZ nun komplett?

Ich glaube, wir werden es erst einmal bei diesen drei Plattformen belassen. Damit lässt sich der relevante Markt gut abdecken. Wichtig ist für uns die Loyalität unserer Nutzer, nicht die absolute Zahl der Nutzer. Wichtig  ist, dass unsere Nutzer wirklich aktiv sind. Wir brauchen keine 30 Millionen Nutzer, die nur alle paar Monate mal aktiv sind.

Wie wichtig wird das mobile Internet?

Nach langen Jahren der Versprechungen könnte es jetzt wirklich so weit sein, dass Mobile das nächste große Ding wird. Das iPhone hat den Durchbruch gebracht. Da wollen wir dabei sein. Es kann auch sein, dass wir eine Applikation für das iPhone bauen. Besonders bei SchülerVZ wird das Thema Handy relevant werden.

Sie haben die Auslandsexpansion gestoppt. Haben Sie Europa damit aufgegeben?

Wir konzentrieren uns voll auf den deutschsprachigen Markt. Wir werden keine organische Wachstumsstrategie außerhalb der deutschsprachigen Märkte fahren, also weder die existierenden Angebote ausbauen noch in neue Märkte gehen. Die Marktführerschaft in Deutschland ist viel wertvoller als die Position einer Nummer 2 in einem anderen Land.

Aber eine anorganische Strategie ist möglich?

Das müssen wir mal schauen.

 

Links:  

 

Der FAZ-Artikel zum Thema:

StudiVZ gibt Online-Handel den Vorzug vor Werbung

 

Das soziale Netzwerk StudiVZ hat auch seinen neuen Ableger MeinVZ auf Wachstumskurs gebracht. „MeinVZ hat fünf Monate nach dem Start 1,1 Millionen registrierte Nutzer, die im Juli nach unseren Berechnungen 1,3 Milliarden Seiten aufgerufen haben. MeinVZ wächst also schneller als StudiVZ oder Schüler VZ“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Marcus Riecke, dieser Zeitung. In der Statistik der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) wäre MeinVZ damit auf Anhieb auf Platz 5 in einer Rangliste, die seit Monaten von SchülerVZ und StudiVZ klar angeführt wird. Insgesamt haben sich schon 10,8 Millionen Menschen in einem der drei Netzwerke registriert und rufen im Monat etwa 13 Milliarden Seiten auf. Zum Vergleich: Dies sind etwa fünfmal mehr Aufrufe als T-Online im Monat verzeichnet.

    Bis zum Jahresende will Riecke die Zahl der Nutzer auf 14 Millionen erhöhen. „Unser Wachstum ist keine Eintagsfliege, sondern geplant. 2008 wird sicher noch nicht das Ende der Wachstumsgeschichte sein“, sagte der ehemalige Ebay-Manager, der StudiVZ seit einem Jahr leitet.

    Kein anderes soziales Netzwerk hat derart aktive Mitglieder wie StudiVZ. „Auf den ganzen Monat gerechnet sind unverändert etwa 95 Prozent der Nutzer auch wirklich aktiv, wie die Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung zeigen. Die Hälfte aller angemeldeten Nutzer kommt sogar jeden Tag vorbei. Dieser Wert liegt bei MeinVZ sogar über 50 Prozent. Diese Zahl widerlegt die These, nur Studenten und Schüler hätten genügend Zeit, jeden Tag ins Internet zu gehen“, sagte Riecke. MeinVZ soll als Netzwerk die Generation aufnehmen, die nicht mehr studiert. Die Hälfte der Mitglieder dieses neuen Netzwerkes seien ehemalige StudiVZ-Nutzer, die andere Hälfte komme neu hinzu, sagte Riecke.

