Netzwirtschaft

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Online-Werbeeinnahmen der amerikanischen Zeitungen sinken zum ersten Mal

Die Krise der Zeitungen in Amerika wird schärfer. Nach den Print-Werbeeinnahmen, die bereits seit 2006 sinken, sind jetzt erstmals auch die Online-Werbeeinnahmen gefallen. In schwierigen Konjunkturzeiten wandert immer mehr Online-Werbung Richtung Google.

Nach Angaben der Newspaper Association for America sind die Online-Werbeeinnahmen der amerikanischen Zeitungen im zweiten Quartal zum ersten Mal überhaupt gefallen. Die Zeitungen erreichten zwischen April und Juni 777 Millionen Dollar Umsatz mit Online-Werbung, 2,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Nachdem die Online-Werbung mehrere Jahre lang zwischen 20 und 30 Prozent zugelegt hatte, begann der Abschwung schon im vierten Quartal 2007, als nur noch 13,6 Prozent Wachstum erzielt wurde. Im ersten Quartal waren es noch 7,2 Prozent und nun der Rückgang. Die gesamten Werbeeinnahmen aus Print und Online lagen im zweiten Quartal rund 15 Prozent unter dem Vorjahreswert, weil die Einnahmen aus der Print-Werbung in Amerika seit Anfang 2006 stetig sinken. „Das Debakel der Werbung im ersten Halbjahr wird verstärkt von einem Einbruch der Rubrikenmärkte um 35 Prozent“, sagte Alan Mutter, langjähriger Print-Journalist und nun Partner des Beratungsunternehmens Tapit Partners.  

Werbeeinnahmen amerikanischer Zeitungen

Bild zu: Online-Werbeeinnahmen der amerikanischen Zeitungen sinken zum ersten Mal

Quelle: Datenbank der Newspaper Association for America

Mutter hat auch eine eindrucksvolle Grafik der Print-Werbeeinnahmen erstellt:

Bild zu: Online-Werbeeinnahmen der amerikanischen Zeitungen sinken zum ersten Mal

Insgesamt wächst die Online-Werbung zwar weiterhin kräftig, doch in Krisenzeiten greifen die Werbekunden bevorzugt auf das leicht messbare Performance-Marketing zurück, in erster Linie Suchmaschinenmarketing. Nach Angaben von EMarketer ist die Online-Werbung im zweiten Quartal in Amerika um 20 Prozent gewachsen, vor allem dank Google. Das Suchmaschinenmarketing wird in diesem Jahr einen Anteil von 42 Prozent am gesamten Online-Werbemarkt erreichen, während die graphische Werbung nur noch 21 Prozent erreicht. Damit wird klar, dass das Internet die Verluste der Printmedien in ihrem Kerngeschäft zurzeit nicht ausgleichen kann. Aber wie sagte ein Verlagsmanager neulich: „Man darf nicht klagen, dass man nicht Google ist.“

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