Netzwirtschaft

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Enttäuschendes DSL-Geschäft für United Internet

Nur 40.000 DSL-Kunden hat United Internet im vierten Quartal gewonnen, 20.000 weniger als geplant. Nun soll der Einstieg in das VDSL-Geschäft wieder mehr Schwung in das lahmende DSL-Geschäft bringen.

Das Internetunternehmen United Internet hat im vierten Quartal des vergangenen Jahres nur 40.000 neue DSL-Kunden gewonnen und damit die Gesamtzahl der Kunden auf 2,82 Millionen erhöht. „Unser Weihnachtsgeschäft ist nicht so gut gelaufen“, sagte Robert Hoffmann, Vorstandssprecher der 1&1 Internet AG, der FAZ. Das Unternehmen hatte im dritten Quartal nur 20000 neue DSL-Kunden gewonnen, aber 60.000 Neukunden für das vierte Quartal in Aussicht gestellt. Insgesamt bestätigt das Ergebnis die Schwäche de DSL-Marktes im vergangenen Jahr.

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Hoffmann freute sich darüber, dass die Deutsche Telekom am Montag ihren Wettbewerbern nach vier Jahren ein Angebot für den Zugang zum VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetz unterbreitet hat, das in 50 Städten Übertragungsraten bis zu 50 Megabit je Sekunde ermöglicht. Der Preis von 30 Euro je Anschluss, den die Wettbewerber als monatliche Miete an die Telekom zahlen müssten, hält Hoffmann aber für zu hoch. „Zu den 30 Euro kommen noch Kosten für den Datenverkehr, der vor allem bei den geplanten Fernsehangeboten hoch ist. Wir hoffen aber auf eine Einigung mit der Telekom, so dass wir Ende Juni oder Anfang Juli mit der Vermarktung der VDSL-Anschlüsse beginnen können“, sagte Hoffmann. Sollte keine Einigung erzielt werden, werde sich das Unternehmen an den Regulierer wenden müssen.
Allerdings müssen die Kunden für die superschnelle Datenleitung mehr zahlen als bisher. Die Endkundenpreise inklusive unbegrenzter Telefonie und Internetnutzung werden wohl mehr als 40 Euro betragen. Um den Kunden zur höheren Bandbreite zu bewegen, führt 1&1 eine Online-Festplatte mit 1000 Gigabyte Speicherplatz ein. Dort können die Nutzer ihre Filme, Musikstücke oder Fotos speichern und von jedem Internetrechner darauf zugreifen. Um die Daten allerdings in die „Wolke“ hochzuladen, ist eine schnelle Übertragungsgeschwindigkeit notwendig. Ob die Nutzer bereit sind, für diese Funktionen einen höheren Preis zu zahlen? Denn das Internet-Fernsehen hat bisher nicht den gewünschten Erfolg als Treiber für VDSL gebracht.

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Infos von Holger Schmidt zur Netzökonomie auch per ->  Bild zu: Enttäuschendes DSL-Geschäft für United Internet

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