Home
Netzwirtschaft

Netzwirtschaft

Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Zahl der Twitterer in Deutschland legt um 34 Prozent zu

| 13 Lesermeinungen

Twitter wächst weiter schnell. Die Zahl der aktiven deutschsprachigen Nutzer stieg im Juni um 34 Prozent auf 105.000. Das Interesse ist aber weit höher. Immer mehr Menschen nutzen Twitter als Informationskanal, weniger als Kommunikationsinstrument.

Die Zahl der aktiven deutschsprachigen Twitterer in Deutschland ist im Juni um 34 Prozent auf 105.000 gestiegen, hat das Blog Web Evangelisten errechnet. Damit beschleunigt sich die Twitter-Nutzung, denn im Mai hatte das Wachstum nur 25 Prozent betragen. Die Zahl der deutschsprachigen Accounts bei Twitter.com legte im Juni auf 125.000 zu. Allerdings ist das Interesse an Twitter weit größer, als diese Zahl vermitteln kann. Nach Angaben von Nielsen haben schon im Mai 1,4 Millionen Menschen in Deutschland die Seite Twitter.com besucht, ohne allerdings aktiv zu twittern. Täglich greifen etwa 40.000 Menschen in Deutschland auf Twitter.com zu. Dazu passt die Messung, dass 10 Prozent aller deutschen Accounts 61 Prozent der Tweets generieren. Das Gros der Tweets stammt also von wenigen Nutzern, während immer mehr Menschen Twitter also als Informationskanal betrachten, ohne selbst aktiv zu werden. Die Zahl der „stummen Zuhörer“ scheint schneller zu wachsen wie die Zahl der aktiven Nutzer, wie auch das größer werdende Verhältnis zwischen Seitenaufrufen und Nutzern zeigt. Twitter scheint also auf dem Weg zu einem Broadcasting-Tool zu werden und weniger als Kommunikationsinstrument genutzt zu werden.

Bild zu: Zahl der Twitterer in Deutschland legt um 34 Prozent zu

Im Vergleich zu den anderen sozialen Medien ist Twitter zumindest in Deutschland noch klein. Nach Messungen von Fittkau & Maaß nutzen nur 5,5 Prozent der Deutschen Twitter aktiv, also mindestens einmal im Monat. 

Bild zu: Zahl der Twitterer in Deutschland legt um 34 Prozent zu

Noch immer kommt das Gros der Twitterer aus den Branchen IT, Medien, Verlag, Unterhaltung und Internet, während Handel und Industrie deutlich unterrepräsentiert sind. Allerdings schwappt die Twitter-Welle gerade auch in die anderen Branchen über. Zum Beispiel sind Finanzdienstleistung und Bildung/Wissenschaft/Forschung auf Twitter schon ähnlich aktiv wie im Netz insgesamt.

Bild zu: Zahl der Twitterer in Deutschland legt um 34 Prozent zu

Die Zielgruppe der Mikro-Blogger bezeichnet Fittkau & Maaß als „klein, aber fein“. Fast zwei Drittel seien jünger als 40 Jahre. Sie seien sehr an aktuellen Trends interessiert und kommunikativer als der Durchschnitt der Internet-Nutzer. 40 Prozent der Twitterer gaben an, Produktneuheiten meist sehr früh zu kaufen, während dieser Wert in der Gesamtnutzerschaft nur 20 Prozent beträgt. Nur 6 Prozent der Twitter-Nutzer waren in der Umfrage bereit, für die Nutzung zu zahlen.

0

13 Lesermeinungen

  1. "Twitter auf dem Weg zum...
    „Twitter auf dem Weg zum Broadcasting-Tool“ … eine interessante These, die aber so meiner Meinung nach aus dem vorhandenen Datenmaterial nicht abzulesen ist.
    Zur Zeit hören viele Menschen zum ersten Mal von Twitter und wollen einfach erstmal wissen, was das ist. Es ist normal, dass sie sich erstmal „umschauen“ und dass sie nicht gleich selbst aktiv werden. Wie viele von diesen „Zaunguckern“ als potentielles Broadcast-Publikum dabei bleiben ist völlig offen. Dies liegt ja auch daran, dass die verbreiteten Tweets thematisch noch recht eng auf die Interessen der Early Adaptors aus den klassischen Kommunikationsbranchen begrenzt sind. Weder ist ausgemacht, dass sich mit Twitter ein neues unidirektionales Massenmedium entwickelt, noch, dass Twitter als Kommuniaktionsmedium auf Minderheiten beschränkt bleiben wird. Die These zur medialen Zukunft des Zwitschern von Holger Schmidt ist provokativ (http://www.czyslansky.net/?p=1565), aber m.E. noch nicht belastbar.