    Trotz der enormen Klickfreude seiner Nutzer erwirtschaftet StudiVZ in diesem Jahr keinen Gewinn. „2008 hat die Monetarisierung nicht die oberste Priorität. Wachstum steht im Vordergrund. Wir haben aber den Plan, unseren Umsatz zu verdreifachen“, sagte Riecke, was einen Zielkorridor zwischen 10 und 15 Millionen Euro Umsatz bedeutet. „Aber das sind bisher nur erste Schritte. Ernst machen wir erst nächstes Jahr“, sagte Riecke. Dabei setzt er allerdings weniger auf klassische Online-Werbung als vielmehr auf den elektronischen Handel. „Die Monetarisierung unserer Angebote hat wenig mit den herkömmlichen Werbemodellen im Internet zu tun. Das Modell der Verlage, die Werbung in einem redaktionellen Umfeld zeigen, funktioniert bei uns nicht. In einem Umfeld privater Kommunikation stört Werbung, weil sie den Nutzer von der Kommunikation abhält“, sagte Riecke. Das beste Beispiel für ein funktionierendes Geschäftsmodell in einem sozialen Netzwerk sei die Kooperation mit dem Unternehmen Brands 4 Friends. „Auf StudiVZ gibt es zum Beispiel eine Gruppe mit 90 000 Nutzern, die gerne billig Markenprodukte kaufen wollen. Dort lässt sich Online-Marketing leicht ansetzen, denn das Nutzerinteresse deckt sich exakt mit dem Angebot. Diese Mitglieder empfehlen sich gegenseitig, wo es die besten Schnäppchen gibt. Diese Community-Vermarktung werden wir ganz stark ausbauen“, sagte Riecke. Wie viele andere Internet-Seiten verlässt sich Riecke also nicht mehr allein auf die Online-Werbung. „Grafische Werbung wird nur einen Sockel unserer Einnahmen ausmachen. Perspektivisch geht es um den Ausbau dieser Social-Commerce-Angebote“, sagte Riecke.

    Ein weiteres soziales Netzwerk sei nicht geplant. „Ich glaube, wir werden es erst einmal bei diesen drei Plattformen belassen. Damit lässt sich der relevante Markt gut abdecken. Wichtig ist für uns die Loyalität unserer Nutzer, nicht die absolute Zahl der Nutzer. Wir brauchen keine 30 Millionen Nutzer, die nur alle paar Monate mal aktiv sind“, sagte Riecke. Auch die Expansion ins Ausland will er nicht wiederaufnehmen. „Wir konzentrieren uns voll auf den deutschsprachigen Markt. Wir werden keine organische Wachstumsstrategie außerhalb der deutschsprachigen Märkte fahren, also weder die existierenden Angebote ausbauen noch in neue Märkte gehen. Die Marktführerschaft in Deutschland ist viel wertvoller als die Position einer Nummer zwei in einem anderen Land.“ Dies schließe allerdings Zukäufe im Ausland nicht aus.

    Im juristischen Streit mit dem amerikanischen Wettbewerber Facebook, der StudiVZ Diebstahl geistigen Eigentums vorgeworfen hat, stellt sich Riecke auf einen Prozess ein. „Wenn es so weiterläuft, wird sich ein Prozess vielleicht nicht vermeiden lassen. Aber wenn es dazu kommt, dann unseres Erachtens nur in Deutschland. Deswegen haben wir Feststellungsklage erhoben. Denn wir sind ein deutsches Unternehmen. Aber noch ist uns die Klage von Facebook gar nicht offiziell zugestellt worden.“

 

 

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7 Lesermeinungen

  1. Aha, StudiVZ war also kein...
    Aha, StudiVZ war also kein Klon von Facebook. Sogar Ehssan Dariani erzählt überall wo er auftaucht ungefragt, dass es völlig legitim gewesen sei, einfach Facebook zu kopieren, die seien ja schließlich in Deutschland gar nicht aktiv gewesen und außerdem, was sollen die schon machen – StudiVZ verklagen? Hach, das ist doch auch egal.

  2. <p>Warum fehlen die...
    Warum fehlen die interessanten Fragen?
    Zum Beispiel: Wenn nur einige Designelemente gleich ware, warum hieß die Gruschel-Funktion poke.php? Und was ist mit den Fakebook-Fehlermeldungen?
    Wenn nur ein kleiner Prozentsatz abgesprungen ist – warum wurden die Accounts der AGB-Verweigerer entgegen der Ankündgung nicht gelöscht worden?
    Wird der Messenger ein geschlossenes oder ein offenes Modell verfolgen?

  3. Der Interviewer ist laut...
    Der Interviewer ist laut Aussage von Marcus Riecke ein guter Freund. Dies erwähnt er ungefragt gegenüber allen Mitarbeitern der PR und des Managements etc. Da verwundert es nicht, dass nur nette Streicheleinheiten bei krassen Lügen von Marcus Riecke folgen, aber keine wirklichen Fragen…

  4. Mit diesem Interview...
    Mit diesem Interview bestätigt Herr Riecke, was ich schon immer vermutet habe. Die Mitglieder, die StudiVZ und MeinVZ nutzen (die „Vernetzten“), werden doppelt gezählt. So kann man sich seine anvisierten 14 Mio. User auch schönrechnen.
    Und die „Blogger“ sind nicht die einzigen Kritiker.

