Netzwirtschaft

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Linkedin bringt deutsche Version

| 6 Lesermeinungen

Das amerikanische Geschäftsnetzwerk LinkedIn greift Xing nun in Deutschland an. Die deutsche Sprache, Kooperationen mit deutschen Inhaltelieferanten und die Aussicht auf internationale Kontakte sollen die deutschen Manager anlocken.

Xing bekommt Konkurrenz. Das amerikanische Online-Geschäftsnetzwerk Linkedin, das sich mit 35 Millionen Nutzern als Weltmarktführer bezeichnet, will mit einer eigenen Sprachversion nun auch in Deutschland Fuß fassen. „Linkedin hat bisher eine halbe Million Nutzer in Deutschland; bis zum Jahresende sollen es mehr als eine Million Nutzer sein“, sagte der Europachef Kevin Eyres (Foto) der FAZ. Im vergangenen Jahr habe die Nutzerzahl in Deutschland 62 Prozent zugelegt, obwohl das Unternehmen die angekündigte deutsche Version mehrfach verschoben hatte. [Nun aber wirklich: Auf Linkedin-Seite oben rechts Sprache wählen]

Bild zu: Linkedin bringt deutsche VersionLinkedin dient Geschäftsleuten als Kontaktnetzwerk und ist auch bei Personalberatern beliebt. Eyres hofft vor allem auf die Manager, die internationale Verbindungen suchen. „80 Prozent der Kontakte gehen ins Ausland“, sagte Eyres. Hier sieht er den Vorteil gegenüber dem deutschen Branchenprimus Xing: Mit Ausnahme von Österreich und der Türkei ist Linkedin in allen großen Auslandsmärkten weiter verbreitet als Xing. Neun Millionen Nutzer hat Linkedin nach eigener Aussage in Europa. Zudem können die Nutzer die meisten Funktionen kostenlos nutzen, während bei Xing schon für das Versenden einer Nachricht an ein anderes Mitglied eine Premiummitgliedschaft abgeschlossen werden muss.

Eyres will nun verstärkt deutsche Inhalte auf die Seite holen. „In den kommenden Wochen werden wir einige Partnerschaften mit deutschen Verlagen ankündigen, um lokale Inhalte zu bekommen. Uns geht es vor allem um Nachrichten und Stellenangebote. Wir sind aber auch offen für weitere Kooperationen“, sagte Eyres.

Linkedin arbeitet nach eigenen Angaben seit 2006 profitabel und hatte für 2008 einen Umsatz von 100 Millionen Dollar angepeilt. Ob dieses Ziel erreicht wurde, ist aber unklar, zumal kurz vor Jahresende der bisherige Vorstandschef Dan Nye durch den Gründer Reid Hoffman ersetzt wurde. Das Unternehmen erzielt seinen Umsatz aus Online-Werbung, den Mitgliedsbeiträgen der Premium-Kunden, Software für die Personalsuche und Stellenanzeigen.

Die Länderanalyse zeigt: Linkedin liegt in den meisten Ländern vorne. Die Akquisitionen von Xing in Spanien haben nicht verhindert, dass Linkedin mit rein organischem Wachstum auch dort Marktführer geworden ist. Akquisitionen sozialer Netzwerke scheinen also wenig Erfolg zu bringen. Spannend dürfte daher die Strategie des neuen Xing-CEOs Stefan Groß-Selbeck sein. Konzentriert er nun alle Ressourcen auf Deutschland? 

Die Xing-Länder: Deutschland, Österreich, Türkei

Deutschland:

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Österreich:

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Türkei:

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Die LinkedIn-Länder: Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Niederlande

Großbritannien:

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Frankreich:

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Italien:

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Spanien:

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Niederlande:

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Weltmarkt: Klare Führung für LinkedIn

Weltweit:

Bild zu: Linkedin bringt deutsche Version

Links:

 

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6 Lesermeinungen

  1. moin.

    ist der Link zu...
    moin.
    ist der Link zu Linkedin kaputt? ;-)
    Gruss
    Rüdiger Pretzlaff

  2. Hmm angekuendigt haben die ja...
    Hmm angekuendigt haben die ja jetzt schon viel für de jetzt sollten mal taten folgen

  3. @ Fuxowitsch. Das stimmt. Aber...
    @ Fuxowitsch. Das stimmt. Aber nun ist die deutsche Version wirklich online.

  4. @ Pretzlaff: Ja, war kaputt....
    @ Pretzlaff: Ja, war kaputt. Ist repariert. Danke!

  5. Ich finde es klasse....
    Ich finde es klasse. Wettbewerb war noch nie schlecht für die Verbraucher.

  6. Fast 3 Jahre später spielt in...
    Fast 3 Jahre später spielt in meinem Bekanntenkreis LinkedIn noch gar keine Rolle und alle beruflichen Kontakte sind bei Xing. Mittlerweile sehe ich die Konkurrenz für Xing eher als Facebook als bei LinkedIn in Deutschland.
    Auch die neusten Kooperationen von Xing mit Stellenangeboten und Headhuntern sehe ich nicht als Vorteil an.

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