  2. Ich schließe mich Herrn...
    Ich schließe mich Herrn Kausch in seiner Meinung an. Viele der „Anmeldungen“ testen für 1-2 Tweets und lassen Twitter dann auch gut sein. Twitter erlebt gerade einen Hype, wobei viele der normalen Internetnutzer damit einfach nichts anfangen kann.
    Dementsprechend würde ich auch nicht die Anmeldungen sondern nur aktive Nutzer der letzten 30 Tage als Datenmaterial heranziehen.

  3. Also bei Fittkau-Zahlen bin...
    Also bei Fittkau-Zahlen bin ich immer vorsichtig. Die beruhen doch allein auf Befragung, oder? Und das heißt, ihre Zahlen beruhen auf den Antworten von Menschen, die blöd genug sind, bei Online-Umfragen mitzumachen.

  4. Wir benutzen Twitter um auf...
    Wir benutzen Twitter um auf neue Threads in unserem Forum hinzuweisen. Im Schnitt erhalten wir 15 – 30 Klicks wenn wir einen Link einmal posten, bei 280 followern. Diese Benutzer hätten wir sonst nicht. D.h. Twitter ist schon jetzt ein sehr gutes Tool für Werbung.
    Durch die aktuelle Berichterstattung bezüglich Michael Jackson oder auch der Entwicklung im Iran ist Twitter gerade wieder zusätzlich sehr bekannt geworden. Außerdem bauen immer mehr Homepagebetreiber die Tweets bei sich ein etc.
    Denken das Twitter noch sehr große Sprünge machen wird. Besser wäre natürlich noch eine deutschsprachige Twitterversion, einige werden doch durch die englischen Texte abgeschreckt.

  5. Tja, da wird der junge...
    Tja, da wird der junge Mikro-News-Dienst ordentlich gehypt, namhafte Promis zwitschern regelmäßig aus ihrem Leben. Und was machen die Teens, die doch als so techaffin gelten, ständig im Internet unterwegs sind und ans Handy angewachsen scheinen …? Die machen nicht mit. Sie wollen einfach nicht zwitschern. Wie nun auch Matthew Robson, ein 15-jähriger Praktikant bei Morgan Stanley, konstatiert mit seinem vielbeachteten Erklärungsversuch in einem Bericht der US-Investmentbank über den Medienkonsum von Teenagern.
    Und auch deutsche Jugendliche lassen den MikroNews-Dienst Twitter anscheinend ziemlich links liegen. Zu diesem Ergebnis war zumindest eine Online-Studie des Jugendreise-Veranstalters RUF Jugendreisen – demnach sollen über 90 Prozent der Jugendlichen in Deutschland Twitter.com nicht einmal kennen.

  6. Was die Qualität der...
    Was die Qualität der Stichprobe anbelangt, so schließe ich mich Thomas Knüwer an – vor diesem Post war selbige mir unbekannt, obwohl ich zu den „aktiven Mikro-Bloggern“ gehöre, die „mind. einmal pro Woche den Service nutzen“.
    10% der Twitterer produzieren 60+% aller Tweets? Das klingt für mich nach einer deutlich gleichmäßigeren Verteilung der Kommunikation, als bei vielen anderen Netzwerken üblich. Dies gilt insbesondere unter Berücksichtigung, daß Twitter zunehmend als Zielmedium für automatisch erzeugte Tweets genutzt wird: QypeBerlin hat mittlerweile über 34.000 Tweets auf die Allgemeinheit losgelassen, deren Informationsgehalt gegen null strebt, sich aber auf Google gut machen.
    Die Jugend twittert nicht? So what? Interessant ist doch, wie zunehmend kleine und mittlere Unternehmen Social Media im Allgemeinen und Twitter im Besonderen zu nutzen beginnen, um mit Kunden zu kommunizieren. Und dies funktioniert nicht nur in den USA, sonst wären die Twittwoch-Veranstaltungen – wie morgen in Köln und Hamburg – nicht schnell ausgebucht, s.a. http://www.twittwoch.de .
    Wir werden Zeugen einer sehr spannenden Entwicklung; da ist Neugierde, Kreativität und Entspannung angesagt, nicht das Karnickel-artige Starren auf die Statistik-Schlange… :)

