Netzwirtschaft

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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Facebook verliert weiteren Topmanager

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Nach Owen van Natta, Adam D´Angelo und Matt Cohler verlässt nun auch Mitgründer Dustin Moskovitz das soziale Netzwerk Facebook. Moskovitz will ein eigenes Unternehmen gründen.

Dustin Moskovitz, Mitgründer des sozialen Netzwerks Facebook, verlässt das Unternehmen. Nach Angaben des Wall Street Journal will Moskovitz ein eigenes Unternehmen gründen, das eine Software für geschäftliche Nutzer des Netzwerks auf den Markt bringen will. Diese Software soll komplementär zu Facebook sein, schreibt Moskovitz auf seiner Facebook-Seite. Gemeinsam mit ihm geht auch der Softwareingenieur Justin Rosenstein.

Vor dem Technik-Spezilisten Moskovitz musste bereits Owen van Natta (Chief Revenue Officer und Chief Operation Officer) für Sheryl Sandberg weichen, die – von Google kommend – für das Tagesschäft verantwortlich ist und wohl die Verantwortung trägt, ein Geschäftsmodell zu entwickeln. Auch der Technikchef Adam D ´Angelo, Produktchef Matt Cohler, Ben Ling und Jeff Hammerbacher haben Facebook in diesem Jahr verlassen (müssen).

Überhaupt dreht sich das Personalkarussel bei Facebook extrem schnell. Mike Schroepfer, der von Mozilla zu Facebook gewechselt war, ist dort nun kurzerhand zum Vice President Engineering aufgestiegen, obwohl der Posten eigentlich anders besetzt werden sollte. Christopfer Cox ist Director Product geworden, verantwortet also die Produktentwicklung bei Facebook. Das Merkwürdige daran: Cox kommt aus der Personalabteilung. Diese Personalien werden als Indizien gewertet, dass sich der Vorstandsvorsitzende Mark Zuckerberg künftig wieder stärker auf die Technik konzentrieren wird und das Geschäftliche ganz Sandberg überlässt. Dafür könnte auch die Personalie sprechen, dass Ling, einer der Marketing-Führungskräfte, Facebook nach nur einer Jahr wieder in Richtung Google verlässt.

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Zu dem Personalkarussell passt, dass Zuckerberg seinen Angestellten per E-Mail mitgeteilt hat, dass sie ihre Aktien bald verkaufen dürfen. Nach Angaben von WebproNews können die Facebook-Mitarbeiter vom 1. November an bis zu 20 Prozent ihrer Aktien in einem Wert bis zu 900.000 Dollar verkaufen. Erwartet wird ein Aktienpreis von 8,90 Dollar, der das Unternehmen mit etwa 4 Milliarden Dollar bewertet, schreibt WebproNews. Damit wird auch deutlich, dass Facebook die theoretische 15-Milliarden-Dollar-Bewertung, die der Einstieg von Microsoft damals ergeben hat, intern nicht ansetzt.   

An diesem Montag wird Zuckerberg aber erst einmal nach Berlin kommen, um das Deutschland-Geschäft anzutreiben. Denn Facebook hat in Deutschland bisher nur 860.000 Nutzer gewonnen, während das Netzwerk in Großbritannien schon 12 Millionen Nutzer und in Frankreich mehr als 3 Millionen Nutzer hat, wie das interne Werbetool des Unternehmens ausweist.   

Ein weiteres Anzeichen, dass Facebook sein Wachstum im Ausland forciert, ist die Eröffnung einer Niederlassung in Dublin, von wo aus die Expansion in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika vorangetrieben werden soll. Vor allem die Technik und die Online-Werbung sollen den nationalen Gegebenheiten angepasst werden.

UPDATE: Im Live-Chat hat Zuckerberg eben gesagt, Facebook habe in Deutschland mehr als eine Million Nutzer. Nun, sein Werbetool weist heute exakt 862.140 Nutzer aus.

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2 Lesermeinungen

  1. Hinter den Kulissen von FB...
    Hinter den Kulissen von FB rumort es gewaltig – und warum: Es wird kein Geld verdient und man sucht (immer noch) nach einem Geschäftsmodell – unglaublich!!!

  2. Mark Zuckerberg steht ab 10.30...
    Mark Zuckerberg steht ab 10.30 fuer eine Stunde in einem Livestream mit chat Rede und Antwort (http://www.we-magazine.net/we-tv). Dort koennt ihr ihm all diese Fragen stellen ….

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