Netzwirtschaft

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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Burda stockt Beteiligung an Glam auf

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Das Medienhaus Hubert Burda investiert weitere Millionen in das Frauen-Netzwerk Glam, dessen neuer Ansatz große Reichweiten in kurzer Zeit aufbaut. "Glam ist das Netzwerkmodell der Zukunft", verspricht Burda-Manager Marcel Reichart.

Bild zu: Burda stockt Beteiligung an Glam aufEs gibt sie noch, die Investitionen der Verleger in das Internet. Das Medienhaus Hubert Burda stockt seine Beteiligung am Frauen-Netzwerk Glam auf. Bereits Anfang 2008 hatte sich Burda in das schnell wachsende Netzwerk eingekauft, das inzwischen mehr als 110 Millionen Nutzer in aller Welt erreicht. Nachdem Glam in Deutschland innerhalb weniger Monate eine Reichweite von 3,3 Millionen Menschen aufgebaut hat und sich damit an die Spitze der Frauen-Seiten gesetzt hat, erhöht Burda nun seine Beteiligung an der deutschen Gesellschaft, die „beinahe ein paritätisches Verhältnis ergibt“, sagte Burda-Manager Marcel Reichart (Foto) der FAZ. Für die Aufstockung auf 49 Prozent, die damit wohl gemeint ist, investiert Burda einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag. Der Umsatz des Netzwerks in Deutschland liegt ebenfalls im einstelligen Millionenbereich.

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Glam ist ein neuartiges Netzwerk, das Inhalte aus vielen Internet-Quellen wie Mode-Blogs zusammenführt. In aller Welt aggregiert Glam 900 dieser Quellen; in Deutschland vereint Glam 60 Marken und beteiligt sie auch an den Werbeerlösen. „Glam ist das Netzwerkmodell der Zukunft. Wir können Reichweite aufbauen, ohne eigene Ressourcen einzusetzen“, sagte Reichart. Die Verlage müssten nicht mehr alle Inhalte selbst erstellen, sondern bestehende eigene und fremde Marken im Netz zusammenführen. Auf diese Weise ließen sich ähnliche große Reichweiten wie die großen Internetunternehmen aufbauen, die für eine lukrative Vermarktung notwendig sind. In den nächsten Monaten wird Glam in Deutschland sein Angebot erweitern, zum Beispiel um das Männer-Netzwerk Brash und um das Thema Nachhaltigkeit unter der Marke Eco. 

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6 Lesermeinungen

  1. Wir können Reichweiten...
    Wir können Reichweiten vermarkten, ohne eigene Ressourchen einzusetzen. Wir können also auf Journalismus verzichten. Schlimm.

  2. "Wir können Reichweite...
    „Wir können Reichweite aufbauen, ohne eigene Ressourcen einzusetzen“ – Dementsprechend sind sind auch die Inhalte: Totaler Internet-Schrott.

  3. Gut so, das Engagement...
    Gut so, das Engagement unterstreicht, dass neue Medienformen (oder wie sie ja schreiben ein „neuartiges Netzwerk, das Inhalte aus vielen Internet-Quellen zusammenführt“) im Mainstream angekommen sind. Glam hat es auch verstanden, kleinere Blogs einzubeziehen – ein aeusserst wichtiger Schritt. andere verleger sollten ebenfalls in diese richtung denken und investieren.

  4. Damit wurde die Frage, die...
    Damit wurde die Frage, die seit 1996 immer wieder gestellt wurde endlich beantwortet: „Wie kann man im Internet mit Inhalten von Frauenzeitschriften, Nachrichtenmagazinen und Haus-und-Garten-Titeln Geld verdienen ?“ Indem man sich vom Verlegerprinzip (Geld vorlegen, dann verdienen) verabschiedet und eben kein Geld mehr für Inhalte ausgibt, sondern diese zweitverwertet, bündelt, vermarktet. Man ist dann Händler bzw. Mittler und nicht mehr Verleger. Geht solange gut, bis die Content-Inhaber erkennen, dass sie selbst nicht davon leben können, was ihnen Zwischenhändler übrig lassen.

  5. Was ich nicht verstehe ist:...
    Was ich nicht verstehe ist: Warum machen bei 1.2m unique visitors nur Werbeeinnahmen im einstelligen Millionenbereich? Ist dies der Umsatz pro Monat?

  6. "Geht solange gut, bis die...
    „Geht solange gut, bis die Content-Inhaber erkennen, dass sie selbst nicht davon leben können, was ihnen Zwischenhändler übrig lassen.“
    Also wenn man einen kleineren Blog betreibt und gar nicht die Zeit hat, die durchaus spannenden und nicht unbedingt qualitativ minderwertigen Inhalte professionell zu vermarkten, dann ist es doch okay, wenn quasi ein Dienstleister zwischengeschaltet ist, der das übernimmt.
    Für mich stellt sich dann nur die Frage, ob ich über die GLAM-Vermarktung unter dem Strich mehr rausbekomme als z.B. über die Einbindung von Google-Ads.
    Und warum nicht beides kombinieren?

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