  7. Twitter kann nur dann...
    Twitter kann nur dann erfolgreich sein, wenn auch der spiessige Deutsche einen tatsächlichen Nutzen darin erkennen kann. Da die Plattform genug verschiedene Möglichkeiten einer Nutzung bietet (sei es Verbreiten von Spam, aktuelle News oder Hinweise auf Webseiten/Videos) und dank der Möglichkeit seine Tweets auch privat zu halten, auch als kommunikationsmittel für geschlossene Gruppen einsetzbar ist, wird es sich früher oder später durchsetzen. Da es auch für unterwegs immer mehr gute Twittersoftware gibt (zahlreiche Apps für iPhone, Symbian und Android Handys), könnte es tatsächlich eine Art Wlkie Talkie der neuzeit werden. Das was Push-To-Talk nie geschafft hat, wird hier textbasiert auf eine einfache Art und Weise möglich.
    Wenn Twitter es dann noch schafft, Fake Accounts und Spam Accounts unter Kontrolle zu bringen, steht einer Seriösität des Dienstes nichts mehr im Wege. Momentan jedoch kann man es allenfalls als Beta-Kommunikations-Tool bezeichnen, das viele Erstnutzer auf Grund von Undurchschaubarkeit abschreckt.

  8. @Thomas Knüwer: Wow, nach dem...
    @Thomas Knüwer: Wow, nach dem Einleitungssatz „Also bei Fittkau-Zahlen bin ich immer vorsichtig“ dachte ich, kommt jetzt was marktforschungsmethodisch Substanzielles wie „weil die Erhebung nicht (bevölkerungs-)repräsentativ ist“ oder ähnliches. Stattdessen ein bedauernswerter Beleg unzureichender Basis-Sachkenntnis.
    Qualitative Erkenntnisse, wie z.B. wer twittert, lassen sich nun mal nur durch Befragungen eruieren, weil technische Messungen z.B. soziodemografischer Merkmale von Befragten nicht möglich sind. Und warum sollen Online-Befragungen schlechter sein als andere Befragungen wie CATI- oder face-to-face? Im Gegenteil, sie sind häufig effektiver und nicht zuletzt effizienter.

  9. ich stelle bei mir fest, dass...
    ich stelle bei mir fest, dass ich gar keine webseiten mehr ansteure sondern nur noch news lese über meinen twitterfeed und so mittlerweile durch die links auf seiten lande, welche ich niemals sonst finden würde.. und dabei bleibt der besuch bei den klassischen seiten wie bild, yhoo etc. total auf der strecke.. ich bin überzeugt twitter mit der viralen retweet eigenschaft wird vieles verändern.. digitales mouth to mouth..

  10. Natürlich wird Twitter immer...
    Natürlich wird Twitter immer wertvoller, aber wenn man sich anschaut, wie das Ding inzwischen in den USA schon wieder für Spam, Verkaufen, MLM, Werbung und Co missbraucht wird, dann vergeht einem in jedem Fall die Lust, weiter ernsthaft zu twittern.
    Anscheinend entwickelt sich eine Art Twitter-Ökonomie rund um das Tool. Aber positiv ist diese Ökonomie nunmal nicht. Wir werden immer bessere Tools brauchen, um noch irgendwie mitzubekommen, welche der 1000 Tweets am Tag der eigenen Follower eigentlich noch wertvoll sind.
    „Informationsüberlastung“ ist ja auch in anderer Hinsicht bereits ein Problem. Twitter wird dieses Problem massiv verschärfen und daran womöglich zu Grunde gehen. Ich glaube ehrlich gesagt, nicht an den Erfolg von Twitter.

Kommentare sind deaktiviert.