Netzwirtschaft

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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Linkedin lässt Online-Werbung von Holtzbrinck verkaufen

Das Online-Geschäftsnetzwerk LinkedIn lässt seine Online-Werbung künftig von der Handelsblatt-Gesellschaft IQ Media verkaufen. Die Nähe zur Zielgruppe sei für die Wahl ausschlaggebend gewesen, sagt LinkedIn-Europachef Eyres.

Die Nachricht dürfte im Online-Marketing für Überraschung sorgen: Das Geschäftsnetzwerk LinkedIn lässt die Online-Werbung in Deutschland von der Holtzbrinck-Gesellschaft IQ Media Marketing verkaufen. Ausgerechnet IQ Media Marketing, die frühere GWP, die inzwischen ebenso wie die Verlagsgruppe Handelsblatt im Besitz von Dieter von Holtzbrinck übergegangen ist und auch die Studentengemeinschaft StudiVZ vermarktet – allerdings bisher ohne großen Erfolg, weshalb StudiVZ vor einem Jahr versucht hatte, einen neuen Vermarkter zu engagieren. Erst auf Druck aus der Konzernzentrale in Stuttgart kehrte StudiVZ zähneknirschend zu IQ Media / GWP zurück. Warum also IQ Media: „Für die Wahl von IQ Media waren die guten Verbindungen zur Zielgruppe von LinkedIn entscheidend“, sagte LinkedIn-Europachef Kevin Eyres (Foto) der FAZ. Gemeint sind die Führungskräfte und Entscheider, die auch die Zielgruppe des Handelsblatts sind.

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LinkedIn wird nach dem Deutschland-Start im Februar nach eigenen Angaben von inzwischen 600.000 Menschen hierzulande genutzt. Das entspricht einem Zuwachs von 100.000 Nutzern in zwei Monaten. „Wir sind auf einem guten Weg, unser Ziel, bis Jahresende 1 Million Nutzer in Deutschland zu haben, zu erreichen“, sagte Eyres. In aller Welt zählt das Geschäftsnetzwerk inzwischen 38 Millionen Mitglieder und ist damit weit größer als der deutsche Konkurrent Xing. Die Rezession hat LinkedIn nach Angaben von Eyres bisher nicht vom Wachstumspfad abgebracht. „Das 4. Quartal war ein Rekordquartal und auch im Januar und Februar 2009 sind wir weiter gewachsen“, sagte Eyres, ohne konkrete Zahlen zu nennen. In Deutschland seien die Stellenangebote auf LinkedIn seit Februar sogar um 30 Prozent gestiegen – allerdings von einem niedrigen Niveau aus. In anderen Märkten wie den Vereinigten Staaten und Großbritannien leide das Stellenmarktgeschäft jedoch unter der schwachen Konjunktur, sagte Eyres. Das Online-Werbegeschäft entwickele sich weiterhin gut.

Parallel verhandelt Eyres auch noch mit deutschen Verlagen, um Inhalte auf die Plattform zu holen. Eyres bezeichnete die Verhandlungen als „interessant“; eine Einigung ist offenbar nicht nicht erzielt worden. Inhalte des Handelsblatts werden es aber wohl nicht.

LinkedIn hatte den Start in Deutschland mehrfach verschoben und ist noch nicht sehr bekannt, wie eine Web.de-Studie gezeigt hat. (-> Linkedin versus Xing: der Ländervergleich)

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