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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Werber wollen mehr Geld ins Internet investieren

| 4 Lesermeinungen

70 Prozent der Werber wollen in diesem Jahr mehr Geld ins Internet investieren. Suchmaschinen und Targeting sind die großen Schlagworte in diesem Jahr.

70 Prozent der Werbetreibenden wollen ihre Ausgaben für Online-Werbung auch in diesem Krisenjahr erhöhen, hat eine Umfrage der European Interactive Advertising Association (PDF) unter 300 Marketing-Entscheidern großer Unternehmen in 9 europäischen Ländern ergeben. Nur 8 Prozent der Befragten wollen ihre Ausgaben für die Online-Werbung in diesem Jahr kürzen, hat die Umfrage ergeben. 47 Prozent sehen das Internet inzwischen als unverzichtbaren Kanal für ihr Marketing an. Im vergangenen Jahr waren erst 37 Prozent der Befragten dieser Ansicht; 2006 waren gar nur 17 Prozent vom Netz überzeugt.

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Der Anstieg im Netz ist mit einer Umschichtung aus den klassischen Medien verbunden, denn insgesamt gehen die Etats in diesem Jahr zurück. 37 Prozent der Befragten sagten, die Steigerung des Online-Etats gehe zu Lasten der Fernsehwerbung, 32 Prozent schichten von Zeitungen ins Internet um und 46 Prozent verlagern aus Zeitschriften ins Netz, hat die EIAA-Umfrage ergeben.

Dieses Ergebnis deckt sich mit einer Analyse der Agentur Zenithoptimedia, die einen stetig steigenden Marktanteil für das Internet vorhergesagt hat (untere Grafik). Dagegen scheint die Verlagerung aus dem Hörfunk und dem Direkt-Marketing in diesem Jahr geringer zu werden, da Performance basierte Werbemöglichkeiten in Krisenzeiten immer gut gefragt sind. 

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Neben dem Trend zum Suchmaschinenmarketing setzen vor allem die Publisher verstärkt auf Targeting-Ansätze, um eine bessere Wirkung der Display-Werbung zu erreichen. Auch in Deutschland sind die Targeting-Spezialisten wie Nugg.ad zurzeit sehr gefragt. Zudem versucht United Internet Media, zusätzliche Anwender für seine Targeting-Lösung TGP zu finden. Die Gespräche laufen.

Das E-Mail-Marketing wird auf die Frage, welche Online-Werbeform ausgebaut wird, vergleichsweise häufig genannt. Dagegen stehen Rubrikenanzeigen (Classifieds) und auch die hochgelobten Werbenetzwerke (Ad Networks) weniger hoch in der Gunst der Werbetreibenden, hat die EIAA-Umfrage herausgefunden.

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Der Trend Richtung Suchmaschinenmarketing hat sich in Amerika bereits im vergangenen Jahr deutlich gezeigt. Der Anteil des Suchmaschinenmarketing am gesamten Online-Werbemarkt ist 2008 dort von 41 Prozent auf 45 Prozent gestiegen. Während sich die Display-Werbung (Banner) behauptet hat, verloren klassische Online-Rubrikenanzeigen und Sponsorship an Bedeutung. Insgesamt ist die Online-Werbung 2008 trotz beginnender Krise um 11 Prozent auf 23,45 Milliarden Dollar gewachsen, haben IAB und PriceWaterhouseCoopers in ihrem Jahresbericht (PDF) herausgefunden.

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4 Lesermeinungen

  1. Eins verstehe ich nicht: Wenn...
    Eins verstehe ich nicht: Wenn 37 Prozent der von der EIAA Befragten Geld von TV ins Internet umschichten wollen, wieso steigt denn dann in der mittleren Grafik der TV-Markanteil trotzdem bis 2010 und stagniert danach? Der Anteil müsste doch sogar noch stärker als die Zeitungskurve sinken? Oder stammt diese Grafik aus einer anderen Untersuchung?

  2. @ Ulrike Langer: Die Zahlen...
    @ Ulrike Langer: Die Zahlen stammen aus der EIAA-Analyse, die (mittlere) Grafik von Zenithoptimedia.

  3. Danke, aber ich verstehe es...
    Danke, aber ich verstehe es trotzdem nicht. Sie schreiben, die Ergebnisse der beiden Studien decken sich, aber tatsächlich widersprechen sich doch die Kernaussagen der 1. und 2. Grafik.

  4. Was mir in diesem Artikel...
    Was mir in diesem Artikel etwas zu kurz kommt, ist das Beziehungsgeflecht zwischen den einzelnen Online-Marketing-Instrumenten. Außerdem möchte ich eine Lanze für das Affiliate Marketing brechen:
    Affiliate Marketing ist mit Sicherheit für einige Unternehmen besser als Online-Werbe-Kanal geeignet als die klassische Online-Werbung. Generell hat auch ein Pay-per-Sale-Partnerprogramm den Vorteil eines kostenlosen Brandings über die Partner-Websites und: das wirtschaftliche Risiko wird von Cost-per-Click nach Cost-per-Order verlagert. In Krisenzeiten ein schlagendes Argument.
    Es ist kein Geheimnis, dass auch im Online-Marketing die besten Ergebnisse erzielt werden, wenn die einzelnen Disziplinen des Online-Marketings miteinander verknüpft sind. Für einen Affiliate-Partner spielt die Bekanntheit eines Merchants bzw. seiner Produkte eine wichtige Rolle im Entscheidungsprozeß, ob er überhaupt und wenn ja, zu welchen Konditionen er bereit ist, für die Produkte des Merchants zu werben. Denn der Bekanntheitsgrad steht in einem kausalen Zusammenhang zum voraussichtlich zu erzielenden Einkommen durch Werbeschaltungen. Vor diesem Hintergrund wird der Erfolg von Affiliate Marketing Maßnahmen maßgeblich dadurch unterstützt, dass mit parallelen Maßnahmen die Bekanntheit eines Werbetreibenden erhöht wird. Besonders geeignet für die Unterstützung des Affiliate Marketings sind Maßnahmen zur Suchmaschinen-Optimierung und Keyword Advertising.
    So wird ein Schuh draus, der vielen Unternehmen in Krisenzeiten gut zu Gesicht steht.

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