Netzwirtschaft

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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

IVW-Ranking: Wer-kennt-wen zieht VZ-Netzwerken davon

| 7 Lesermeinungen

So schnell kann es gehen: Holtzbrincks soziale Netzwerke StudiVZ und SchülerVZ haben ihren Vorsprung auf Wer-kennt-wen verspielt. Die große Wachstumsdynamik ist aber bei den meisten Netzwerken dahin.

Der obligatorische Blick auf das IVW-Ranking der sozialen Netzwerke zeigt im März einen weiteren Anstieg des RTL-Ablegers Wer-kennt-wen, der in der Zahl der Seitanaufrufe an Schüler-VZ vorbei an die Spitze gezogen ist. Auch im Kriterium der Besuche (Visits) hat Wer-kennt-wen das Schülerverzeichnis abgehängt und ist an die zweite Stelle hinter StudiVZ gerückt. MySpace und die Lokalisten können ihren Rückstand kaum verringern. 

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Da Seitenaufrufe und Besuche kaum noch Relevanz für den Online-Werbemarkt haben, ist die Zahl der tatsächlich erreichten Menschen wichtiger geworden. Nach Zahlen von Google Trends liegen Wer-kennt-wen und StudiVZ etwa gleichauf mit rund 500.000 täglichen Nutzern an der Spitze, wachsen aber nicht mehr. Facebook, MySpace und MeinVZ haben nach dieser Statistik rund 250.000 tägliche Besucher. 

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Unter den kleineren Netzwerken weist Xing konstant 80.000 bis 90.000 tägliche Nutzer auf, während die Lokalisten und Stayfriends nach diesen Zahlen etwa 150.000 tägliche Uniques haben. 

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Soziale Netzwerke sind auf dem Weg, zur dominanten Kraft im Internet zu werden. Keine andere Kategorie wächst so schnell, so dass schon zwei Drittel der Online-Bevölkerung jeden Monat ein soziales Netzwerk besuchen. Damit ist das Web 2.0 auf Rang 4 der beliebtesten Online-Tätigkeiten vorgedrungen und hat dabei die E-Mail überholt, wie eine Studie von Nielsen Online ergeben (PDF) hat. 

Bild zu: IVW-Ranking: Wer-kennt-wen zieht VZ-Netzwerken davon10 Prozent der gesamten Online-Zeit fließen inzwischen in diese Web-2.0-Seiten; die Verweildauer steigt dreimal schneller als im Durchschnitt aller Websites. „Obwohl schon zwei Drittel der globalen Online-Bevölkerung auf diese Websites zugreifen, scheint sich das Wachstum der Verbreitung und Nutzung nicht zu verlangsamen“, sagte John Burbank, Vorstandschef von Nielsen Online. Deutschland ist erst spät auf den Zug Richtung Web 2.0 aufgesprungen, holt aber schnell auf. 51 Prozent der Onliner in Deutschland besuchen jeden Monat soziale Netzwerke, hat Nielsen Online ermittelt. In Deutschland ist die Web-2.0-Zeit im vergangenen Jahr um 140 Prozent gestiegen. Drei von fünf Internetnutzern sind hierzulande in sozialen Netzwerken aktiv. Die schnell wachsenden Netzwerke treffen in Deutschland auf die noch dominanten klassischen Portale aus der Web-1.0-Welt, die im vergangenen Jahr allesamt an Reichweite eingebüßt haben, also von einem immer geringer werdenden Teil der Internet-Nutzer besucht werden. Freenet hat wegen seiner hausgemachten Probleme aufgrund von Berechnungen auf Basis der AGOF-Studien 3,3 Prozentpunkte seiner Reichweite verloren. Auch United Internet hat noch kein Rezept gefunden: Web.de hat 2,6 Prozentpunkte eingebüßt; bei GMX sind es 0,7 Prozentpunkte. T-Online hat zwar weiterhin die größte Reichweite unter den Portalen, gehört aber ebenso zu den Verlierern.
Keines der klassischen Portale hat bisher eine überzeugende Antwort auf die Herausforderer aus dem Web-2.0-Lager gefunden, obwohl diese Unternehmen gerade dabei sind, den Portalen einen wichtigen Teil der Online-Tätigkeit wegzunehmen: die Kommunikation. Statt E-Mails senden vor allem die jungen Menschen heute häufiger Nachrichten im SchülerVZ, StudiVZ, Wer-kennt-wen oder Facebook. Neuartige Dienste wie Twitter haben inzwischen gar das „Echtzeitinternet“ eingeläutet, in dem Nachrichten ohne Zeitverzögerung um die Welt gehen. Da kann die E-Mail kaum noch mithalten. 

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7 Lesermeinungen

  1. Vom Netzökonom hätte ich...
    Vom Netzökonom hätte ich eigentlich ein Fazit zu den nackten, allseits bekannten Zahlen erwartet. Und/Oder den Vergleich zu Portalen wie web.de bzw. Wachtumskanidaten wie twitter.com.

  2. Ich kann dieses "wer-kennt-wen...
    Ich kann dieses „wer-kennt-wen vs. studivz“ nicht mehr sehen. Wer Erfolg noch immer nach Seitenabrufen zählt hat das Web im Jahr 2009 nicht verstanden..ganz abgesehen davon das das ganze *VZ Netzwerk zusammengenommen noch immer in der Hinsicht meilenweit vorne liegt.

  3. @ Martin: Dass Seitenaufrufe...
    @ Martin: Dass Seitenaufrufe kaum noch Relevanz am Werbemarkt haben, steht explizit im Text. Daher habe ich auch versucht, weitere Kennziffern wie die Reichweite anzugeben.

  4. Trotzdem ist die Überschrift...
    Trotzdem ist die Überschrift einfach nicht richtig.
    Wkw zieht keineswegs den vz’s davon.
    Und was ist überhaupt mit Kwick, mv-Spion, dampfer.net, endless fantasy, virtual nights.com und und und… ?

  5. Hätte keiner gedacht....
    Hätte keiner gedacht.

  6. Naja wkw ist zwar gut aber das...
    Naja wkw ist zwar gut aber das Problem ist, dass man nie länger 10 minuten online bleiben kann, es wird schnell langweilig.
    Bei Facebook, StudieVZ oder meine-bekannten.de bleibt man gerne länger online

  7. @ Anna: stimme hier voll zu....
    @ Anna: stimme hier voll zu. WKW wird einen mittelfristigen Hype erleben, vielleicht auch mit seinen eher einfacheren Usern weiterbestehen, jedoch aus Ermangelung an wirklich involvierenden Tools die wirklich aktiven Internetsurfer verlieren.
    Dazu ist das Portal viel zu einfach und normal gestrickt und man fragt sich nach dem wirklichen Mehrwert neben Facebook & Co.,

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