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Neuer Newsaggregator Fastflip: Google teilt mit Verlegern – ein bisschen

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Fast scheint es, als ob es mit Google und den Verlegern doch noch etwas wird. Die Suchmaschine hat das neue Produkt Fastflip vorgestellt, das in Google News ganze Seiten der Verleger zeigt. Die Werbeeinnahmen sollen geteilt werden. Google habe noch viele Ideen, wie Verlagen geholfen werden könne.

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Google  geht in seinem Schmusekurs mit den Verlagen einen Schritt weiter. Nach der Ankündigung, ein Mikro-Paymentsystem für die Verlage zu entwickeln, will Google erstmals Werbeerlöse, die auf Google News erzielt werden, mit Verlagen teilen. Das neue Projekt Fastflip, das Google in der Nacht zum Dienstag gestartet hat, zeigt Abbildungen ganzer Internetseiten, nicht nur die Links auf die Seiten. Damit sollen die Nutzer viel schneller die gewünschten Inhalte finden und von dort per Mausklick auf die Seiten der Verlage gelangen. „Die Geschwindigkeit ist eine wesentliche Entwicklung“, sagte der zuständige Produktmanager Josh Cohan. Die Werbeerlöse, die Google auf den Fastflip-Seiten erzielt, sollen mit den Verlegern geteilt werden. „Jedesmal, wenn wir eine Seite heruntergeladen, wird auch eine Werbung mitgeladen, die aus dem Google-Content-Netzwerk stammt. Jede Seite hat damit ein Werbemittel“, sagte Cohan. Bisher machen rund 40 Verlage wie die New York Times oder das Wall Street Journal mit. Wann Fastflip nach Europa kommt, steht noch nicht fest.Es gibt aber bereits Versionen für das iPhone und Android.

„Fastflip ist nur von vielen Idee, wie Google Verlegern helfen will, ihr Publikum zu finden, ihre Leser an sich zu binden und Geld zu verdienen“, sagte Cohan. Zu den Plänen von Google passt eine Passage aus Chris Andersons Buch „Free“. Dort berichtet Anderson von den Sorgen des Google-Vorstandschefs Eric Schmidt.

„Weshalb sollte sich ein Unternehmen wie Google Gedanken darüber machen, wie andere Firmen „Free“ zu ihrem wirtschaftlichen Vorteil einsetzen können? Weil Google auf andere Unternehmen und ihre Daten und Informationen angewiesen ist, um diese zu indizieren, strukturieren und sonst wie zu verpacken, um selbst daran zu verdienen? Wenn das digitale „Free“ Branchen das Geld entzieht, bevor es neuen Geschäftsmodellen gelingt, es wieder ins Spiel zu bringen, gibt es nur noch Verlierer. … Deshalb würde es Google sehr begrüßen, wenn die Zeitungen im Geschäft blieben. Google hat ein starkes Interesse daran, dass es viele Sieger gibt, denn diese erzeugen wieder Informationen, die Google aufbereiten kann. … Der Google-Vorstandsvorsitzende Eric Schmidt macht sich Gedanken darüber, dass „Free“ für Google nur allzu gut funktioniert, aber nicht gut genug für den Rest.“

 

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1 Lesermeinung

  1. Man fragt sich warum da erst...
    Man fragt sich warum da erst Google kommen muss um den Verlagen zu zeigen wie man eine Zeitung praktisch, schnell und angenehm lesbar ins Netz bringt. Schließlich ist ja die Aggregator-Technologie eigentlich fast Nebensache bei dem Projekt.
    Man würde den etablierten Medien ähnliche Kreativität und Schnelligkeit im Umgang mit Nutzerproblemen wünschen wie sie von Google an den Tag gelegt wird.
    Zeigt doch mal wieder dass die derzeit viel beschworenen Probleme von online-Medien doch zu einem guten Teil hausgemacht sind, mangels eben jener Kreativität die Google auszeichnet.

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