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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Web 2.0 auf der Überholspur im Internet

| 9 Lesermeinungen

Soziale Netzwerke sind die Aufsteiger des Jahres iim Internet. Reichweite und Verweildauer steigen viel schneller als im Web allgemein. Das Web 2.0 hinkt in Deutschland zwar noch hinterher, wächst aber schneller als in anderen Ländern.

Soziale Netzwerke sind auf dem Weg, zur dominanten Kraft im Internet zu werden. Keine andere Kategorie wächst so schnell, so dass schon zwei Drittel der Online-Bevölkerung jeden Monat ein soziales Netzwerk besuchen. Damit sind soziale Netzwerke und Blogs auf Rang 4 der beliebtesten Online-Tätigkeiten vorgedrungen und haben dabei die E-Mail überholt, hat eine Studie von Nielsen Online (Global Places and Network Places, PDF) für neun große Industrieländer ergeben.In Deutschland liegt die E-Mail nach einer Web.de-Studie allerdings noch vier den sozialen Netzwerken. 10 Prozent der gesamten Online-Zeit fließt inzwischen in diese Web 2.0 Seiten; die Verweildauer steigt dreimal schneller als im Durchschnitt aller Webseiten. Seit dem vergangenen Jahr ist die Reichweite der sozialen Netzwerke und Blogs, von Nielsen als Member Communities bezeichnet, um mehr als 5 Prozent gestiegen.

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„Social Networking ist zum wichtigen Teil des globalen Online-Erlebnisses geworden,“ sagte John Burbank, CEO Nielsen Online. „Obwohl schon zwei Drittel der globalen Online-Bevölkerung auf „Member Community“-Websites zugreift, scheint sich das Wachstum von Verbreitung und Nutzung nicht zu verlangsamen. Social Networking wird weiterhin nicht nur die globale Online-Landschaft verändern, sondern auch das Konsumerlebnis im Allgemeinen“.

Deutschland ist erst spät auf den Zug Richtung Web 2.0 aufgesprungen, holt aber schnell auf. 51 Prozent der Onliner in Deutschland besucht jeden Monat soziale Netzwerke, hat Nielsen Online ermittelt.(-> State of the Internet) Facebook hat seine Reichweite in Deutschland in zweiten Halbjahr 2008 auf 2,4 Millionen verdreifacht, ist aber trotzdem nur das sechstbeliebteste Netzwerk laut Nielsen. 

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Dennoch: Das Momentum spricht im Moment klar für Facebook. Laut Google Trends hat Facebook gerade MySpace in Deutschland überholt und nähert sich langsam den eher stagnierenden Netzwerken Wer-kennt-wen und StudiVZ.

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Die deutsche Sonderstellung in Sachen Facebook zeigt die folgenden Grafik. Nur in Brasilien und Japan hat Facebook bisher eine geringere Reichweite als in Deutschland.

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Auch in aller Welt wächst Facebook am schnellsten, gefolgt von LinkedIn. MySpace hat seinen Zenit offenbar überschritten.

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Dennoch ist MySpace bei den Online-Werbern (noch) beliebter als Facebook, wie die Analyse aus Großbritannien zeigt.

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Das rasante Wachstum von Facebook zeigt sich auch in der Verweildauer, die 566 Prozent zugelegt hat.

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Die Zeit, die von den Deutschen auf sozialen Netzwerken verbracht wird, ist in den neun von Nielsen Online erfassten Ländern um 38 Prozent auf 9,3 Prozent der gesamten Online-Zeit gestiegen. In Deutschland ist die Web 2-0 Zeit im vergangenen Jahr um 140 Prozent gestiegen. Insgesamt wächst die Web-2.0-Zeit dreimal schneller als die gesamte Internetzeit 

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Mit wachsendem Reifegrad des Internet wird die verbrachte Online-Zeit als Währung wichtiger als Page-Impressions. Dies kann zu einer signifikanten Verlagerung von Werbegeldern von den traditionellen Online-Medien zu den sozialen Netzwerken führen – wenn diese denn ein Geschäftsmodell finden. Die Suche könnte bald leichter werden, denn immer mehr Menschen aus Zielgruppe zwischen 34 und 49 Jahren begeistert sich für die sozialen Netzwerke. 

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Die Grafik zeigt die Änderung der Altersstruktur in sozialen Netzwerken.

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Das mobile Internet spielt eine zunehmend wichtige Rolle beim Social Networking. Nielsen hat ermittelt, dass die Bereitschaft Social Network Sites vom Handy aus zu besuchen, bei den Nutzern in UK am höchsten ist (23 Prozent, 2 Millionen Nutzer) im Vergleich zu Nutzern in den USA mit 19 Prozent (10,6 Millionen Nutzer). Diese Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr enorm gestiegen – um 249 Prozent in UK und um 156 Prozent in den USA.

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Zum Schluss gibt Nielsen noch einen Ausblick für Verlage. Der dringe Rat: Soziale Netzwerke zu nutzen, um eine aktive Rolle in den sozialen Medien zu spielen. Ein Beispiel ist Twitter, das von einigen traditionellen Medien bereits sehr intensiv eingesetzt wird.  

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Wie sehr auch deutsche Verleger Twitter im Auge behalten müssen, zeigt das aktuelle Wachstum. Seit Jahresanfang explodiert die Twitter-Nutzung geradezu.

