Netzwirtschaft

Netzwirtschaft

Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Google sei Dank: Online-Werbung legt in Amerika 11 Prozent zu

| 4 Lesermeinungen

In den Vereinigten Staaten ist die Online-Werbung im vergangenen Jahr noch einmal um 11 Prozent auf einen neuen Rekordwert gewachsen - auch wenn die Bremswirkung der schwachen Konjunktur schon sichtbar ist. Suchmaschinen haben gewonnen, Rubrikenanzeigen deutlich verloren.

Trotz Wirtschaftskrise ist die Online-Werbung in den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr um 11 Prozent auf 23,45 Milliarden Dollar gewachsen, haben IAB und PriceWaterhouseCoopers in ihrem Jahresbericht (PDF) herausgefunden. Großer Gewinne sind die Suchmaschinen; verloren haben vor allem die Online-Rubrikenmärkte. 

Bild zu: Google sei Dank: Online-Werbung legt in Amerika 11 Prozent zu

Allerdings hat sich das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte spürbar verlangsamt: 4,5 Prozent Zuwachs im dritten Quartal und 2,6 Prozent Wachstum im vierten Quartal zeigen klar die Bremswirkung der wirtschaftlichen Abkühlung auch auf die Online-Werbung. 

Bild zu: Google sei Dank: Online-Werbung legt in Amerika 11 Prozent zu

Klarer Gewinner des Jahres ist das Suchmaschinenmarketing, dessen Anteil am gesamten Online-Werbemarkt in Amerika von 41 Prozent auf 45 Prozent gestiegen ist. Während sich die Display-Werbung (Banner) behauptet hat, verlieren klassische Online-Rubrikenanzeigen und Sponsorship an Bedeutung. Der starke Rückgang des Rubrikengeschäftes ist vor allem bei Stellenmärkten wie Monster oder Immobilienportalen angefallen, sagte Ebays Kleinanzeigenchef Jacob Aqraou der FAZ. Diesen Rückgang haben vor allem die Zeitungsverlage gespürt, deren Online-Einnahmen im vierten Quartal 2008 eingebrochen sind.

Bild zu: Google sei Dank: Online-Werbung legt in Amerika 11 Prozent zu

Bemerkenswert: Die vielgelobte Videowerbung hat in Amerika im vergangenen Jahr zwar ihren Marktanteil erhöht, ist aber immer noch mit einem Anteil von 3 Prozent ein Nischengeschäft, weil es vor allem Youtube nicht gelungen ist, ein Geschäftsmodell zu finden

Bild zu: Google sei Dank: Online-Werbung legt in Amerika 11 Prozent zu

 

Der deutsche Online-Werbemarkt, der im vergangenen Jahr um 25 Prozent auf 3,65 Milliarden Euro zugelegt hat, wird in diesem Jahr um weitere 10 Prozent auf 4 Milliarden Euro wachsen, hat der Bundesverband Digitale Wirtschaft auf der Computermesse Cebit in Hannover vorhergesagt. Allerdings enthalten diese Werte die Bruttowerbeinvestitionen, also die Listenpreise für die Werbung, die vor allem in der klassischen Online-Werbung wie den Bannern inzwischen recht stark von den tatsächlichen gezahlten Preisen abweichen. „Netto wird die klassische Werbung in diesem Jahr auch zulegen, allerdings nur um einen einstelligen Prozentsatz“, sagte Harald Fortmann, Vizepräsident des Verbandes, in Hannover. Zenith Optimedia geht es seiner Prognose nur von einem Wachstum von 1,6 Prozent aus. 

Der zweite große Posten der Online-Werbung, das Suchmaschinenmarketing, wird nach Schätzung des Verbandes in diesem Jahr netto etwa 10 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro wachsen.

Bild zu: Google sei Dank: Online-Werbung legt in Amerika 11 Prozent zu

Die Online-Werbung erzielte im Jahr 2008 einen Anteil von 14,8 Prozent am Gesamtmarkt, „Wenn sich unsere Prognose für 2009 bewahrheitet, ziehen wir in diesem Jahr mit den Publikums-Zeitschriften gleich“, sagte Fortmann. Besonders starkes Wachstum sieht der Verband bei der Videowerbung, die im vergangenen Jahr 236 Prozent zugelegt hat, aber nur ein Volumen von knapp 30 Millionen Euro erreicht hat, sagte BVDW-Präsident Arndt Groth.

Bild zu: Google sei Dank: Online-Werbung legt in Amerika 11 Prozent zu

Der Branchenverband kündigte auf der CeBIT eine Initiative zum „Datenschutz in digitalen Welten“ an. Mit dem „Deutschen Internet Rat“ (DIR) wolle man eine Selbstverpflichtung der Internetakteure erzielen, um mehr Transparenz und Rechtssicherheit im Internet für Verbraucher und Anbieter zu schaffen, sagte Matthias Ehrlich, Vizepräsident des Verbandes.

 

0

4 Lesermeinungen

  1. <p>Klar legt die online...
    Klar legt die online werbung zu!
    Ein Grund sind die vielen Communities, soziale Netwerke, die das Wort
    sozial verwenden, um noch mehr Mitglieder zu gewinnen.
    Dies dürfen sich zwar im Netz darstellen, schöne Bilder und Filmchen hochladen.
    Dafür bekommen sie jede Menge sehr gut bezahlte Werbung vorgespielt.
    Die Eigner, respektive Initiatoren verdienen sehr viel Geld.
    Eine Geldruckmaschine ist Tag und Nacht am Laufen. Eine tolle Einrichtung!
    Clever gemacht! Respekt!
    Es geht auch anders! In einem echten sozialen Netzwerk werden die Einnahmen
    aus der Werbung etc. geteilt.
    Dies ist ein soziales Netzwerk das das Attribut „sozial“ auch verdient!

  2. [ „Wenn sich unsere Prognose...
    [ „Wenn sich unsere Prognose für 2009 bewahrheitet, ziehen wir in diesem Jahr mit den Publikums-Zeitschriften gleich“ ]
    Lange wird es tatsächlich nicht mehr dauern, auch wenn die Prognosen sich vielleicht etwas zu positiv darstellen und auf Listenpreisen fußen, die keiner wirklich zahlt. Dennoch: Web-Werbung lässt sich viel zielgenauer messen. Die Branche professionalisiert sich weiter.
    Der ewige Abgesang auf Print ist sicher übertrieben, aber das Kräfteverhältnis wird sich deutlich ändern…

  3. Sehr geehrte Damen und...
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    kann mir bitte jemand mal sagen warum ich kein Erfolg mit meiner Seite habe???
    Wenn ich die Statistiken lese, sehe ich nur Fragezeichen.
    Mit dem keyword Getränkehandel Hildesheim liegt meine Seite auf Platz 3 bei google.
    Konstruktive Kritik bitte an kudusan@gmail.com danke.
    mfg

  4. In einer gewissen Weise ist...
    In einer gewissen Weise ist das nicht erstaunlich. Online-Werbung ist sehr effizient. In Krisenzeiten sind es oft die effizienten Werbemethoden, die Zulauf erhalten. Die Budgets werden knapper. Also wird nur das Nötigste oder das Beste gemacht.
    Noch größer ist der Zuwachs im Performance Marketing. Also überall dort, wo man nur zahlt wenn auch ein Ergebnis erziehlt wurde. Beispielsweise beim Affiliate-Marketing oder dem Keyword Advertising.
    Ohnehin sind die Zahlen seit Jahren von zweistelligen Wachstum geprägt. Die Krise wird diesen Effekt noch verstärken.

Kommentare sind deaktiviert.