  5. "Wir unterscheiden uns in...
    „Wir unterscheiden uns in vielen Aspekten. Aus der Tatsache, dass gewisse Designelemente ähnlich sind, lässt sich nicht der Vorwurf ableiten, wir seien ein Klon.“
    Wenn man ein wenig Ahnung hat, dann ist es völlig klar, dass studivz massiv bei facebook abgekupfert hat – nicht nur die idee, sondern auch noch das komplette design übernommen und nur die farbe geändert hat. Wahrscheinlich wurde der komplette Code auch einfach nur kopiert und angepasst.
    Ich sehe bei StudiVZ wenig Veränderungen im Gegensatz zu facebook was ständig weiterentwickelt wird und ich räume dem Unternehmen auch wenig Chancen für die Zukunft ein, weil das technische Know how anscheinend nicht vorhanden ist. Man hätte das Design zum Beispiel schon längst ändern müssen.
    @ Torsten: Der Messenger wird wohl genau so wie bei Facebook funktionieren.
    Wenn es zu einer Klage kommt, wird StudiVZ nichts zu lachen haben, sondern massiv bezahlen müssen.

  6. <p>Also wenn man etwas Ahnung...
    Also wenn man etwas Ahnung hat, dann weiß man, dass man nur Layout-Code kopieren kann und keinen PHP Code.
    Genausowenig rechnen die Studi- und MeinVz sicherlich nicht doppelt, weil man kann entweder nur in MeinVz oder in StudiVz sein. Das die untereinander kommunizieren können, hat damit reichlich wenig zu tun.
    Das StudiVz recht mitteralterlich wirkt, im Gegensatz zu Facebook ist aber nicht von der Hand zu weisen. Nur was der Deutsche nicht kennt, brauch er auch nicht. So sind die meisten User mit dem eher schlechten als rechten Funktionsumfang von StudiVz zufrieden.
    Aber eher würde ich mal fragen, wie weit man diese Pageimpressions wertet. Die sind doch arg künstlich hochgetrieben. Allein schon die Sortier- und Suchfunktionen unter Freunde und im Postfach (wo beide Funktionen fehlen) machen es recht mühseelig mal alte Mails zu finden oder zu löschen.
    Ich finde insgesamt Facebook besser als StudiVz. Aber ich sehe nicht, wie StudiVz ein Clone von Facebook sein soll. Es ist komplett nachprogrammiert. Die Idee der Communitys stammt auch nicht von Facebook – ich erinnere nur einmal an uboot.de
    Das einzige was ich sehe ist, dass man als Deutscher nach Amerika geschaut hat, gesehen hat, dass es da eine Community für Studenten gibt, die sehr rasant wächst. Dann hat man das nach Deutschland portiert und versucht es besser zu machen, mit eigenen Ideen an die Sache heran zu gehen. Eine Pinnwand (auch Gästebuch genannt), ein Message-System und Freundeslisten hat auch Facebook nicht erfunden.
    Und wenn das nicht erlaubt ist, dann würde es wohl keinen Wettbewerb geben. Jemand erfindet etwas und alle anderen kopieren die Ideen und entwickeln sie in unterschiedliche Richtung weiter.
    Von daher würde ich einfach mal den Ball flach halten und mich erst mehr erkundigen, bevor ich hier unqualifizierte Kommentare platziere.

  7. Oho, das sind aber harte...
    Oho, das sind aber harte Geschütze:
    „Man kann keinen php code kopieren“
    Nein das geht wirklich nicht… Warum auch, es geht darum. dass das komplette Layout und viele Funktionen 1 zu 1 übernommen wurden. Wenn man auch nur einen Funken von Ahnung von Urheberrechten hat, dann sollte man vielleicht auf die Idee kommen, dass dies nicht erlaubt ist.
    Das es auch schon vorher Pinnwand (aha auch Gästebuch – ein wahrer Experte!) und die anderen Systeme gab, da wäre hier jetzt bestimmt auch niemand drauf gekommen.
    Dem widerspricht hier auch niemand. Allerdings ist es doch ein „wenig“ auffällig, wenn man diese an den exakt gleichen Stellen platziert mit dem gleichen Layout, wie bei dem großen Vorbild. StudiVZ wird den Prozess verlieren, da es offensichtlich das Design (und darum) geht es bei diesem Prozess bei Facebook gestohlen hat.
    „Dann hat man das nach Deutschland portiert und versucht es besser zu machen, mit eigenen Ideen an die Sache heran zu gehen.“
    Welche eigenen Ideen? Erläutern sie doch mal genauer…
    Und nicht vergessen immer den Ball flach halten, auch wenn man selbst bei StudiVZ angestellt ist oder es einem vielleicht sogar gehört.
    „Nur was der Deutsche nicht kennt, brauch er auch nicht.“
    Meinen Sie damit etwa das amerikanische Urheberrecht?

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