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9 Lesermeinungen

  1. Sehr interessanter Artikel....
    Sehr interessanter Artikel. Vielen Dank für die aussagekräftigen Zahlen.

  2. Ein toller Artikel. Doch wie...
    Ein toller Artikel. Doch wie bringen wir das den Unternehmern und Managern aktiv näher? Die Kluft zwischen aktiven Online-Marketing-Leuten und traditionellen Managern mit der Einstellung „das macht alles meine Sekretärin“ wird immer größer. In Seminaren, Workshops und Beratungen erlebe ich täglich wie wichtig eine breite „Web 2.0 Lobby“ wäre. Firmen müssen auf einfache und verständliche weise lernen welchen Nutzen ihnen in Zukunft das Internet bringen kann.

  3. <p>Facebook weckt den...
    Facebook weckt den Sportsgeist: wer kann eine grössere Zahl ‚Freunde‘ aufweisen? Es stellt sich die Frage, von welcher Bedeutung diese ‚Freundschaften‘ sind. Führt ein grösseres Netzwerk zu mehr Anerkennung und sozialen Status? Mit wie vielen dieser Freunde kann und will ich einen Kaffee trinken gehen? Gibt mir facebook (et al.) höhere Lebensqualität?

  4. <p>allem Boom zum trotz ist es...
    allem Boom zum trotz ist es schon erstaunlich, welche aengste social networking in deutschland noch freisetzt – auch bei vielen journalisten-kollegen. ich habe am wochende eine e-mail-lawine losgetreten und meine e-mail-inbox mit meinen facebook-, linkedIn- und twitter-konten synchronisiert um freunde und kollegen einzuladen. die resonanz war doch sehr verblueffend, zum beispiel a) entsetzen, dass ich drei social-networking-dienste nutze – im vergleich zu vielen us-kollegen ist das keinesfalls viel b) warnungen von allen moeglichen seiten, man koenne betrogen oder abgezockt werden von diesen boesen firmen (insb. facebook) und die privatspahere verletzt werden. dabei nutzen eben die meisten kollegen yahoo-mail oder gmail von google und damit email-programme der datenkraken schlechthin. unterm strich wird sich hoffentlich die (negative) anfangseuphorie rund um die sozial-netzwerke bald legen so dass man professionale geschaeftsmodelle vorabtreiben kann. mich erinnert das sehr an die panik der fruehtage von email (virengefahr) und eBay (abzockgefahr) …

  5. Auch von meiner Seite erst...
    Auch von meiner Seite erst einmal Danke! Toller Artikel und Zahlen, sehr hilfreich für uns. Soziale Netzwerke werden vieles verändern, was wir heute machen.
    Facebook hat hier einfach einen genialen Startschuss gegeben, mit dem offenen API. Klar, so kam auch viel Schrott auf die Platform, aber zunehmend gibt es eine Reihe von Apps, die wirklich Sinn machen, auf einem SN zu laufen. Diese Apps werden bestimmt bald auch auf anderen Netzwerken laufen und so vll wirklich die Lebensqualität erhöhen. Dann machen auch etwas mehr Freunde mehr Spass, z.B. wenn man gegen sie spielen will oder Rat einholen möchte.

  6. Das Internet ist ein...
    Das Internet ist ein Arbeitsmittel. Außergewöhnliche Leistungen werden von Menschen verbracht, die ihre Zeit sinnvoll einsetzen und zielführend arbeiten. Wichtig ist von neuen Möglichkeiten zu wissen.

  7. Die Bedeutung von Social...
    Die Bedeutung von Social Software Lösungen für mittelständische Unternehmen wird in jedem Fall stark zunehmen. Da wir in unserem Beratungsunternhmen auch vor der Frage standen, welches Produkt wir verwenden sollen, haben wir eine neutrale Marktstudie durchgeführt. Diese stellen wir auf Anfrage kostenfrei zur Verfügung: http://www.4-advice.net/164.html?&L=1#c2709

  8. @Raffy: An deiner Anmerkung...
    @Raffy: An deiner Anmerkung ist leider was dran. Besonders bei XING werde ich regelmäßig nach dem Motto „Habe ihr Profil gesehen und möchte Sie als Kontakt hinzufügen“ angeschrieben. Solche Anfragen lehne ich dankend ab. Mir geht es nämlich nicht darum, auf Teufel komm raus mein Netzwerk zu vergrößern. Da stelle ich Qualität über Quantität.
    Leider gibt es aber wohl genug Leute, die einfach drauf los „netzwerken“. Da steht der sportliche Ergeiz wohl offensichtlich im Vordergrund.
    Ich denke, es bleibt jedem selbst überlassen, wen er als Freund bei Facebook und Co. hinzufügt. Ich kann auch nur appelieren, nur solche Leute hinzuzufügen, mit denen man wenigstens im entfernten zu tun hat. Ob diese nun unter die Kategorie „Freunde“ fallen oder eher Nachbarn oder Arbeitskollegen sind, finde ich nicht so wichtig. Ein Kontakt ohne dass man sich wenigstens einmal die Hand geschüttelt hat, finde ich aber sehr fragwürdig.
    Übrigens: Wer auch eine Absage bekommen möchte, darf mich gerne über https://www.xing.com/profile/Markus_Moeller3 anschreiben :-)

  9. hallo den Artikel finde ich...
    hallo den Artikel finde ich sehr gut, danke.
    Die interessante Frage wird auch sein, wie gut können sich die Social Networks wie Facebook finanzieren. Während ein Online-Shop mit guter Gewinnspanne mit
    20.000 Visits im Jahr 1.000.000 Euro Umsatz fahren kann, benötigt ein Social Network rund das 100 bis 1.000 fache an an Visits.
    Ich bin wirklich gespannt, bis Facebook Old-Econony Elemente integriert, um sich erfolgreich finanzieren zu können.
    liebe Grüße

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