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Netzwirtschaft

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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Zwischen Techcrunch und Engadget: große Pläne mit Basic Thinking

Aus Basic Thinking soll eine Mischung aus Techcrunch und Engadget werden. 3 bis 4 Vollzeitredakteure soll das Blog einen Schritt voran bringen.

Bild zu: Zwischen Techcrunch und Engadget: große Pläne mit Basic ThinkingDas Kölner Unternehmen Serverloft, das Deutschlands populärstes Blog Basic Thinking ersteigert hat, will das Blog im Sinne Robert Basics weiterführen. „Wir denken an eine Mischung aus Techcrunch und Engadget„, sagte der Serverloft-Geschäftsführer Thomas Strohe (Foto) der FAZ. Drei bis vier Vollzeit-Redakteure und die Mitarbeiter des Unternehmens, von denen viele bis zu zwölf Jahren Netzerfahrung hätten, sollen künftig Beiträge für das Blog schreiben. „Die Beiträge drehen sich um das Internet, Web 2.0 und die Gründerszene. Wir wollen Basic Thinking einen Schritt voran bringen“, sagte Strohe. Bis zu vier Stunden am Tag wird Basic in den ersten Monaten noch mitarbeiten, um einen nahtlosen Übergang zu schaffen. „Wir dürfen den Cut aber nicht verpassen“, sagte Strohe, der gelegentlich als der „Bill Gates von Köln“ bezeichnet wird, weil er schon mit 15 Jahren sein erstes IT-Unternehmen gegründet hat.

Basic Thinking soll künftig werbefrei sein; die verkauften Links, mit denen Basic im vergangenen Jahr rund 7000 Euro eingenommen hat und die zu einer Rückstufung im Google Pagerank geführt haben, wurden noch in der Nacht von der Seite genommen. Das exakte Geschäftsmodell steht noch nicht fest: „Basic Thinking muss nicht direkt Geld abwerfen. Es kommt uns nicht auf 10.000 Euro an. Eine Idee ist aber Cross Promotion für unsere Produkte. Wir denken aber, den Return on Investment in absehbarer Zeit zu erreichen“, sagte Strohe. Serverloft bietet Mietserver an. Zum Unternehmen gehört auch die Newsseite Onlinekosten.de. Das Unternehmen, das zur Holding Intergenia gehört, beschäftigt mehr als 100 Mitarbeiter und erreicht mehr als 20 Millionen Euro Umsatz im Jahr.

Bild zu: Zwischen Techcrunch und Engadget: große Pläne mit Basic ThinkingStrohe hatte als Höchstpreis 105.000 Euro bei Ebay angegeben. „Um den Preis nicht hochzutreiben, haben wir nur ein Gebot abgegeben und damit den Zuschlag bekommen. Der Preis von 46.902 Euro lag erheblich unter unserer Zahlungsbereitschaft“, sagte Strohe. Er sei überrascht gewesen, dass am Ende der Auktion nur wenige andere Interessenten mitgeboten hätten. Ein anderer Interessent sei IBM gewesen, sagte Strohe. Robert Basic (Foto) hatte rund 20 Bieter zur Auktion zugelassen, von denen aber nur 11 mitgeboten haben. Offenbar haben aber viele Interessenten mitten in der Wirtschaftskrise das Risiko gescheut, für ein Blog ohne Blogger einen signifikanten Betrag zu zahlen. 

In seinem ersten Blogeintrag hat der neue Eigentümer Thomas Strohe die Nutzer gefragt, was sie im neuen Blog lesen wollen. Die Antworten schwanken zwischen dem alten Basic-Stil und etwas ganz Neuem, mehr Tech-Themen oder weniger Tech-Themen und dem Rat, nie die Nutzer zu fragen, was sie lesen wollen. Ein kleiner Vorgeschmack für Strohe, dass a) ein Blogger es sowieso nie allen recht machen kann und b) ein Robert Basic so leicht nicht zu ersetzen ist. 

Zum Abschied gibt´s die nicht ganz ernst gemeinte Robert Basic Story, die unbekannter Herkunft ist.  

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